Nach einer kurzen, dreistündigen Fahrt von Tulum, sind wir in Bacalar angekommen. Die Hauptattraktion dieses verschlafenen Dorfes ist ein schmaler See, der eine genauso blaue Farbe hat wie das Meer. Die Farbe des Sees verändert sich je weiter man hinausfährt. Die beworbenen sieben unterschiedlichen Blautöne haben wir jedoch nicht gezählt. Unser Hostel lag direkt am See und besitzt daher einen eigenen Uferabschnitt. So kam es auch, dass wir das Hostel nicht wirklich verließen. Das Anstrengendste an den zwei Tagen war definitiv unsere Kayak-Tour quer über den See und zurück. Wir kämpften mit unserem Paddelstil, mangelnder Ausdauer und dem Gegenwind. Nach einer Stunde auf dem Wasser und totaler Erschöpfung kamen wir rechtzeitig wieder am Ufer des Hostels an, um vom Burger & Beer Day Gebrauch zu machen. Das angebotene Unterhaltungsprogramm, bestehend aus diversen Trinkspielen, lehnten wir allerdings ab. Am nächsten Morgen konnten wir sehen, welche Gäste das Abendprogramm nicht ausgeschlagen hatten. Den ganzen Tag lagen wir im Schatten und guckten auf das Wasser. Ich habe, mal wieder, die Erfahrung gemacht, dass ich auch ohne direkte Sonneneinstrahlung einen rötlichen Teint bekomme. Nach rot kommt wieder weiß und gut, dass Laura so rücksichtsvoll ist und mich damit nicht aufzieht. Da das Internet ausgefallen war und wir uns irgendwie beschäftigen mussten, kamen wir nicht drum herum Margaritas zu trinken. Mit dieser Idee standen wir nicht alleine da, so bildete sich ein kleines Grüppchen Reisender. Ausgeartet ist es zum Glück nicht, wir mussten schließlich den Nachtbus nach Palenque erwischen.

Unser Nachmittag im Hostel, Bacalar | wat-erleben

Unser Nachmittag im Hostel, Bacalar | wat-erleben

Die Lagune der sieben Farben, Bacalar | wat-erleben

Die Lagune der sieben Farben, Bacalar | wat-erleben

Unser nächstes Reiseziel liegt acht Stunden von Bacalar entfernt und unser Busfahrer verstand es blendend, die Schlaglöcher nicht zu umfahren. Früh morgens in Palenque angekommen, durften wir bereits um 05.30 Uhr in unser Hotel einchecken. Nach zwei Stunden Schlaf machten wir uns auf den Weg, die Maya Ruinen im Dschungel zu erkunden. Diese sind weitaus interessanter als die weltbekannten Ruinen Chichen Itza und längst nicht so überlaufen. Am Eingang bat uns ein offizieller Guide seine Dienste an. Wir hätten ihn auch fast für die Führung gebucht, wenn ich nicht zu wenig Geld eingepackt hätte. Der Guide dachte wahrscheinlich, dass wir sehr hart verhandeln. Der Preis fiel von 1.300 auf 800 und dann auf 500 Pesos inkl. Eintritt. Erst als ich ihm mein Portemonnaie mit lausigen 200 Pesos zeigte, verstand er, dass wir wirklich nicht genügend Geld für ihn dabei hatten. Wir erkundeten den Dschungel auf eigene Faust, waren aber nicht ganz alleine unterwegs. Auf dem Gelände trafen wir zufällig unsere beiden Mitreisenden wieder. Can und Jasper, zwei Freunde aus Deutschland, die für vier Wochen in Mexiko unterwegs sind. In Bacalar teilten wir uns das Zimmer und gemeinsam sind wir nach Palenque gereist. Nachdem wir unzählige Tempelstufen erklommen hatten, war es Zeit für das zweite Ziel des Tages – die Wasserfälle von Roberto Barrios. Dies war ein Tipp einer Reisenden, die wir im Hostel kennenlernten. Ab und zu braucht man also keinen Reiseführer, die besten Tipps erhält man im Hostel. Nach einer abenteuerlichen Anreise auf der Ladefläche eines Pick-ups / Colectivos, sprangen wir direkt ins hellblaue Nass. Die Wasserfälle spülten auf ihrem Weg ins Tal verschiedene Pools in den Stein, sodass wir es hier sehr gut aushalten konnten. Für den Rückweg mussten wir etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Transport kostete das Doppelte des Hinweges. Unser Fahrer erklärte es so, dass je später es wird, desto teurer werden die Preise. Auf eine Verhandlung ließ er sich nicht ein. Warum auch, er sitzt am längeren Hebel. Wir waren mit die letzten Gäste und er das letzte Colectivo. Es schien auch nicht so, als wenn er es besonders eilig hätte.

Wir mussten jeden Tempel erklimmen, Palenque | wat-erleben

Wir mussten jeden Tempel erklimmen, Palenque | wat-erleben

Die Ruinen von Palenque | wat-erleben

Die Ruinen von Palenque | wat-erleben

Laura kann es nicht fassen, dass Can gleich den Wasserfall hinunterspringt, Palenque | wat-erleben

Laura kann es nicht fassen, dass Can gleich den Wasserfall hinunterspringt, Palenque | wat-erleben

Stets unterhaltsam - Can und Jasper, Palenque | wat-erleben

Stets unterhaltsam – Can und Jasper, Palenque | wat-erleben

Am nächsten Morgen ging es für uns direkt weiter mit dem Bus Richtung San Cristobal de las Casas. Eine kleine Kolonialstadt, hoch oben in den Bergen von Chiapas. Hier passen wir für zehn Tage auf drei Hunde auf. Die Anreise dauerte elf Stunden, davon waren die letzten zwei Stunden ziemlich kurvenreich. Unsere Fahrt war immerhin noch bequemer als die von Can und Jasper, die das gleiche Ziel hatten wie wir. Sie haben die direkte Route gewählt und eine Tour mit zwei Stopps an weiteren Wasserfällen gebucht. Die Stopps erwiesen sich als totaler Reinfall und die Fahrt im viel zu kleinen Minibus als Horror. Mit ordentlich Verspätung trafen sie um 1 Uhr Nachts ein. Um die beiden Fahrten zu verarbeiten, haben wir uns vorgestern zum Essen verabredet. Aus dem Essen wurde dann ein Vorglühen im Hostel und Ausgehen in San Cristobal. Laura konnte endlich tanzen. Hierfür fanden sich auch schnell ein paar hüftschwingende Mexikaner, sodass ich talentfrei an der Bar stehend, sinnfrei mit Can oder Jasper reden konnte. Ich hätte fast vergessen wie sich ein Kater anfühlt, aber zu meinem Glück wird hier Mezcal ausgeschenkt. Der Mezcal, verwandt mit Tequila, wird handwarm und ohne Salz und Zitrone getrunken. Gestern wollten wir an einer Free-Walking-Tour teilnehmen. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber nirgends war ein Regenschirm-Guide zu sehen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die Stadt selbst zur erkunden.

