An unserem letzten Tag in Mexiko schöpften wir noch mal aus dem Vollen und betätigten uns als Tourguides. Kevin, der Belgier, ein Klassenkamerad von Laura während ihres Spanischunterrichts in Tulum, reiste an diesem Tag an. Wir, als alte Hasen in San Cristobal, zeigten ihm die Stadt. Gestartet sind wir mit lokalen Köstlichkeiten, den Gehirn-, Wangen- und Augentacos. Gehirn schmeckt eigentlich gut, wäre da nicht diese komische breiige Konsistenz. Die Wange schmeckt hervorragend und Augen schmecken wie grobe Bratwurst, soviel dazu. Weiter ging es von Bar zu Bar. Wir probierten die Empfehlung anderer Reisenden aus – den „Astronaut Shot“. Ein Mezqual mit einer Limette, wobei die Limette von einer Seite in Zucker und von der anderen Seite in Kaffeepulver getaucht wird. Also runter mit dem Schnaps und in die Limette beißen. Es schmeckt wirklich gut, genau das Richtige nach den ganzen exotischen Leckereien.

Die Housesitting-Gang, San Cristobal | wat-erleben

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Eine normale Speisekarte, San-Cristobal | wat-erleben

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Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

 

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Am nächsten Morgen sollte der Wecker um 6:00 Uhr klingeln. Wir waren bereits um 5:00 Uhr wach, anscheinend vertrugen wir beide die Kombination aus mexikanischem Essen und den Getränken nicht allzu gut. An Schlafen war nicht mehr zu denken, geschweige denn an eine 8-stündige Fahrt im Minivan. Erst eine gut platzierte Vomex brachte den Durchbruch – bei Laura. Ihre Augenlider wurden schwer, dafür verschwand die Übelkeit. Zwei Stunden später waren wir bereit für unsere Reise nach Guatemala. Um 7:55 Uhr stand ich an der Straße um den Shuttle, der für 8:00 Uhr bestellt war, abzufangen. Wir waren wohl ein wenig verwöhnt von den mexikanischen Bussen, die auch nach einer 15-stündigen Fahrt auf die Minute pünktlich ankommen. Unser Shuttle erreichte uns um 9:00 Uhr. Dafür waren wir auch die Letzten die einstiegen, natürlich mit den besten Sitzplätzen. Es passen tatsächlich 15 Personen in einen Toyota-Kleintransporter. Laura saß etwas benommen vorne, ich eingequetscht in der letzten Reihe. Was sind schon 8 Stunden Autofahrt? Habe ich euch schon von den Geschwindigkeitsbegrenzern auf der Straße erzählt? Alle 200 m ein kleiner Buckel, der das Auto nach oben katapultiert. Ich erinnerte mich an das Rodeo in Kanada und dachte die ganze Zeit an: „let op! drempels“.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Grenzübergang. Auf der mexikanischen Seite mussten wir uns im Immigration Office einen Ausreisestempel besorgen. Wenn man nach „Grenzübergang Mexiko“ googelt, landet man schnell in allen möglichen Foren, wo darauf hingewiesen wird, dass sich die Grenzbeamten gerne etwas dazuverdienen. Wir, besser gesagt Laura, waren also vorbereitet. Wer mit dem Flugzeug in Mexiko einreist, der hat die mexikanische Touristensteuer bereits bezahlt, da die Airline diese im Flugticket bepreist. Wer über Land einreist, bezahlt diese, nach mehr als sieben Tagen Aufenthalt, bei einer Bank seiner Wahl. Niemals aber direkt an der Grenze. Traut der Staat etwa seinen eigenen Beamten nicht? Wir warteten bis wir an der Reihe sind und Runde 1 wurde eingeläutet. Wir übergaben unsere Pässe, unsere Touristenkarte und einen Ausdruck der Airline mit der Abrechnung der bezahlten Steuer. Ohne unseren Dokumenten einen Blick zu würdigen, verlangte der Beamte 500 Pesos pro Person, umgerechnet sind dies 25 EUR. Laura sagte ihm, dass wir dies nicht zahlen müssen. Er erklärte uns, dass wir dieses sehr wohl zu zahlen haben. Wir wurden weggeschickt. Nachdem die anderen Reisenden ihre Stempel bekamen, wurden wir wieder herbeigewinkt – auf zur Runde 2. Der Grenzbeamte dachte wohl uns Einschüchtern zu können, da wir nun die Letzten waren. Bei mir hat es gewirkt, bei Laura hat es puren Zorn hervorgerufen. Damit hat auch wohl der Grenzbeamte nicht gerechnet. Sie machte es ihm mehr als deutlich klar, dass wir diese Gebühr auf keinen Fall bezahlen werden. Ich wollte nicht in der Haut des Beamten stecken. Das Angebot, ob Laura seinen Job übernehmen wolle, da sie ihm anscheinend die Regeln erklären kann, ließen wir unbeantwortet. Er ging sichtlich verärgert K.O. und hämmerte unsere Stempel in die Reisepässe.

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Weiter ging es für uns auf die guatemaltekische Seite. Jetzt ratet mal, wofür die Grenzbeamten dort bekannt sind? Mit einem Lächeln wird nach erfolgtem Einreisestempel eine Gebühr von 25 Pesos erhoben. Dies sei hier so üblich und jeder müsse diese Gebühr bezahlen. Schaut man auf die offiziellen Einreisebestimmungen, so erfährt man, dass deutsche Reisenden nichts bezahlen müssen. Das erklärte Laura wiederum dem Beamten und auf die Nachfrage wofür diese Gebühr sei, sagte er verschmitzt: „Für uns“. Wir nahmen unsere Pässe und ohne zu bezahlen.

Das letzte Stück der Anreise nach Xela verlief unspektakulär. Wir haben ein Airbnb im Zentrum, falls man dies so nennen kann. Die Unterkunft gehört der Inhaberin der Sprachschule, die Laura besucht. Über uns wohnt ein frisch verliebtes Pärchen, welches die Willkommensbroschüre nicht gelesen hat. Sonst hätten sie nämlich erfahren, dass das Haus über 100 Jahre alt ist und größtenteils aus Holz besteht, was sich wiederum auf die Akustik auswirkt. Ihr kennt bestimmt noch Tim Taylor, den Heimwerkerkönig? So heißt es auch für uns: „Hör mal, wer da hämmert“.

Unser Innenhof - üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Unser Innenhof – üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Über die letzten vier Tage in Xela gibt es wenig zu berichten. Laura geht fünf Stunden pro Tag zum Unterricht. Ich bin für die Einkäufe und das Essen zuständig. Abwechslung bringen zum Glück die Aktivitäten der Spanischschule.

Geplant Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

Geplante Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

2 Kommentare
  1. Avatar
    Dominik sagte:

    Die armen guatemaltekischen Zollbeamten… die 1,50€ hättet ihr denen jawohl gönnen können, wenn sie doch so verschmitzt lächeln 😀
    Bin jetzt auf jeden Fall wieder auf dem Laufendem bei euch.

    Viel Spaß euch beiden noch

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