Aloha, wir sind dem kalten Winter in New York entflohen und haben einen kurzen Stopover auf O´ahu, Hawaii gemacht. In dieser Woche schalten wir unseren Reisemodus wieder an. Vorher mussten wir aber noch New York Tschüss sagen und Lauras Geburtstag feiern.

Die Amerikaner sind bekannt für ihre ausgefallenen Weihnachtsdekorationen, wir kamen also nicht drum herum, eine kleine Tour durch die Nachbarschaft zu machen. Die Beleuchtung der Häuser reicht von geschmackvoll bis ruhrpott-schick. Je mehr Lichter, desto besser lautet wohl der Plan.

Und so kann man sich die komplette Nachbarschaft vorstellen, New York | wat-erleben

Und so kann man sich die komplette Nachbarschaft vorstellen, New York | wat-erleben

Weihnachten kann kommen, New York | wat-erleben

Weihnachten kann kommen, New York | wat-erleben

Lauras Geburtstag starteten wir mit einem „kleinen“ amerikanischen Brunch und einer Flasche Sekt. Gleichzeitig war dies auch der letzte Tag bei Lauras Gastfamilie, bei der wir rund 7 Wochen bleiben durften. Nachmittags nahmen wir den Zug nach NYC, um an unserer Weihnachtsstimmung zu arbeiten und den Geburtstag standesgemäß zu feiern. Vorbei an den Schaufenstern von Macys und Saks, ging es zum Weihnachtsbaum am Rockefeller Center und schließlich Richtung Abendessen. Gestartet sind wir mit einer Vorspeise von der Whole Foods Buffet-Theke, da wir die 90 Minuten Wartezeit auf unseren Tisch im Sushi-Restaurant überbrücken mussten. Das Warten hat sich aber definitiv gelohnt, das Sushi war grandios. Später gab es das berühmte Cornflakes-Eis aus der durch Netflix bekannten Milkbar. Zum Abschluss durfte ein Cosmopolitan für Laura im Irish-Pub nicht fehlen. Unsere letzte Nacht verbrachten wir ausnahmsweise mal im Hotel. Es war nur eine kurze Nacht, denn wir mussten schon früh morgens zum Flughafen. Wenigstens hatte unser Flieger eine Stunde Verspätung, sodass wir immerhin eine Stunde länger schlafen konnten.

Brunchen und Einstimmung auf Australien mit australischem Sekt | wat-erleben

Brunchen und Einstimmung auf Australien mit australischem Sekt | wat-erleben

Time to say goodbye bei der Gastfamilie | wat-erleben

Time to say goodbye bei der Gastfamilie | wat-erleben

Schaufenster vom Saks-Gebäude, NYC | wat-erleben

Schaufenster vom Saks-Gebäude, NYC | wat-erleben

Die Lichtershow von Saks on 5th Avenue, NYC | wat-erleben

Die Lichtershow von Saks on 5th Avenue, NYC | wat-erleben

Mehr Bling Bling am Rockefeller geht nicht, New York | wat-erleben

Mehr Bling Bling am Rockefeller geht nicht, New York | wat-erleben

Das bislang beste Sushi - Sugarfish, New York | wat-erleben

Das bislang beste Sushi – Sugarfish, New York | wat-erleben

Das bekannte Cornflakes-Eis, welches nach der restlichen Milch schmeckt, die beim Essen von Cornflakes übrig bleibt | wat-erleben

Das bekannte Cornflakes-Eis, welches nach der restlichen Milch schmeckt, die beim Essen von Cornflakes übrig bleibt | wat-erleben

Cheers auf die 31, Cosmopolitan in NYC | wat-erleben

Cheers auf die 31, Cosmopolitan in NYC | wat-erleben

Rund neun Flugstunden später landeten wir in Honolulu. Auf O´ahu empfingen uns angenehme 24 Grad und etwas Regen. Wie uns gesagt wurde, handelt es sich hierbei um Schnee, der während dieser Jahreszeit etwas wärmer und dadurch flüssiger ist. Etwas komisch ist es schon, wenn man an Palmen mit Weihnachtsschmuck vorbeifährt, Santa Claus eine Badehose an hat und im Radio Jingle Bells läuft.

Genauso unwirklich war auch unser erster Tauchgang zu einem Schiffswrack. In 40 Meter Tiefe liegt die Sea Tiger, ein ausgedientes Handelsschiff, welches vor der Küste versenkt wurde. Begleitet von ein paar Ammenhaien und Muränen erkundeten wir das Schiff. Der zweite Tauchgang führte uns in den Turtle Canyon. Hier versammeln sich die Schildkröten, die von Putzerfischen gesäubert werden. In Mexiko freuten wir uns noch über eine Schildkröte, hier sieht man gleich acht Stück auf einmal. Leider ist das Riff nicht mehr so bunt wie es mal war, eine Folge der Erderwärmung.

Weihnachten auf hawaiianisch, O´ahu | wat-erleben

Weihnachten auf hawaiianisch, O´ahu | wat-erleben

Unser erstes Schiffswrack und hoffentlich nicht das letzte, O´ahu | wat-erleben

Unser erstes Schiffswrack und hoffentlich nicht das letzte, O´ahu | wat-erleben

Die neuen Bewohner der Sea Tiger, O´ahu | wat-erleben

Die neuen Bewohner der Sea Tiger, O´ahu | wat-erleben

Der Instagram Klassiker, O´ahu | wat-erleben

Der Instagram Klassiker, O´ahu | wat-erleben

Ein Weißspitzen-Riffhai, der tut nix, O´ahu | wat-erleben

Ein Weißspitzen-Riffhai, der tut nix, O´ahu | wat-erleben

Immer mies gelaunt, die Muräne, O´ahu | wat-erleben

Immer mies gelaunt, die Muräne, O´ahu | wat-erleben

Am Nachmittag schauten wir uns die Gegend rund um Waikiki an. Ein traumhafter Strandabschnitt – eingerahmt von Hochhäusern und Touristen in Hawaii-Shirts. Die Hula Show, organisiert von lokalen Tanzschulen, war dennoch interessant. Sofort waren wir im Aloha-Feeling, das mit der Hüfte kreisen muss ich noch lernen.

Honolulu von oben - beim Fahren des Tantalus Drives, O´ahu | wat-erleben

Honolulu von oben – beim Fahren des Tantalus Drives, O´ahu | wat-erleben

Waikiki Beach, O´ahu | wat-erleben

Waikiki Beach, O´ahu | wat-erleben

Wir gingen früh ins Bett, schließlich hatten wir für den nächsten Tag viel auf unsere Sightseeing-Liste gepackt. Um den Kreislauf richtig in Schwung zu kriegen, begannen wir mit einem lockeren Fitnessprogramm. Dieses bestand aus 1.048 Treppenstufen hoch zum Koko Head Crater. Der Trail ist besonders einfach, da die Treppenstufen aus alten Bahnschwellen bestehen, diese unterschiedlich hoch sind und manchmal fehlen. 40 Minuten später und nass geschwitzt, entschädigte uns eine grandiose Aussicht für die Anstrengungen.

Aussicht2 von oben beim Koko Crater Railway Trail | wat-erleben

Aussicht2 von oben beim Koko Crater Railway Trail | wat-erleben

Die Aussicht von oben beim Koko Crater Railway Trail | wat-erleben

Die Aussicht von oben beim Koko Crater Railway Trail | wat-erleben

Ein Trail wie eine Achterbahnfahrt, O´ahu | wat-erleben

Ein Trail wie eine Achterbahnfahrt, O´ahu | wat-erleben

Unser Finisher Foto - im Hintergrund sieht man beim genauen Hingucken den steilen Koko Trail, O´ahu | wat-erleben

Unser Finisher Foto – im Hintergrund sieht man beim genauen Hingucken den steilen Koko Trail, O´ahu | wat-erleben

Danach ging es immer weiter der Küste entlang, einmal rund um die Insel. Alle paar Minuten mussten wir anhalten, weil die Aussicht, oder einer der Strände fotografiert werden wollte. Bei den Farben der Landschaft ist es auch schwierig, einfach so vorbei zu fahren.

