Ok, es war höchstwahrscheinlich kein deutscher Glühwein, aber immerhin mit Alkohol. Das ist in den USA nämlich eher unüblich, zumindest in der Öffentlichkeit. Nach einer Runde mit dem Citi Bike bei eisigen Temperaturen im Central Park, war es Zeit für eine Aufwärmung. Wie passend, dass sich direkt am Central Park ein Weihnachtsmarkt, inklusive einer Beer and Wine Area mit einem „Glühwein & Beer“-Stand befand. So lautete jedenfalls die Aufschrift, inklusive deutschem Fähnchen. Als Bernd im perfektioniertem „One GLÜHWEIN“ seine Bestellung aufgab, wurde er auf Deutsch weiter bedient. Bei einer sauberen Aussprache dieses Wortes konnte er wohl kaum verleugnen, dass er aus Deutschland kommt. Dann gab es einen Stempel und eine Belehrung, dass wir unbedingt im abgesperrten Bereich bleiben mussten, um das alkoholhaltige Heißgetränk zu konsumieren. Kein Problem, er schmeckte trotzdem, oder gerade deshalb, hervorragend.

Fahrradfahren im Central Park, NYC | wat-erleben

Fahrradfahren im Central Park, NYC | wat-erleben

Der Winter ist angekommen im Central Park, NYC | wat-erleben

Der Winter ist angekommen im Central Park, NYC | wat-erleben

Das Schild zum Glück, Weihnachtsmarkt NYC | wat-erleben

Das Schild zum Glück, Weihnachtsmarkt NYC | wat-erleben

Weihnachtsmarkt am Central Park, Glühwein, NYC | wat-erleben

Weihnachtsmarkt am Central Park, Glühwein, NYC | wat-erleben

Im Anschluss ging es gestärkt zur Schlittschuhbahn des Bryant Parks. Eigentlich viel zu teuer, viel zu touristisch und viel zu anstrengend. Nach kleiner Überlegung machten wir es aber doch. Mit Sneakersocken und Taschen, die man nicht mit auf die Eisfläche nehmen durfte – bestens vorbereitet also. Unter Fluchen ein Schloss für ein Schließfach für schlappe 10 USD gekauft (Socken hätte man auch kaufen können) und ab gings. Auf einer Skala von 1 bis 10, hinsichtlich der Erfahrung als Schlittschuhfahrer, waren wir definitiv im oberen Bereich angesiedelt. Das sage ich so selbstbewusst, weil wir während unserer ca. 45 minütigen Fahrt kein Mal hinfielen. Um uns herum der Großteil schon. Gut, einige der anderen Touristen waren eventuell davor noch nie auf dem Eis. Einer wurde nach heftigem Sturz, trotz kompletter Eishockey-Schutzausstattung, sogar im Rollstuhl abtransportiert. Kurz danach hörten wir auf, das Schicksal musste ja nicht unnötig herausgefordert werden. Eine Subway-Stunde, ein Tattoo (nur für mich, nicht für Bernd mit Angst vor Nadeln) und ein bisschen Geld weniger, ging es mit dem Zug wieder zurück Richtung Gastfamilie.

Die Schlittschuhbahn im Bryant Park, NYC | wat-erleben

Die Schlittschuhbahn im Bryant Park, NYC | wat-erleben

Schlittschuhfahren im Bryant Park, ohne Hinfallen, NYC | wat-erleben

Schlittschuhfahren im Bryant Park, ohne Hinfallen, NYC | wat-erleben

Am Samstag wollten wir ursprünglich ausschlafen, mein Gastvater ließ uns am Vorabend jedoch per WhatsApp zukommen, dass wir aufgrund von Renovierungsarbeiten von 9-14 Uhr besser nicht im Haus sein sollten. Dafür schlug er vor, dass wir uns an der Erstellung von 35.000 Chocolate Chip Cookies für eine Charity-Veranstaltung beteiligen könnten. Gesagt, getan. Meine Gastmutter lieferte uns in der Kochschule ab, in der mein Gastvater arbeitet. Dann erhielten wir Namensschilder, bekamen eine kleine Tour, wurden als „the Germans“ vorgestellt und erhielten unsere Aufgabe. Wir waren in der Logistikabteilung für das „Eindosen“ und Verpacken der Kekse mit einigen anderen verantwortlich. Wie in einer Fabrik waren alle Arbeitsschritte genauestens durchgeplant, von der Erstellung und Backen der Kekse in der riesigen Schulküche, über Eintüten, in Dosen packen bis hin zu Verpackungskartons verschließen. Die Kekse waren ein Dankeschön, an alle, die die Organisation im laufenden Jahr unterstützt hatten. Kinder mit einer Krebserkrankung werden, von den Spenden, zusammen mit ihrer Familie ins Disneyland eingeladen. Anfangs konnte dies sechs Kindern, mittlerweile ca. 70 Kindern pro Jahr ermöglicht werden.

Die Cookie-Fabrik, Charity Veranstaltung | wat-erleben

Die Cookie-Fabrik, Charity Veranstaltung | wat-erleben

Bernd beim Verpacken der Kekse | wat-erleben

Bernd beim Verpacken der Kekse | wat-erleben

Bevor es zurück zum Haus ging, fuhren wir mit meiner Gastmutter und den Kindern noch zu einem Einkaufscenter, eins mit leckeren Burgern. Nur noch vier Tage und das amerikanische Essen hat ein Ende. Danach gibt es wieder einfache „Backpacker“-Kost, oder so ähnlich.

Ein Ende hat bald auch unser Kinoabend, immer Dienstags Abends in der Palisades Mall. Denn das ist der einzige Tag, wo das Kino bezahlbar ist. Um ein bisschen Kosten zu sparen, machte ich mir im Vorhinein Popcorn in der Mikrowelle, die Butter wurde von Bernd von der „Butter-Station“ des Kinos abgezapft, im wahrsten Sinne.

Jetzt sind es nur noch 3 Tage in New York…

Unser letzter Kinoabend, mit einer extra Portion Butter | wat-erleben

Unser letzter Kinoabend, mit einer extra Portion Butter | wat-erleben

Nach Thanksgiving folgt der sagenhafte Black Friday. In den Nachrichten sieht man Menschenmassen, die die Kaufhäuser erstürmen und sich einen erstklassigen Boxkampf um die besten Deals liefern. Bei Good Morning America wird heiß diskutiert, ob man mit manchen Käufen lieber noch warten soll, bis der Cyber Monday kommt. Denn auch im Internet findet man das ein oder andere gute Angebot. Den ersten Schnapper machten wir direkt am Freitag, denn der „National Espresso Day“ fiel auf den Black Friday. Wir mussten zugreifen und fuhren zu Dunkin’ Donuts – Espresso Shot für 50 Cent, Shopping erledigt…dachten wir. Kurzentschlossen ging es Samstag für uns und Lauras Gastmutter und -tochter zur Woodbury Common Outlet Mall. Es war nicht so schlimm wie erwartet. Wahrscheinlich waren die Hardcore-Shopper schon vor uns da, um die 251 Geschäfte zu plündern. Auf dem Weg zum Eingang kamen uns auf jeden Fall einige Leute entgegen, die mit einem Haufen an Einkaufstaschen behangen waren. Die cleveren Schnäppchenjäger nahmen gleich ihren leeren Reisekoffer mit. Anfangs war ich noch verwundert, warum so viele Leute ihre Koffer dabei haben. Die sind doch nicht auf der Durchreise und warum lassen sie dann ihr Gepäck nicht im Auto… Bei Rabatten von bis zu 90% kann man auch schlecht Nein sagen. Sogar Laura hat von diesen Preisnachlässen profitiert. Als wir im Laden von Kate Spade waren und uns nach Handtaschen umsahen, sprach uns von hinten eine Verkäuferin an und nannte uns prompt den Preis für die Tasche in Lauras Hand. Als ich den Preis hörte, dachte ich zuerst, die Dame würde uns mit auf den Parkplatz zu ihrem Auto nehmen, um uns die Tasche aus ihrem Kofferraum zu verkaufen. Nein, wie sich herausstellte, war der Preis wirklich so günstig. Es gab 70 % auf den Originalpreis und noch mal 20 % Extra. Mal abgesehen vom Preis ist die Tasche auch noch hübsch, praktisch und so eine hat Laura noch nicht, mehr Kaufargumente braucht es gar nicht. Alle außer mir waren erfolgreich beim Shopping, was vielleicht auch daran lag, dass 50 % Rabatt auf eine 650 USD teure Outdoorhose immer noch viel Geld ist.

