Melbourne empfängt uns jeden Morgen, seit einer Woche, mit strahlend blauem Himmel. Die Temperaturen schwanken zwischen 21 und 36 Grad. Umso schwieriger war es also in Weihnachtsstimmung zu kommen. Lediglich meine weihnachtliche, rote Hautfarbe lässt daran erinnern und an die extreme UV-Strahlung in Australien. Einen Weihnachtsbaum hatten wir dennoch, bestehend aus einem Palmenzweig vom Strand und unserem NYC-Taxi-Anhänger.

Weihnachtsbaum steht, Melbourne | wat-erleben

Weihnachtsbaum steht, Melbourne | wat-erleben

Die ersten beiden Tage in Melbourne verbrachten wir in einem AirBnB. Perfekt, um die Stadt zu erkunden und unsere vier Tage ohne Internet nachzuholen. Wie schon in Sydney, schlossen wir uns der Free Walking Tour an, wobei „Free“ immer mit einem Trinkgeld entlohnt wird. In drei Stunden ging es kreuz und quer durch die Stadt und unser Guide gab uns den ein oder anderen Tipp. So war unser Restaurant am Abend eine gute Empfehlung. Wir aßen in Chinatown, irgendwie brauchten wir etwas komplett anderes als Nudeln mit Pesto bzw. Nudeln mit Tomatensauce bzw. Nudelsuppe mit Rindergeschmack.

Die Skyline von Melbourne | wat-erleben

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An Heiligabend konnten wir endlich zu unserem Housesit umziehen. Vorher ging es zum Metzger und zu Aldi. Vollgepackt mit den ganzen Weihnachtseinkäufen und unseren Rucksäcken liefen wir die restlichen zwei Kilometer zu unserem Apartment. Die beste Idee seit langem. Man muss sich das so vorstellen: Ich trage meinen Rucksack, Tagesrucksack, zwei Einkaufstaschen und drei Flaschen Wein. Laura trägt ihre Rucksäcke und eine Flasche. Fairerweise -– ich bin schließlich doppelt so groß und doppelt so schwer wie Laura…aber wenn es ums Essen oder Trinken geht, dann zählt das mit dem doppelt soviel nicht mehr.

Ich weiß nicht mehr warum, aber ich war felsenfest davon überzeugt, dass wir Apartment Nr. 104 aufpassen. Wir klingelten dort, keiner antwortete. Mhh, vielleicht sind unsere Gastgeber bereits auf ihrem Weg zum Flughafen und wir haben uns knapp verpasst. Der Briefkasten zu Nr. 104 stand einen spaltweit offen, innen drin lag ein Wohnungsschlüssel, passend zu unserer These. Wir öffneten die Wohnungstür und auf dem Fußboden lag ein Reisekoffer sowie verstreute Kleidung. Ok, dann sind unsere Gastgeber wohl kurz unterwegs und kommen gleich wieder. Irgendwie komisch, auf den Fotos sah die Wohnung ganz anders aus, viel gemütlicher und aufgeräumter. So langsam kam uns der Gedanke, dass hier irgend etwas verkehrt sein muss. Wenn wir im Badezimmer keine drei Katzen finden würden, dann sind wir definitiv an der falschen Adresse. Und so war es auch. Zusätzlich bestätigte der russische Reisepass auf dem Tisch, dass wir uns geirrt hatten. Fluchtartig verließen wir die Wohnung und ich schaute noch mal auf die Wohnungsdetails – Nr. 107, is klar. Wir klopften direkt gegenüber und als uns geöffnet wurde, kamen uns die Gesichter bekannter vor. Bis zum 1ten Januar passen wir auf drei Katzen auf und haben genug Zeit die Umgebung rundum den Vorort St. Kilda zu erkunden.

