Die Zeit während unseres Housesits verging super schnell und letzte Woche Freitag machten wir uns über das nächste Reiseziel Gedanken. Die Wahl viel auf Chumphon, das Eingangstor Richtung Südthailand. Viele nutzen diese Provinz nur, um die Fähre auf einer der Inseln zu nehmen. Wir hingegen versprachen uns etwas Ruhe und einsame Strände. Doch bevor wir am Strand liegen können, zerbrachen wir uns den Kopf darüber, wie man am besten von Bangkok nach Chumphon kommt. Entweder mit dem Bus, der Bahn oder dem Flieger. Variante 1 fiel sofort weg, Bus fahren bekommt uns einfach nicht so gut. Für Variante 2 liefen wir zum Bahnhof und wollten ein Ticket für die zweite Klasse kaufen. Sechs bis acht Stunden in einem klimatisierten Abteil lassen sich so einigermaßen bewältigen. Zu unserem Erstaunen war der komplette Zug, bis auf einen Platz, restlos ausgebucht. Der zweite Zug, etwas später, war ebenfalls ausgebucht. Auf einen möglichen Platz in der dritten Klasse, ohne Klimaanlage, verzichteten wir. Zurück im Apartment checkte ich die Flüge. Mit 75 Minuten Flugzeit und einem Aufpreis von 20 Euro gegenüber eines Buses landeten wir schließlich bei Variante 3 und buchten diese direkt.

Eine Kokosnuss am Tag muss sein, alleine schon wegen den ganzen Vitaminen, Bangkok | wat-erleben

Eine Kokosnuss am Tag muss sein, alleine schon wegen den ganzen Vitaminen, Bangkok | wat-erleben

Einen Aufpreis zahlten wir das erste Mal während unserer Reise für die Wäsche. Selber Waschen geht in Bangkok anscheinend nicht. Man gibt diese bei der Wäscherei um die Ecke ab, zahlt einen Euro pro Kilo und hofft, dass man alle Klamotten wieder zurückbekommt und keine fremde Unterwäsche dazwischen ist. Wir hatten Glück.

Am Samstag stand etwas Kultur auf dem Programm. Wir nahmen das Express-Boot den Fluss entlang und stiegen eine Haltestelle zu spät aus. Fahrpläne werden nicht eingehalten und deswegen liefen wir zehn Minuten zurück, um den Tempel Wat Arun auf der anderen Flussseite bei Sonnenuntergang zu beobachten. Wir irrten durch enge Gassen, um die beste Sicht zu erhalten. Das Geld für eine gehobene Cocktailbar sparten wir uns, vom Pier hat man einen fast genauso guten Blick.

Eine Bootsfahrt auf dem Chao Phraya, der Autobahn von Bangkok | wat-erleben

Eine Bootsfahrt auf dem Chao Phraya, der Autobahn von Bangkok | wat-erleben

Wat Arun, Bangkok | wat-erleben

Wat Arun, Bangkok | wat-erleben

Auf der anderen Straßenseite liegt direkt der nächste Tempel, Wat Pho. Das ist jetzt ein richtiger Geheimtipp, nach 17.00 Uhr zahlt man keinen Eintritt mehr und kann die riesigen Säulen aus Fliesen fast für sich ganz allein haben. Sehr schön und Gänsehaut inklusive.

Wat Pho, Bangkok | wat-erleben

Wat Pho, Bangkok | wat-erleben

Wat Pho und Wat Erleben, Bangkok | wat-erleben

Wat Pho und Wat Erleben, Bangkok | wat-erleben

Zwei Tempel sind mehr als genug. Wir hätten zwar noch den Ältesten, den Größten, den Goldensten, den Schönsten, den Höchsten und zig andere besuchen können, aber irgendwie ist es halt auch nur ein Tempel. Vor allem wenn diese tagsüber komplett überlaufen sind, verlieren sie schnell ihren Charme.