National Espresso Day | wat-erleben

National Espresso Day | wat-erleben

Typisch deutsch, erstmal den Plan studieren | wat-erleben

Typisch deutsch, erstmal den Plan studieren | wat-erleben

So geht Preisnachlass | wat-erleben

So geht Preisnachlass | wat-erleben

Das Ergebnis des Shoppings | wat-erleben

Das Ergebnis des Shoppings | wat-erleben

Besser als mein Einkaufserlebnis in der Outlet Mall verlief mein Besuch bei einem Lebensmittelgroßhändler. Sozusagen die Mall für Männer. Die großen Stücke Fleisch schön aufgereiht zu begutachten, ist wahrscheinlich das gleiche Erlebnis, als wenn die Frauen die Kleider auf der Stange durchwühlen. Unsere Speisekarte für die Woche sah vielversprechend aus: Brisket, Rippchen und Hummer. Vor allem der Hummer war beim Essen eine große Sauerei. Als Tischdecke diente uns deshalb eine Mülltüte. Geschmeckt hat es trotzdem, ein wenig wie Garnelen. Noch besser war das Stück Rind, welches 14 Stunden im Smoker verbrachte, zarter geht nicht.

Ziemlich frisch vom Markt, vorher | wat-erleben

Ziemlich frisch vom Markt, vorher | wat-erleben

Immer noch frisch, nachher | wat-erleben

Immer noch frisch, nachher | wat-erleben

Es braucht seine Zeit... | wat-erleben

Es braucht seine Zeit… | wat-erleben

Neben all dem Essen, fanden wir auch Zeit, um gemeinsam mit der Familie Karten zu spielen, oder die Eröffnung des Weihnachtsbaumes vor dem Rockefeller Center zu schauen. Zwar nur vor dem TV, aber live werden wir ihn bestimmt noch die Tage sehen. Genauso wie die dekorierten Schaufenster der ganzen Geschäfte. Weihnachten kann kommen – für uns mit Weihnachtsmütze am sonnigen Strand, irgendwo in Australien.

Chillen und TV | wat-erleben

Chillen und TV | wat-erleben

Ok, wir waren natürlich nicht wirklich in China, sondern letzten Samstag nur in Flushing, einem Stadtteil von Queens. Dort befindet sich das zweitgrößte Chinatown. Anders als das Chinatown in Downtown Manhattan ist das Viertel in Flushing weniger auf die fake-markenbegeisterten Touristen ausgelegt und wirkt für uns irgendwie authentischer. Einen kleinen Kulturschock gab es bereits direkt zu Anfang – wir dachten, wir wären in einer Zoohandlung, es war jedoch nur ein Supermarkt. Schildkröten, Schlangen, Riesenfische und Frösche werden als Lebensmittel und vor allem lebendig verkauft. Als wir an einem Stand mit genussvoller Fertig-Suppe vorbei liefen, wurde uns im Vorbeigehen auf, höchstwahrscheinlich, Mandarin eine Probe angeboten. Bernd und ich antworteten beide sofort mit „No, gracias“ und begriffen erst nach einigen Sekunden, dass unser Kopf anscheinend wie selbstverständlich Spanisch auspackt, wenn nicht Englisch oder Deutsch mit uns gesprochen wird.

Insgesamt waren wir noch in zwei weiteren Supermärkten, durchaus interessant. Sogar das Toilettenschild mussten wir etwas suchen, da es in chinesischen Zeichen ausgeschildert war. Können wir uns schon mal merken, falls wir noch nach Asien kommen…

Flushing in Queens,NY | wat-erleben

Flushing in Queens,NY | wat-erleben

Nach Chinatown ging es zurück nach Manhattan. Bernd wollte unbedingt in den größten Starbucks der Stadt. Beim letzten Mal im Mai hatte es nicht wirklich funktioniert, denn nach einer Ewigkeit suchend im Regen, war der laut Google angeblich größte Starbucks nur mit einer Handvoll Sitzplätzen ausgestattet. Dieses Mal haben wir ihn aber wirklich gefunden, in der Nähe vom World Trade Center. Nichtsahnend genossen wir unseren Kaffee, bis wir plötzlich feststellten, dass einen Tag zuvor unser Halbjähriges der Weltreise erreicht war. Sechs Monate sind wir schon unterwegs, unglaublich! Nach Hause wollen wir noch nicht, froh sind wir trotzdem, dass wir rechtzeitig die „Reißleine“ gezogen haben und uns eine kleine Verschnaufpause in gewohnter Umgebung gönnen. Nach dem Motto: „Was kostet die Welt?“ haben wir uns nach dem Kaffee daher zur Feier des Tages einen leckeren Restaurant-Besuch genehmigt. Unser Cocktail hieß Waikiki Shack und passte schon mal super als kleine Einstimmung auf Hawaii.

Die Weihnachtssaison in NYC ist längst gestartet, Eisbahn am Rockefeller Center | wat-erleben

Die Weihnachtssaison in NYC ist längst gestartet, Eisbahn am Rockefeller Center | wat-erleben

Waikiki-Cocktail auf unser Halbjähriges unserer Weltreise, The Smith,NYC | wat-erleben

Waikiki-Cocktail auf unser Halbjähriges unserer Weltreise, The Smith,NYC | wat-erleben

Das Halbjährige unserer Weltreise feiern, The Smith,NYC | wat-erleben

Das Halbjährige unserer Weltreise feiern, The Smith,NYC | wat-erleben

Bereit für die Rückfahrt zu meinen Gasteltern machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp vor der Oyster Bar im Grand Central. Es war kurz vor Mitternacht, ideale Voraussetzungen. Für was? Vor dem Restaurant gibt es die „Whispering Gallery“, den Tipp hatten wir bei einem Reiseblog gelesen. Die bogenförmige Decke bzw. die Keramiktore sind so geformt, dass trotz ca. 20 Meter Entfernung aus Geflüster ein lautes Gespräch wird. Dazu stellt man sich einfach in unterschiedliche Ecken und flüstert in diese Ecke rein. Sieht komisch aus und fühlt sich auch so an, umso beeindruckender ist es aber, dass man den anderen so gut versteht, als ob er direkt neben einem stehen würde.

Die Whispering Gallery im Grand Central, ich stand nach dem Foto schräg gegenüber | wat-erleben

Die Whispering Gallery im Grand Central, ich stand nach dem Foto schräg gegenüber | wat-erleben

Gestern war übrigens Thanksgiving in den USA – das amerikanische Erntedankfest, nur etwas anders. Bevor wir uns jedoch über den leckeren Truthahn und den tausend anderen Köstlichkeiten hermachen konnten, hieß es für uns und einen Teil meiner Gastfamilie (Jordan und Kendell wollten lieber im Warmen, d.h. Zuhause bleiben) Laufen für den guten Zweck. Halb 7 aufstehen, feststellen, dass es wirklich so kalt ist wie angekündigt (-5 Grad plus eiskalter Wind) und bis kurz vor Start im Auto warten, weil es draußen fast nicht auszuhalten ist. Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht. Bei traumhaftem Sonnenschein ging es eine große Runde um den Rockland Lake.