Ganz natürlich und unbewusst gepost; unser Mietwagen, O´ahu | wat-erleben

Ganz natürlich und unbewusst gepost; unser Mietwagen, O´ahu | wat-erleben

Laie Point, O´ahu | wat-erleben

Laie Point, O´ahu | wat-erleben

Laniae Beach, die Farbe des Wassers, unbeschreiblich; O´ahu | wat-erleben

Laniae Beach, die Farbe des Wassers, unbeschreiblich; O´ahu | wat-erleben

Oben im Norden hatten wir die Chance, den Profisurfern beim Wellenreiten zuzuschauen, denn zufällig findet gerade der Billabong-Pipemasters Surfcup statt. Die Wellen waren enorm, 5 bis 7 Meter, als wenn eine Hauswand auf dich zurast.

Billabong Pipemasters am Banzai Beach, O´ahu | wat-erleben

Billabong Pipemasters am Banzai Beach, O´ahu | wat-erleben

Auf dem Rückweg fuhren wir durch Ananas-Felder zur Dole Plantation. Endlich wissen wir wie diese Frucht wächst und wie man sie richtig schneidet. Der Geschmack ist komplett anders als Zuhause, komisch. Das weltgrößte Labyrinth und den Ananas-Express sparten wir uns, dafür gab es aber ein Ananas-Eis.

Wie man sie aus dem Supermarktregal kennt; Ananas auf der Dole Plantation, O´ahu | wat-erleben

Wie man sie aus dem Supermarktregal kennt; Ananas auf der Dole Plantation, O´ahu | wat-erleben

Nach drei Nächten auf O´ahu ging es für uns schon wieder weiter. Unser Flug von Honolulu nach Sydney dauerte 10 Stunden, dank der Zeitverschiebung haben wir einen kompletten Tag verpasst. Der Jetlag fällt dafür nicht allzu schlimm aus, da Sydney nur drei Stunden hinter Honolulu ist, nur halt einen Tag später. Mahalo.

Tschüss Hawaii, jetzt geht es nach Sydney | wat-erleben

Tschüss Hawaii, jetzt geht es nach Sydney | wat-erleben

Ok, es war höchstwahrscheinlich kein deutscher Glühwein, aber immerhin mit Alkohol. Das ist in den USA nämlich eher unüblich, zumindest in der Öffentlichkeit. Nach einer Runde mit dem Citi Bike bei eisigen Temperaturen im Central Park, war es Zeit für eine Aufwärmung. Wie passend, dass sich direkt am Central Park ein Weihnachtsmarkt, inklusive einer Beer and Wine Area mit einem „Glühwein & Beer“-Stand befand. So lautete jedenfalls die Aufschrift, inklusive deutschem Fähnchen. Als Bernd im perfektioniertem „One GLÜHWEIN“ seine Bestellung aufgab, wurde er auf Deutsch weiter bedient. Bei einer sauberen Aussprache dieses Wortes konnte er wohl kaum verleugnen, dass er aus Deutschland kommt. Dann gab es einen Stempel und eine Belehrung, dass wir unbedingt im abgesperrten Bereich bleiben mussten, um das alkoholhaltige Heißgetränk zu konsumieren. Kein Problem, er schmeckte trotzdem, oder gerade deshalb, hervorragend.

Fahrradfahren im Central Park, NYC | wat-erleben

Fahrradfahren im Central Park, NYC | wat-erleben

Der Winter ist angekommen im Central Park, NYC | wat-erleben

Der Winter ist angekommen im Central Park, NYC | wat-erleben

Das Schild zum Glück, Weihnachtsmarkt NYC | wat-erleben

Das Schild zum Glück, Weihnachtsmarkt NYC | wat-erleben

Weihnachtsmarkt am Central Park, Glühwein, NYC | wat-erleben

Weihnachtsmarkt am Central Park, Glühwein, NYC | wat-erleben

Im Anschluss ging es gestärkt zur Schlittschuhbahn des Bryant Parks. Eigentlich viel zu teuer, viel zu touristisch und viel zu anstrengend. Nach kleiner Überlegung machten wir es aber doch. Mit Sneakersocken und Taschen, die man nicht mit auf die Eisfläche nehmen durfte – bestens vorbereitet also. Unter Fluchen ein Schloss für ein Schließfach für schlappe 10 USD gekauft (Socken hätte man auch kaufen können) und ab gings. Auf einer Skala von 1 bis 10, hinsichtlich der Erfahrung als Schlittschuhfahrer, waren wir definitiv im oberen Bereich angesiedelt. Das sage ich so selbstbewusst, weil wir während unserer ca. 45 minütigen Fahrt kein Mal hinfielen. Um uns herum der Großteil schon. Gut, einige der anderen Touristen waren eventuell davor noch nie auf dem Eis. Einer wurde nach heftigem Sturz, trotz kompletter Eishockey-Schutzausstattung, sogar im Rollstuhl abtransportiert. Kurz danach hörten wir auf, das Schicksal musste ja nicht unnötig herausgefordert werden. Eine Subway-Stunde, ein Tattoo (nur für mich, nicht für Bernd mit Angst vor Nadeln) und ein bisschen Geld weniger, ging es mit dem Zug wieder zurück Richtung Gastfamilie.

Die Schlittschuhbahn im Bryant Park, NYC | wat-erleben

Die Schlittschuhbahn im Bryant Park, NYC | wat-erleben

Schlittschuhfahren im Bryant Park, ohne Hinfallen, NYC | wat-erleben

Schlittschuhfahren im Bryant Park, ohne Hinfallen, NYC | wat-erleben

Am Samstag wollten wir ursprünglich ausschlafen, mein Gastvater ließ uns am Vorabend jedoch per WhatsApp zukommen, dass wir aufgrund von Renovierungsarbeiten von 9-14 Uhr besser nicht im Haus sein sollten. Dafür schlug er vor, dass wir uns an der Erstellung von 35.000 Chocolate Chip Cookies für eine Charity-Veranstaltung beteiligen könnten. Gesagt, getan. Meine Gastmutter lieferte uns in der Kochschule ab, in der mein Gastvater arbeitet. Dann erhielten wir Namensschilder, bekamen eine kleine Tour, wurden als „the Germans“ vorgestellt und erhielten unsere Aufgabe. Wir waren in der Logistikabteilung für das „Eindosen“ und Verpacken der Kekse mit einigen anderen verantwortlich. Wie in einer Fabrik waren alle Arbeitsschritte genauestens durchgeplant, von der Erstellung und Backen der Kekse in der riesigen Schulküche, über Eintüten, in Dosen packen bis hin zu Verpackungskartons verschließen. Die Kekse waren ein Dankeschön, an alle, die die Organisation im laufenden Jahr unterstützt hatten. Kinder mit einer Krebserkrankung werden, von den Spenden, zusammen mit ihrer Familie ins Disneyland eingeladen. Anfangs konnte dies sechs Kindern, mittlerweile ca. 70 Kindern pro Jahr ermöglicht werden.

