Der Mantarochen schwamm genau auf Bernd zu, faszinierend; Isla Mujeres | wat-erleben

Die Entscheidung, Kanada zu verlassen, fiel uns wirklich nicht leicht. Zu groß ist das Land, um alles gesehen zu haben und spannende Jahreszeiten wie der kanadische Herbst und Winter stehen noch bevor. Wir hatten uns gerade so richtig eingelebt und ja, wir müssen zugeben, es war auch irgendwie bequem. Alles war sauber, wir hatten eine ordentliche Toilette, bequeme Betten und stets eine große Küche zum Kochen. Einen Kulturschock bekommt man bei so einem „Luxus“ natürlich nicht. Irgendwie kam dann eins zum anderen, auch, dass Kanada den Geldbeutel nicht wirklich schont und wir noch ein paar andere Länder auf unserer Reise sehen möchten. Daher sagten wir unserer Gastgeberin Cindy letzten Samstag Goodbye (zum zweiten und dieses Mal wirklich letztem Mal). 

Als Abschiedsgeschenk durfte Bernd am Vortag noch gefühlte 20 Rotlachse filetieren, denn genau an dem Tag bekam unsere Gastgeberin eine Lieferung für ihre komplette Verwandtschaft. Positiv war natürlich, dass wir so Abends in den Genuss kamen und den Lachs probieren konnten. Dazu gab es Mais aus der Region, denn British Columbia nennt man auch „Corn Country“. Die Einheimischen sehen das ein wenig anders, aber nun gut: Lecker war es!

Sockeye Salmon in Campbell River | wat-erleben

Sockeye Salmon in Campbell River | wat-erleben

Mit dem Bus sind wir von Campbell River bis nach Nanaimo gefahren und haben von dort aus die Fähre nach Vancouver genommen. Nach langer Zeit mal wieder eine Großstadt. Ich mag große Städte wirklich gerne, aber nach einer gefühlten Ewigkeit in ländlicher Atmosphäre, war mir eher nach: „Joah, ist halt eine Stadt“. Kulturell wollten wir zum Ende noch einmal alles geben und Tim Hortons (eine kanadische Schnellrestaurantkette, die es an jeder Ecke gibt) einen Besuch abstatten. Beim ersten Mal war uns damals in Toronto nach den Sandwiches so schlecht, dass wir „Timmy“ nur noch für kostenloses WLAN nutzten. Dieses Mal sollte es passend zum herbstlichen September einen Pumpkin Frappuccino geben. War auch ganz ok, jedoch war kein Topping mehr da (das Beste: Schlagsahne und Schokosauce). Na toll – Timmy, wir werden dich nicht vermissen!

Neben dem Fastfood-Besuch haben wir uns in Vancouver die typischen Touristenattraktionen angeschaut: Granville Island, Yaletown, Gastown, Innenstadt, Canada Place….Gegen Mitternacht ging es mit der Bahn zum Flughafen, wo wir vier Stunden überbrücken mussten. Gesagt, getan: Einen Schlafplatz gesucht, die Wohlfühlhose angezogen, Kissen aufgepustet, Decke ausgepackt und ab ins Bett/auf den Teppich. Schon ein komisches Gefühl, aber die Müdigkeit siegte.