Ob die Khao San Road je Charme hatte, wissen wir nicht. Auf jeden Fall mussten wir uns ein eigenes Bild von der Backpacker- und Touristraße machen. Nahezu jedes Klischee wurde glücklicherweise bestätigt. Schrill und bunt, Cocktailbars reihen sich an Massagestudios, die Bars kämpfen darum, wer die lauteste Musik hat, vor jeder stehen 15 Kellner die dich reinziehen möchten. Es gibt gegrillte Insekten zum probieren oder nur zum fotografieren (ein Foto 15 Baht). Jede Menge Leute, die man so auch am Ballermann treffen würde. Unterhaltsam ist die Straße alle mal, wir waren froh, als wir in einer ruhigeren Ecke einen Cocktail tranken.

Selbst für thailändische Verhältnisse ist auf der Khao San Road viel los, Bangkok | wat-erleben

Selbst für thailändische Verhältnisse ist auf der Khao San Road viel los, Bangkok | wat-erleben

Erinnert ein wenig an die Kirmes, Bangkok | wat-erleben

Erinnert ein wenig an die Kirmes, Bangkok | wat-erleben

An unserem letzten Tag in Bangkok besuchten wir ein weiteres Mal den Foodcourt vom Terminal 21 und probierten all das, wozu wir bislang nicht gekommen waren. Kokossuppe – ganz okay. Knuspriges Schwein und Ente – sah auf dem Foto um Längen besser aus. Bockwürstchen im Pancake – kann man mal machen. Wenigstens beim Nachtisch machten wir mit Mango Sticky Rice nichts verkehrt.

Es muss wohl am Essen gelegen haben, denn Laura und ich hatten am nächsten Tag eine kleine Magenverstimmung. War ja klar, dass wir sowas jetzt bekommen, wo wir weiter reisen wollen. Gut, dass wir nur kurz im Flieger sitzen. Frühmorgens ging es schon los und gegen 10.00 Uhr waren wir bereits am Hotel. Die Zeit bis zum Check-in verschliefen wir am Strand gegenüber. Eigentlich verschlief Laura den ganzen Tag. Nach acht Stunden im Bett gab es für sie trockenen Reis und danach konnte sie die komplette Nacht weiter schlafen. Anscheinend brauchte der Körper das jetzt, nach Bangkok und dem miesen letzten Essen.

Warten auf den Check-in, es gibt schlimmere Hotel Lobbies, Chumphon | wat-erleben

Warten auf den Check-in, es gibt schlimmere Hotel Lobbies, Chumphon | wat-erleben

Fahrrad fahren in der Mittagssonne, wir hatten schon bessere Ideen, Chumphon | wat-erleben

Fahrrad fahren in der Mittagssonne, wir hatten schon bessere Ideen, Chumphon | wat-erleben

Während Laura schlief, kümmerte ich mich um den Tauchausflug am nächsten Tag. Wir waren gespannt, was die Unterwasserwelt von Thailand bietet. Überraschenderweise sahen wir intakte Korallen und jede Menge Leben im Riff. Zudem konnten wir ein ausgedientes Marinewrack anschauen. Zwischendurch wurde es kurz hektisch. Laura packte mich am Jacket und schaute mit weit aufgerissen Augen zu mir rüber. Mein erster Gedanke – wo ist der riesen Fisch? Aber irgendwas stimmte nicht. Dann checkte ich, dass Laura ihren Atemregler nicht im Mund hatte. Das Teil, wo die Luft rauskommt. Einen Wimpernschlag später befand sich mein Atemregler in ihrem Besitz. Ich griff nach meinem zweiten, dieser hielt nur zwei Atemzüge, dann fiel das Mundstück ab. Zwei Sekunden später bekamen wir Hilfe von den anderen beiden Tauchern, die mit uns unterwegs waren. Wie sich herausstellte, löste sich das Mundstück ebenfalls bei Laura. Sehr ungewöhnlich, dass beide gleichzeitig abhanden kommen. Zurück an Bord sicherten wir diese mit Kabelbindern. Der zweite Tauchgang verlief ohne Zwischenfälle. Was bleibt ist ein kleiner Schock, sowie die Sensibilisierung, sich genauestens mit geliehenem Equipment vertraut zu machen und sich alle Sicherheitsbasics vor Augen zu führen.