Die Cookie-Fabrik, Charity Veranstaltung | wat-erleben

Die Cookie-Fabrik, Charity Veranstaltung | wat-erleben

Bernd beim Verpacken der Kekse | wat-erleben

Bernd beim Verpacken der Kekse | wat-erleben

Bevor es zurück zum Haus ging, fuhren wir mit meiner Gastmutter und den Kindern noch zu einem Einkaufscenter, eins mit leckeren Burgern. Nur noch vier Tage und das amerikanische Essen hat ein Ende. Danach gibt es wieder einfache „Backpacker“-Kost, oder so ähnlich.

Ein Ende hat bald auch unser Kinoabend, immer Dienstags Abends in der Palisades Mall. Denn das ist der einzige Tag, wo das Kino bezahlbar ist. Um ein bisschen Kosten zu sparen, machte ich mir im Vorhinein Popcorn in der Mikrowelle, die Butter wurde von Bernd von der „Butter-Station“ des Kinos abgezapft, im wahrsten Sinne.

Jetzt sind es nur noch 3 Tage in New York…

Unser letzter Kinoabend, mit einer extra Portion Butter | wat-erleben

Unser letzter Kinoabend, mit einer extra Portion Butter | wat-erleben

Nach Thanksgiving folgt der sagenhafte Black Friday. In den Nachrichten sieht man Menschenmassen, die die Kaufhäuser erstürmen und sich einen erstklassigen Boxkampf um die besten Deals liefern. Bei Good Morning America wird heiß diskutiert, ob man mit manchen Käufen lieber noch warten soll, bis der Cyber Monday kommt. Denn auch im Internet findet man das ein oder andere gute Angebot. Den ersten Schnapper machten wir direkt am Freitag, denn der „National Espresso Day“ fiel auf den Black Friday. Wir mussten zugreifen und fuhren zu Dunkin’ Donuts – Espresso Shot für 50 Cent, Shopping erledigt…dachten wir. Kurzentschlossen ging es Samstag für uns und Lauras Gastmutter und -tochter zur Woodbury Common Outlet Mall. Es war nicht so schlimm wie erwartet. Wahrscheinlich waren die Hardcore-Shopper schon vor uns da, um die 251 Geschäfte zu plündern. Auf dem Weg zum Eingang kamen uns auf jeden Fall einige Leute entgegen, die mit einem Haufen an Einkaufstaschen behangen waren. Die cleveren Schnäppchenjäger nahmen gleich ihren leeren Reisekoffer mit. Anfangs war ich noch verwundert, warum so viele Leute ihre Koffer dabei haben. Die sind doch nicht auf der Durchreise und warum lassen sie dann ihr Gepäck nicht im Auto… Bei Rabatten von bis zu 90% kann man auch schlecht Nein sagen. Sogar Laura hat von diesen Preisnachlässen profitiert. Als wir im Laden von Kate Spade waren und uns nach Handtaschen umsahen, sprach uns von hinten eine Verkäuferin an und nannte uns prompt den Preis für die Tasche in Lauras Hand. Als ich den Preis hörte, dachte ich zuerst, die Dame würde uns mit auf den Parkplatz zu ihrem Auto nehmen, um uns die Tasche aus ihrem Kofferraum zu verkaufen. Nein, wie sich herausstellte, war der Preis wirklich so günstig. Es gab 70 % auf den Originalpreis und noch mal 20 % Extra. Mal abgesehen vom Preis ist die Tasche auch noch hübsch, praktisch und so eine hat Laura noch nicht, mehr Kaufargumente braucht es gar nicht. Alle außer mir waren erfolgreich beim Shopping, was vielleicht auch daran lag, dass 50 % Rabatt auf eine 650 USD teure Outdoorhose immer noch viel Geld ist.

National Espresso Day | wat-erleben

National Espresso Day | wat-erleben

Typisch deutsch, erstmal den Plan studieren | wat-erleben

Typisch deutsch, erstmal den Plan studieren | wat-erleben

So geht Preisnachlass | wat-erleben

So geht Preisnachlass | wat-erleben

Das Ergebnis des Shoppings | wat-erleben

Das Ergebnis des Shoppings | wat-erleben

Besser als mein Einkaufserlebnis in der Outlet Mall verlief mein Besuch bei einem Lebensmittelgroßhändler. Sozusagen die Mall für Männer. Die großen Stücke Fleisch schön aufgereiht zu begutachten, ist wahrscheinlich das gleiche Erlebnis, als wenn die Frauen die Kleider auf der Stange durchwühlen. Unsere Speisekarte für die Woche sah vielversprechend aus: Brisket, Rippchen und Hummer. Vor allem der Hummer war beim Essen eine große Sauerei. Als Tischdecke diente uns deshalb eine Mülltüte. Geschmeckt hat es trotzdem, ein wenig wie Garnelen. Noch besser war das Stück Rind, welches 14 Stunden im Smoker verbrachte, zarter geht nicht.

Ziemlich frisch vom Markt, vorher | wat-erleben

Ziemlich frisch vom Markt, vorher | wat-erleben

Immer noch frisch, nachher | wat-erleben

Immer noch frisch, nachher | wat-erleben

Es braucht seine Zeit... | wat-erleben

Es braucht seine Zeit… | wat-erleben

Neben all dem Essen, fanden wir auch Zeit, um gemeinsam mit der Familie Karten zu spielen, oder die Eröffnung des Weihnachtsbaumes vor dem Rockefeller Center zu schauen. Zwar nur vor dem TV, aber live werden wir ihn bestimmt noch die Tage sehen. Genauso wie die dekorierten Schaufenster der ganzen Geschäfte. Weihnachten kann kommen – für uns mit Weihnachtsmütze am sonnigen Strand, irgendwo in Australien.

Chillen und TV | wat-erleben

Chillen und TV | wat-erleben

Ok, wir waren natürlich nicht wirklich in China, sondern letzten Samstag nur in Flushing, einem Stadtteil von Queens. Dort befindet sich das zweitgrößte Chinatown. Anders als das Chinatown in Downtown Manhattan ist das Viertel in Flushing weniger auf die fake-markenbegeisterten Touristen ausgelegt und wirkt für uns irgendwie authentischer. Einen kleinen Kulturschock gab es bereits direkt zu Anfang – wir dachten, wir wären in einer Zoohandlung, es war jedoch nur ein Supermarkt. Schildkröten, Schlangen, Riesenfische und Frösche werden als Lebensmittel und vor allem lebendig verkauft. Als wir an einem Stand mit genussvoller Fertig-Suppe vorbei liefen, wurde uns im Vorbeigehen auf, höchstwahrscheinlich, Mandarin eine Probe angeboten. Bernd und ich antworteten beide sofort mit „No, gracias“ und begriffen erst nach einigen Sekunden, dass unser Kopf anscheinend wie selbstverständlich Spanisch auspackt, wenn nicht Englisch oder Deutsch mit uns gesprochen wird.

Insgesamt waren wir noch in zwei weiteren Supermärkten, durchaus interessant. Sogar das Toilettenschild mussten wir etwas suchen, da es in chinesischen Zeichen ausgeschildert war. Können wir uns schon mal merken, falls wir noch nach Asien kommen…

Flushing in Queens,NY | wat-erleben

Flushing in Queens,NY | wat-erleben

Nach Chinatown ging es zurück nach Manhattan. Bernd wollte unbedingt in den größten Starbucks der Stadt. Beim letzten Mal im Mai hatte es nicht wirklich funktioniert, denn nach einer Ewigkeit suchend im Regen, war der laut Google angeblich größte Starbucks nur mit einer Handvoll Sitzplätzen ausgestattet. Dieses Mal haben wir ihn aber wirklich gefunden, in der Nähe vom World Trade Center. Nichtsahnend genossen wir unseren Kaffee, bis wir plötzlich feststellten, dass einen Tag zuvor unser Halbjähriges der Weltreise erreicht war. Sechs Monate sind wir schon unterwegs, unglaublich! Nach Hause wollen wir noch nicht, froh sind wir trotzdem, dass wir rechtzeitig die „Reißleine“ gezogen haben und uns eine kleine Verschnaufpause in gewohnter Umgebung gönnen. Nach dem Motto: „Was kostet die Welt?“ haben wir uns nach dem Kaffee daher zur Feier des Tages einen leckeren Restaurant-Besuch genehmigt. Unser Cocktail hieß Waikiki Shack und passte schon mal super als kleine Einstimmung auf Hawaii.

