Nach einer kurzen, dreistündigen Fahrt von Tulum, sind wir in Bacalar angekommen. Die Hauptattraktion dieses verschlafenen Dorfes ist ein schmaler See, der eine genauso blaue Farbe hat wie das Meer. Die Farbe des Sees verändert sich je weiter man hinausfährt. Die beworbenen sieben unterschiedlichen Blautöne haben wir jedoch nicht gezählt. Unser Hostel lag direkt am See und besitzt daher einen eigenen Uferabschnitt. So kam es auch, dass wir das Hostel nicht wirklich verließen. Das Anstrengendste an den zwei Tagen war definitiv unsere Kayak-Tour quer über den See und zurück. Wir kämpften mit unserem Paddelstil, mangelnder Ausdauer und dem Gegenwind. Nach einer Stunde auf dem Wasser und totaler Erschöpfung kamen wir rechtzeitig wieder am Ufer des Hostels an, um vom Burger & Beer Day Gebrauch zu machen. Das angebotene Unterhaltungsprogramm, bestehend aus diversen Trinkspielen, lehnten wir allerdings ab. Am nächsten Morgen konnten wir sehen, welche Gäste das Abendprogramm nicht ausgeschlagen hatten. Den ganzen Tag lagen wir im Schatten und guckten auf das Wasser. Ich habe, mal wieder, die Erfahrung gemacht, dass ich auch ohne direkte Sonneneinstrahlung einen rötlichen Teint bekomme. Nach rot kommt wieder weiß und gut, dass Laura so rücksichtsvoll ist und mich damit nicht aufzieht. Da das Internet ausgefallen war und wir uns irgendwie beschäftigen mussten, kamen wir nicht drum herum Margaritas zu trinken. Mit dieser Idee standen wir nicht alleine da, so bildete sich ein kleines Grüppchen Reisender. Ausgeartet ist es zum Glück nicht, wir mussten schließlich den Nachtbus nach Palenque erwischen.

Unser Nachmittag im Hostel, Bacalar | wat-erleben

Unser Nachmittag im Hostel, Bacalar | wat-erleben

Die Lagune der sieben Farben, Bacalar | wat-erleben

Die Lagune der sieben Farben, Bacalar | wat-erleben

Unser nächstes Reiseziel liegt acht Stunden von Bacalar entfernt und unser Busfahrer verstand es blendend, die Schlaglöcher nicht zu umfahren. Früh morgens in Palenque angekommen, durften wir bereits um 05.30 Uhr in unser Hotel einchecken. Nach zwei Stunden Schlaf machten wir uns auf den Weg, die Maya Ruinen im Dschungel zu erkunden. Diese sind weitaus interessanter als die weltbekannten Ruinen Chichen Itza und längst nicht so überlaufen. Am Eingang bat uns ein offizieller Guide seine Dienste an. Wir hätten ihn auch fast für die Führung gebucht, wenn ich nicht zu wenig Geld eingepackt hätte. Der Guide dachte wahrscheinlich, dass wir sehr hart verhandeln. Der Preis fiel von 1.300 auf 800 und dann auf 500 Pesos inkl. Eintritt. Erst als ich ihm mein Portemonnaie mit lausigen 200 Pesos zeigte, verstand er, dass wir wirklich nicht genügend Geld für ihn dabei hatten. Wir erkundeten den Dschungel auf eigene Faust, waren aber nicht ganz alleine unterwegs. Auf dem Gelände trafen wir zufällig unsere beiden Mitreisenden wieder. Can und Jasper, zwei Freunde aus Deutschland, die für vier Wochen in Mexiko unterwegs sind. In Bacalar teilten wir uns das Zimmer und gemeinsam sind wir nach Palenque gereist. Nachdem wir unzählige Tempelstufen erklommen hatten, war es Zeit für das zweite Ziel des Tages – die Wasserfälle von Roberto Barrios. Dies war ein Tipp einer Reisenden, die wir im Hostel kennenlernten. Ab und zu braucht man also keinen Reiseführer, die besten Tipps erhält man im Hostel. Nach einer abenteuerlichen Anreise auf der Ladefläche eines Pick-ups / Colectivos, sprangen wir direkt ins hellblaue Nass. Die Wasserfälle spülten auf ihrem Weg ins Tal verschiedene Pools in den Stein, sodass wir es hier sehr gut aushalten konnten. Für den Rückweg mussten wir etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Transport kostete das Doppelte des Hinweges. Unser Fahrer erklärte es so, dass je später es wird, desto teurer werden die Preise. Auf eine Verhandlung ließ er sich nicht ein. Warum auch, er sitzt am längeren Hebel. Wir waren mit die letzten Gäste und er das letzte Colectivo. Es schien auch nicht so, als wenn er es besonders eilig hätte.

