Donnerstag, 6 Uhr morgens: Wir verabschieden uns von Debbie, der Gastgeberin unseres Housesits, die am Abend zuvor aus dem Urlaub zurück gekommen war. Die 2 1/2 Wochen vergingen trotz ziemlich ländlicher Atmosphäre schnell. Es ist ein komisches Gefühl sich zu verabschieden. Wir haben uns, ohne es wirklich zu merken, sehr an den Housesit und den Tagesablauf gewöhnt. Es war für die Zeit „unser Zuhause“ und als wir dann am Vortag den Hausputz erledigt hatten und all unsere persönlichen Sachen wieder in die Taschen packten, kam wie schon beim letzten Housesit bei mir ein wehmütiges Gefühl auf. Der Kopf denkt: „Boah, gerade habe ich mich eingelebt und schon wieder geht es weiter“. Sobald wir im Auto sitzen und zum Flughafen Edmonton fahren, um unseren Mietwagen gegen einen anderen Mietwagen auszutauschen, sind Aufregung und Vorfreude auf etwas Neues aber ganz schnell wieder da. Am Flughafen angekommen, dürfen wir dann unsere Rucksäcke und einen riesigen Karton, prall gefühlt mit diversen Chinafertigzeug-Leckereien, (die nächsten 6 Nächte gibt es keine Küche in unseren Unterkünften) von einem mickrigen Hyundai in einen Ford SUV transportieren (kostenloses Upgrade weil der Avis-Mitarbeiter einen guten Tag hat und unsere Wagenklasse nicht verfügbar ist).

Vom Flughafen aus geht es dann innerhalb von 4 Stunden bis in den Jasper Nationalpark und das bei einem Verkehrsaufkommen, bei dem es im Gegensatz zur A3 richtig Spaß macht, Auto zu fahren. Direkt am ersten Tag suchen wir uns eine mit „Advanced“ gekennzeichnete Wanderstrecke aus, die an den Miette Hot Springs beginnt und endet. Anfangs noch extrem motiviert, dass wir schon die Hälfte der Strecke in passabler Zeit gemeistert hatten, müssen wir jedoch kurz danach feststellen, dass das Schlimmste noch vor uns liegt. Insgesamt 700 Höhenmeter bis zum Ziel (welches auf 2200 Meter liegt), wo wir dann von Bergziegen und mit einer großartigen Aussicht begrüßt werden. Nachdem wir wieder am Parkplatz angekommen sind und noch für einen kurzen Abstecher in den Hot Springs baden, geht es dann zur Unterkunft nach Jasper.

Sulphur Skyline Trail | wat-erleben

Sulphur Skyline Trail | wat-erleben

 

Gestern, noch völlig fertig vom Vortag und mit zu wenig Schlaf geht der Roadtrip zuerst zum Maligne Canyon. Um 7 Uhr morgens ist dort noch kein Tourist zu sehen und so haben wir die spektakuläre Schlucht ganz für uns alleine.

Maligne Canyon | wat-erleben

Maligne Canyon | wat-erleben

 

Im Anschluss weiter zum Medicine Lake und zum Maligne Lake und danach noch die Athabasca- und Sunwapta- Fälle.

Maligne Lake | wat-erleben

Maligne Lake | wat-erleben

 

Athabasca Falls | wat.erleben

Athabasca Falls | wat.erleben

Athabasca River |wat-erleben

Athabasca River |wat-erleben

Nachmittags fallen wir dann erstmal für einen etwas zu langen Powernap ins Bett bis es Abends wieder los geht. Pyramid Lake und Patricia Lake stehen auf dem Programm. Überwältigt sind wir besonders vom Patricia Lake. Nicht nur, dass die Aussicht super schön ist, aber dann tauchen auch noch Wapitis auf. Ein kleiner Fluch, dass ich kein super Teleobjektiv habe, wird ziemlich schnell zunichte gemacht, da ein Wapiti plötzlich fast direkt neben uns her läuft und seine Herde ruft, die er wohl verloren hatte. Getoppt wird das ganze wenig später noch von einem Bären, den wir von der Straße aus in weiter Ferne beobachten. Hier im Park läuft das folgendermaßen ab: halten plötzlich ganz viele Autos an der Seite, meist mit Warnblinkanlage, bedeutet das, dass irgend ein Tier in der Nähe ist. In diesem Fall ein Schwarzbär, schon das zweite Mal, dass wir so ein Glück haben. Am ersten Tag haben wir auch schon einen gesehen. Da verfallen wir jedoch so in Schockstarre, dass wir an den parkenden Autos vorbei fahren und den Bären nur im Vorbeigehen sehen.

Pyramid Lake | wat-erleben

Pyramid Lake | wat-erleben

Heute hatten wir eigentlich aufgrund einiger Erfahrungsberichte von Reiseblogs den Plan, den Whistlers Summit Trail zu wandern. Wir haben uns dann spontan dagegen und für einen Tipp entschieden, den uns unsere Gastgeberin hier in Jasper gab. Also machen wir uns pünktlich zum Sonnenaufgang mit dem Auto auf den Weg zum Kinney Lake Trail – 15 km mit gemütlichen 175 Höhenmetern. Das frühe Aufstehen wird tatsächlich belohnt. Anfangs noch mit Nebel überzogen liegen der Kinney Lake und Mount Robson wenig später mit Bilderbuch-Spiegelung vor uns – völlige Fassungslosigkeit! Die türkisfarbene Farbe des Sees ist einfach der Knaller und lässt sich leider überhaupt nicht richtig auf einem Foto festhalten. Die Wanderung hat sich definitiv gelohnt.

Robson River | wat-erleben

Robson River | wat-erleben

Mount Robson | wat-erleben

Mount Robson | wat-erleben

Brücke zum Kinney Lake | wat-erleben

Brücke zum Kinney Lake | wat-erleben

Kinney Lake I | wat-erleben

Kinney Lake I | wat-erleben

Kinney Lake II| wat-erleben

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Kinney Lake III | wat-erleben

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4 Kommentare
  1. Avatar
    Mechtild Ullrich sagte:

    Es macht Spaß Eure Berichte zu lesen, wünschen Euch weiterhin schöne und erlebnisreiche Tage, Wochen, Monate und uns viele schöne Berichte Eurer Touren. Denken an Euch beim Burger grillen. Liebe Grüße aus der Heimat Mechtild und Klaus

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    • Laura – wat erleben
      Laura – wat erleben sagte:

      Danke ihr beiden – und schön, dass euch die Beiträge so gut gefallen. Jetzt lasst aber nicht eure Burger kalt werden, ok?! 😉
      Liebe Grüße zurück!

      Antworten
    • Laura – wat erleben
      Laura – wat erleben sagte:

      Ja, die Rockies sind einfach toll!
      Wir dachten anfangs, dass es super stressig werden würde, aber es ist tatsächlich alles gut machbar 🙂

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