Die Weihnachtssaison in NYC ist längst gestartet, Eisbahn am Rockefeller Center | wat-erleben

Die Weihnachtssaison in NYC ist längst gestartet, Eisbahn am Rockefeller Center | wat-erleben

Waikiki-Cocktail auf unser Halbjähriges unserer Weltreise, The Smith,NYC | wat-erleben

Waikiki-Cocktail auf unser Halbjähriges unserer Weltreise, The Smith,NYC | wat-erleben

Das Halbjährige unserer Weltreise feiern, The Smith,NYC | wat-erleben

Das Halbjährige unserer Weltreise feiern, The Smith,NYC | wat-erleben

Bereit für die Rückfahrt zu meinen Gasteltern machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp vor der Oyster Bar im Grand Central. Es war kurz vor Mitternacht, ideale Voraussetzungen. Für was? Vor dem Restaurant gibt es die „Whispering Gallery“, den Tipp hatten wir bei einem Reiseblog gelesen. Die bogenförmige Decke bzw. die Keramiktore sind so geformt, dass trotz ca. 20 Meter Entfernung aus Geflüster ein lautes Gespräch wird. Dazu stellt man sich einfach in unterschiedliche Ecken und flüstert in diese Ecke rein. Sieht komisch aus und fühlt sich auch so an, umso beeindruckender ist es aber, dass man den anderen so gut versteht, als ob er direkt neben einem stehen würde.

Die Whispering Gallery im Grand Central, ich stand nach dem Foto schräg gegenüber | wat-erleben

Die Whispering Gallery im Grand Central, ich stand nach dem Foto schräg gegenüber | wat-erleben

Gestern war übrigens Thanksgiving in den USA – das amerikanische Erntedankfest, nur etwas anders. Bevor wir uns jedoch über den leckeren Truthahn und den tausend anderen Köstlichkeiten hermachen konnten, hieß es für uns und einen Teil meiner Gastfamilie (Jordan und Kendell wollten lieber im Warmen, d.h. Zuhause bleiben) Laufen für den guten Zweck. Halb 7 aufstehen, feststellen, dass es wirklich so kalt ist wie angekündigt (-5 Grad plus eiskalter Wind) und bis kurz vor Start im Auto warten, weil es draußen fast nicht auszuhalten ist. Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht. Bei traumhaftem Sonnenschein ging es eine große Runde um den Rockland Lake.

Der Thanksgiving Turkey Trot, Vorher Foto | wat-erleben

Der Thanksgiving Turkey Trot, Vorher Foto | wat-erleben

Der Thanksgiving Turkey Trot, Nachher Foto | wat-erleben

Der Thanksgiving Turkey Trot, Nachher Foto | wat-erleben

Unsere Laufergebnisse vom Turkey Trot, wir waren gar nicht so schlecht... | wat-erleben

Unsere Laufergebnisse vom Turkey Trot, wir waren gar nicht so schlecht… | wat-erleben

Nach einer ewig langen heißen Dusche spürte man endlich wieder die Finger und es folgte der noch angenehmere Teil von Thanksgiving – ganz viel Essen und Trinken. Als wir Abends wirklich alle restlos satt waren, kam mein Gastkind Kaili auf die Idee, dass Thanksgiving jetzt quasi vorbei ist und die Weihnachtsdeko aufgebaut werden könne. Gesagt getan, der Kunstbaum wurde inklusive vorgefertigter Lichterkette aus dem Karton gezaubert und unzählige Kisten mit Baumschmuck und Deko vom Dachboden ins Wohnzimmer transportiert. Zur Weihnachtsmusik starteten wir mit den Anfängen von insgesamt 300 Teilen des Christbaumschmucks – bis wir feststellen mussten, dass die Aufhänger verschwunden sind und heute erst einmal welche gekauft werden müssen. Bietet sich gut an, denn schon seit vorgestern sind die ganzen Shops auf den Black Friday Sale vorbereitet. Ein großer Unterschied zu Deutschland. Hier sind 60 Prozent auf alle Waren, nicht nur auf den letzten Wühltisch, völlig normal. Warum reisen wir nur mit einem Rucksack?

Macys Thanksgiving Parade, ausschließlich mit Weihnachtsliedern | wat-erleben

Macys Thanksgiving Parade, ausschließlich mit Weihnachtsliedern | wat-erleben

Der traditionelle Truthahn durfte natürlich nicht fehlen, Thanksgiving in NY |wat-erleben

Der traditionelle Truthahn durfte natürlich nicht fehlen, Thanksgiving in NY |wat-erleben

Einer der Weihnachtsbäume steht pünktlich zu Ende von Thanksgiving; fünf weitere folgen noch | wat-erleben

Einer der Weihnachtsbäume steht pünktlich zu Ende von Thanksgiving; fünf weitere folgen noch | wat-erleben

Okay, es gibt kein richtiges Schneechaos in New York. Obwohl der erste Schneefall hier wohl so behandelt wird. Heute Morgen bekamen wir die Info, dass die Kids bereits um 10 Uhr aus der Schule kommen, weil es ab Mittag schneien soll. Im letzten Jahr gab es sieben Tage, an denen die Kinder nicht in die Schule mussten, weil es schneite. Laura und ich guckten uns verwundert an, wir reden hier schließlich von ganz normalem Schnee. Josefine, Lauras Freundin aus Norwegen, muss wahrscheinlich herzhaft lachen, wenn sie dies hört und am nächsten Morgen ihr Auto erst sucht und dann freischaufelt. Wir nutzen die Chance für eine Schneeballschlacht, für Schnee-Engel und heiße Schokolade mit Marshmallows hinterher. Leider können wir die jahrelange Tradition einer ordentlichen Feuerzangenbowle beim ersten Schneefall nicht fortsetzen. Ein Kakao mit Schuss muss reichen.

Es beginnt zu schneien, November in New York | wat-erleben

Es beginnt zu schneien, November in New York | wat-erleben

Ha ha | wat-erleben

Ha ha | wat-erleben

Winter is coming, New York | wat-erleben

Winter is coming, New York | wat-erleben

Die letzte Woche war ansonsten ziemlich unaufgeregt. Man kann fast von Alltag reden, sozusagen unser Urlaub vom Reisen. Hierzu gehört Gartenarbeit und das Renovieren des Kellers. Gut, dass ich so handwerklich begabt bin. Meine Lieblingssätze auf der Baustelle „Das sieht sich weg“ und „Ich muss hier ja nicht wohnen“ lassen sich nur schwer ins Englische übersetzen. Bei Home Depot bin ich nun Stammgast, dem amerikanischer Hornbach oder Obi. Wenn wir nicht zum Baumarkt fahren, dann wird Basketball in der High School geschaut, die Shopping-Mall aufgesucht oder vom Kinotag Gebrauch gemacht.