Laura an der großen Kanone, Chumphon | wat-erleben

Laura an der großen Kanone, Chumphon | wat-erleben

Findet Nemo, Chumphon Pinnacle | wat-erleben

Findet Nemo, Chumphon Pinnacle | wat-erleben

Nach soviel Aufregung brauchten wir wieder Ruhe und davon gibt es in Chumphon genug. Wir verlängerten unseren Aufenthalt um zwei Nächte. Nur nicht im gleichen Hotel, da dieses für einen Tag komplett ausgebucht war. Ca. 200 Reisende hielten mit ihrem bescheidenen Tourbus und nahmen den Strand in Beschlag. Die Animateurin hatte leichtes Spiel, um die Urlauber zu begeistern. Von unserer Sonnenliege beobachteten wir Gruppenspiele, wie man sie sonst nur aus dem Ferienlager kennt.

Ist wahrscheinlich alles eingetragen und entspricht den Vorschriften, Chumphon | wat-erleben

Ist wahrscheinlich alles eingetragen und entspricht den Vorschriften, Chumphon | wat-erleben

Wir besaßen unser eigenes Ferienlager, bestehend aus zwei Liegen, einem Sonnenschirm, zahlreichen Palmen und viel Strand. Die Bar versorgte uns mit Pad Thai, Kokosnüssen und Mango-Shakes. Das Wasser hat 30 Grad und es fühlt sich an, als wenn ununterbrochen vor dir jemand ins Wasser pinkelt. In dieser Zeit schaffte Laura es, sich durch zwei Bücher zu lesen. Seit Australien kommt sie auf insgesamt vier Bücher. Sie hangelt sich von Tauschbörse zu Tauschbörse, ziemlich praktisch.

Hier haben wir unser Lager aufgeschlagen, Chumphon | wat-erleben

Hier haben wir unser Lager aufgeschlagen, Chumphon | wat-erleben

Wir werden uns von Insel zu Insel hangeln. Den Start machte am Freitag die Insel Koh Tao. Auf der Pritsche eines Tuk-Tuks fuhren wir zum Fähranleger des Piers. Eineinhalb wellige Stunden später betraten wir Koh Tao und nach den ersten Metern empfingen uns bereits die ersten Verkäufer. Nein, wir haben unser Hotel bereits gebucht. Danke, wir brauchen keinen Roller. Ja, wir möchten die 500 Meter wirklich zum Hotel laufen. Tauchen? – Haben wir auch schon einen Plan für. Wir sehnten uns nach Chumphon zurück.

Beethoven lässt es sich gut gehen, ein eigener Ventilator hat so seine Vorzüge, Koh Tao | wat-erleben

Beethoven lässt es sich gut gehen, ein eigener Ventilator hat so seine Vorzüge, Koh Tao | wat-erleben

Am gleichen Abend liefen wir zur Tauchschule, die uns empfohlen wurde. Wir trafen Rob wieder, der vorher mit uns zusammen in Chumphon tauchen war. Wir buchten zwei Tauchausflüge. Einen für mich am nächsten Morgen (da Laura ihren Spanischunterricht hatte) und einen für uns gemeinsam am Sonntag. Dafür, dass es hier 50+ Tauchschulen gibt, waren die Tauchplätze nur OK. Es hing vielleicht  ein wenig mit der bescheidenen Sichtweite unter Wasser zusammen. Nach Mexiko sind wir für alle anderen Tauchgebiete verdorben. Endlich weiß ich auch, was Champagner-Tauchen ist. Zuerst dachte ich immer an etwas Versautes, in Wahrheit fühlt man sich wie in einem Glas Champagner. Überall steigen die Luftblasen der vielen anderen Taucher auf.