Wir mussten jeden Tempel erklimmen, Palenque | wat-erleben

Wir mussten jeden Tempel erklimmen, Palenque | wat-erleben

Die Ruinen von Palenque | wat-erleben

Die Ruinen von Palenque | wat-erleben

Laura kann es nicht fassen, dass Can gleich den Wasserfall hinunterspringt, Palenque | wat-erleben

Laura kann es nicht fassen, dass Can gleich den Wasserfall hinunterspringt, Palenque | wat-erleben

Stets unterhaltsam - Can und Jasper, Palenque | wat-erleben

Stets unterhaltsam – Can und Jasper, Palenque | wat-erleben

Am nächsten Morgen ging es für uns direkt weiter mit dem Bus Richtung San Cristobal de las Casas. Eine kleine Kolonialstadt, hoch oben in den Bergen von Chiapas. Hier passen wir für zehn Tage auf drei Hunde auf. Die Anreise dauerte elf Stunden, davon waren die letzten zwei Stunden ziemlich kurvenreich. Unsere Fahrt war immerhin noch bequemer als die von Can und Jasper, die das gleiche Ziel hatten wie wir. Sie haben die direkte Route gewählt und eine Tour mit zwei Stopps an weiteren Wasserfällen gebucht. Die Stopps erwiesen sich als totaler Reinfall und die Fahrt im viel zu kleinen Minibus als Horror. Mit ordentlich Verspätung trafen sie um 1 Uhr Nachts ein. Um die beiden Fahrten zu verarbeiten, haben wir uns vorgestern zum Essen verabredet. Aus dem Essen wurde dann ein Vorglühen im Hostel und Ausgehen in San Cristobal. Laura konnte endlich tanzen. Hierfür fanden sich auch schnell ein paar hüftschwingende Mexikaner, sodass ich talentfrei an der Bar stehend, sinnfrei mit Can oder Jasper reden konnte. Ich hätte fast vergessen wie sich ein Kater anfühlt, aber zu meinem Glück wird hier Mezcal ausgeschenkt. Der Mezcal, verwandt mit Tequila, wird handwarm und ohne Salz und Zitrone getrunken. Gestern wollten wir an einer Free-Walking-Tour teilnehmen. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber nirgends war ein Regenschirm-Guide zu sehen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die Stadt selbst zur erkunden.

Auf dem Weg nach San Cristobal - über den Wolken | wat-erleben

Auf dem Weg nach San Cristobal – über den Wolken | wat-erleben

Unsere Walking Tour durch San Cristobal | wat-erleben

Unsere Walking Tour durch San Cristobal | wat-erleben

Straße bei uns um die Ecke, San Cristobal | wat-erleben

Straße bei uns um die Ecke, San Cristobal | wat-erleben

In den kommenden Tagen haben wir Zeit, uns über unser nächstes Reiseziel Gedanken zu machen, aber jetzt mache ich erst einmal den Kamin an. Es kann in Mexiko auch echt kalt werden, zumindest in den Bergen.

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