Freundschaftsspiel in der Winterpause, New York | wat-erleben

Freundschaftsspiel in der Winterpause, New York | wat-erleben

Unsere Reisepläne werden nach und nach konkreter. Die drei Nächte auf Hawaii sind relativ einfach zu planen. Australien ist da schon etwas größer und die Auswahl an Aktivitäten auch…also, wenn jemand Tipps hat, immer her damit.

Nachtrag: Jetzt ist es wirklich ein Schneechaos. Im Laufe des Nachmittags fielen 15 cm Schnee. Die Straßen sind größtenteils gesperrt. Autos werden am Straßenrand übernachten, weil es zu rutschig ist. Lauras Gastmutter brauchte für die normale 10-minütige Fahrt von der Fähre zum Haus zwei Stunden. Der Gastvater steckt seit fünf Stunden im Stau fest. Auf der anderen Seite freuen sich die Kinder, den sie rechnen fest damit, dass auch morgen die Schule ausfällt.

Schon seit zwei Wochen sind wir in New York, mal wieder Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Wirklich viel passierte die letzte Woche nicht, unspannend also für euch, für uns gerade genau das Richtige. Denn wir sind noch nicht wieder zur alten Reiselust zurückgekehrt. Schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt und definitiv ein Luxusproblem. Vor unserer Weltreise konnten wir uns nicht vorstellen, dass wir jemals müde vom Reisen werden. Blogbeiträge, zumindest die, die wir lasen, vermittelten uns den Eindruck, dass mehrjähriges Reisen, viele Länder und unterschiedlichste Kulturen in kürzester Zeit, die Erfüllung schlecht hin sind. Vielleicht sind wir einfach anders, dachten wir uns. Bis wir gezielt nach anderen Beiträgen suchten und plötzlich von vielen anderen Reisenden hörten, denen es wie uns ging. Mit wertvollen Tipps an der Hand geht es uns mittlerweile deutlich besser. Kein Schlechtes Gewissen mehr, wenn wir nichts machen, obwohl es tausend Dinge zum Erkunden gibt. In Zukunft nur noch die Länder auszuwählen, bei denen wir uns hundertprozentig sicher sind und nicht, weil sie abgehakt werden soll(t)en. Und vor allem, den Spaß an der Sache nicht zu verlieren und uns etwas zu gönnen, auch wenn die entsprechende Aktivität eigentlich „zu teuer“ für unsere Reisekasse wäre.

Neben diesen Erkenntnissen nutzten wir die letzte Woche auch dazu, um To Dos abzuhandeln, die schon ewig auf der Liste standen – z.B. ein Video fürs House Sitting zu erstellen, um uns gegen die teilweise hohe Konkurrenz bei TrustedHousesitters durchzusetzen. Falls ihr euch das Video anschauen oder uns nun sogar „buchen“ wollt ;), hier ist es:

Das Wetter ist zurzeit übrigens traumhaft in New York, deshalb stimmten Bernd und ich uns die letzten Tage schon ein wenig für den „Turkey Trot“ ein. Das ist ein 5 Meilen-Lauf, der jedes Jahr an Thanksgiving im Nachbarort stattfindet –  dieses Mal mit zwei Deutschen. Ich versuchte es gestern direkt mit der Wettkampfdistanz von 5 Meilen (umgerechnet 8 km), Bernd versuchte es mit einer Abkürzung.

Wie es die „Profis“ machen, konnten wir Sonntag beim New York Marathon bestaunen. 42 km und ordentlich Steigung machen diesen Lauf zu einer Herausforderung, so auch die Anmeldung für Ausländer. Entweder benötigt man eine enorm gute Startzeit, oder aber man bucht seine Startnummer über einen Reiseveranstalter. Ich stand mit Gänsehaut-Gefühl und Wehmut an der Absperrung und beobachtete die Läufer, die nur noch wenige Meter bis zum Ziel vor sich hatten. „Irgendwann erfülle ich mir diesen Traum“, sagte ich zu Bernd. „Ich nicht“, dachte sich Bernd höchstwahrscheinlich und konnte meine Euphorie komischerweise nicht verstehen.

Das erste Mal wieder in NYC, der Blick aus dem dreckigen Zugfenster | wat-erleben

Das erste Mal wieder in NYC, der Blick aus dem dreckigen Zugfenster | wat-erleben

Der New York City Marathon | wat-erleben

Der New York City Marathon | wat-erleben

Nachdem uns dann doch ein wenig kalt wurde (mittlerweile sind es ca. 10 Grad in NY und wir haben kein Wintergepäck dabei), wärmten wir uns im, schon bestens auf Weihnachten vorbereitetem, Starbucks auf und machten uns dann auf den Weg zum Kreuzfahrt-Terminal. Dort erwarteten uns 30 Minuten Heimatgefühl. Denn Hasi und Christiane aus Heiden begannen an diesem Tag ihre Kreuzfahrt von NYC in die Karibik. Jede Minute wurde so gut es geht vollgepackt mit allem Neuen, sowohl von der Weltreise als auch aus Heiden.

Ein Wiedersehen aus der Heimat | wat-erleben

Ein Wiedersehen aus der Heimat | wat-erleben

Heute konnten wir einen Vorgeschmack für den Blackfriday-Sale Ende November erhalten. Wir waren im Einkaufszentrum, weil ich Bernd nicht länger das Outfit Outdoor-Hose in Kombination mit schrillen Laufschuhen zumuten möchte, oder mir, oder dem „Backpackeroutfit unfreundlichem“ New York City. Mit neuer Hose und neuen Schuhe zu einem überaus freundlichem Preis (Bernd durfte an der Kasse einen Coupon ziehen und bekam einfach mal so 40% Rabatt; würd’s ja in Deutschland nie geben),  gönnten wir uns im Anschluss ein Eis. Der neueste Trend in der Mall kommt aus Südostasien, am Wochenende mit einer ca. 30 minütigen Warteschlange umgeben, und ist ein Eisstand namens „Rolling Cow“. Man wählt aus verschiedenen Geschmackssorten und Toppings aus, dann wird der, in unserem Fall, flüssige Joghurt auf einer sehr kalten Platte runter gekühlt und schließlich von einem Mitarbeiter zu „Eisrollen“ geformt und serviert.

Das Eis von Rolling Cow1 | wat-erleben

Das Eis von Rolling Cow1 | wat-erleben

Das Eis von Rolling Cow2 | wat-erleben

Das Eis von Rolling Cow2; ok, und ein verbrannter Marshmallow… | wat-erleben

Die Mall ist schon auf Weihnachten eingestellt | wat-erleben

Die Mall ist schon auf Weihnachten eingestellt | wat-erleben

Heutiger Spaziergang am Nyack Beach State Park | wat-erleben

Heutiger Spaziergang am Nyack Beach State Park | wat-erleben

 

Haben wir gesagt, wir würden nach Buenos Aires fliegen? So ein Blödsinn, wir meinten natürlich Sydney. Die beiden Orte liegen zwar 12.000 km auseinander, aber wir sind schließlich sehr flexibel. Bis der Entschluss letztendlich feststand, ging es einige Male hin und her, wir waren uns einfach unschlüssig, was wir als Nächstes tun möchten. Unsere Reiseziele änderten sich stündlich, was auch daran liegen mag, dass wir zu viele Möglichkeiten haben – ein Luxusproblem.