Tschüss, Vancouver Island. Es war schön mit dir | wat-erleben

Tschüss, Vancouver Island. Es war schön mit dir | wat-erleben

Blick auf Vancouver von der Brücke Richtung Granville Island | wat-erleben

Blick auf Vancouver von der Brücke Richtung Granville Island | wat-erleben

Eine Nacht am Vancouver Flughafen | wat-erleben

Eine Nacht am Vancouver Flughafen | wat-erleben

Um vier Uhr konnten wir endlich unser Gepäck einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Noch einmal zwei Stunden später ging unser Flieger Richtung Cancun. Dort angekommen mussten wir uns bei der Grenzkontrolle einreihen –  statt Fragen, Fingerabdrücke, Fotos usw. wie in die USA,  nur ein kurzer Blick in den Ausweis und schon waren die Stempel drin. Unser Ziel war jedoch nicht Cancun, sondern die Insel Isla Mujeres (Die Fraueninsel, liegt östlich von Cancun, mitten im karibischen Meer). Dazu mussten wir den ADO-Bus vom Flughafen zum Fähranleger Cancun Downtown nehmen (von Bernd in feinster Vorarbeit geplant). Es kam dann etwas anders. Am Schalter verstand die Dame Bernds nuschelndes „Cancuuuuun“ anscheinend als „Tuluuuuuum“ (Tulum liegt im Gegensatz zum Fähranleger 3 Stunden von Cancun entfernt). Den viel zu hohen Preis hatte Bernd nicht verwundert. Als er mir die Tickets in die Hand drückte, las ich eher zufällig Tulum….ehhh,ahhh! Ganz schnell zum Schalter zurück und die Tickets umgetauscht und einiges an Geld wiederbekommen. Beim nächsten Mal hilft es Bernd wahrscheinlich, wenn ich nicht doof in der Ecke rumstehe und mir, dass ich Bernd nicht die Schuld geben kann ;). Der Rest der Reise verlief reibungslos. Mit der Fähre waren wir innerhalb von 15 Minuten auf der Insel, nach weiteren 5 Minuten mit dem Taxi bei unserer Airbnb-Unterkunft. Busse gibt es hier übrigens keine, Autos bis auf Taxis nur wenige, dafür aber Unmengen an Golfcarts. Die werden vor allem von den vielen Amerikanern und Engländern genutzt, die hier auf der Insel sind. Das war bisher aber der einzige Kulturschock, wir wollen mit den kulturellen Unterschieden ja langsam anfangen ;). Zum Thema Komfortzone können wir bisher noch keine besonders exotischen Geschichten beitragen. Außer vielleicht, dass man hier beim Duschen nicht wirklich nass wird, da der Wasserdruck so gering ist und man daher das Toilettenpapier auch nicht in die Toilette werfen darf. Ok, genug Details!

Blick aus dem Flugzeug über Mexiko | wat-erleben

Blick aus dem Flugzeug über Mexiko | wat-erleben

Der Eingang zu unserem Airbnb auf Isla Mujeres | wat-erleben

Der Eingang zu unserem Airbnb auf Isla Mujeres | wat-erleben

Auf der Isla Mujeres einmal im Golfcart sitzen, dank unseres Guides | wat-erleben

Auf der Isla Mujeres einmal im Golfcart sitzen, dank unseres Guides | wat-erleben

Isla Mujeres ist eine ganz nette Insel, jedoch, wie wir im Vorhinein schon recherchiert hatten, sehr amerikanisch-touristisch und eben nicht wirklich mexikanisch. Von meinen unzureichenden Spanischkenntnissen musste ich daher bisher nur wenige Male Gebrauch machen. Unser Airbnb-Gastgeber Pablo war jedoch Mexikaner, so dass wir an einem Abend mit lokalem Bier aus seinem kleinen Supermarkt nebenan, zusammen mit seiner Frau draußen saßen und ein wenig auf Englisch und Spanisch plauderten. Die zwei machen sogar im März eine Europareise und besuchen u.a. auch Berlin. Ich hatte natürlich direkt eingeworfen, dass sie eine Currywurst probieren müssen (das Einzige, was ich bisher an Deutschland vermisse). 

Die letzten Tage auf der Insel waren sowohl entspannend als auch aufregend. Für Montag hatten wir eine Walhai-Tour gebucht. Den Tipp bekamen wir von der Besitzerin der Tauchschule in Kanada, die uns auch direkt einen passenden lokalen Guide empfahl. Wir wurden mit dem Boot ca. 45 Minuten rausgefahren und sahen plötzlich die ersten Walhaie. Zuerst etwas erschreckend wie groß diese Tiere sind. Dann ging es ins Wasser, immer nur 2 Personen+Guide aus einem Boot gleichzeitig, damit nicht zu viele Personen im Wasser sind. Bei unserem ersten Schnorchel-Versuch klappte das auch super. Bernd und ich konnten schon nach wenigen Sekunden den ersten Walhai von Nahem bestaunen – Wahnsinn und sehr beeindruckend. Kurze Zeit später sahen wir noch weitere und schließlich tauchten auch noch Mantarochen auf. Nach guten 15 Minuten mussten wir wieder zurück ins Boot, die nächsten waren an der Reihe. Als wir das zweite Mal ins Wasser durften, wurde es mit den um uns rumliegen Booten aber doch etwas viel. Waren es vorher noch eine Handvoll Boote und Personen im Wasser, so hatte sich die Menge nun mindestens verdreifacht. Eine freie Wildbahn für Walhaie fühlt sich irgendwie anders an. So ganz bewusst war uns das vorher nicht, welch ein Tourismus in diesem Bereich steckt und das manche Boote wahrscheinlich weit mehr als nur zwei Personen ins Wasser lassen. Unser Guide hat nach einiger Zeit abgebrochen. Zu stressig für die Tiere und wir machten uns daher auf den Rückweg (unser Boot war jedoch eines der wenigen, die den Rückweg antraten). Vor Ende der Tour hielt unser Boot noch am bekannten Nordstrand, an dem wir das warme und türkise Wasser (so eine krasse Farbe habe ich vorher noch nie gesehen) genießen konnten. Wir freuten uns übrigens riesig, im hüfthohen Wasser schon Fische zu entdecken und das sollte noch nicht alles sein. Dienstag fuhren wir mit Fahrrädern unseres Gastgebers und auf seinen Tipp hin zu einem Korallenriff, ganz in der Nähe. Dort kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ok, nicht aufgrund des Strandes, der eher mäßig schön war, aber sobald wir im Wasser waren. Denn dort tauchten tausende von Fischschwärmen auf. Einfach atemberaubend!

Walhai-Tour, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai-Tour, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Mantarochen und Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Mantarochen und Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Glitzernde Mantarochen, Isla Mujeres | wat-erleben

Glitzernder Mantarochen, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Walhai und ein paar kleine Fische im Schlepptau, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Walhai und ein paar kleine Fische im Schlepptau, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Mantarochen schwamm genau auf Bernd zu, faszinierend; Isla Mujeres | wat-erleben

Der Mantarochen schwamm genau auf Bernd zu, faszinierend; Isla Mujeres | wat-erleben

Rückfahrt-von-der-Walhai-Tour-traumhaftes-Wasser-und-Gewitterwolken | wat-erleben

Rückfahrt von der Walhai-Tour, traumhaftes Wasser und Gewitterwolken | wat-erleben

Schnorcheln am Korallenriff Garrafon auf Isla Mujeres mit Fischen im Hintergrund | wat-erleben

Schnorcheln am Korallenriff Garrafon auf Isla Mujeres mit Fischen im Hintergrund | wat-erleben

Zufällig einen Leguan beim Sonnetanken entdeckt; Isla Mujeres | wat-erleben

Zufällig einen Leguan beim Sonne tanken entdeckt; Isla Mujeres | wat-erleben

Gestern war dann auch schon unser letzter Abend angebrochen, wir verabschiedeten uns von Pablo und gönnten uns ein Essen im kleinen Restaurant nebenan. Nach fangfrischem Red Snapper und einem Mango Margarita fühl ich mich in Mexiko angekommen :D. 

Beim Schreiben dieses Beitrags sitzen wir übrigens im Bus, auf dem Weg zum Fährhafen. Eine weitere Insel steht auf dem Plan, dieses Mal die Isla Holbox (nördlich von Cancun). Angeblich noch paradiesischer und ruhiger – so viel zum Thema Komfortzone ;).Wir sind da flexibel, genauso wie mit der Weiterreise 😉

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