Pläne ändern sich…

Eigentlich wollten wir bis ca. Mitte/Ende September bei unseren Gastgebern bleiben. Uns gefällt es wirklich super hier, aber leider gibt es nicht mehr genug Arbeit für uns. Vielleicht war es Schicksal und es sollte so sein. Fast drei Monate waren wir in Kanada und haben viel gesehen und erlebt. Daher haben wir uns vor ein paar Tagen dazu entschlossen, bereits am 02. September weiterzuziehen. Wohin? Lange Sandstrände, Margaritas, evtl. Walhaie und das erste Spanisch sprechende Land auf unserer Reise…genau, es geht nach MEXIKO :). Unser Flug geht von Vancouver nach Cancún. Genauere Pläne haben wir noch nicht. Wir wollen jedoch die Chance nutzen und uns Vancouver anschauen. Von Cancún aus wird es wahrscheinlich direkt weiter zu eine der mexikanischen Inseln gehen.

Bis Sonntag bleiben wir bei unseren Gastgebern. Danach geht es für fünf Tage zurück zu Cindy nach Campbell River – unsere erste HelpX-Gastgeberin. Ihre Helfer haben kurzfristig abgesagt und da wir sie eh besuchen wollten, passt es so ganz gut. Vielleicht sind auch weitere Tagesausflüge drin und mit ganz viel Glück können wir die Lachswanderung erleben.

Erlebt haben wir die letzten Tage übrigens viel. Sonntag haben wir unser Zertifikat fürs „Trockenanzugtauchen“ erhalten. Wir (der Tauchlehrer, eine Mutter mit ihrem Sohn und wir) waren mit dem Boot unterwegs und hatten insgesamt zwei Tauchgänge mit jeweils einer halben Stunde unter Wasser. Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen mehr erwartet habe. Riesige Fische, tolle Unterwasserwelten und evtl. sogar Seelöwen hatte ich in meinem Kopf als Erwartung abgespeichert. Beim Tauchgang war ich allerdings so nervös, dass ich hauptsächlich mit mir und meinem Trockenanzug beschäftigt war. Daher habe ich auch nicht gesehen, dass ein Katzenhai plötzlich direkt unter mir her schwamm. Bernd zog noch an meinem Fuß, aber dann war es schon zu spät. Bestanden hatten wir „die Prüfung“ trotz Aufregung dennoch. Mal sehen, was die GoPro von unserem Tauchlehrer so alles eingefangen hat, wahrscheinlich eine Mischung aus einer tollen Unterwasserwelt, Bernd im NASA-Outfit und meinem verschreckten Blick.

Nicht, dass der Sonntag nicht schon aufregend genug gewesen wäre, hatten wir uns für Montag und Dienstag ebenfalls frei genommen, um nach Tofino zu fahren. Seit Beginn unserer Kanadareise hörten wir in regelmäßigen Abständen, dass wir unbedingt nach Tofino müssten. Da wir bei unserem aktuellen HelpX unser eigenes Auto haben, nutzten wir die Chance und wollten uns selbst überzeugen. Tofino liegt im Westen von Vancouver Island, ca. drei Stunden von Courtenay entfernt, so dass wir uns Montag am frühen Morgen auf den Weg machten. Unser erster Stopp lag nur eine Stunde entfernt, mal wieder ein paar Wasserfälle (Little Qualicum Falls), dann ging es weiter zum MacMillan Provincial Park, besser bekannt als Cathedral Grove. Der Park liegt im „gemäßigten“ Regenwald, mit riesigen, bis zu 800 Jahre alten Bäumen, größtenteils Douglastannen. Eine einzigartige Atmosphäre, wir waren morgens gegen 9 Uhr dort und es war ziemlich still und fast ein wenig unheimlich.