Auf dem Weg nach San Cristobal - über den Wolken | wat-erleben

Auf dem Weg nach San Cristobal – über den Wolken | wat-erleben

Unsere Walking Tour durch San Cristobal | wat-erleben

Unsere Walking Tour durch San Cristobal | wat-erleben

Straße bei uns um die Ecke, San Cristobal | wat-erleben

Straße bei uns um die Ecke, San Cristobal | wat-erleben

In den kommenden Tagen haben wir Zeit, uns über unser nächstes Reiseziel Gedanken zu machen, aber jetzt mache ich erst einmal den Kamin an. Es kann in Mexiko auch echt kalt werden, zumindest in den Bergen.

Die vorherige Woche verging mal wieder wie im Flug. Letzten Donnerstag fuhren wir mit dem Bus von Valladolid bis nach Playa del Carmen, dann weiter mit der Fähre nach Cozumel (eine vorgelagerte Insel der Halbinsel Yucatan und seit den 1960ern besonders fürs Tauchen bekannt). Direkt am Meer gelegen, bedeutet jedoch nicht, dass wir die gesamte Zeit am Strand verbracht haben. Offen gesagt, haben wir überhaupt nichts von Cozumel gesehen, auch nicht den Strand. Wir sind Freitag und Samstag mit den Fahrrädern unseres Airbnb nur bis zum Hafen gekommen. Von dort aus startete das Boot unserer Tauchschule „Dive with Martin“, die wir definitiv empfehlen können. Die zwei Tage waren einfach der Wahnsinn und sind kaum in Worte zu fassen. Als wir das erste Mal mit dem Boot irgendwo mitten auf dem offenen Meer hielten, war die Sicht VOM Boot schon unglaublich klar, man hatte das Gefühl, bis auf den Grund gucken zu können. Nach dem Sprung ins Wasser, war das Gefühl  „ok, deutlich wärmer als in Kanada“ und als es 20 Meter runter ging und wir direkt ein Riff und unzählige Fische sahen, waren wir völlig hin und weg. Insgesamt hatten wir an diesem Tag vier Tauchgänge, wobei nur zwei geplant waren. Da wir aber ein sehr nettes Paar aus den USA kennenlernten, die zwei weitere Tauchgänge am Nachmittag machen wollten, sagten wir zu einem weiteren Tauchgang nicht nein. Wir sollten die Entscheidung nicht bereuen, denn die Tauchgänge am Nachmittag waren noch atemberaubender. Wir sind nicht nur an riesigen Korallenriffen vorbei- sondern auch durchgetaucht. Insgesamt haben wir in den zwei Tagen neben bunten, leuchtenden Fischen Unterwasser-Bekanntschaften mit riesigen Schildkröten, Ammenhaien, Muränen, Zackenbarschen, Baracudas und Rochen gemacht (um nur mal so ein paar aufzuzählen…) ;).

Auf dem Weg zu einem der besten Tauchspots Cozumel | wat-erleben

Auf dem Weg zu einem der besten Tauchspots Cozumel | wat-erleben

Barrakuda in Cozumel | wat-erleben

Barrakuda in Cozumel | wat-erleben

Bunte Fische auf Cozumel | wat-erleben

Bunte Fische auf Cozumel | wat-erleben

Languste beim Tauchen auf Cozumel | wat-erleben

Languste beim Tauchen auf Cozumel | wat-erleben

Mitten im Riff,Tauchen Cozumel, Photocredit und mehr Fotos:Kahuna Scuba: | wat-erleben

Mitten im Riff,Tauchen Cozumel, Photocredit und mehr Fotos:Kahuna Scuba: | wat-erleben

Schildkröten sind so süß, Cozumel | wat-erleben

Schildkröten sind so süß, Cozumel | wat-erleben

Tauchen zwischen den Riffs | wat-erleben

Tauchen zwischen den Riffs | wat-erleben

Unser Guide war anscheinend auch Surfprofi | wat-erleben

Unser Guide war anscheinend auch Surfprofi | wat-erleben

Wer findet die Muräne? | wat-erleben

Wer findet die Muräne? | wat-erleben

Mit unzähligen Eindrücken ging es am Sonntag zurück auf das Festland, wo wir einen Bus bis nach Tulum (immer noch an der Karibikküste von Yucatan gelegen, ca.130 Kilometer südlich von Cancun) nahmen. Das Sprichwort: „der Weg ist das Ziel“, traf in diesem Fall nicht ganz zu. Wir hatten uns für die zweite Klasse mit Mayab, statt den ADO-Bus, entschieden. Bei Mayab ist es so, dass man Glück, oder Pech haben kann. Besser gesagt, entweder sitzt man in einem leeren Bus mit Klimaanlage, oder in einem vollen Bus ohne Klimaanlage. Wir fuhren mit zweiterem, Sitzplätze hatten wir zwar auf unserem Ticket stehen, wir wollten im überfüllten Bus dann aber doch nicht typisch deutsch auf unseren Sitzplatz bestehen. Also gab es nur noch zwei Möglichkeiten: zu stehen, oder den Sitzplatz in der ersten Reihe zu nutzen. Dieser war eigentlich mit einem Koffer und Rucksack von wem auch immer belegt. Wir quetschten uns also irgendwie zwischen dem herrenlosen Gepäck und beschäftigten uns die nächsten zwei Stunden mit Schwitzen, eingequetschten Beinen und lauter mexikanischer Technomusik des Busfahrers.

So sieht man (Bernd) bei einer Fahrt im Mayab-Bus aus | wat-erleben

So sieht man (Bernd) bei einer Fahrt im Mayab-Bus aus | wat-erleben

Tulum hatten wir übrigens nicht aus irgend einem Grund gewählt. Da unser Plan ist, noch länger in Zentral- und Südamerika unterwegs zu sein, wollte ich unbedingt meine Spanischkenntnisse erweitern. Da der Kurs, zumindest für mexikanische Verhältnisse, relativ teuer war, hatten Bernd und ich ein Abkommen. Ich mache von Montag bis Freitag einen Spanischkurs und halte uns so bei unserer weiteren Reise am Leben. Bernd dagegen kocht dafür jeden Tag und achja…schaut Netflix.

Montag war ich aufgeregt wie an meinem ersten Schultag und hatte wirklich Lust, mal wieder unter Leute (neben Bernd) zu kommen. Das klingt jetzt schlimmer als es ist, aber nach 4 Monaten 24 Stunden täglich, ist es doch mal eine nette Abwechslung. Die Spanischschule heißt Meztli, befand sich mit dem Fahrrad nur fünf Minuten weit entfernt und besteht aus nicht viel, außer Bast/Palmdächern, Tischen und Stühlen. Neben dem Sprachunterricht wurde außerdem jeden Morgen Yoga angeboten und Nachmittags gab es ebenfalls Programm. Am besten war definitiv der Salsakurs und mexikanisches Kochen, was beides, neben dem Spanischunterricht natürlich, richtig viel Spaß gemacht hat. Gestern gab es zum Abschluss sogar ein Zertifikat, Tacos und wir sangen „La Bamba“. Anschließend ging es, zur Feier des Tages, mit unseren Nachbarn aus Kanada und Irland zu einer Cenote (beide sprechen lustigerweise etwas Deutsch, da sie für einige Zeit in Deutschland gearbeitet haben).