Der Thanksgiving Turkey Trot, Vorher Foto | wat-erleben

Der Thanksgiving Turkey Trot, Vorher Foto | wat-erleben

Der Thanksgiving Turkey Trot, Nachher Foto | wat-erleben

Der Thanksgiving Turkey Trot, Nachher Foto | wat-erleben

Unsere Laufergebnisse vom Turkey Trot, wir waren gar nicht so schlecht... | wat-erleben

Unsere Laufergebnisse vom Turkey Trot, wir waren gar nicht so schlecht… | wat-erleben

Nach einer ewig langen heißen Dusche spürte man endlich wieder die Finger und es folgte der noch angenehmere Teil von Thanksgiving – ganz viel Essen und Trinken. Als wir Abends wirklich alle restlos satt waren, kam mein Gastkind Kaili auf die Idee, dass Thanksgiving jetzt quasi vorbei ist und die Weihnachtsdeko aufgebaut werden könne. Gesagt getan, der Kunstbaum wurde inklusive vorgefertigter Lichterkette aus dem Karton gezaubert und unzählige Kisten mit Baumschmuck und Deko vom Dachboden ins Wohnzimmer transportiert. Zur Weihnachtsmusik starteten wir mit den Anfängen von insgesamt 300 Teilen des Christbaumschmucks – bis wir feststellen mussten, dass die Aufhänger verschwunden sind und heute erst einmal welche gekauft werden müssen. Bietet sich gut an, denn schon seit vorgestern sind die ganzen Shops auf den Black Friday Sale vorbereitet. Ein großer Unterschied zu Deutschland. Hier sind 60 Prozent auf alle Waren, nicht nur auf den letzten Wühltisch, völlig normal. Warum reisen wir nur mit einem Rucksack?

Macys Thanksgiving Parade, ausschließlich mit Weihnachtsliedern | wat-erleben

Macys Thanksgiving Parade, ausschließlich mit Weihnachtsliedern | wat-erleben

Der traditionelle Truthahn durfte natürlich nicht fehlen, Thanksgiving in NY |wat-erleben

Der traditionelle Truthahn durfte natürlich nicht fehlen, Thanksgiving in NY |wat-erleben

Einer der Weihnachtsbäume steht pünktlich zu Ende von Thanksgiving; fünf weitere folgen noch | wat-erleben

Einer der Weihnachtsbäume steht pünktlich zu Ende von Thanksgiving; fünf weitere folgen noch | wat-erleben

Okay, es gibt kein richtiges Schneechaos in New York. Obwohl der erste Schneefall hier wohl so behandelt wird. Heute Morgen bekamen wir die Info, dass die Kids bereits um 10 Uhr aus der Schule kommen, weil es ab Mittag schneien soll. Im letzten Jahr gab es sieben Tage, an denen die Kinder nicht in die Schule mussten, weil es schneite. Laura und ich guckten uns verwundert an, wir reden hier schließlich von ganz normalem Schnee. Josefine, Lauras Freundin aus Norwegen, muss wahrscheinlich herzhaft lachen, wenn sie dies hört und am nächsten Morgen ihr Auto erst sucht und dann freischaufelt. Wir nutzen die Chance für eine Schneeballschlacht, für Schnee-Engel und heiße Schokolade mit Marshmallows hinterher. Leider können wir die jahrelange Tradition einer ordentlichen Feuerzangenbowle beim ersten Schneefall nicht fortsetzen. Ein Kakao mit Schuss muss reichen.

Es beginnt zu schneien, November in New York | wat-erleben

Es beginnt zu schneien, November in New York | wat-erleben

Ha ha | wat-erleben

Ha ha | wat-erleben

Winter is coming, New York | wat-erleben

Winter is coming, New York | wat-erleben

Die letzte Woche war ansonsten ziemlich unaufgeregt. Man kann fast von Alltag reden, sozusagen unser Urlaub vom Reisen. Hierzu gehört Gartenarbeit und das Renovieren des Kellers. Gut, dass ich so handwerklich begabt bin. Meine Lieblingssätze auf der Baustelle „Das sieht sich weg“ und „Ich muss hier ja nicht wohnen“ lassen sich nur schwer ins Englische übersetzen. Bei Home Depot bin ich nun Stammgast, dem amerikanischer Hornbach oder Obi. Wenn wir nicht zum Baumarkt fahren, dann wird Basketball in der High School geschaut, die Shopping-Mall aufgesucht oder vom Kinotag Gebrauch gemacht.

Freundschaftsspiel in der Winterpause, New York | wat-erleben

Freundschaftsspiel in der Winterpause, New York | wat-erleben

Unsere Reisepläne werden nach und nach konkreter. Die drei Nächte auf Hawaii sind relativ einfach zu planen. Australien ist da schon etwas größer und die Auswahl an Aktivitäten auch…also, wenn jemand Tipps hat, immer her damit.

Nachtrag: Jetzt ist es wirklich ein Schneechaos. Im Laufe des Nachmittags fielen 15 cm Schnee. Die Straßen sind größtenteils gesperrt. Autos werden am Straßenrand übernachten, weil es zu rutschig ist. Lauras Gastmutter brauchte für die normale 10-minütige Fahrt von der Fähre zum Haus zwei Stunden. Der Gastvater steckt seit fünf Stunden im Stau fest. Auf der anderen Seite freuen sich die Kinder, den sie rechnen fest damit, dass auch morgen die Schule ausfällt.

Schon seit zwei Wochen sind wir in New York, mal wieder Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Wirklich viel passierte die letzte Woche nicht, unspannend also für euch, für uns gerade genau das Richtige. Denn wir sind noch nicht wieder zur alten Reiselust zurückgekehrt. Schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt und definitiv ein Luxusproblem. Vor unserer Weltreise konnten wir uns nicht vorstellen, dass wir jemals müde vom Reisen werden. Blogbeiträge, zumindest die, die wir lasen, vermittelten uns den Eindruck, dass mehrjähriges Reisen, viele Länder und unterschiedlichste Kulturen in kürzester Zeit, die Erfüllung schlecht hin sind. Vielleicht sind wir einfach anders, dachten wir uns. Bis wir gezielt nach anderen Beiträgen suchten und plötzlich von vielen anderen Reisenden hörten, denen es wie uns ging. Mit wertvollen Tipps an der Hand geht es uns mittlerweile deutlich besser. Kein Schlechtes Gewissen mehr, wenn wir nichts machen, obwohl es tausend Dinge zum Erkunden gibt. In Zukunft nur noch die Länder auszuwählen, bei denen wir uns hundertprozentig sicher sind und nicht, weil sie abgehakt werden soll(t)en. Und vor allem, den Spaß an der Sache nicht zu verlieren und uns etwas zu gönnen, auch wenn die entsprechende Aktivität eigentlich „zu teuer“ für unsere Reisekasse wäre.

Neben diesen Erkenntnissen nutzten wir die letzte Woche auch dazu, um To Dos abzuhandeln, die schon ewig auf der Liste standen – z.B. ein Video fürs House Sitting zu erstellen, um uns gegen die teilweise hohe Konkurrenz bei TrustedHousesitters durchzusetzen. Falls ihr euch das Video anschauen oder uns nun sogar „buchen“ wollt ;), hier ist es:

Das Wetter ist zurzeit übrigens traumhaft in New York, deshalb stimmten Bernd und ich uns die letzten Tage schon ein wenig für den „Turkey Trot“ ein. Das ist ein 5 Meilen-Lauf, der jedes Jahr an Thanksgiving im Nachbarort stattfindet –  dieses Mal mit zwei Deutschen. Ich versuchte es gestern direkt mit der Wettkampfdistanz von 5 Meilen (umgerechnet 8 km), Bernd versuchte es mit einer Abkürzung.

Wie es die „Profis“ machen, konnten wir Sonntag beim New York Marathon bestaunen. 42 km und ordentlich Steigung machen diesen Lauf zu einer Herausforderung, so auch die Anmeldung für Ausländer. Entweder benötigt man eine enorm gute Startzeit, oder aber man bucht seine Startnummer über einen Reiseveranstalter. Ich stand mit Gänsehaut-Gefühl und Wehmut an der Absperrung und beobachtete die Läufer, die nur noch wenige Meter bis zum Ziel vor sich hatten. „Irgendwann erfülle ich mir diesen Traum“, sagte ich zu Bernd. „Ich nicht“, dachte sich Bernd höchstwahrscheinlich und konnte meine Euphorie komischerweise nicht verstehen.