Warum entschieden wir uns gegen Argentinien? Nach sieben Wochen in Mittelamerika waren wir einfach platt. Die Lust, weiter zu reisen, stellte sich nicht so wirklich ein. Als wir durch Kanada reisten, standen unsere Pläne schon für die nächsten Monate fest. Für Argentinien planten wir nicht mal den nächsten Tag. Als uns dies bewusst wurde, mussten wir noch einmal unsere zukünftigen Pläne überdenken und unsere Art zu Reisen hinterfragen. In zwei sehr intensiven Tagen formte sich somit der Entschluss, weiter Richtung Osten zu fliegen. Äußert hilfreich ist hier auch die riesige Gastfreundschaft von Lauras ehemaliger Aupair-Familie. Sie mussten wohl bemerkt haben, dass wir in einem kleinen bzw. großen Tief hingen. Mit einem großen Glas Wein (oder zwei) und dem Angebot, dass wir noch länger hier bleiben dürfen, haben sie uns enorm unterstützt. In dieser gewohnten Umgebung lässt es sich sehr gut aushalten und unsere Reiseakkus werden wieder aufgeladen. Zudem ist es auch nicht schlecht, dass New York City direkt vor der Haustür liegt.

Wir sind Profis im Gassi-gehen-Geschäft, New York | wat erleben

Wir sind Profis im Gassi-gehen-Geschäft, New York | wat erleben

Die Stadt haben wir noch nicht besucht, die kennen wir ja schon, wobei Laura wohl nie genug von ihr bekommen kann. Dafür wurde die Umgebung näher erkundet und die Chance genutzt, tiefer in die amerikanische Kultur einzutauchen. Nachdem wir einen Kürbis für Halloween schnitzten und die Trick or Treat-Kinder mit Süßigkeiten versorgten, ging es ab ins Kino in den gleichnamigen Film „Halloween“. Die Hälfte der Besucher war verkleidet. Wir entdeckten auch ein junges Mädchen, welches zusammen mit ihren Eltern die Abendvorstellung besuchte. FSK 18+ scheint hier keinen zu interessieren. An der Theke wurde die Portionsgröße „small“ komplett aus dem Programm gestrichen. Lauras Herz machte einen Salto, als sie über ihre „normalen“ Popcorn noch flüssige Butter gießen konnte. Ich musste herzhaft lachen, irgendwie kam mir das Bild mancher Personen auf ihren Walmart-Scootern in den Kopf.

Wer die Wahl hat..., New York | wat erleben

Wer die Wahl hat…, New York | wat erleben

Der Kürbis fürchtet sich eher vor uns, New York | wat erleben

Der Kürbis fürchtet sich eher vor uns, selbstgemacht, New York | wat erleben

Halloween wird hier groß gefeiert, New York | wat erleben

Halloween wird hier groß gefeiert, New York | wat erleben

Das Butter-Massaker an Halloween, New York | wat erleben

Das Butter-Massaker an Halloween, New York | wat erleben

Auch den Indian Summer können wir noch erleben. Hierzu sind wir in den Bear Mountain State Park gefahren. Viele Kurven und farbenfrohe Bäume empfingen uns. Für Anfang November ist es noch relativ warm, aber nicht so warm wie wir es gewöhnt sind. Somit hat sich Laura zwei Pullover im Thrift Shop gekauft, die später wieder gespendet werden. Unser Gepäck ist halt nur für Sommer ausgelegt. Mal schauen, ob ich mit meiner Outdoorhose in Kombination mit Turnschuhen, eine Kneipentour in NYC starten kann. Auf dem Rückweg von Bear Mountain machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei Aldi. Es ist endlich mal wieder Zeit für eine Currywurst mit Pommes, nur meine geliebte Damhus-Bratwurst wird nicht im Sortiment geführt. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass Damhus international bekannt ist.

Auf dem Weg zum Bear Mountain State Park, New York | wat erleben

Auf dem Weg zum Bear Mountain State Park, New York | wat erleben

Herbst - Indian Summer am Bear Mountain, New York | wat erleben

Herbst – Indian Summer am Bear Mountain, New York | wat erleben

Der Hudson River, New York | wat erleben

Der Hudson River, New York | wat erleben

Vor uns eine grandiose Aussicht - Hinter uns 35 Asiaten, New York | wat erleben

Vor uns eine grandiose Aussicht – Hinter uns 35 Asiaten, New York | wat erleben

Halloween ist seit gestern Geschichte, ab heute wird hier schon Weihnachten eingeläutet. Laura hat einen Adventskalender erstanden und in den nächsten Tagen werden aus dem Keller die sieben Weihnachtsbäume herausgeholt. Wir bekommen die Zeit bis Anfang Dezember bestimmt gut rum. Dann geht nämlich unser Flieger nach Sydney, aber vorher machen wir noch einen kleinen Zwischenstopp auf Hawaii. Liegt schließlich auf dem Weg…

Freitag verließen wir das eher fragwürdige „Partyhostel“ in San Pedro am Lago Atitlan und machten uns mit einem Shuttle auf nach Antigua. Die Kleinstadt mit ca. 35.000 Einwohnern liegt im Hochland Guatemalas (auf ca. 1500 Meter) und war früher für einige Zeit die Hauptstadt spanischer Kolonien. Außerdem liegen einige Vulkane in Sichtweite. Insgesamt hat Guatemala laut meiner Spanischlehrerin 37 Vulkane. Das mussten wir an unseren letzten Tagen in Guatemala ausnutzen. Für Samstag bis Sonntag buchten wir eine Tour über das Tropicana Hostel auf den Acatenango-Vulkan, welches uns einen Guide, Verpflegung und bereits aufgebaute Zelte am Basecamp versprach.

Daher ging es für uns am Samstag Morgen zum Hostel, wo wir uns Handschuhe, Mütze und eine warme Jacke ausliehen und schließlich erfuhren, dass zwei andere Personen, die die Tour ebenfalls gebucht hatten, nicht mitkommen würden. Somit saßen wir alleine im Minivan, der uns zu einem ca. eine Stunde entfernten Ausgangspunkt der Wanderung fuhr. Dort angekommen lernten wir Oswaldo, unseren Guide, kennen, der aus dem Nachbarort kam und so gut wie kein Englisch sprach. Super also, um Spanisch zu üben, der Rest wurde in Zeichensprache gelöst. Während der Wanderung erfuhren wir u.a. dass er 32 Jahre alt ist, eine Frau und zwei Kinder hat und sie unterstützt, in dem er bereits seit drei Jahren stolze vier Mal die Woche den Berg hoch und runter läuft, um uns Touristen glücklich zu machen. Dazu muss man sagen, dass wir auch wirklich viel Zeit zum Reden hatten. Es kostete uns 4 1/2 Stunden, um 1.500 Höhenmeter zu überwältigen und im Basecamp, welches auf 3.750 Meter liegt, anzukommen. Unser Guide war kaum verschwitzt, was wohl nicht an seiner Wanderausrüstung lag. Lediglich mit Minirucksack, Jeans, Slippern und Müllbeutel als Regenschutz ausgestattet, sahen wir dagegen mit regensicherer Jacke und Wanderschuhen professionell aus, ohne es zu sein.