Ich stelle vor: meine Spanischschule Meztli, Tulum | wat-erleben

Ich stelle vor: meine Spanischschule Meztli, Tulum | wat-erleben

Gran Cenote Tulum | wat-erleben

Gran Cenote Tulum1 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum3 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum2 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum3 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum3 | wat-erleben

Mit einem merkwürdigen Mix aus Spanisch, Englisch und Deutsch in meinem Kopf, geht unsere Fahrt gerade von Tulum nach Bacalar. Dort soll sich eine Lagune befinden, die angeblich aus sieben verschiedenen Blautönen besteht.

Wir waren auf der Isla Holbox, eine kleine Insel ganz im Norden von Yucatan und drei Busstunden von unserer vorherigen Insel entfernt. Es ist egal, wen wir gefragt haben. Jeder, der auf der Insel Holbox war, wollte nur ein paar Tage verweilen und ist dann doch länger geblieben als geplant. Auch wir haben eine Nacht dran gehängt. Nicht, weil wir soviel zu entdecken hatten, sondern eher, weil wir rein gar nichts machen mussten. Das fällt mir ja besonders schwer. Wir haben zwei volle Tage damit verbracht, am Strand herzulaufen und während der Pausen mussten wir ein Bier in der Hängematte trinken.

Unser Strandspaziergang, ja, mit UV Shirt, Isla Holbox | wat-erleben

Unser Strandspaziergang, ja, mit UV Shirt, Isla Holbox | wat-erleben

Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Der Osten von Holbox am Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Der Osten von Holbox am Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Der Sonnenuntergang wird jeden Abend gefeiert, Isla Holbox | wat-erleben

Der Sonnenuntergang wird jeden Abend gefeiert, Isla Holbox | wat-erleben

Und wem das nicht genug Inselfeeling ist, der schaut sich die beflügelten Besenstiele an, manche nennen sie Flamingos. Dies liest und schreibt sich so einfach, aber um die Tiere zu sehen, haben wir einen richtigen Marathonlauf am Strand absolviert. Angeführt von Laura mit dem eisernen Willen einen Flamingo zu sichten und gefolgt von mir, etwas nörgelnd, dass die Muscheln am Strand nicht so optimal zum spazieren gehen sind. Laura hat rosa Flamingos im Kopf, ich habe das Bild am Eingang des Naturschutzgebietes im Kopf, welches die besonders geschützten Tierarten erläutert. Krokodile und große Schlangen. Zum Glück stehen wir nicht auf deren Speisekarte. Falls aber jemand von einem Krokodil attackiert wird, soll er seine Finger in deren Nase stecken, das mögen sie nicht und lassen los, ein hoch auf unser Tauchmagazin aus Kanada. Laura hat auf jeden Fall ihr Flamingo-Foto bekommen, hierfür hat sie sich Bear-Grylls-mäßig im Wasser angepirscht.

Ich entschuldige mich für die miese Qualität - ich wollte nämlich nur mein Handy mitnehmen, Isla Holbox | wat-erleben

Ich entschuldige mich für die miese Qualität – ich wollte nämlich nur mein Handy mitnehmen, Isla Holbox | wat-erleben

Da vorne rechts sind die Instagram-fähigen Hängematten, Isla Holbox | wat-erleben

Da vorne rechts sind die Instagram-fähigen Hängematten, Isla Holbox | wat-erleben

Dies ist kein heimischer Flamingo, Isla Holbox | wat-erleben

Dies ist kein heimischer Flamingo, Isla Holbox | wat-erleben

Die Straßen auf der Insel sind etwas Besonderes. Nur Sand, kein Asphalt. Nicht mehr so idyllisch sehen sie aus wenn es regnet, dann vergleicht man sie eher mit Venedig. Sie erinnern mich an meinen Stammtischkollegen, ein leidenschaftlicher Straßenbaumeister wie er laut fluchend durch die Straßen laufen würde.

Die sandigen Straßen auf der Insel, Isla Holbox | wat-erleben

Die sandigen Straßen auf der Insel, Isla Holbox | wat-erleben

Zurück auf dem Festland sind wir mit dem Bus nach Valladolid gereist. Eine kleine Stadt, die sich als perfekter Ausgangspunkt für die vielen Highlights in der Umgebung eignet. Es gibt 3000 Cenoten auf der Yucatan Halbinsel. Wir haben drei besucht und ich muss sagen, diese Wasserlöcher sind echt beeindruckend. Jede Cenote hat ihren eigenen Charme. Wir konnten uns mit einem Seil ins Wasser schwingen, zwischen Tropfsteinen schwimmen oder fast nichts sehen. Manche Cenoten sind gruselig ruhig, andere sind touristisch sehr gut erschlossen. Nein, wir wollen kein Foto mit einem Papagei machen. „You don´t have to buy“, ja klar.

In der Cenote Oxman haben wir einen auf Tarzan gemacht, Valladolid | wat-erleben

In der Cenote Oxman haben wir einen auf Tarzan gemacht, Valladolid | wat-erleben

Zur Mittagszeit scheint die Sonne fast senkrecht in die Cenote Xkeken, Valladolid | wat-erleben

Zur Mittagszeit scheint die Sonne fast senkrecht in die Cenote Xkeken, Valladolid | wat-erleben

Die mexikanische Variante der Atta Höhle, Valladolid | wat-erleben

Die mexikanische Variante der Atta Höhle, Valladolid | wat-erleben

Touristisch gut erschlossen ist auch die Mayaruine Chichen Itza. Wenn eines der sieben neuen Weltwunder vor deiner Haustür liegt, dann solltest du es auch besuchen. Das denken sich auch tausend andere Besucher, aber zu unserem Glück nicht um 8 Uhr morgens. Wir teilten uns die Ruinenstätte dafür mit hunderten Souvenirhändlern, die ihre Stände entlang der Wege aufbauten. Schade, dass das eigentliche Highlight hierdurch in den Hintergrund gerückt wird. Das Gelände ist weitläufig, wir haben rund zwei Stunden gebraucht um alles zu sehen. Wenn eine Reisegruppe vor der Pyramide steht, dann klatscht diese in die Hände, nicht weil sie sich so freut die Händler hinter sich gelassen zu haben, sondern weil die Pyramide antwortet. Wer sich nun fragt, wie sich so eine jahrhundertealte Pyramide anhört? Wie Donald Duck im Stimmbruch.