Das erste Mal wieder in NYC, der Blick aus dem dreckigen Zugfenster | wat-erleben

Das erste Mal wieder in NYC, der Blick aus dem dreckigen Zugfenster | wat-erleben

Der New York City Marathon | wat-erleben

Der New York City Marathon | wat-erleben

Nachdem uns dann doch ein wenig kalt wurde (mittlerweile sind es ca. 10 Grad in NY und wir haben kein Wintergepäck dabei), wärmten wir uns im, schon bestens auf Weihnachten vorbereitetem, Starbucks auf und machten uns dann auf den Weg zum Kreuzfahrt-Terminal. Dort erwarteten uns 30 Minuten Heimatgefühl. Denn Hasi und Christiane aus Heiden begannen an diesem Tag ihre Kreuzfahrt von NYC in die Karibik. Jede Minute wurde so gut es geht vollgepackt mit allem Neuen, sowohl von der Weltreise als auch aus Heiden.

Ein Wiedersehen aus der Heimat | wat-erleben

Ein Wiedersehen aus der Heimat | wat-erleben

Heute konnten wir einen Vorgeschmack für den Blackfriday-Sale Ende November erhalten. Wir waren im Einkaufszentrum, weil ich Bernd nicht länger das Outfit Outdoor-Hose in Kombination mit schrillen Laufschuhen zumuten möchte, oder mir, oder dem „Backpackeroutfit unfreundlichem“ New York City. Mit neuer Hose und neuen Schuhe zu einem überaus freundlichem Preis (Bernd durfte an der Kasse einen Coupon ziehen und bekam einfach mal so 40% Rabatt; würd’s ja in Deutschland nie geben),  gönnten wir uns im Anschluss ein Eis. Der neueste Trend in der Mall kommt aus Südostasien, am Wochenende mit einer ca. 30 minütigen Warteschlange umgeben, und ist ein Eisstand namens „Rolling Cow“. Man wählt aus verschiedenen Geschmackssorten und Toppings aus, dann wird der, in unserem Fall, flüssige Joghurt auf einer sehr kalten Platte runter gekühlt und schließlich von einem Mitarbeiter zu „Eisrollen“ geformt und serviert.

Das Eis von Rolling Cow1 | wat-erleben

Das Eis von Rolling Cow1 | wat-erleben

Das Eis von Rolling Cow2 | wat-erleben

Das Eis von Rolling Cow2; ok, und ein verbrannter Marshmallow… | wat-erleben

Die Mall ist schon auf Weihnachten eingestellt | wat-erleben

Die Mall ist schon auf Weihnachten eingestellt | wat-erleben

Heutiger Spaziergang am Nyack Beach State Park | wat-erleben

Heutiger Spaziergang am Nyack Beach State Park | wat-erleben

 

Haben wir gesagt, wir würden nach Buenos Aires fliegen? So ein Blödsinn, wir meinten natürlich Sydney. Die beiden Orte liegen zwar 12.000 km auseinander, aber wir sind schließlich sehr flexibel. Bis der Entschluss letztendlich feststand, ging es einige Male hin und her, wir waren uns einfach unschlüssig, was wir als Nächstes tun möchten. Unsere Reiseziele änderten sich stündlich, was auch daran liegen mag, dass wir zu viele Möglichkeiten haben – ein Luxusproblem.

Warum entschieden wir uns gegen Argentinien? Nach sieben Wochen in Mittelamerika waren wir einfach platt. Die Lust, weiter zu reisen, stellte sich nicht so wirklich ein. Als wir durch Kanada reisten, standen unsere Pläne schon für die nächsten Monate fest. Für Argentinien planten wir nicht mal den nächsten Tag. Als uns dies bewusst wurde, mussten wir noch einmal unsere zukünftigen Pläne überdenken und unsere Art zu Reisen hinterfragen. In zwei sehr intensiven Tagen formte sich somit der Entschluss, weiter Richtung Osten zu fliegen. Äußert hilfreich ist hier auch die riesige Gastfreundschaft von Lauras ehemaliger Aupair-Familie. Sie mussten wohl bemerkt haben, dass wir in einem kleinen bzw. großen Tief hingen. Mit einem großen Glas Wein (oder zwei) und dem Angebot, dass wir noch länger hier bleiben dürfen, haben sie uns enorm unterstützt. In dieser gewohnten Umgebung lässt es sich sehr gut aushalten und unsere Reiseakkus werden wieder aufgeladen. Zudem ist es auch nicht schlecht, dass New York City direkt vor der Haustür liegt.

Wir sind Profis im Gassi-gehen-Geschäft, New York | wat erleben

Wir sind Profis im Gassi-gehen-Geschäft, New York | wat erleben

Die Stadt haben wir noch nicht besucht, die kennen wir ja schon, wobei Laura wohl nie genug von ihr bekommen kann. Dafür wurde die Umgebung näher erkundet und die Chance genutzt, tiefer in die amerikanische Kultur einzutauchen. Nachdem wir einen Kürbis für Halloween schnitzten und die Trick or Treat-Kinder mit Süßigkeiten versorgten, ging es ab ins Kino in den gleichnamigen Film „Halloween“. Die Hälfte der Besucher war verkleidet. Wir entdeckten auch ein junges Mädchen, welches zusammen mit ihren Eltern die Abendvorstellung besuchte. FSK 18+ scheint hier keinen zu interessieren. An der Theke wurde die Portionsgröße „small“ komplett aus dem Programm gestrichen. Lauras Herz machte einen Salto, als sie über ihre „normalen“ Popcorn noch flüssige Butter gießen konnte. Ich musste herzhaft lachen, irgendwie kam mir das Bild mancher Personen auf ihren Walmart-Scootern in den Kopf.

Wer die Wahl hat..., New York | wat erleben

Wer die Wahl hat…, New York | wat erleben

Der Kürbis fürchtet sich eher vor uns, New York | wat erleben

Der Kürbis fürchtet sich eher vor uns, selbstgemacht, New York | wat erleben

Halloween wird hier groß gefeiert, New York | wat erleben

Halloween wird hier groß gefeiert, New York | wat erleben

Das Butter-Massaker an Halloween, New York | wat erleben

Das Butter-Massaker an Halloween, New York | wat erleben

Auch den Indian Summer können wir noch erleben. Hierzu sind wir in den Bear Mountain State Park gefahren. Viele Kurven und farbenfrohe Bäume empfingen uns. Für Anfang November ist es noch relativ warm, aber nicht so warm wie wir es gewöhnt sind. Somit hat sich Laura zwei Pullover im Thrift Shop gekauft, die später wieder gespendet werden. Unser Gepäck ist halt nur für Sommer ausgelegt. Mal schauen, ob ich mit meiner Outdoorhose in Kombination mit Turnschuhen, eine Kneipentour in NYC starten kann. Auf dem Rückweg von Bear Mountain machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei Aldi. Es ist endlich mal wieder Zeit für eine Currywurst mit Pommes, nur meine geliebte Damhus-Bratwurst wird nicht im Sortiment geführt. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass Damhus international bekannt ist.

Auf dem Weg zum Bear Mountain State Park, New York | wat erleben

Auf dem Weg zum Bear Mountain State Park, New York | wat erleben

Herbst - Indian Summer am Bear Mountain, New York | wat erleben

Herbst – Indian Summer am Bear Mountain, New York | wat erleben

Der Hudson River, New York | wat erleben

Der Hudson River, New York | wat erleben

Vor uns eine grandiose Aussicht - Hinter uns 35 Asiaten, New York | wat erleben

Vor uns eine grandiose Aussicht – Hinter uns 35 Asiaten, New York | wat erleben

Halloween ist seit gestern Geschichte, ab heute wird hier schon Weihnachten eingeläutet. Laura hat einen Adventskalender erstanden und in den nächsten Tagen werden aus dem Keller die sieben Weihnachtsbäume herausgeholt. Wir bekommen die Zeit bis Anfang Dezember bestimmt gut rum. Dann geht nämlich unser Flieger nach Sydney, aber vorher machen wir noch einen kleinen Zwischenstopp auf Hawaii. Liegt schließlich auf dem Weg…

Freitag verließen wir das eher fragwürdige „Partyhostel“ in San Pedro am Lago Atitlan und machten uns mit einem Shuttle auf nach Antigua. Die Kleinstadt mit ca. 35.000 Einwohnern liegt im Hochland Guatemalas (auf ca. 1500 Meter) und war früher für einige Zeit die Hauptstadt spanischer Kolonien. Außerdem liegen einige Vulkane in Sichtweite. Insgesamt hat Guatemala laut meiner Spanischlehrerin 37 Vulkane. Das mussten wir an unseren letzten Tagen in Guatemala ausnutzen. Für Samstag bis Sonntag buchten wir eine Tour über das Tropicana Hostel auf den Acatenango-Vulkan, welches uns einen Guide, Verpflegung und bereits aufgebaute Zelte am Basecamp versprach.