Nach dem obligatorischem Baum-Umarmen ging es weiter zum „Hole in den Wall“, also einem „Loch in der Wand“ in Port Alberni – ein bisschen schwierig zu finden, aber durchaus interessant. Das Loch wurde einst zur schnelleren Wasserversorgung von Menschenhand errichtet.

Hole in the Wall, Port Alberni | wat-erleben

Hole in the Wall, Port Alberni | wat-erleben


Auf dem Weg nach Tofino | wat-erleben

Auf dem Weg nach Tofino | wat-erleben


Kennedy Lake; Weg nach Tofino | wat-erleben

Kennedy Lake; Weg nach Tofino | wat-erleben

Weiter ging es dann auf sehr kurvigen Straßen, bis wir fast am Ziel angekommen waren, dem Schooner’s Cove Trail. Mitten im Pacific Rim National Park gelegen, führt ein Weg durch Regenwälder und schließlich zum Strand. Da wir pünktlich zur Ebbe angekommen waren, hatten wir einen super Ausblick und konnten das erste Mal kilometerweiten Sandstrand, den so genannten Long Beach erahnen (starke Brände sorgen für sehr viel Nebel). Abends machten wir uns dann auf den Weg zum Campingplatz, ebenfalls direkt am Long Beach und mitten im Regenwald gelegen.

Schooner’s Cove Trail | wat-erleben

Schooner’s Cove Trail | wat-erleben


Der erste Blick auf den Long Beach in Tofino | wat-erleben

Der erste Blick auf den Long Beach in Tofino | wat-erleben


Long Beach, Tofino | wat-erleben

Long Beach, Tofino | wat-erleben


Long Beach am Abend | wat-erleben

Long Beach am Abend | wat-erleben


Unser Campingplatz, Green Point, in Ucluelet | wat-erleben

Unser Campingplatz, Green Point, in Ucluelet | wat-erleben

Ein perfekter Stellplatz fürs Zelt, ein genüssliches Essen aus der Reihe der Militärnahrung (freundlicherweise von unserem Gastgeber gesponsert) und 11 Stunden Schlaf später machten wir vor der Rückreise Halt beim Wild Pacific Trail in Ucluelet. Insgesamt gibt es drei verschiedene Wanderrouten, aufgrund der Zeit entschieden wir uns für die Leuchtturm-Route und hatten dabei einen schönen Ausblick auf die Küste und konnten sogar ein paar Robben entdecken.

Wild Pacific Trail, Ucluelet | wat-erleben

Wild Pacific Trail, Ucluelet | wat-erleben

Der Rückweg zog sich ein wenig in die Länge, weil Bernd plötzlich unsere internationalen Führerscheine nicht mehr finden konnte. Letzte Woche hatte er die hinter die Sonnenblende gelegt und meine Stimme wohl überhört, dass dies nicht der beste Platz dafür sei. Erst Recht nicht ohne Lasche, sondern einfach nur am Spiegel eingeklemmt. Auch wiederum erinnerte er sich erst im Nachhinein daran, dass unsere Gastgeberin ab und zu mit dem Auto fährt und gerne die Sonnenblende bei geöffnetem Fenster zum Fenster hin aufklappt, um sich gegen die Sonnenstrahlen zu schützen. Wie der Name Sonnenblende halt vermuten lässt…Als die internationalen Führerscheine nicht am abgelegten Ort aufzufinden waren, gingen wir also davon aus, dass diese wohl davongeflogen sind. Wir fuhren den Weg, den unsere Gastgeberin immer fuhr, ziemlich langsam ab und hielten an Stellen, die nach internationalen Führerscheinen (oder Müll) aussahen, an. Zuhause angekommen erfuhren wir  jedoch, dass unsere Führerscheine nicht das Weite gesucht haben, sondern unsere Gastgeberin den Platz genauso unlogisch fand wie ich und die Führerschein in Sicherheit gebracht hatte. Soviel dazu, nicht immer vom Schlimmsten auszugehen…und das nächste Mal auf seine Freundin zu hören!

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