Die Pyramide des Kukulcan am frühen Morgen, Chichen Itza | wat-erleben

Die Pyramide des Kukulcan am frühen Morgen, Chichen Itza | wat-erleben

Das Wetter in Mexiko ist im Übrigen sehr berechenbar. Es regnet, wenn wir von der Fähre zum Bus laufen. Wenn wir im Bus sitzen scheint die Sonne. Wenn wir vom Busbahnhof zum Hostel laufen, regnet es. Wenn wir mit dem Fahrrad von A nach Cenote fahren, regnet es. Wenn wir in der überdachten Cenote schwimmen, scheint die Sonne. Wenn wir zurück zum Hostel fahren, regnet es. Während ich auf dem Balkon sitze und diese Zeilen schreibe, scheint die Sonne. Wenn wir danach noch eine Runde spazieren gehen…

Ruhige weil verregnete Straßen, Valladolid | wat-erleben

Ruhige weil verregnete Straßen, Valladolid | wat-erleben

Heute sind wir nach Cozumel gefahren, es stehen zwei regenunabhängige Tauchtage an. Am Montag beginnt Lauras Spanischunterricht in Tulum. Hier darf es ruhig regnen, ich werde das komplette Netflix durchgucken.

Die Entscheidung, Kanada zu verlassen, fiel uns wirklich nicht leicht. Zu groß ist das Land, um alles gesehen zu haben und spannende Jahreszeiten wie der kanadische Herbst und Winter stehen noch bevor. Wir hatten uns gerade so richtig eingelebt und ja, wir müssen zugeben, es war auch irgendwie bequem. Alles war sauber, wir hatten eine ordentliche Toilette, bequeme Betten und stets eine große Küche zum Kochen. Einen Kulturschock bekommt man bei so einem „Luxus“ natürlich nicht. Irgendwie kam dann eins zum anderen, auch, dass Kanada den Geldbeutel nicht wirklich schont und wir noch ein paar andere Länder auf unserer Reise sehen möchten. Daher sagten wir unserer Gastgeberin Cindy letzten Samstag Goodbye (zum zweiten und dieses Mal wirklich letztem Mal). 

Als Abschiedsgeschenk durfte Bernd am Vortag noch gefühlte 20 Rotlachse filetieren, denn genau an dem Tag bekam unsere Gastgeberin eine Lieferung für ihre komplette Verwandtschaft. Positiv war natürlich, dass wir so Abends in den Genuss kamen und den Lachs probieren konnten. Dazu gab es Mais aus der Region, denn British Columbia nennt man auch „Corn Country“. Die Einheimischen sehen das ein wenig anders, aber nun gut: Lecker war es!

Sockeye Salmon in Campbell River | wat-erleben

Sockeye Salmon in Campbell River | wat-erleben

Mit dem Bus sind wir von Campbell River bis nach Nanaimo gefahren und haben von dort aus die Fähre nach Vancouver genommen. Nach langer Zeit mal wieder eine Großstadt. Ich mag große Städte wirklich gerne, aber nach einer gefühlten Ewigkeit in ländlicher Atmosphäre, war mir eher nach: „Joah, ist halt eine Stadt“. Kulturell wollten wir zum Ende noch einmal alles geben und Tim Hortons (eine kanadische Schnellrestaurantkette, die es an jeder Ecke gibt) einen Besuch abstatten. Beim ersten Mal war uns damals in Toronto nach den Sandwiches so schlecht, dass wir „Timmy“ nur noch für kostenloses WLAN nutzten. Dieses Mal sollte es passend zum herbstlichen September einen Pumpkin Frappuccino geben. War auch ganz ok, jedoch war kein Topping mehr da (das Beste: Schlagsahne und Schokosauce). Na toll – Timmy, wir werden dich nicht vermissen!

Neben dem Fastfood-Besuch haben wir uns in Vancouver die typischen Touristenattraktionen angeschaut: Granville Island, Yaletown, Gastown, Innenstadt, Canada Place….Gegen Mitternacht ging es mit der Bahn zum Flughafen, wo wir vier Stunden überbrücken mussten. Gesagt, getan: Einen Schlafplatz gesucht, die Wohlfühlhose angezogen, Kissen aufgepustet, Decke ausgepackt und ab ins Bett/auf den Teppich. Schon ein komisches Gefühl, aber die Müdigkeit siegte.

Tschüss, Vancouver Island. Es war schön mit dir | wat-erleben

Tschüss, Vancouver Island. Es war schön mit dir | wat-erleben

Blick auf Vancouver von der Brücke Richtung Granville Island | wat-erleben

Blick auf Vancouver von der Brücke Richtung Granville Island | wat-erleben

Eine Nacht am Vancouver Flughafen | wat-erleben

Eine Nacht am Vancouver Flughafen | wat-erleben

Um vier Uhr konnten wir endlich unser Gepäck einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Noch einmal zwei Stunden später ging unser Flieger Richtung Cancun. Dort angekommen mussten wir uns bei der Grenzkontrolle einreihen –  statt Fragen, Fingerabdrücke, Fotos usw. wie in die USA,  nur ein kurzer Blick in den Ausweis und schon waren die Stempel drin. Unser Ziel war jedoch nicht Cancun, sondern die Insel Isla Mujeres (Die Fraueninsel, liegt östlich von Cancun, mitten im karibischen Meer). Dazu mussten wir den ADO-Bus vom Flughafen zum Fähranleger Cancun Downtown nehmen (von Bernd in feinster Vorarbeit geplant). Es kam dann etwas anders. Am Schalter verstand die Dame Bernds nuschelndes „Cancuuuuun“ anscheinend als „Tuluuuuuum“ (Tulum liegt im Gegensatz zum Fähranleger 3 Stunden von Cancun entfernt). Den viel zu hohen Preis hatte Bernd nicht verwundert. Als er mir die Tickets in die Hand drückte, las ich eher zufällig Tulum….ehhh,ahhh! Ganz schnell zum Schalter zurück und die Tickets umgetauscht und einiges an Geld wiederbekommen. Beim nächsten Mal hilft es Bernd wahrscheinlich, wenn ich nicht doof in der Ecke rumstehe und mir, dass ich Bernd nicht die Schuld geben kann ;). Der Rest der Reise verlief reibungslos. Mit der Fähre waren wir innerhalb von 15 Minuten auf der Insel, nach weiteren 5 Minuten mit dem Taxi bei unserer Airbnb-Unterkunft. Busse gibt es hier übrigens keine, Autos bis auf Taxis nur wenige, dafür aber Unmengen an Golfcarts. Die werden vor allem von den vielen Amerikanern und Engländern genutzt, die hier auf der Insel sind. Das war bisher aber der einzige Kulturschock, wir wollen mit den kulturellen Unterschieden ja langsam anfangen ;). Zum Thema Komfortzone können wir bisher noch keine besonders exotischen Geschichten beitragen. Außer vielleicht, dass man hier beim Duschen nicht wirklich nass wird, da der Wasserdruck so gering ist und man daher das Toilettenpapier auch nicht in die Toilette werfen darf. Ok, genug Details!