Daher ging es für uns am Samstag Morgen zum Hostel, wo wir uns Handschuhe, Mütze und eine warme Jacke ausliehen und schließlich erfuhren, dass zwei andere Personen, die die Tour ebenfalls gebucht hatten, nicht mitkommen würden. Somit saßen wir alleine im Minivan, der uns zu einem ca. eine Stunde entfernten Ausgangspunkt der Wanderung fuhr. Dort angekommen lernten wir Oswaldo, unseren Guide, kennen, der aus dem Nachbarort kam und so gut wie kein Englisch sprach. Super also, um Spanisch zu üben, der Rest wurde in Zeichensprache gelöst. Während der Wanderung erfuhren wir u.a. dass er 32 Jahre alt ist, eine Frau und zwei Kinder hat und sie unterstützt, in dem er bereits seit drei Jahren stolze vier Mal die Woche den Berg hoch und runter läuft, um uns Touristen glücklich zu machen. Dazu muss man sagen, dass wir auch wirklich viel Zeit zum Reden hatten. Es kostete uns 4 1/2 Stunden, um 1.500 Höhenmeter zu überwältigen und im Basecamp, welches auf 3.750 Meter liegt, anzukommen. Unser Guide war kaum verschwitzt, was wohl nicht an seiner Wanderausrüstung lag. Lediglich mit Minirucksack, Jeans, Slippern und Müllbeutel als Regenschutz ausgestattet, sahen wir dagegen mit regensicherer Jacke und Wanderschuhen professionell aus, ohne es zu sein.

Der Ausblick zu Beginn unserer Wanderung, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Der Ausblick zu Beginn unserer Wanderung, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Auf der Wanderung gab es je nach Höhe unterschiedliche Vegetationen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Auf der Wanderung gab es je nach Höhe unterschiedliche Vegetationen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Schwarze Asche und ein bisschen Regen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Schwarze Asche und ein bisschen Regen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Das Gefühl, oben anzukommen, war unbeschreiblich. Anfangs noch mit vielen Wolken bedeckt, klarte es plötzlich auf und wir hatten den direkten Blick auf den noch aktiven Vulkan Fuego. Der letzte schwere Ausbruch war am 03. Juni 2018, bei dem über 100 Personen starben, viele Gebäude zerstört und Menschen evakuiert werden mussten, da die Lava in die Dörfer floss. Eine traurige Geschichte, zugleich fasziniert der Vulkan. Erst hörten wir nur Zischen und Knallen und sahen Rauchwolken. Als es dunkel wurde und die Wolken es immer noch gut mit uns meinten, saßen wir nicht nur das erste Mal auf einem Vulkan, sondern hatten auch eine direkte Aussicht auf den ausbrechenden Fuego mit Lava und allem drum und dran. Wenn der Vulkan ausbricht, hört man erst ein Fauchen, was sich ein bisschen nach kämpfenden Katzen anhört und dann kommt ein Geräusch, was nach einem Flugzeug klingt, welches direkt über einen herfliegt. Mal blubbert es da oben nur, mal läuft die Lava den Vulkan herunter. Leider wurde die Stimmung etwas getrübt, da Bernd wieder mal Magenprobleme hatte und mir ging es auch nicht super gut. Ob es am Essen, an der Höhe oder der Anstrengung lag, wissen wir nicht. Die Nacht über konnten wir nur wenig Schlaf im Zelt finden, Bernd musste schließlich noch die Plastiktüte seiner Schuhe zweckentfremden und dann war es vorbei mit der Nacht. Eigentlich war um 4 Uhr morgens geplant, mit unserem Guide Oswaldo noch einmal 200 Meter höher zu laufen, um einen Sonnenaufgang von der Spitze des Acatenangos beobachten zu können. Die Hälfte des Weges schafften wir, dann gaben wir auf. Mit Schweißausbrüchen und Atemproblemen ging nichts mehr, es ging zurück zum Basecamp. Dort fühlten wir uns schlagartig besser. Es sollte wohl einfach nicht sein und wir hatten schon Glück genug mit unserer Aussicht. Denn Oswaldo erzählte uns, dass die vorherigen Gruppen die gesamte letzte Woche nichts außer Wolken sahen.

Glücklich am Basecamp angekommen, zusammen mit unserem Guide Oswaldo, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Glücklich am Basecamp angekommen, zusammen mit unserem Guide Oswaldo, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Unser Basecamp, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Unser Basecamp, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Anfangs war die Sicht auf den Vulkan Fuego noch schlecht, aber immerhin schon sichtbar | wat-erleben

Anfangs war die Sicht auf den Vulkan Fuego noch schlecht, aber immerhin schon sichtbar | wat-erleben

Tagsüber konnten wir die Eruption nur hören und anhand des Rauchs erkennen | wat-erleben

Tagsüber konnten wir die Eruption nur hören und anhand des Rauchs erkennen | wat-erleben

Blick vom Vulkan Acatenango auf den Fuego, unsere Anziehsachen stanken nach dem Lagerfeuer erbärmlich :O | wat-erleben

Blick vom Vulkan Acatenango auf den Fuego, unsere Anziehsachen stanken nach dem Lagerfeuer erbärmlich :O | wat-erleben

Der Vulkan Fuego nach Sonnenuntergang | wat-erleben

Der Vulkan Fuego nach Sonnenuntergang | wat-erleben

Wir saßen die restliche Nacht vor dem Lagerfeuer und beobachteten den Himmel dabei, langsam hell zu werden. Schließlich hatten wir eine Wahnsinnsaussicht auf alle umliegenden Dörfer und konnten nicht nur den knapp 45 km entfernten Lago Atitlan sehen, sondern auch die Küstenlinie, die rund 62 km entfernt liegt. Nach einem magenschonenenden Kamillentee traten wir zu dritt den Rückweg an, den wir knapp zwei Stunden schneller bewältigten, als den Hinweg. Allerdings war er sehr sehr steil und da wurde uns noch einmal bewusst, dass wir wirklich stolz auf uns sein können. Einen Tag vorher waren wir schließlich den gleichen Weg hochgestiegen. Unten angekommen zauberten eine große Verabschiedungs-Umarmung und Trinkgeld ein Riesen-Lachen auf Oswaldos Gesicht und wir machten uns mit unserem Fahrer auf den Rückweg.

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen2 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen1 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen3 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen2 | wat-erleben

Natürlich durfte auch Minka bei der Wanderung des Acatenangos nicht fehlen | wat-erleben

Natürlich durfte auch die hässliche Katze Minka bei der Wanderung des Acatenangos nicht fehlen | wat-erleben

Die Panoramasicht am frühen Morgen vom Vulkan Acatenango | wat-erleben

Die Panoramasicht am frühen Morgen vom Vulkan Acatenango | wat-erleben

Frühstücken bei Sonnenaufgang auf dem Acatenango | wat-erleben

Frühstücken bei Sonnenaufgang auf dem Acatenango | wat-erleben

Völlig fertig, aber glücklich beim Zieleinlauf | wat-erleben

Völlig fertig, aber glücklich beim Zieleinlauf | wat-erleben

Abends gingen wir früh ins Bett, denn Montag gab es wieder einen straffen Zeitplan. Erst besuchten wir die Kaffeefarm Finca Filadelfia, die seit 140 Jahren privat betrieben wird und eine sehr große Fläche ihr Eigen nennt. Wie nach knapp drei Jahren aus einer kleinen Kaffeebohne ein Strauch wird, der die roten „Kaffeebeeren“ trägt, die dann per Hand gepflückt werden, ist faszinierend. Anschließend kommen Maschinen zum Einsatz, die die Bohne aus der Beere quetschen, wässern und nach einem längeren Trocknungsprozess schließlich rösten. In dem Gebäude roch es natürlich am Besten. Nach einem schnellen Schluck Espresso, von dem mir noch einige Stunden später die Hand zitterte, ging es schnell weiter zu einer Tankstelle im Nachbardorf. Dies war der Treffpunkt für unser ResiRest-Essen bei einer guatemaltekischen Familie.