Der Ausblick zu Beginn unserer Wanderung, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Der Ausblick zu Beginn unserer Wanderung, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Auf der Wanderung gab es je nach Höhe unterschiedliche Vegetationen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Auf der Wanderung gab es je nach Höhe unterschiedliche Vegetationen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Schwarze Asche und ein bisschen Regen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Schwarze Asche und ein bisschen Regen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Das Gefühl, oben anzukommen, war unbeschreiblich. Anfangs noch mit vielen Wolken bedeckt, klarte es plötzlich auf und wir hatten den direkten Blick auf den noch aktiven Vulkan Fuego. Der letzte schwere Ausbruch war am 03. Juni 2018, bei dem über 100 Personen starben, viele Gebäude zerstört und Menschen evakuiert werden mussten, da die Lava in die Dörfer floss. Eine traurige Geschichte, zugleich fasziniert der Vulkan. Erst hörten wir nur Zischen und Knallen und sahen Rauchwolken. Als es dunkel wurde und die Wolken es immer noch gut mit uns meinten, saßen wir nicht nur das erste Mal auf einem Vulkan, sondern hatten auch eine direkte Aussicht auf den ausbrechenden Fuego mit Lava und allem drum und dran. Wenn der Vulkan ausbricht, hört man erst ein Fauchen, was sich ein bisschen nach kämpfenden Katzen anhört und dann kommt ein Geräusch, was nach einem Flugzeug klingt, welches direkt über einen herfliegt. Mal blubbert es da oben nur, mal läuft die Lava den Vulkan herunter. Leider wurde die Stimmung etwas getrübt, da Bernd wieder mal Magenprobleme hatte und mir ging es auch nicht super gut. Ob es am Essen, an der Höhe oder der Anstrengung lag, wissen wir nicht. Die Nacht über konnten wir nur wenig Schlaf im Zelt finden, Bernd musste schließlich noch die Plastiktüte seiner Schuhe zweckentfremden und dann war es vorbei mit der Nacht. Eigentlich war um 4 Uhr morgens geplant, mit unserem Guide Oswaldo noch einmal 200 Meter höher zu laufen, um einen Sonnenaufgang von der Spitze des Acatenangos beobachten zu können. Die Hälfte des Weges schafften wir, dann gaben wir auf. Mit Schweißausbrüchen und Atemproblemen ging nichts mehr, es ging zurück zum Basecamp. Dort fühlten wir uns schlagartig besser. Es sollte wohl einfach nicht sein und wir hatten schon Glück genug mit unserer Aussicht. Denn Oswaldo erzählte uns, dass die vorherigen Gruppen die gesamte letzte Woche nichts außer Wolken sahen.

Glücklich am Basecamp angekommen, zusammen mit unserem Guide Oswaldo, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Glücklich am Basecamp angekommen, zusammen mit unserem Guide Oswaldo, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Unser Basecamp, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Unser Basecamp, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Anfangs war die Sicht auf den Vulkan Fuego noch schlecht, aber immerhin schon sichtbar | wat-erleben

Anfangs war die Sicht auf den Vulkan Fuego noch schlecht, aber immerhin schon sichtbar | wat-erleben

Tagsüber konnten wir die Eruption nur hören und anhand des Rauchs erkennen | wat-erleben

Tagsüber konnten wir die Eruption nur hören und anhand des Rauchs erkennen | wat-erleben

Blick vom Vulkan Acatenango auf den Fuego, unsere Anziehsachen stanken nach dem Lagerfeuer erbärmlich :O | wat-erleben

Blick vom Vulkan Acatenango auf den Fuego, unsere Anziehsachen stanken nach dem Lagerfeuer erbärmlich :O | wat-erleben

Der Vulkan Fuego nach Sonnenuntergang | wat-erleben

Der Vulkan Fuego nach Sonnenuntergang | wat-erleben

Wir saßen die restliche Nacht vor dem Lagerfeuer und beobachteten den Himmel dabei, langsam hell zu werden. Schließlich hatten wir eine Wahnsinnsaussicht auf alle umliegenden Dörfer und konnten nicht nur den knapp 45 km entfernten Lago Atitlan sehen, sondern auch die Küstenlinie, die rund 62 km entfernt liegt. Nach einem magenschonenenden Kamillentee traten wir zu dritt den Rückweg an, den wir knapp zwei Stunden schneller bewältigten, als den Hinweg. Allerdings war er sehr sehr steil und da wurde uns noch einmal bewusst, dass wir wirklich stolz auf uns sein können. Einen Tag vorher waren wir schließlich den gleichen Weg hochgestiegen. Unten angekommen zauberten eine große Verabschiedungs-Umarmung und Trinkgeld ein Riesen-Lachen auf Oswaldos Gesicht und wir machten uns mit unserem Fahrer auf den Rückweg.

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen2 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen1 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen3 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen2 | wat-erleben

Natürlich durfte auch Minka bei der Wanderung des Acatenangos nicht fehlen | wat-erleben

Natürlich durfte auch die hässliche Katze Minka bei der Wanderung des Acatenangos nicht fehlen | wat-erleben

Die Panoramasicht am frühen Morgen vom Vulkan Acatenango | wat-erleben

Die Panoramasicht am frühen Morgen vom Vulkan Acatenango | wat-erleben

Frühstücken bei Sonnenaufgang auf dem Acatenango | wat-erleben

Frühstücken bei Sonnenaufgang auf dem Acatenango | wat-erleben

Völlig fertig, aber glücklich beim Zieleinlauf | wat-erleben

Völlig fertig, aber glücklich beim Zieleinlauf | wat-erleben

Abends gingen wir früh ins Bett, denn Montag gab es wieder einen straffen Zeitplan. Erst besuchten wir die Kaffeefarm Finca Filadelfia, die seit 140 Jahren privat betrieben wird und eine sehr große Fläche ihr Eigen nennt. Wie nach knapp drei Jahren aus einer kleinen Kaffeebohne ein Strauch wird, der die roten „Kaffeebeeren“ trägt, die dann per Hand gepflückt werden, ist faszinierend. Anschließend kommen Maschinen zum Einsatz, die die Bohne aus der Beere quetschen, wässern und nach einem längeren Trocknungsprozess schließlich rösten. In dem Gebäude roch es natürlich am Besten. Nach einem schnellen Schluck Espresso, von dem mir noch einige Stunden später die Hand zitterte, ging es schnell weiter zu einer Tankstelle im Nachbardorf. Dies war der Treffpunkt für unser ResiRest-Essen bei einer guatemaltekischen Familie.

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze zu Anfang aus | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze zu Anfang aus | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze nach drei Jahren aus, Erntezeit fängt im November an | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze nach drei Jahren aus, Erntezeit fängt im November an | wat-erleben

Von der Plattform ResiRest, die aus den Niederlanden stammt, erfuhren wir nur durch Zufall, denn über Google landeten wir, auf der Suche nach lokalem Essen, auf der Website. Dabei sollen Locals und Touristen über das Essen miteinander verbunden werden, dafür zahlt man einen Betrag per Kreditkarte an die Plattform (in unserem Fall 6,50€ pro Person), der der Familie zu Gute kommen soll. Wie viel die Familien von der bezahlten Summe genau erhalten, wissen wir jedoch nicht. So funktioniert das Ganze: Ihr downloaded die App und könnt dort das Land (zurzeit 27), den Ort, das Datum (Mittags oder Abends) und die Anzahl der Gäste angeben. Danach wählt ihr die Familie aus (ihr erfahrt auch einige Infos zur Familie), wir waren bei Carolina in Antigua und zum Abschluss habt ihr noch die Qual der Wahl, aus verschiedenen Gerichten eins auszuwählen. Praktisch ist, dass die Inhaltsstoffe immer mit aufgelistet sind, Bernd verträgt ja keine Chilischoten.