Blick aus dem Flugzeug über Mexiko | wat-erleben

Blick aus dem Flugzeug über Mexiko | wat-erleben

Der Eingang zu unserem Airbnb auf Isla Mujeres | wat-erleben

Der Eingang zu unserem Airbnb auf Isla Mujeres | wat-erleben

Auf der Isla Mujeres einmal im Golfcart sitzen, dank unseres Guides | wat-erleben

Auf der Isla Mujeres einmal im Golfcart sitzen, dank unseres Guides | wat-erleben

Isla Mujeres ist eine ganz nette Insel, jedoch, wie wir im Vorhinein schon recherchiert hatten, sehr amerikanisch-touristisch und eben nicht wirklich mexikanisch. Von meinen unzureichenden Spanischkenntnissen musste ich daher bisher nur wenige Male Gebrauch machen. Unser Airbnb-Gastgeber Pablo war jedoch Mexikaner, so dass wir an einem Abend mit lokalem Bier aus seinem kleinen Supermarkt nebenan, zusammen mit seiner Frau draußen saßen und ein wenig auf Englisch und Spanisch plauderten. Die zwei machen sogar im März eine Europareise und besuchen u.a. auch Berlin. Ich hatte natürlich direkt eingeworfen, dass sie eine Currywurst probieren müssen (das Einzige, was ich bisher an Deutschland vermisse). 

Die letzten Tage auf der Insel waren sowohl entspannend als auch aufregend. Für Montag hatten wir eine Walhai-Tour gebucht. Den Tipp bekamen wir von der Besitzerin der Tauchschule in Kanada, die uns auch direkt einen passenden lokalen Guide empfahl. Wir wurden mit dem Boot ca. 45 Minuten rausgefahren und sahen plötzlich die ersten Walhaie. Zuerst etwas erschreckend wie groß diese Tiere sind. Dann ging es ins Wasser, immer nur 2 Personen+Guide aus einem Boot gleichzeitig, damit nicht zu viele Personen im Wasser sind. Bei unserem ersten Schnorchel-Versuch klappte das auch super. Bernd und ich konnten schon nach wenigen Sekunden den ersten Walhai von Nahem bestaunen – Wahnsinn und sehr beeindruckend. Kurze Zeit später sahen wir noch weitere und schließlich tauchten auch noch Mantarochen auf. Nach guten 15 Minuten mussten wir wieder zurück ins Boot, die nächsten waren an der Reihe. Als wir das zweite Mal ins Wasser durften, wurde es mit den um uns rumliegen Booten aber doch etwas viel. Waren es vorher noch eine Handvoll Boote und Personen im Wasser, so hatte sich die Menge nun mindestens verdreifacht. Eine freie Wildbahn für Walhaie fühlt sich irgendwie anders an. So ganz bewusst war uns das vorher nicht, welch ein Tourismus in diesem Bereich steckt und das manche Boote wahrscheinlich weit mehr als nur zwei Personen ins Wasser lassen. Unser Guide hat nach einiger Zeit abgebrochen. Zu stressig für die Tiere und wir machten uns daher auf den Rückweg (unser Boot war jedoch eines der wenigen, die den Rückweg antraten). Vor Ende der Tour hielt unser Boot noch am bekannten Nordstrand, an dem wir das warme und türkise Wasser (so eine krasse Farbe habe ich vorher noch nie gesehen) genießen konnten. Wir freuten uns übrigens riesig, im hüfthohen Wasser schon Fische zu entdecken und das sollte noch nicht alles sein. Dienstag fuhren wir mit Fahrrädern unseres Gastgebers und auf seinen Tipp hin zu einem Korallenriff, ganz in der Nähe. Dort kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ok, nicht aufgrund des Strandes, der eher mäßig schön war, aber sobald wir im Wasser waren. Denn dort tauchten tausende von Fischschwärmen auf. Einfach atemberaubend!

Walhai-Tour, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai-Tour, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Mantarochen und Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Mantarochen und Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Glitzernde Mantarochen, Isla Mujeres | wat-erleben

Glitzernder Mantarochen, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Walhai und ein paar kleine Fische im Schlepptau, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Walhai und ein paar kleine Fische im Schlepptau, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Mantarochen schwamm genau auf Bernd zu, faszinierend; Isla Mujeres | wat-erleben

Der Mantarochen schwamm genau auf Bernd zu, faszinierend; Isla Mujeres | wat-erleben

Rückfahrt-von-der-Walhai-Tour-traumhaftes-Wasser-und-Gewitterwolken | wat-erleben

Rückfahrt von der Walhai-Tour, traumhaftes Wasser und Gewitterwolken | wat-erleben

Schnorcheln am Korallenriff Garrafon auf Isla Mujeres mit Fischen im Hintergrund | wat-erleben

Schnorcheln am Korallenriff Garrafon auf Isla Mujeres mit Fischen im Hintergrund | wat-erleben

Zufällig einen Leguan beim Sonnetanken entdeckt; Isla Mujeres | wat-erleben

Zufällig einen Leguan beim Sonne tanken entdeckt; Isla Mujeres | wat-erleben

Gestern war dann auch schon unser letzter Abend angebrochen, wir verabschiedeten uns von Pablo und gönnten uns ein Essen im kleinen Restaurant nebenan. Nach fangfrischem Red Snapper und einem Mango Margarita fühl ich mich in Mexiko angekommen :D. 

Beim Schreiben dieses Beitrags sitzen wir übrigens im Bus, auf dem Weg zum Fährhafen. Eine weitere Insel steht auf dem Plan, dieses Mal die Isla Holbox (nördlich von Cancun). Angeblich noch paradiesischer und ruhiger – so viel zum Thema Komfortzone ;).Wir sind da flexibel, genauso wie mit der Weiterreise 😉

Wir sind bereits 3,5 Monate unterwegs und haben anscheinend immer noch nicht aus dem ein oder anderen Fehler gelernt. So wollten wir im Schatten des Mount Washingtons wandern, hierfür brauchten wir zwei Versuche. Beim ersten Anlauf waren wir mit unserer Standardausrüstung bewaffnet: kurze Hose, T-Shirt und Wasser. Wer soll auch ahnen, dass es genau an diesem Tag regnet? Schließlich waren die letzten Wochen furztrocken. Wir sind 1 km gewandert und haben uns keine Gedanken über diese dunklen Wolken am Himmel gemacht. Andere Wanderer anscheinend schon, die kamen uns entgegen und meinten wir sollten doch besser umdrehen, das Wetter wäre hier oben nicht zu unterschätzen. Nach einer kurzen Überlegung „ach wat, dat regnet schon nicht“, einen Blick in den Himmel, „na gut, vielleicht sollten wir besser umdrehen“, sind wir zurück zum Auto. Am nächsten Tag waren wir perfekt gerüstet: Regenhose, Regenjacke, wasserdichter Rucksack und zwei Hunde, die uns begleitet haben. Klar, an diesem Tag regnete es nicht und es war wärmer als gedacht.