So viele Fische, dass man die Taucher auf der anderen Seite nicht mehr sieht, Sail Rock | wat-erleben

So viele Fische, dass man die Taucher auf der anderen Seite nicht mehr sieht, Sail Rock | wat-erleben

Und noch mehr Fische, einfach Wahnsinn, Sail Rock | wat-erleben

Und noch mehr Fische, einfach Wahnsinn, Sail Rock | wat-erleben

Zurück zum Boot, gegen die Strömung, juhuu, Sail Rock | wat-erleben

Zurück zum Boot, gegen die Strömung, juhuu, Sail Rock | wat-erleben

Die Sicht beim Schnorcheln war wiederum super. Viele bunte Fische, wie im Aquarium. Vor Lauras Nase tauchte sogar ein Riffhai auf. Was will man mehr, manchmal liegen die schönsten Dinge direkt vor der Haustür und sind umsonst. Genauso wie der Sonnenuntergang, den wir jeden Abend am Strand genossen. Der Himmel hört gar nicht mehr auf rot zu strahlen. Hier kommt man auf so sinnfreie Gedanken wie: „Wann haben wir eigentlich das letzte Mal selber gekocht?“ – „Puuuuh, letzten Monat!“. Das Essen von der Straße ist einfach unschlagbar gut und günstig (Edeka lässt grüßen).

Neben diesem Schwarm von Fischen, sahen wir einen Schwarzspitzenriffhai, Sai Daeng Beach | wat-erleben

Neben diesem Schwarm von Fischen, sahen wir einen Schwarzspitzenriffhai, Sai Daeng Beach | wat-erleben

Engelsfische, so schööön, Sai Daeng Beach | wat-erleben

Engelsfische, so schööön, Sai Daeng Beach | wat-erleben

Nachdem wir gefühlte tausend Höhenmeter überwunden haben, wurden wir mit dieser Aussicht belohnt, Sai Daeng Beach | wat-erleben

Nachdem wir gefühlte tausend Höhenmeter überwunden haben, wurden wir mit dieser Aussicht belohnt, Sai Daeng Beach | wat-erleben

Der Himmel bleibt ziemlich lange rot, Koh Tao | wat-erleben

Der Himmel bleibt ziemlich lange rot, Koh Tao | wat-erleben

Unsere Lieblingsplatz am Abend, Koh Tao | wat-erleben

Unsere Lieblingsplatz am Abend, Koh Tao | wat-erleben

Das beste Essen gibt es am Straßenrand, Koh Tao | wat-erleben

Das beste Essen gibt es am Straßenrand, Koh Tao | wat-erleben

Mittlerweile sind wir auf Koh Phangan angekommen, Insel Nummer Zwei und berühmt für ihre monatliche Vollmondparty. Leider oder zum Glück sind wir nicht zur passenden Mondphase da. Als wir das Schiff verließen, begrüßte uns das gleiche Schauspiel wie auf Koh Tao. Dieses Mal nutzten wir jedoch den angepriesenen Shuttleservice. Bloß wohin sollte es gehen, wie hieß noch gleich das Hotel? Sowas kann man echt schnell vergessen, oder durcheinander bringen. Das Gleiche ist uns bereits öfters am Flughafen passiert. Ratlos stehen wir vor der Anzeigetafel und grübeln, mit welcher Fluggesellschaft wir überhaupt fliegen. Bangkok verließen wir verwirrter, standen drei Minuten vor der Tafel, bis wir realisierten, dass es sich um die ankommenden Flugzeuge handelte. Im wahrsten Sinne sind wir also reif für die Insel.

Safety First - ein westliches Krankenhaus und wann regnet es auf Koh Phangan, nur dann, wenn unser Gepäck auf dem Dach des Tuktuks festgeschnallt ist | wat-erleben

Safety First – ein westliches Krankenhaus und wann regnet es auf Koh Phangan, nur dann, wenn unser Gepäck auf dem Dach des Tuktuks festgeschnallt ist | wat-erleben

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