Seit einer Woche befinden wir uns mitten im Herzen von Alberta. Allein dieser Bundesstaat ist doppelt so groß wie Deutschland. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir sehr ländlich leben. Ich dachte ja schon, dass ich in Heiden-Leblich sehr ländlich leben würde und dass der Weg über die Brücke ins Dorf schon weit wäre. Wenn ein Kanadier dir aber sagt, dass irgendetwas „just-around-the-corner“ ist, dann scheinen die Ecken hier wohl etwas größer zu sein, so 4 bis 5 Stunden groß. Wenn ich jemanden frage, wo er herkommt und ich als Antwort erhalte: „Nicht weit von hier“ – und sich dann herausstellt, dass er 6 Stunden weiter Richtung Norden wohnt, dann ist schon ein anderer Maßstab. Hier kann es also schnell passieren, dass der einzige soziale Kontakt zur Außenwelt die Kassiererin im Supermarkt ist. In unserem Fall die Heike, vor 9 Jahren von Deutschland ausgewandert und vermutlich auch der Grund für den Grafschafter Goldsaft-Zuckerrübensirup im Sortiment.

Unser zweiter Housesitt | wat-erleben

Unser zweiter Housesitt | wat-erleben

So schlimm wie es sich anhört, ist es dann aber doch nicht. Wir haben genügend Zeit, um uns über die bevorstehende Reise durch die Rocky Mountains und über Vancouver Island zu informieren. Laura entdeckt alle paar Minuten eine neue Funktion an unserer Kamera, bringt unseren Blog auf Vordermann oder mäht den Rasen. Rasen mähen war übrigens mein Highlight heute, neben den Spareribs, die sind mir auch ganz gut gelungen. Die Kanadier können einfach gutes Fleisch produzieren.

Wie kriege ich jetzt den Übergang vom köstlichen Fleisch zur Pferderennbahn hin ohne das Wort Frikandel zu benutzen? Auf jeden Fall waren wir am Sonntag beim Ponoka Stampede zum Rodeo und Chuckwagon-Rennen. Auf die Idee hat uns unsere Gastgeberin gebracht, dessen zwei Cousins als Chuckwagon-Fahrer teilnehmen. Der Kontakt war schnell hergestellt und wir hatten die einmalige Gelegenheit hinter die Kulissen zu schauen. Die Familie bzw. das Team, welches wir kennen gelernt haben, besteht aus acht Leuten, die mit 18 Pferden für drei Monate von Rennen zu Rennen fahren. Neben dem Chuckwagon-Rennen am Abend waren am Nachmittag die Cowboys dran. Bullenreiten, „Stier-Wrestling“, Kälber mit dem Lasso jagen oder wilde Pferde einfangen standen auf dem Programm. Beim Zuschauen kommt uns öfters der Gedanke, dass die Teilnehmer alle etwas verrückt sein müssen, aber hier scheint es normal zu sein, sich im vollen Galopp auf einen Stier zu schmeißen, um ihn zu Boden zu werfen…

Tie Down Roping beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Tie Down Roping beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Bareback Riding beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Bareback Riding beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Team 23 beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Team 23 beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Der Rennwagen beim Panoka Stampede | wat-erleben

Der Rennwagen beim Panoka Stampede | wat-erleben

Hinter den Kulissen Ponoka Stampede | wat-erleben

Hinter den Kulissen Ponoka Stampede | wat-erleben

PS: Für alle, die nicht bei Instagram registriert sind -> Auf unserem Blog gibt es nun oben im Menü eine Bildergalerie, die euch alle Fotos unseres Kontos zeigt.

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