Unterwegs am Mount Washington, Courtenay | wat-erleben

Unterwegs am Mount Washington, Courtenay | wat-erleben

In Courtenay gibt es keine Arbeit mehr, deswegen ging es für uns am Anfang der Woche zurück nach Campbell River. Hier am Fluss brauchten wir dann wiederum zwei Anläufe, um mit den Lachsen zu schnorcheln, die im Moment die Flüsse hoch wandern. Um diese Jahreszeit ist der Wasserstand nicht besonders hoch. Die kleinen und großen Steine sieht und merkt man natürlich auch erst wenn man im Wasser ist, dies war Versuch Nummer 1. Wir hampelten also wieder raus aus dem Wasser, liefen 100 Meter flussabwärts,  um den Steinen aus dem Weg zu gehen und starteten dann im tieferen Wasser. Dies macht durchaus mehr Spaß. Beim nächsten Mal hatten wir dann auch jeder einen Schwimmreifen dabei, die grandiose Idee, man könne sich einen teilen, macht nämlich gar keinen Sinn. Trotz aller Startschwierigkeiten, war dieses Erlebnis einmalig. Wir haben unglaublich viele Fische gesehen und hatten die Chance, ihnen relativ Nahe zu kommen.

Laura nach dem Schnorcheln mit den Lachsen, Campbell River | wat-erleben

Laura nach dem Schnorcheln mit den Lachsen, Campbell River | wat-erleben

Unser Nachbar Mr. Flusskrebs, Campbell River | wat-erleben

Unser Nachbar Mr. Flusskrebs, Campbell River | wat-erleben

Da wir jetzt wussten, wo die Lachse sich am liebsten aufhalten, mussten wir unser Angelglück austesten. Mit einer, dieses Mal professionellen, Fliegenrute habe ich den Tag am Fluss verbracht. Ich habe keine Ahnung, warum kein Fisch angebissen hat. Wir hatten den besten Spot, die beste Ausrüstung und jede Menge Know-How. Laura hat den Köder ausgesucht: „Nimm die pinke Fliege, die glitzert so schön“ und mir jede Menge wertvolle Tips vom Ufer zugerufen. So hat sie mir auch gezeigt wie die Angel am besten ausgeworfen wird. Nach ihrem ersten Versuch durfte ich ins Wasser stiefeln, den eingeklemmten Haken lösen. Ich habe mich aber auch nicht besser angestellt. Ach ja, fürs Angeln benötigte ich auch zwei Versuche. Beim ersten bin ich ins Wasser gefallen und war komplett nass, beim zweiten hatte ich einen Neoprenanzug an. Das sah zwar komisch aus, aber sicher ist sicher. Diese Anzüge schmeicheln einfach meiner Figur.

Bernd versucht sich beim Fliegenfischen, Campbell River | wat-erleben

Bernd versucht sich beim Fliegenfischen, Campbell River | wat-erleben

Gerettet wurde unser Tag dann doch noch. Wir durften einen Ausflug mit einem 68er Ford Mustang machen. Ein Freund von Cindy, unserer Gastgeberin, kam damit auf den Hof gefahren. Nach meinem „Wow, nice car“ flogen mir die Schlüssel entgegen „Take your girl, have some fun“. Zugegeben, ich war sprachlos und etwas nervös, würde so etwas jemals in Deutschland passieren? Zum Glück gelang uns diese Tour beim ersten Versuch und wir gaben das Auto unversehrt zurück.

Der 68er Ford Mustang, Campbell River | wat-erleben

Der 68er Ford Mustang, Campbell River | wat-erleben

Eigentlich wollten wir bis ca. Mitte/Ende September bei unseren Gastgebern bleiben. Uns gefällt es wirklich super hier, aber leider gibt es nicht mehr genug Arbeit für uns. Vielleicht war es Schicksal und es sollte so sein. Fast drei Monate […]

Gestern Abend haben wir unsere erste Übungs-Tauchrunde im Hallenbad absolviert. In Deutschland haben wir zwar bereits tauchen gelernt, aber nicht im Trockenanzug, das holen wir jetzt nach. Es gilt, wer in Deutschland tauchen lernt, der kann auf der ganzen Welt tauchen gehen, vor allem wenn man es im Winter lernt. Null Sicht und 6 Grad Wassertemperatur waren damals für unseren Tauchlehrer Jörg optimale Bedingungen und kein Grund zur Sorge. Hier noch mal ein großes Dankeschön an Jörg vom Tauchclub Maritim in Borken, der sehr geduldig mit uns war.

Wir wollen uns unbedingt selbst davon überzeugen, ob Vancouver Island wirklich zu den besten Kaltwasser-Tauchgebieten der Welt gehört. Wahrscheinlich können wir erst am Ende unserer Reise eine Antwort auf die besten Tauchspots geben, bislang haben wir ja noch keine Vergleichsmöglichkeiten gesammelt. Unser Übungssee in Büderich zählt eher nicht dazu, wir konnten nicht mal unsere Hände sehen. Zitat Jörg: „War doch schön, oder? Man konnte sogar etwas Gras an der Uferböschung sehen“.

Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es Sonntag wird, wenn wir mit dem Boot rausfahren, um zwei weitere Tauchgänge zu absolvieren. Laura hofft, dass wir Unterwasser auf ein paar verspielte Robben treffen. Meine Mama hofft, dass wir wieder auftauchen. Ich hoffe, dass wir wirklich trocken bleiben. Die Tauchgänge haben wir uns zu unserem 10-jährigen Jubiläum geschenkt, welches heute oder morgen ist. So ganz genau wissen wir das nämlich nicht. Junge, junge wie die Zeit vergeht und ein Wunder, dass Laura es so lange mit mir ausgehalten hat oder ich mit Laura oder so.

 

Hier, auf unserer kleinen Farm, können wir es auch recht gut aushalten. Wir haben uns gut eingelebt und sind jeden Tag schwer beschäftigt. Die Hunde haben einfach zu viele Lieblingsstrände, die sie uns zeigen wollen. Uns gefällt es hier so gut, dass aus ursprünglich zwei Wochen Aufenthalt nun vier bis sechs Wochen werden. Mal schauen, wann wir weiter reisen, die nächsten Tage wird unser nächstes Reiseziel konkreter. Es hat sicherlich mit Tauchen zu tun und mit Walhaien, wenn wir Glück haben.

Mit den Hunden am Williams Beach | wat-erleben

Mit den Hunden am Williams Beach | wat-erleben

Laura und Annie am Airforce Beach | wat-erleben

Laura und Annie am Airforce Beach | wat-erleben

Jax und sein Silberblick | wat-erleben

Jax und sein Silberblick | wat-erleben

Das altbekannte Spiel | wat-erleben

Das altbekannte Spiel | wat-erleben

Annie am Airforce Beach | wat-erleben

Annie am Airforce Beach | wat-erleben

Zurzeit haben wir das erste Mal das Gefühl, dass wir völlig frei sind – ganz ohne Plan und ohne zu wissen, ob wir weiterhin in Kanada bleiben oder weiterziehen werden. Die letzten 3 Monate waren definitiv ein Abenteuer, die Destinationen aber alle geplant (die meisten schon von Deutschland aus). Wirklich nervös macht mich das gerade nicht. Ganz im Gegenteil, wir genießen unsere Zeit in Courtenay und ich bin froh, dass wir so flexibel sind.

