Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Singapur haut einen einfach um. Bereits vor dem Flug hat uns diese Stadt Rätsel aufgegeben. Kaugummis dürfen nicht eingeführt werden, vor Ort bekommt man sie lediglich mit einem ärztlichen Attest. Verstöße können mit bis zu 5.500 Dollar Strafe oder einem Jahr Gefängnis geahndet werden. Typischer Fall von Kaugummi-Schmuggel halt. Da wir keine besagte Schmuggelware mitführten, kamen wir problemlos durch die Einwanderungsbehörde und den Zoll. Es empfing uns der wohl modernste und größte Flughafen unserer bisherigen Reise. Zu dem, was wir hier alles entdeckten, komme ich später.

Beim Landeanflug lässt sich erahnen, dass Singapur eine große, logistische Bedeutung als Warenumschlagsplatz hat | wat-erleben

Beim Landeanflug lässt sich erahnen, dass Singapur eine große, logistische Bedeutung als Warenumschlagsplatz hat | wat-erleben

Der erste Eindruck vom Flughafen, hübsch und nochmal hübsch, Singapur | wat-erleben

Der erste Eindruck vom Flughafen, hübsch und nochmal hübsch, Singapur | wat-erleben

Erstmal hieß es nämlich für uns, ab zum Hotel, weiter zum Foodcourt und endlich Henning samt Familie treffen. Henning, ehemaliger Heidener / Stammtischkollege / Wahlberliner, reist während seiner dreimonatigen Elternzeit mit Freundin Lara und der kleinen Romy durch Südostasien. Besser kann man diese Zeit wohl nicht nutzen. Wie wir feststellten, reist es sich anders mit einem Baby im Schlepptau, aber definitiv nicht weniger schön.

Mittlerweile kann ich Essen in jeder Sprache bestellen, Singapur | wat-erleben

Mittlerweile kann ich Essen in jeder Sprache bestellen, Singapur | wat-erleben

Die drei trafen wir unter den riesigen, künstlichen Bäumen des „Gardens by the Bay“ und zwar passend zur allabendlichen Lichtshow. Eher gesagt, nach der Show, da wir uns in der Menschenmenge nicht fanden. Nachdem die Bäume 15 Minuten zur Musik der 70er blinkten, gingen wir weiter zum nächsten Spektakel. Einmal quer durch das Marina-Sands-Bay Hotel, das Ding mit dem Schiff und Infinity-Pool auf dem Dach, empfing uns auf der anderen Seite die Spectra-Licht- und Wassershow. Diese ist mindestens genauso abgefahren wie die Partybäume vorher. Es scheint, als wenn alles in Singapur größer, schöner und glänzender sein muss. Es erinnert ein wenig an eine große Expo-Weltausstellung.

Gardens by the Bay, gleich geht die Show los, Singapur | wat-erleben

Gardens by the Bay, gleich geht die Show los, Singapur | wat-erleben

Es blinkt überall, Singapur | wat-erleben

Es blinkt überall, Singapur | wat-erleben

Auch die Skyline an der Marina Bay blinkt und funkelt, Singapur | wat-erleben

Auch die Skyline an der Marina Bay blinkt und funkelt, Singapur | wat-erleben

Ein Wassernebel dient hier als Leinwand, Singapur | wat-erleben

Ein Wassernebel dient hier als Leinwand, Singapur | wat-erleben

Romy hat sich als Spieluhr verkleidet, zur Unterhaltung einfach am Band ziehen, Singapur | wat-erleben

Romy hat sich als Spieluhr verkleidet, zur Unterhaltung einfach am Band ziehen, Singapur | wat-erleben

Sieht nicht jedes Theater so normal aus, Singapur | wat-erleben

Sieht nicht jedes Theater so normal aus, Singapur | wat-erleben

Beim Anblick der Helix-Brücke fängt man von alleine an sich zu drehen, Singapur | wat-erleben

Beim Anblick der Helix-Brücke fängt man von alleine an sich zu drehen, Singapur | wat-erleben

Erst als wir die Viertel Little India und Chinatown besuchten, waren wir erleichtert, dass es nicht überall so steril aussieht. Wobei, wenn wir an Bangkok zurückdenken, sieht es hier immer noch super geordnet und akkurat aus. Die Essenstände in den sogenannten Hawker-Centers werden regelmäßig überprüft und bekommen Schulnoten für ihre Hygiene, welche sie gut sichtbar aushängen müssen. Wir fragten uns, ob manche Restaurants, bei denen wir in der Vergangenheit essen waren, überhaupt eine Note bekommen hätten. Gute Noten können wir auf jeden Fall für das Essen vergeben. Wir aßen uns in den drei Tagen durch sämtliche Delikatessen Singapurs. Dafür schafften wir es nicht, alle Shopping-Malls der Stadt zu besuchen. Es gibt schlichtweg zu viele. Allein an einer Straße liegen 22 Stück. Gefühlt findet man an jeder Ecke ein Einkaufsparadies. Selbst wenn es regnet wird man nicht nass, da alle unterirdisch verbunden sind.

Ähnlich groß sind da die Terminals des Flughafens, wo wir die letzte Nacht verbrachten. Unser Flieger startete bereits um 05.00 Uhr morgens und so sparten wir uns das Geld für eine weitere Hotelübernachtung. Der Flughafen an sich ist eine Reise wert, der konzentrierte Singapur-Wahnsinn. Uns empfing ein 40 Meter hoher Wasserfall, der sich in der Mitte eines riesigen Gewächshauses befindet. Drum herum, wie könnte es anders sein, unzählige Geschäfte. Der Fußweg zwischen den Terminals kann gut und gerne mal mehr als 20 Minuten dauern. In den einzelnen Terminals warten die nächsten Überraschungen. Wir besuchten einen Orchideengarten, den Schmetterlingsgarten, einen günstigen Foodcourt, einen der beiden (kostenlosen) Kinosäle sowie sämtliche Unterhaltungsmöglichkeiten während unserer Runde. Beim nächsten Besuch steht der Swimmingpool mit Blick auf die Start- und Landebahn ganz oben auf der Liste.

Mit dem Rucksack wären wir nicht durch die Menschenmassen hin zum Wasserfall gekommen, Singapur | wat-erleben

Mit dem Rucksack wären wir nicht durch die Menschenmassen hin zum Wasserfall gekommen, Singapur | wat-erleben

40 Meter und natürlich mit Lichtshow, Singapur | wat-erleben

40 Meter und natürlich mit Lichtshow, Singapur | wat-erleben

Die Tränen sehen noch cooler in Bewegung aus, Singapur | wat-erleben

Die Tränen sehen noch cooler in Bewegung aus, Singapur | wat-erleben

Laura und der Robotdance, Singapur | wat-erleben

Laura und der Robotdance, Singapur | wat-erleben

Solange Rolltreppen und kein Ende in Sicht, Singapur | wat-erleben

Solange Rolltreppen und kein Ende in Sicht, Singapur | wat-erleben

Da mussten wir tatsächlich die paar Meter zwischen den Laufbändern selber gehen, Singapur | wat-erleben

Da mussten wir tatsächlich die paar Meter zwischen den Laufbändern selber gehen, Singapur | wat-erleben

Einer von vielen Gärten im Flughafen, Singapur | wat-erleben

Einer von vielen Gärten im Flughafen, Singapur | wat-erleben

Filme rund um die Uhr - Unser war jetzt nicht ganz so toll, deswegen hielten wir es nur 30 Minuten aus, Singapur | wat-erleben

Filme rund um die Uhr – Unser war jetzt nicht ganz so toll, deswegen hielten wir es nur 30 Minuten aus, Singapur | wat-erleben

Erkennt jemand Laura auf diesem Bild, Singapur | wat-erleben

Erkennt jemand Laura auf diesem Bild, Singapur | wat-erleben

Nach einer viel zu kurzen Nacht landeten wir auf Bali. Für jeden Passagier stehen gefühlte 50 Taxifahrer zur Verfügung. Wir bahnten uns einen Weg durch die Meute und liefen zum nationalen Terminal. Dort sollten wir einen Grabfahrer bestellen können. Zum einen ist Grab wesentlich günstiger, zum anderen muss man nicht über den Preis verhandeln und der Fahrer wird per Google Maps zum Zielort navigiert. Nachdem ich ein öffentliches WLAN fand, konnte ich einen Fahrer bestellen und wir mussten ihn nur treffen. Leichter gesagt, als getan. Auf dem Weg bot jeder seine Dienste an und das zum gleichen Preis wie Grab. Woher wussten die, das wir mit Grab unterwegs sind? Einige gaben sich als unser Fahrer aus, ein kurzer Abgleich mit dem Profilfoto und Kennzeichen des Autos ließen das Geschäft jedoch platzen. Ein besonders hartnäckiger Fahrer ließ uns wissen, dass wir zwei Kilometer für Grab laufen müssten. Es gebe hier keinen Treffpunkt. Gerne würde er uns zu unserem Hotel bringen. Fast wären wir auf ihn reingefallen, in letzter Minute schrie aber unser richtiger Fahrer meinen Namen über den gesamten Parkplatz: „ Bääääähhhnd Bääääääks“. Wir waren froh, ihn endlich gefunden zu haben, bzw. er uns. Während der Fahrt lernten wir die ersten Brocken Balinesisch (Dankeschön und Guten Tag) sowie die Landschaft kennen. Auf den ersten Blick sieht es komplett anders aus, als ich es mir vorstellte. Unser Hotel liegt in Canggu fast am Strand, auf dem Weg dorthin sieht man nicht viel von der Natur. Die Straßen sind links und rechts zugebaut.

Uns begrüßten auch alle Taxifahrer persönlich, Bali | wat-erleben

Uns begrüßten auch alle Taxifahrer persönlich, Bali | wat-erleben

Innerhalb der letzten Jahre gab es einen ordentlichen Tourismusboom. Dort, wo sich vor fünf Jahren nur ein Café samt Surfshop befand, sind jetzt mehr als 300 Restaurants, Shops und Hotels. Ich glaube, dass das Publikum überwiegend aus Hipstern besteht. Die Muskeln der Typen haben mehr Luft, als die Chipstüten im Supermarkt. Alles, was du bekommst ist „Instaperfect“. Angefangen beim Essen, vorzugsweise Vegetarisch, lieber noch Vegan. Bohnen und Linsen (roh, bzw. „raw“) gehören ja eh zu meinen Lieblingsspeisen. Es gibt keinen normalen Orangensaft, wenn dann bestellst du dir einen „Slow Cold Pressed Orange Juice“, der wahrscheinlich im Mondschein hergestellt wurde. Die Bademode tut wenigstens was für die Umwelt und spart an möglichst viel Stoff, der Hüftausschnitt endet somit auf der Schulter. Läden suchst du vergebens, man findet nur Boutiquen. Abgesehen von den ganzen „beautiful people“ gibt es jede Menge schöne Seiten. Die Wellen am Strand sind jeden Tag der Wahnsinn, sogar ich schaffte es ein paar zu surfen (und zwar die besten meiner kurzen Surfkarriere). Fährt man mit dem Rad (bei dem Verkehr nur bedingt zu empfehlen) weiter raus, befindet man sich direkt in grünen Reisfeldern.Die Einheimischen sind super nett und freundlich. Besonders wenn wir mit Romy „Romstar“ unterwegs sind, hören wir aus jeder Ecke ein „oooooooohhhhh cuuuuuuuute“. Ich musste mich damit abfinden, dass sie damit ausschließlich Romy meinen. Irgendwann zählte ich nicht mehr wie oft Romy in die Backe gekniffen wird oder man sie auf den Arm nimmt.

Abseits vom Trubel, Canggu, Bali | wat-erleben

Abseits vom Trubel, Canggu, Bali | wat-erleben

Reisfeldselfie, yihaaa, Canggu, Bali | wat-erleben

Reisfeldselfie, yihaaa, Canggu, Bali | wat-erleben

Henning links, ich rechts, niiiiiicht, Echo Beach, Bali | wat-erleben

Henning links, ich rechts, niiiiiicht, Echo Beach, Bali | wat-erleben

Läuft bei uns, Canggu, Bali | wat-erleben

Läuft bei uns, Canggu, Bali | wat-erleben

Instagrammverdächtiger Foodporn, sieht besser aus, als es schmeckt, Canggu, Bali | wat-erleben

Instagrammverdächtiger Foodporn, sieht besser aus, als es schmeckt, Canggu, Bali | wat-erleben

Hauptsache mit Kokosnuss posen, Canggu, Bali | wat-erleben

Hauptsache mit Kokosnuss posen, Canggu, Bali | wat-erleben

Die letzten Tage ließen wir es ziemlich gemütlich angehen. Erst Strand, dann Pool, Mittagessen und Käffchen bevor es zum Surfen geht, anschließend Abendessen gefolgt von einem Cocktail auf der Dachterrasse. Das ist sozusagen unser Urlaubsprogramm während des Reisens.

Der Kaffeegott hat gesprochen, Canggu, Bali | wat-erleben

Der Kaffeegott hat gesprochen, Canggu, Bali | wat-erleben

Noch mehr abschalten können wir wahrscheinlich in unserer neuen Unterkunft, etwa zwei Stunden von Canggu entfernt. Wir verließen Henning und Co. gestern und tauschten unser Hotel gegen einen Homestay ein. Dieser liegt mitten in den Reisfeldern und wird von einer lokalen Familie geführt. Der erste Eindruck ist bereits atemberaubend. Wahrscheinlich sah Canggu vor fünf Jahren mal ähnlich aus.

Die Skyline von Sidemen, Bali | wat-erleben

Die Skyline von Sidemen, Bali | wat-erleben

Was soll ich schreiben, leider geil, Sidemen, Bali | wat-erleben

Was soll ich schreiben, leider geil, Sidemen, Bali | wat-erleben

Gestellt? Quatsch, Sidemen, Bali | wat-erleben

Gestellt? Quatsch, Sidemen, Bali | wat-erleben