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze zu Anfang aus | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze zu Anfang aus | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze nach drei Jahren aus, Erntezeit fängt im November an | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze nach drei Jahren aus, Erntezeit fängt im November an | wat-erleben

Von der Plattform ResiRest, die aus den Niederlanden stammt, erfuhren wir nur durch Zufall, denn über Google landeten wir, auf der Suche nach lokalem Essen, auf der Website. Dabei sollen Locals und Touristen über das Essen miteinander verbunden werden, dafür zahlt man einen Betrag per Kreditkarte an die Plattform (in unserem Fall 6,50€ pro Person), der der Familie zu Gute kommen soll. Wie viel die Familien von der bezahlten Summe genau erhalten, wissen wir jedoch nicht. So funktioniert das Ganze: Ihr downloaded die App und könnt dort das Land (zurzeit 27), den Ort, das Datum (Mittags oder Abends) und die Anzahl der Gäste angeben. Danach wählt ihr die Familie aus (ihr erfahrt auch einige Infos zur Familie), wir waren bei Carolina in Antigua und zum Abschluss habt ihr noch die Qual der Wahl, aus verschiedenen Gerichten eins auszuwählen. Praktisch ist, dass die Inhaltsstoffe immer mit aufgelistet sind, Bernd verträgt ja keine Chilischoten.

Wir wurden also am Treffpunkt von Iris und ihrem Bruder, den Kindern von Carolina, abgeholt und zu ihrem Haus gebracht. Die Familie lebt für unsere Verhältnisse eher einfach, jedoch glücklich und mit einem Garten, der die komplette Familie sowohl mit Gemüse und Obst als auch mit Fleisch versorgt. Als Gericht suchten wir uns im Vorhinein Pacaya Envueltas en Huevo aus (Papaya Palme in einem frititerten Teigmantel mit Tomatensauce), so dass wir direkt in der Küche Platz nehmen durften und uns das Essen serviert wurde. Wir konnten so leider nicht sehen wie das Essen zubereitet wurde, dafür sprachen wir über die Zubereitung und aßen mit der ganzen Familie zusammen. Es war ein super Erlebnis und natürlich ein super leckeres. Das, was ResiRest verspricht, wurde bestätigt. Wir bekamen nicht nur ein lokales Essen vorgesetzt, sondern sprachen mit der Familie über Kultur, Essen und spielten sogar noch ein paar Spiele zusammen. Im Anschluss zeigten uns Carolina und Iris noch den Stolz der Familie, den Garten. Von Avocado-Bäumen, über Kräuter bis hin zu exotischen Früchten war alles dabei. Schließlich verabschiedeten wir uns nach guten zwei Stunden von der Familie und machten uns zu Fuß auf den Rückweg zum Hostel, wo wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten von Antigua anschauten. Wir werden die Plattform definitiv wieder ausprobieren. Leider gibt es bei unserem nächsten Stopp Argentinien noch keine Familien, aber wir besuchen ja noch weitere Länder ;).

Essen bei der Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Essen bei der Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Innenstadt von Antigua,Arco de Santa Catalina | wat-erleben

Die Innenstadt von Antigua,Arco de Santa Catalina | wat-erleben

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im Hostel, denn Abends um 19 Uhr sollte uns unser Shuttle nach Guatemala Stadt zum Flughafen abholen. Dank unserer Dorm-Mitbewohnerin, die uns  kurz vor Abfahrt des Shuttles fragte, ob der Flughafen denn auch 24 Stunden auf sei, mussten wir nicht draußen schlafen. Eigentlich war geplant, dass wir die Nacht im Flughafen schlafen, um uns ein Hotelzimmer zu sparen. Die Cafes im Flughafen sind zwar durchgehend geöffnet, allerdings verlassen die Angestellten das Gebäude, die Security ebenfalls. Das war uns dann doch etwas zu heikel, so dass wir Last-Minute ein Hotelzimmer in Flughafennähe buchten. Nach einer kurzen Nacht mussten wir dann um 3 Uhr morgens per SMS erfahren, dass unser Flug sich lediglich sieben Stunden verspäten wird, da das Flugzeug gewartet wird. Zum Flughafen mussten wir trotzdem, denn wir buchten einen Flug mit Zwischenstopp in Houston, Texas. Da der Anschlussflug nach New York zwei Stunden später angesetzt war, konnten wir das aufgrund der Verspätung auf keinen Fall schaffen. Nach guten 1 1/2 Stunden Wartezeit am Flughafen wurde unser Anschlussflug auf 18 Uhr verschoben und wir versuchten den Tag am Flughafen umzubekommen. Insgesamt waren es schließlich acht Stunden, als wir endlich von Guatemala aus abhoben und nach Houston flogen. Dort angekommen, ließen wir uns extra etwas Zeit, da uns klar war, den Flug nicht mehr zu schaffen und wir auch keine Lust hatten, mitten in der Nacht in NYC anzukommen. Denn wir wollten eigentlich direkt zu meinen Gasteltern, aber um diese Uhrzeit fährt kein Bus mehr. Nachdem wir unser Gepäck abholten und die Immigration keine Probleme machte, liefen wir schließlich zum Schalter der United Airlines. Dort teilte uns die freundliche Frau zuerst mit, dass es auch noch einen Flug um 19 Uhr gäbe, was bedeutet hätte, das wir noch später Nachts in NYC angekommen wären. Ich schlug als Alternative den ersten Flug morgens vor. Das wäre kein Problem, meinte die Dame hinter dem Schalter. Als ich dann jedoch nach einer kostenlosen Übernachtung in Houston fragte, musste sie erst einmal ihre Kollegin fragen. Von der kam direkt die Antwort: „They are still smiling, give them whatever they want“. Somit bekamen wir auch fast alles, was möglich war: Vouchers in Höhe von 60 USD, mit dem wir einen Riesen Ribeye-Steak im hoteleigenen Restaurant aßen und ein Hotelzimmer mit einem gemütlichen Bett, einer richtigen Bettdecke und einer Dusche, die sogar trotz Warmwasser noch genügend Druck erzeugt.

Nach acht Stunden Verspätung gab es im Hotel in Houston, Texas erst einmal ein Rib Eye Steak | wat-erleben

Nach acht Stunden Verspätung gab es im Hotel in Houston, Texas erst einmal ein Rib Eye Steak | wat-erleben

Halbwegs ausgeschlafen ging es dann am nächsten Morgen um 5 Uhr mit dem Shuttle zum Flughafen. Dieses Mal war unser Flug pünktlich und so waren wir gegen Mittag in NYC und am Nachmittag bei meiner Gastfamilie angekommen.

Willkommen in New York, we are back | wat-erleben| wat-erleben

Willkommen in New York, we are back | wat-erleben| wat-erleben

Wir bekamen gar nicht mit, dass es plötzlich Herbst geworden ist. Die Bäume haben wunderschöne Farben, die Luft ist zwar kalt, aber fühlt sich endlich wieder sauber an und das Wetter begrüßt uns mit blauem Himmel und Sonnenschein. Ich fühle mich, als ob ich nach über 4 1/2 Monaten Reise wieder Zuhause bin. Jetzt entspannen wir erst mal in frisch gewaschenen Sachen (der Geruch ist der Hammer!), genießen die warme Dusche, den Luxus, alles zu verstehen und Essen, an das unser Magen gewöhnt ist. Außerdem werden wir die nächsten Tage unseren Argentinientrip planen. Am Sonntag Abend geht es nämlich von NYC nach Buenos Aires.

Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, Indian Summer in New City, NY : wat-erleben

Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, Indian Summer in New City, NY : wat-erleben

Ich übernehme heute ausnahmsweise den Blogbeitrag, um Laura etwas Arbeit abzunehmen. Da Laura die komplette Woche bis zum Hals im Spanischunterricht steckte, kam sie nicht dazu ihr Buch weiter zu lesen. Dieses Wissens-Buch schleppt sie schon seit unserem Reisebeginn im Mai mit sich rum. Immerhin stolze 1 kg. Es soll nun endlich durchgelesen werden und dann kommt es in irgendeine Tauschbörse des Hostels. Als wenn Spanisch lernen nicht aufregend genug wäre, fing sie sich auch einen Parasiten ein, welcher die Kontrolle über ihren Magen-Darm-Trakt übernahm. Wir machten also die Bekanntschaft mit einer guatemaltekischen Ärztin, die zum Glück genau gegenüber wohnte und ein wenig Englisch sprach. Nach einer kurzen Diagnose bekamen wir zwei Pillen aus der Apotheke und einen Tag später war alles wieder in Ordnung. Sie warnte uns vor den Essensständen am Straßenrand. So vorgewarnt konnten wir den ganzen Ständen in „Chichi“ (Chichicastenango) widerstehen, als wir den größten Wochenmarkt Mittelamerikas besuchten. Alle möglichen Händler bieten hier ihre Waren an. Etwas komisch sieht es schon aus, wenn man an den „Frischetheken“ vorbei läuft. Die Wärmekette wird hier auf jeden Fall eingehalten.

Alte Schulbusse aus den USA mit LKW Motor - Chicken Bus in Chichi | wat-erleben

Alte Schulbusse aus den USA mit LKW Motor – Chicken Bus in Chichi | wat-erleben

Mercado Chichi | wat-erleben

Mercado Chichi | wat-erleben

Die Friedhofsgräber von Xela | wat-erleben

Die Friedhofsgräber von Xela | wat-erleben

Am Dienstag durften wir uns von Xela verabschieden. Außer gutem Spanischunterricht bietet die Stadt keine Abwechslung. Umso mehr waren wir auf den See Atitlan gespannt. Jeder, den wir vorher fragten, was man in Guatemala gesehen haben muss, hat von diesem See geredet. Uns wurde nicht zu viel versprochen. Der See liegt eingebettet zwischen Vulkanen. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir in Santa Cruz, einem sehr ruhigen Ort. Unser Hostel war auch gleichzeitig der Ausgangspunkt für unsere beiden Tauchgänge.Wir nutzten natürlich die Chance, in einem der höchsten Bergseen zu tauchen. Die Sicht hielt sich zwar in Grenzen, dafür konnten wir unter anderem die Terrasse eines Hotels betauchen. Die Eigentümer rechneten wohl nicht damit, dass der See gerne mal seinen Wasserstand ändert. So liegt also die gesamte Terrasse samt Poolbar unter dem Wasser. Das zweite Highlight waren die warmen Steinwände des Vulkankraters, welche den See erwärmen. Dass die Erde hier noch brodelt, konnten wir im wahrsten Sinne fühlen. Zum Glück hatten wir keine Schwierigkeiten mit dem Tauchen bei dieser Höhe (1.562 m über dem Meeresspiegel).

Casa del Mundo II, Lake Atitlan | wat-erleben

Casa del Mundo II, Lake Atitlan | wat-erleben

Casa del Mundo, Lake Atitlan | wat-erleben

Casa del Mundo, Lake Atitlan | wat-erleben

Das versunkene Hotel, Lake Atitlan | wat-erleben

Das versunkene Hotel, Lake Atitlan | wat-erleben

Tauchen im Vulkankrater, Lake Atitlan | wat-erleben

Tauchen im Vulkankrater, Lake Atitlan | wat-erleben

Unsere nächsten Reiseziele sind auch konkreter geworden. Wir fliegen nach Buenos Aires, Argentinien. Halt Stopp, bevor wir dorthin fliegen, sind wir noch fünf Nächte in New York. Warum New York? Schließlich verbrachten wir hier schon die ersten drei Wochen unserer Reise. Ganz einfach, die Flüge waren wesentlich günstiger, als wenn man direkt nach Südamerika fliegen würde. Verrückt, aber da müssen wir jetzt durch, sowas blödes.
Heute sind wir mit dem Boot nach San Pedro gefahren, hier geht es etwas touristischer zu. Wie es hier war und wie es uns bei der Vulkanbesteigung in Antigua ergangen ist (diesen Samstag-Sonntag), wird Laura nächste Woche schreiben. Jetzt muss ich mein Talent beim Billardturnier unter Beweis stellen. Wir haben uns ein „Partyhostel“ ausgesucht und heute steht Billard auf dem Programm.

Blick vom Hostel La Iguana Perpida, Lake Atitlan | wat-erleben

Blick vom Hostel La Iguana Perpida – wo wir die letzten drei Tage verbracht haben, Lake Atitlan | wat-erleben

Nachtrag: Ich bin schon wieder vom Poolbillard zurück, bevor der Beitrag online geht. Warum keiner gegen Ernesto spielen wollte und warum er Schweißperlen auf der Stirne hatte als es knapp wurde, kam mir erst nach meiner Niederlage in den Sinn. Er möchte den vierten Turniersieg in Folge holen, ich habe ihn vergeblich, wenn auch knapp, daran hindern können.

An unserem letzten Tag in Mexiko schöpften wir noch mal aus dem Vollen und betätigten uns als Tourguides. Kevin, der Belgier, ein Klassenkamerad von Laura während ihres Spanischunterrichts in Tulum, reiste an diesem Tag an. Wir, als alte Hasen in San Cristobal, zeigten ihm die Stadt. Gestartet sind wir mit lokalen Köstlichkeiten, den Gehirn-, Wangen- und Augentacos. Gehirn schmeckt eigentlich gut, wäre da nicht diese komische breiige Konsistenz. Die Wange schmeckt hervorragend und Augen schmecken wie grobe Bratwurst, soviel dazu. Weiter ging es von Bar zu Bar. Wir probierten die Empfehlung anderer Reisenden aus – den „Astronaut Shot“. Ein Mezqual mit einer Limette, wobei die Limette von einer Seite in Zucker und von der anderen Seite in Kaffeepulver getaucht wird. Also runter mit dem Schnaps und in die Limette beißen. Es schmeckt wirklich gut, genau das Richtige nach den ganzen exotischen Leckereien.

Die Housesitting-Gang, San Cristobal | wat-erleben

Die Housesitting-Gang, San Cristobal | wat-erleben

Eine normale Speisekarte, San-Cristobal | wat-erleben

Eine normale Speisekarte, San-Cristobal | wat-erleben

Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

 