Das „Ziel“ Courtenay, für einen Help Exchange, war alles andere als flexibel bzw. spontan. Laut Helpx-Inbox hatten wir Ende April das erste Mal eine Anfrage an unsere Gastgeber gesendet und  auch direkt eine Zusage für August erhalten. Damals wussten wir noch nicht, dass wir damit ganz schön früh dran sind. Vielleicht brauchten wir auch einfach die Sicherheit, für den Anfang unserer Reise. Selbst unsere Gastgeberin meinte am ersten Tag: „Also um ehrlich zu sein, hätte ich nicht damit gerechnet, dass ihr wirklich kommt.“ „Waaaaas? Klar doch, wir sind Deutsch, wir halten uns an Pläne“ – haben Bernd und ich, beide mit einem unterstützenden Kopfnicken, erwidert…oder so ähnlich.

Ich fange aber mal von vorne an: Wir sind seit letzter Woche Samstag in Courtenay, unserem zweiten Help Exchange. Courtenay liegt wie Nanaimo an der Ostküste von Vancouver Island und ist die größte Stadt im Comox Valley. Unsere Gastgeber leben allerdings außerhalb der Stadt, auf einer, wir würden es fast Farm nennen, auch wenn unsere Gastgeberin einer anderen Meinung ist. Unsere Gastgeber, ein Ehepaar in den End-60ern, zwei Labradore, eine Katze und drei Pferde sind nun seit fast einer Woche unser Zuhause. Wir haben uns direkt vom ersten Tag an wohl gefühlt und wussten beide schnell, dass es genau aus diesem Grund eine gute Entscheidung war, noch keine weiteren Pläne zu schmieden.

Die letzten Tage mussten wir uns erst einmal einfinden, hatten Spaß daran mit anzupacken und zu arbeiten. Gestern haben unsere Gastgeber uns dann quasi genötigt, mit der Arbeit aufzuhören, das Grundstück zu verlassen und sagten: „Go and have some fun“. Also haben wir uns Abends noch aufgerafft und sind mit dem Auto zum Strand gefahren – das tolle an dem Auto ist übrigens, dass wir es ganz für uns alleine haben und damit so viel fahren dürfen wie wir wollen.

Bernd bei der Arbeit | wat-erleben

Bernd bei der Arbeit | wat-erleben

Luftgewehrschießen; ratet mal, wer besser gezielt hat? | wat-erleben

Luftgewehrschießen; ratet mal, wer besser gezielt hat? | wat-erleben

Coleman Provincial Park, Go-and-have-some-fun-Abend | wat-erleben

Coleman Provincial Park, Go-and-have-some-fun-Abend | wat-erleben

Heute haben wir, mal wieder typisch Deutsch, an unserem freien Tag einen Plan erstellt, was wir hier in der Gegend alles noch entdecken wollen. Eigentlich waren knapp zwei Wochen beim HelpX geplant, aber wer weiß, „Pläne“ können sich ja ändern 😉

Unsere erste Erfahrung mit der Platform HelpX haben wir recht gut gemeistert. Die Zeit verging wie im Flug, was auch zu einem großen Teil unserer Gastgeberin geschuldet war, da sie uns immer auf Trab gehalten hat. Im positiven Sinne. So kam es auch mal, dass ich mich morgens im Park wieder gefunden habe, um mit meinen Händen große Energiebälle zu formen und diese durch die Luft zu bewegen. Gleichzeitig haben meine Füße Wurzeln bis zum Erdkern geschlagen, damit ich mir die Energie der Erde zu Nutzen machen kann. Die Geschwindigkeit mit der die meisten Bewegungen beim Tai-Chi ablaufen, gleichen der meines normalen Ganges. Ich bin also ein praktizierender Tai-Chi-Großmeister im Alltag. Voller Energie konnten wir in den Tag starten und unsere anstehende Hausarbeit, Gartenarbeit und Büroarbeit erledigen.

Das Meer bei Campbell River | wat-erleben

Das Meer bei Campbell River | wat-erleben

In unserer freien Zeit haben wir uns den Fluss runter treiben lassen oder haben die Strände und Nationalparks in der Nachbarschaft erkundet. Bei einem Ausflug durften wir auch Bekanntschaft mit der örtlichen Polizei machen. Da wir uns dank Google Maps verfahren hatten, sind wir an einer Brücke ausgekommen, wo Bauarbeiten ausgeführt wurden. Die Brücke kam mir komisch vor, da sie auf unserer normalen Route nicht geplant war. Ich habe mich daher dazu entschlossen, vor der Brücke zu wenden und den Weg zurück zu fahren. Vor der Brücke waren zwei Streifenwagen positioniert, die Polizisten winkten uns zu, ich winkte zurück und habe den Wagen umgedreht. Die Kanadier sind ja bekannt für ihre Freundlichkeit. Laura meinte noch, dass ich doch besser angehalten hätte, vielleicht wollte die Polizei ja was von uns. Ratet mal, so war es auch, keine 500 Meter später habe ich im Rückspiegel ein Lichtermeer von blau und rot gesehen, begleitet von einer lauten Sirene. Mit ordentlich Herzklopfen bin ich rechts ran gefahren. In Gedanken habe ich mich schon im Knast gesehen. Zu unserem Glück war der Officer, nach einer anfangs sehr ernsten Miene, gut gelaunt und hat uns noch einen Witz erzählt, warum ich immer auf meine Freundin hören sollte, auch wenn es manchmal keinen Sinn ergeben würde. Die Wasserfälle, die wir danach besucht haben, gerieten irgendwie in den Hintergrund, zu aufregend war der Zwischenfall mit der Polizei. So aufregend, dass wir das Hinweisschild übersehen haben, auf dem steht, dass der Parkplatz um 21 Uhr schließt. Wir haben uns auf dem Rückweg deshalb vor einer verschlossenen Schranke wiedergefunden. Leider haben wir auch keinen Geländewagen, mit dem wir außen rum hätten fahren können. Wir wurden also von unserer Gastgeberin abgeholt und das Auto hat ganz alleine auf dem Parkplatz übernachtet. Ja, ja, wat erleben.