Wir wurden also am Treffpunkt von Iris und ihrem Bruder, den Kindern von Carolina, abgeholt und zu ihrem Haus gebracht. Die Familie lebt für unsere Verhältnisse eher einfach, jedoch glücklich und mit einem Garten, der die komplette Familie sowohl mit Gemüse und Obst als auch mit Fleisch versorgt. Als Gericht suchten wir uns im Vorhinein Pacaya Envueltas en Huevo aus (Papaya Palme in einem frititerten Teigmantel mit Tomatensauce), so dass wir direkt in der Küche Platz nehmen durften und uns das Essen serviert wurde. Wir konnten so leider nicht sehen wie das Essen zubereitet wurde, dafür sprachen wir über die Zubereitung und aßen mit der ganzen Familie zusammen. Es war ein super Erlebnis und natürlich ein super leckeres. Das, was ResiRest verspricht, wurde bestätigt. Wir bekamen nicht nur ein lokales Essen vorgesetzt, sondern sprachen mit der Familie über Kultur, Essen und spielten sogar noch ein paar Spiele zusammen. Im Anschluss zeigten uns Carolina und Iris noch den Stolz der Familie, den Garten. Von Avocado-Bäumen, über Kräuter bis hin zu exotischen Früchten war alles dabei. Schließlich verabschiedeten wir uns nach guten zwei Stunden von der Familie und machten uns zu Fuß auf den Rückweg zum Hostel, wo wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten von Antigua anschauten. Wir werden die Plattform definitiv wieder ausprobieren. Leider gibt es bei unserem nächsten Stopp Argentinien noch keine Familien, aber wir besuchen ja noch weitere Länder ;).

Essen bei der Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Essen bei der Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Innenstadt von Antigua,Arco de Santa Catalina | wat-erleben

Die Innenstadt von Antigua,Arco de Santa Catalina | wat-erleben

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im Hostel, denn Abends um 19 Uhr sollte uns unser Shuttle nach Guatemala Stadt zum Flughafen abholen. Dank unserer Dorm-Mitbewohnerin, die uns  kurz vor Abfahrt des Shuttles fragte, ob der Flughafen denn auch 24 Stunden auf sei, mussten wir nicht draußen schlafen. Eigentlich war geplant, dass wir die Nacht im Flughafen schlafen, um uns ein Hotelzimmer zu sparen. Die Cafes im Flughafen sind zwar durchgehend geöffnet, allerdings verlassen die Angestellten das Gebäude, die Security ebenfalls. Das war uns dann doch etwas zu heikel, so dass wir Last-Minute ein Hotelzimmer in Flughafennähe buchten. Nach einer kurzen Nacht mussten wir dann um 3 Uhr morgens per SMS erfahren, dass unser Flug sich lediglich sieben Stunden verspäten wird, da das Flugzeug gewartet wird. Zum Flughafen mussten wir trotzdem, denn wir buchten einen Flug mit Zwischenstopp in Houston, Texas. Da der Anschlussflug nach New York zwei Stunden später angesetzt war, konnten wir das aufgrund der Verspätung auf keinen Fall schaffen. Nach guten 1 1/2 Stunden Wartezeit am Flughafen wurde unser Anschlussflug auf 18 Uhr verschoben und wir versuchten den Tag am Flughafen umzubekommen. Insgesamt waren es schließlich acht Stunden, als wir endlich von Guatemala aus abhoben und nach Houston flogen. Dort angekommen, ließen wir uns extra etwas Zeit, da uns klar war, den Flug nicht mehr zu schaffen und wir auch keine Lust hatten, mitten in der Nacht in NYC anzukommen. Denn wir wollten eigentlich direkt zu meinen Gasteltern, aber um diese Uhrzeit fährt kein Bus mehr. Nachdem wir unser Gepäck abholten und die Immigration keine Probleme machte, liefen wir schließlich zum Schalter der United Airlines. Dort teilte uns die freundliche Frau zuerst mit, dass es auch noch einen Flug um 19 Uhr gäbe, was bedeutet hätte, das wir noch später Nachts in NYC angekommen wären. Ich schlug als Alternative den ersten Flug morgens vor. Das wäre kein Problem, meinte die Dame hinter dem Schalter. Als ich dann jedoch nach einer kostenlosen Übernachtung in Houston fragte, musste sie erst einmal ihre Kollegin fragen. Von der kam direkt die Antwort: „They are still smiling, give them whatever they want“. Somit bekamen wir auch fast alles, was möglich war: Vouchers in Höhe von 60 USD, mit dem wir einen Riesen Ribeye-Steak im hoteleigenen Restaurant aßen und ein Hotelzimmer mit einem gemütlichen Bett, einer richtigen Bettdecke und einer Dusche, die sogar trotz Warmwasser noch genügend Druck erzeugt.

Nach acht Stunden Verspätung gab es im Hotel in Houston, Texas erst einmal ein Rib Eye Steak | wat-erleben

Nach acht Stunden Verspätung gab es im Hotel in Houston, Texas erst einmal ein Rib Eye Steak | wat-erleben

Halbwegs ausgeschlafen ging es dann am nächsten Morgen um 5 Uhr mit dem Shuttle zum Flughafen. Dieses Mal war unser Flug pünktlich und so waren wir gegen Mittag in NYC und am Nachmittag bei meiner Gastfamilie angekommen.

Willkommen in New York, we are back | wat-erleben| wat-erleben

Willkommen in New York, we are back | wat-erleben| wat-erleben

Wir bekamen gar nicht mit, dass es plötzlich Herbst geworden ist. Die Bäume haben wunderschöne Farben, die Luft ist zwar kalt, aber fühlt sich endlich wieder sauber an und das Wetter begrüßt uns mit blauem Himmel und Sonnenschein. Ich fühle mich, als ob ich nach über 4 1/2 Monaten Reise wieder Zuhause bin. Jetzt entspannen wir erst mal in frisch gewaschenen Sachen (der Geruch ist der Hammer!), genießen die warme Dusche, den Luxus, alles zu verstehen und Essen, an das unser Magen gewöhnt ist. Außerdem werden wir die nächsten Tage unseren Argentinientrip planen. Am Sonntag Abend geht es nämlich von NYC nach Buenos Aires.

Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, Indian Summer in New City, NY : wat-erleben

Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, Indian Summer in New City, NY : wat-erleben

Die letzte Woche war für mich ein Gefühlschaos. Meine Gastkinder und Gasteltern nach so einer langen Zeit wiederzusehen, war super schön und ich hatte dann doch etwas weiche Knie, als ich Jordan auf dem Straßenmarkt von weitem gesehen habe und gar nicht glauben konnte wie groß und erwachsen er geworden ist. Die Begrüßung war anders als erwartet sehr herzlich für einen Teenager 😉 und ich hatte doch das Gefühl, dass er mich wiedererkannt hat (er ist mittlerweile 14 und war damals 3 1/2). Kaili kam kurze Zeit später dann auch noch dazu (sie war damals 1) 🙂 Leider hatten die beiden die Woche über jeden Tag bis 16 Uhr Schule und im Gegensatz zu uns auch sonst noch so einiges vor. Es war trotzdem schön, etwas Zeit mit ihnen verbringen zu können.

Die 9 Tage vergingen einfach wie im Flug und schwups, war schon der Tag gekommen, nachdem es von New City über NYC nach Toronto gehen sollte. Mit einem kleinen Schockmoment ist die Reise gestartet, da der Bus nach NYC einfach nicht kommen wollte und mein Gastvater uns dann noch schnell zu einem anderen Bahnhof fahren musste und wir stattdessen den Zug genommen haben. Es ist dann aber alles gut ausgegangen, wir waren rechtzeitig am Bus-Terminal und konnten uns dann geschmeidige 11 Stunden lang zurücklehnen. Na ok, so war es nicht wirklich, das war nur der Werbetext des Greyhound-Reisebus und unsere naive Vorstellung. Die Wirklichkeit bestand aus andauernden Zwischenstopps, (nein nicht für Pipi-Stopps, sondern um mehr Personen einsteigen zu lassen) und Würgegeräuschen aus der Bustoilette. Außerdem tat unser Rücken schon nach kurzer Zeit weh (wir sind wohl einfach keine 18 mehr…). