Jetzt wird es offiziell und ich bin schon ganz aufgeregt…ich schalte gleich unseren Blog live (vielen Dank noch einmal an Achim, Nadine und Petra).

Mein Countdown-Zähler zeigt noch 14 Tage (+22 Stunden) bis zur großen Reise an und ich freue mich, dass wir euch ab jetzt immer regelmäßig mit aktuellen Infos und Reiseberichten versorgen können.

Pakete, Pakete und nochmals Pakete – so lautet zurzeit wohl unser Motto, denn gefühlt täglich werden Lieferungen aus diversen Onlineshops für unsere bevorstehende Reise entgegen genommen. Shopping als ToDo klingt irgendwie nett, bei diversen Reiseutensilien von Adapter über SD-Karten bis hin zu einer gut ausgestatteten Reiseapotheke kommt jedoch auch einiges an Kosten zusammen, aber so ist das halt. Shopping ist jedoch auch nicht das einzige was auf unserer ToDo-Liste steht bzw. stand, denn in letzter Zeit wurde die Liste gefühlt einfach immer länger. Seit kurzem haben Bernd und ich aber zum Glück beide genügend Zeit, die einzelnen Punkte abzuarbeiten. Somit füllt sich die Kategorie „fertig“ stärker, als die „zu erledigen“: Impfungen so gut wie abgeschlossen, bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet, einen internationalen Führerschein beantragt und natürlich den Blog gestalten…um nur mal ein paar Dinge zu nennen. Es fühlt sich wirklich gut an, Punkte abzuhaken und einen einigermaßen geregelten Tagesablauf zu haben.

In meiner ersten Urlaubswoche bestand mein Tagesablauf, auch der nicht gut vertragenen Cholera-Impfung geschuldet, hauptsächlich aus schlafen. Das wiederum verursachte dann eine Art Jetlag, bei dem ich bis Nachts um 4 Uhr wach lag und anschließend bis frühen Nachmittag sozusagen den Tag verschlief. Wirklich sehr merkwürdig, aber ich hoffe, diese komische Phase ist nun vorbei, ist nämlich überhaupt nichts für mich.
Neben verschiedensten Dingen, die noch zu erledigen sind, gönnen wir uns natürlich auch den Luxus, die freie Zeit etwas zu genießen. Letzte Woche z.B. war das Wetter einfach traumhaft und wir durften es genießen – Frühstücken auf der Terrasse, eine Mountainbike-Tour und Freitag Mittag sogar die Freibadsaison eröffnen fühlten sich phantastisch an. Als krönender Abschluss wurde uns Samstagnachmittag dann nach erfolgreichem Tauchgang im Bagersee auch noch der internationale Tauchschein ausgestellt, an dem wir seit Januar arbeiten.
Jetzt ist das Wetter wieder schlechter und wir werden die nächste Zeit hauptsächlich damit verbringen, uns über Jobs in Kanada zu informieren – außer ehm…Bernd fliegt morgen noch mal eben für eine Woche nach Fuerteventura mit seinem Bruder und seinem Cousin. Da würden so einige Reiseblogs doch bestimmt staunen – Urlaub vor der Weltreise? Naja, „normal“ ist jetzt eh vorbei, wenn dann auch richtig 😉
Zurück zu Arbeiten in Kanada…glücklicherweise ist das überhaupt möglich, denn mein Working Holiday Visum wurde nun auch endlich ausgestellt. Es gab leider einige Probleme mit dem amerikanischen Führungszeugnis, was ich brauchte, da ich bereits länger als 6 Monate dort gelebt habe. Nach dreimaligem Einsenden meiner Fingerabdrücke wurden nun aber doch tatsächlich die genehmigt, die ich bereits Ende Dezember abgeschickt hatte, aller guten Dinge sind also, zumindest in dem Fall, wirklich drei. Nachdem ich das Führungszeugnis im Kanada-Portal hochgeladen habe, ging alles ganz schnell und zack hatte ich meinen so genannten POE (Proof of Entry)-Letter.
Wenn wir mit der Jobsuche soweit durch sind gibt es eigentlich nur noch eine Aufgabe, die mir bereits jetzt Kopfzerbrechen bereitet…den Rucksack zu packen. Wie ich mein gesamtes Hab und Gut auf ca. 12 Kilo verteilen soll (so viel darf ich anscheinend nur ca. tragen, wenn man den Websites glauben will) ist mir noch ein Rätsel, aber damit beschäftige ich mich wohl später und beruhige mich zwischenzeitlich mit dem Gedanken „Bernd darf ja mehr tragen“.

Heute ist der 10.04.2018 und ich schreibe für unsere bevorstehende Weltreise den ersten Blogbeitrag. Das alleine fühlt sich schon komisch genug an, aber zusätzlich nehme ich mir natürlich direkt für den Anfang noch vor, über meinen letzten Arbeitstag zu berichten – das Chaos in meinem Kopf ist also perfekt, dennoch versuche ich es in Worte zu fassen.

Heute morgen 5.30 Uhr (am letzten Arbeitstag habe ich mir mal eine halbe Stunde extra Luxus-Ausschlafzeit gegönnt), wache ich mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch auf. Ist das etwa Nervosität? Ja, ich glaube so nennt man das wohl…Auf dem Weg zur Arbeit noch ein letztes Mal den zähfließenden Verkehr genossen (alles andere wäre auch untypisch gewesen), einen kurzen Zwischenstopp beim Supermarkt eingelegt und die Eisvorräte für eine Großfamilie besorgt um dann schließlich im Büro angekommen und einen wundervoll dekorierten Tisch, passend zur bevorstehenden Reise, vorzufinden. Na toll… jetzt erst einmal zusammenreißen und nicht schon am frühen Morgen die Kollegen mit Tränen empfangen. Also tief durchatmen und in Ruhe die schönen Geschenke anschauen. Anschließend bestand mein Arbeitstag neben ein paar Terminen hauptsächlich darin, mich von meinen Arbeitskollegen zu verabschieden und das restliche Eis an den Mann und an die Frau zu bringen. Nachmittags gegen 16 Uhr war es dann soweit, das letzte Mal der Ton „Piep“ beim Ausstempeln, allerdings eher mit dem Gedanken „ich bin jetzt mal kurz im Urlaub“. Also vollbepackt ein Beweisfoto vor dem Unternehmensgebäude machen lassen und dann noch auf einen Kaffee in die Stadt. Jetzt sitze ich hier zuhause, schreibe mit einem Kaffeeschock den ersten Blogbeitrag und lasse meinen letzten Arbeitstag und somit die letzten 2 ½ Jahre im Unternehmen Revue passieren – und was passiert da plötzlich? Jetzt werde ich doch glatt ein wenig wehmütig. Bis auf die Kündigung damals ist der heutige Tag für mich der erste große Schritt in Richtung Abenteuer. Jetzt ist es also endgültig, meine Arbeitskollegen werde ich vorerst nicht wiedersehen, es gibt kein zurück mehr und das Bauchgefühl wandelt sich von „undefinierbar“ ganz ganz langsam zu einer Mischung aus Nervosität und Vorfreude. Es braucht wohl einfach noch ein wenig Zeit zum realisieren…