Elk Falls | wat-erleben

Elk Falls | wat-erleben

Elk Falls Suspension Bridge | wat-erleben

Elk Falls Suspension Bridge | wat-erleben

 

Fast genauso aufregend war auch unser Vorhaben, die 150 km zurück zum Housesit nach Nanaimo per Anhalter zu fahren. Getrieben von 80$, die wir für ein Busticket sparen und der guten Erfahrung unserer Gastgeberin, haben wir es einfach mal versucht. Wir wurden von ihr an einer vielbefahrenen Straße ausgesetzt und siehe da, keine 20 Minuten später hat ein älterer Herr angehalten und uns mitgenommen. Auch hier verging die Zeit wie im Flug, mit vielen Tipps zu Kanada, Vancouver Island und anderen Reisezielen wurden wir direkt vor unserer Haustür rausgelassen. Besser hätte ein erster Versuch nicht aussehen können. Wir sind zurück bei Bentley, dem Labrador, den wir aufpassen und der jetzt gerade meine Füße unter dem Tisch wärmt. Eine der Katzen, Bagheera, die wir mit aufpassen, haben wir immer noch nicht gesehen. Gut, dass uns auch die berüchtigte Katze der Insel nicht über den Weg gelaufen ist – der Cougar, auf Deutsch Puma. Gestern waren wir auf Newcastle Island, einer kleinen Insel, 5 Minuten mit der Fähre entfernt. Unser Ziel war die Umrundung der Insel. Blöd, dass wir vom Weg abgekommen sind und uns direkt am Wasser wiedergefunden haben. Laura schimpft immer noch über meinen Orientierungssinn, denn auf meinem Handy hätte ich schwören können, dass da ein Weg war. Das alleine wäre ja nicht weiter tragisch. Als wir aber die Überreste eines Reh-Skelettes auf den Felsen entdeckt haben, wurde es uns doch mulmig zumute. Die Szene erinnert mich an den König der Löwen, wo Simba den Elefantenfriedhof entdeckt. Wir haben uns sofort umgedreht und sind zurück gelaufen. Irgendetwas hätte mir auch auffallen müssen, als der Wanderweg zu einem Pfad, dann zu einem Trampelfad und schließlich zu einem Nichts wurde. Da hilft es auch nicht zu wissen, dass ein Puma (normalerweise) kein Interesse an Menschen hat.

Newcastle Island | wat-erleben

Blick von Newcastle Island | wat-erleben

Letzten Dienstag sind wir in Nanaimo angekommen, der zweitgrößten Stadt an der Ostküste von Vancouver Island. Was hat uns hier hinverschlagen? Mal wieder ein Housesit, der mittlerweile dritte. Dieses Mal mit einem Hund, Bentley, ein 11 Jahre alter Labrador-Opa, Moki und Bagheere (zwei Katzen, wobei die eine sehr viel miaut und die andere so schüchtern ist, dass wir nur Teile von ihr gesehen haben, wenn sie vor uns geflüchtet ist).

Wat erleben beschränkte sich in den letzten Tagen hauptsächlich auf Spaziergänge mit Bentley, ein wenig Fahrradfahren (bei den Steigungen eher schwierig) und in sehr bequemen Stühlen mit einem Kaffee und zusammen mit Bentley die Aussicht aufs Meer zu genießen.

Bentley will Spazieren gehen | wat-erleben

Bentley will Spazieren gehen | wat-erleben

In den letzten zwei Monaten haben wir unglaublich viele Seen gesehen und besonders die Bergseen in den Rockies mit ihren Spiegelungen waren atemberaubend schön. Was nicht ganz so schön war, waren die Mücken. In Nanaimo haben wir bisher noch keine sehen können, hier können wir sogar Abends nach Sonnenuntergang und frisch parfümiert spazieren gehen, ohne uns komplett mit Off-Mückenspray einzunebeln und danach wieder das Gefühl zu haben, duschen zu müssen.

Ehm, ok ich schweife ab, zurück zum Thema Meer. Abseits der nicht vorhanden Mücken erinnert mich das Meer an Urlaube und macht mich einfach super glücklich. Genau das hatten wir für eine Woche fast direkt vor unserer Haustür. Ok, etwas gelogen. Wollten wir nicht nur den Ausblick genießen, sondern direkt zum Meer mussten wir einige Höhenmeter mit dem Fahrrad überwinden. Nanaimo ist, zumindest für münsterländische Verhältnisse, sehr bergig. Vom Meer aus können wir die Berge sehen, auf denen teilweise sogar noch Schnee liegt – wunderschön. An unserem letzten Tag, diesen Montag, hatte Bernd noch eine Laufstrecke entdeckt, die um eine kleine Insel und direkt am Wasser vorbei führt. Danach haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, noch schnell ins Wasser zu springen. Deutlich wärmer als die Bergseen und bei einer Außentemperatur von mittlerweile fast 30 Grad  sehr erfrischend (in Deutschland scheint das Klima ja auf der Tagesordnung zu stehen).

Dienstagmorgen hat uns unsere Gastgeberin zur Fähre gebracht, wo unser Bus nach Campbell River wartete. Dort sind wir jetzt seit drei Tagen und machen ein so genanntes Help Exchange. Arbeiten gegen Unterkunft und Essen. Das ganze war allerdings eher eine spontane Aktion. Den Housesit in Nanaimo haben wir insgesamt für 2 Wochen, aber mit einer Woche Unterbrechung. Ohne viel Geld auszugeben und ohne weit wegzureisen gab es daher nur eingeschränkte Möglichkeiten. Diese Möglichkeit erwies sich jedoch als super Chance, Kanadier besser kennenzulernen. Bei den Housesits leben wir alleine und überschneiden uns, wenn alles gut läuft, mit dem Gastgeber, so dass wir diese noch für eine sehr kurze Zeit kennenlernen können. Beim aktuellen Help Exchange leben wir dagegen mit unserer Gastgeberin und ihrer Tochter unter einem Dach zusammen. Ihr Haus liegt direkt am Campbell River, was bereits am ersten Abend dazu führte, dass wir mit dem Auto und dem Schlauchboot und Wasserschlappen bewaffnet zu einem Einstieg gefahren sind. Dort angekommen ließen wir uns dann Flussabwärts im Boot treiben. Allerdings ein komisches Gefühl, denn kurz vorher hatten wir bei einer organisierten Raftingtour noch einen Guide dafür bezahlt, uns sicher und mit umgehen der ganzen Felsen ans Ziel zu bringen. Jetzt waren wir auf uns alleine gestelllt, was bis auf einige Äste und Felsen, die unseren Weg kreuzten, ganz gut funktionierte. Am Ziel = das Grundstück unserer Gastgeberin angekommen, ging es dann 107 Stufen aufwärts bis in ihren Garten. Wir habens überlebt!

Blick von der Terrasse in Campbell River | wat-erleben

Blick von der Terrasse in Campbell River | wat-erleben

Rafting im Campbell River | wat-erleben

Rafting im Campbell River | wat-erleben

Gestern haben wir den ganzen Tag gearbeitet, Bernd hat mit diversen Rosenbüschen gekämpft (zumindest sieht er jetzt so aus) und ich habe hauptsächlich versucht, Struktur in Tausenden Kleidungsstücken für einen anstehenden „Garagesale“ zu bekommen.

Gerade liegen wir am Strand und ich schreibe den aktuellen Blogbeitrag. Unsere Gastgeberin und ihre Tochter sind beim Arzt, der ärgerlicherweise direkt am Meer liegt und sie haben uns daher hier abgesetzt.

Strand in Campbell River | wat-erleben

Strand in Campbell River | wat-erleben

Heute Abend bringt ein Freund unserer Gastgeberin selbstgefangenen Lachs mit, Campbell River ist nämlich bekannt als „salmon capital of the world“. Wir sind gespannt 🙂