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Am nächsten Morgen sollte der Wecker um 6:00 Uhr klingeln. Wir waren bereits um 5:00 Uhr wach, anscheinend vertrugen wir beide die Kombination aus mexikanischem Essen und den Getränken nicht allzu gut. An Schlafen war nicht mehr zu denken, geschweige denn an eine 8-stündige Fahrt im Minivan. Erst eine gut platzierte Vomex brachte den Durchbruch – bei Laura. Ihre Augenlider wurden schwer, dafür verschwand die Übelkeit. Zwei Stunden später waren wir bereit für unsere Reise nach Guatemala. Um 7:55 Uhr stand ich an der Straße um den Shuttle, der für 8:00 Uhr bestellt war, abzufangen. Wir waren wohl ein wenig verwöhnt von den mexikanischen Bussen, die auch nach einer 15-stündigen Fahrt auf die Minute pünktlich ankommen. Unser Shuttle erreichte uns um 9:00 Uhr. Dafür waren wir auch die Letzten die einstiegen, natürlich mit den besten Sitzplätzen. Es passen tatsächlich 15 Personen in einen Toyota-Kleintransporter. Laura saß etwas benommen vorne, ich eingequetscht in der letzten Reihe. Was sind schon 8 Stunden Autofahrt? Habe ich euch schon von den Geschwindigkeitsbegrenzern auf der Straße erzählt? Alle 200 m ein kleiner Buckel, der das Auto nach oben katapultiert. Ich erinnerte mich an das Rodeo in Kanada und dachte die ganze Zeit an: „let op! drempels“.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Grenzübergang. Auf der mexikanischen Seite mussten wir uns im Immigration Office einen Ausreisestempel besorgen. Wenn man nach „Grenzübergang Mexiko“ googelt, landet man schnell in allen möglichen Foren, wo darauf hingewiesen wird, dass sich die Grenzbeamten gerne etwas dazuverdienen. Wir, besser gesagt Laura, waren also vorbereitet. Wer mit dem Flugzeug in Mexiko einreist, der hat die mexikanische Touristensteuer bereits bezahlt, da die Airline diese im Flugticket bepreist. Wer über Land einreist, bezahlt diese, nach mehr als sieben Tagen Aufenthalt, bei einer Bank seiner Wahl. Niemals aber direkt an der Grenze. Traut der Staat etwa seinen eigenen Beamten nicht? Wir warteten bis wir an der Reihe sind und Runde 1 wurde eingeläutet. Wir übergaben unsere Pässe, unsere Touristenkarte und einen Ausdruck der Airline mit der Abrechnung der bezahlten Steuer. Ohne unseren Dokumenten einen Blick zu würdigen, verlangte der Beamte 500 Pesos pro Person, umgerechnet sind dies 25 EUR. Laura sagte ihm, dass wir dies nicht zahlen müssen. Er erklärte uns, dass wir dieses sehr wohl zu zahlen haben. Wir wurden weggeschickt. Nachdem die anderen Reisenden ihre Stempel bekamen, wurden wir wieder herbeigewinkt – auf zur Runde 2. Der Grenzbeamte dachte wohl uns Einschüchtern zu können, da wir nun die Letzten waren. Bei mir hat es gewirkt, bei Laura hat es puren Zorn hervorgerufen. Damit hat auch wohl der Grenzbeamte nicht gerechnet. Sie machte es ihm mehr als deutlich klar, dass wir diese Gebühr auf keinen Fall bezahlen werden. Ich wollte nicht in der Haut des Beamten stecken. Das Angebot, ob Laura seinen Job übernehmen wolle, da sie ihm anscheinend die Regeln erklären kann, ließen wir unbeantwortet. Er ging sichtlich verärgert K.O. und hämmerte unsere Stempel in die Reisepässe.

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Weiter ging es für uns auf die guatemaltekische Seite. Jetzt ratet mal, wofür die Grenzbeamten dort bekannt sind? Mit einem Lächeln wird nach erfolgtem Einreisestempel eine Gebühr von 25 Pesos erhoben. Dies sei hier so üblich und jeder müsse diese Gebühr bezahlen. Schaut man auf die offiziellen Einreisebestimmungen, so erfährt man, dass deutsche Reisenden nichts bezahlen müssen. Das erklärte Laura wiederum dem Beamten und auf die Nachfrage wofür diese Gebühr sei, sagte er verschmitzt: „Für uns“. Wir nahmen unsere Pässe und ohne zu bezahlen.

Das letzte Stück der Anreise nach Xela verlief unspektakulär. Wir haben ein Airbnb im Zentrum, falls man dies so nennen kann. Die Unterkunft gehört der Inhaberin der Sprachschule, die Laura besucht. Über uns wohnt ein frisch verliebtes Pärchen, welches die Willkommensbroschüre nicht gelesen hat. Sonst hätten sie nämlich erfahren, dass das Haus über 100 Jahre alt ist und größtenteils aus Holz besteht, was sich wiederum auf die Akustik auswirkt. Ihr kennt bestimmt noch Tim Taylor, den Heimwerkerkönig? So heißt es auch für uns: „Hör mal, wer da hämmert“.

Unser Innenhof - üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Unser Innenhof – üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Über die letzten vier Tage in Xela gibt es wenig zu berichten. Laura geht fünf Stunden pro Tag zum Unterricht. Ich bin für die Einkäufe und das Essen zuständig. Abwechslung bringen zum Glück die Aktivitäten der Spanischschule.

Geplant Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

Geplante Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

Der Titel unseres Blogbeitrags beschreibt es bereits gut, was wir die letzte Woche „spannendes“ erlebt haben – nicht viel… aber das muss wohl auch mal sein. So haben wir die Zeit genutzt, um z.B. das Café mit dem besten Kaffee der Stadt zu ermitteln oder unfreiwillig „exotische“ Tapas zu probieren. Das kam so: wir suchten nach einer möglichst günstigen, einheimischen Taqueria und wurden schnell fündig. Auf der Karte standen fünf verschiedene Sorten Tacos und trotz vorhandener Spanischkenntnisse hatte ich absolut keine Ahnung, was die einzelnen Zutaten bedeuteten. Auch der offline verfügbare Google Translate konnte uns nicht wirklich weiterhelfen. Absurde Begriffe wie Gehirn, Euter und Zunge sind bei diesem tollen Übersetzer ja keine Seltenheit, also einfach mal drauflos bestellt. Es war wirklich lecker, obwohl wir zuhause feststellten, dass Google ausnahmsweise doch Recht hatte. Eingeweide und sonstige Bestandteile des Tieres hatte ich in meinem Sprachkurs noch nicht gelernt. Das ist natürlich nicht alleine der Grund, warum ich ab nächste Woche einen erneuten Spanischkurs belegen werde…

Da Bernd in den folgenden Tagen etwas angeschlagen war (nein, das lag nicht an den Tacos, glaube ich…) blieb uns nicht viel übrig, außer auf der Couch zu sitzen und über unsere zukünftigen Reisepläne nachzudenken. Einziges Highlight war für mich das tägliche Treppenhoch- und runterlaufen der auf einem Berg gelegenen Kirche, um wenigstens etwas Bewegung zu erhalten. Joggen gehen kann man hier leider überhaupt nicht gut. Die Bürgersteige sind schmal und uneben, die Straßen von zu vielen Autos belegt und Parks gibt es hier nicht.

Die Treppen der Iglesia de Guadalupe, San Cristobal | wat-erleben

Die Treppen der Iglesia de Guadalupe, San Cristobal | wat-erleben

Vorgestern haben wir es noch einmal mit der Free Walking Tour versucht und dieses Mal fand sie statt, oder wir standen am richtigen Ort, oder wie auch immer. Sie hat sich auf jeden Fall gelohnt und nach drei Stunden gab es als Abschluss in einem Café eine Verkostung von „Pox“. Das ist ein Schnaps, ähnlich zu Tequila, wird aber aus Mais und in der Region hergestellt, in der wir uns gerade befinden, in Chiapas. Schon auf dem Hinweg zur Verkostung machte uns unser Guide auf eine kleine holländische Pommesbude aufmerksam und wie hätte es anders sein sollen, Bernd und ich mussten diese auf dem Rückweg einfach austesten. Das Essen in den letzten vier Monaten war zum Großteil köstlich, das kann man nicht anders sagen. Die pure Freude, die einen aber überkommt, wenn man eine holländische Pommes mit viel Joppie- und Currysauce in den Händen hält, ist einfach unbeschreiblich und vor allem lecker!

Sonnenuntergang bei der Free Walking Tour in San Cristobal | wat-erleben

Sonnenuntergang bei der Free Walking Tour in San Cristobal | wat-erleben

Pox-Tasting in San Cristobal | wat-erleben

Pox-Tasting in San Cristobal | wat-erleben

Eine Imbissbude in San Cristobal | wat-erleben

Eine Imbissbude in San Cristobal | wat-erleben

Gestern haben wir übrigens unseren Transfer gebucht, denn wir verabschieden uns Samstag von Mexiko. Nach über einem Monat ziehen wir weiter, es geht mit dem Bus ins rund 7 Stunden entfernte Guatemala, erster Stop Xela.