Das ist Bambam - einen Monat alt, St. Kilda | wat-erleben

Das ist Bambam – einen Monat alt, St. Kilda | wat-erleben

Zur Umgebung von St. Kilda gehört ein beliebter Strandabschnitt, den wir Nachmittags besuchten. Warum der Strand so gut besucht ist, wissen wir nicht. An der Wasserqualität kann es nicht liegen, diese wurde mit mangelhaft ausgewiesen, schwimmen solle man vermeiden. Dafür fanden wir noch ein ruhiges Plätzchen und konnten Heiligabend mit unserer Weihnachtsmütze am Strand einläuten. Den Abend ließen wir bei Wein und australischem Rinderfilet auf dem Balkon, sowie Skype-Telefonaten mit der Heimat ausklingen.

Frohe Weihnachten, St. Kilda | wat-erleben

Frohe Weihnachten, St. Kilda | wat-erleben

Über die Plattform Couchsurfing fand Laura eine Gruppe, die für diejenigen, die Weihnachten fern der Heimat sind, gegründet wurde. So fanden wir uns am ersten Weihnachtstag am Strand wieder und verbrachten den Nachmittag beim Barbecue mit 20 anderen Leuten aus der ganzen Welt.

Weihnachten unter Palmen, St. Kilda | wat-erleben

Weihnachten unter Palmen, St. Kilda | wat-erleben

Den zweiten Weihnachtstag blieben wir lieber im Schatten und nutzten die Zeit zum planen. Spontan buchten wir einen Mietwagen für den nächsten Tag, es galt die Great Ocean Road zu entdecken. Unterwegs holten wir Elisa ab, die wir Weihnachten kennen lernten. Insgesamt fuhren wir 550 km, davon größtenteils direkt an der Küste entlang, das Meer auf der linken Seite. Die Strecke hat mehr Kurven als ein Ski Alpin Slalom und spätestens nach einer halben Stunde, freut man sich über 100 Meter, die schnurgerade verlaufen. Nachdem wir unzählige Strände sahen, kamen wir zum ersten Highlight des Tages – Koalas. Diese putzigen Tiere chillen den ganzen Tag im Eukalyptusbaum und posieren für Fotos. Ich könnte mir gut ein Leben als Koala vorstellen, 20 Stunden schlafen und vier Stunden essen.

Und los gehts, Great Ocean Road | wat-erleben

Und los gehts, Great Ocean Road | wat-erleben

Hinter jeder Kurve eine weitere grandiose Aussicht, Great Ocean Road | wat-erleben

Hinter jeder Kurve eine weitere grandiose Aussicht, Great Ocean Road | wat-erleben

Immer der Küste entlang, Great Ocean Road | wat-erleben

Immer der Küste entlang, Great Ocean Road | wat-erleben

100 kurvige Kilometer weiter, kam der letzte Halt, die zwölf Apostel. Von ehemals zwölf Kalksäulen sind nur acht übrig geblieben, die aus dem Wasser ragen. Die Apostel gehören zur Great Ocean Road wie der Eiffelturm zu Paris oder die Teufelsteine zu Heiden. Dieses macht sich im Touristenandrang bemerkbar. Die Anzahl der Touristen wird durch die zahlreichen anwesenden Fliegen getoppt, die einem unentwegt auf die Nerven gehen.

Die zwölf Apostel, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel2, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel2, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel sind ziemlich beliebt, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel sind ziemlich beliebt, Great Ocean Road | wat-erleben

Zurück in Melbourne machten wir einen kurzen Abstecher zum St. Kilda Pier. Dieser beheimatet eine kleine Pinguin-Kolonie. Tagsüber sind die Pinguine draußen auf hoher See, aber Nachts kommen sie heim. Wir waren rechtzeitig da, um sie zu sehen. Gut, dass die Pinguine in unserer Nachbarschaft leben, sonst hätten wir einen weiteren Tagesausflug machen müssen.

Die Pinguine am St. Kilda Pier, im Rotlicht, da sie vom Blitzlicht blind werden | wat-erleben

Die Pinguine am St. Kilda Pier, im Rotlicht, da sie vom Blitzlicht blind werden | wat-erleben

Der nächste Ausflug geht übrigens nach Tasmanien, Australien – der Flug ist für den 1. Januar gebucht.

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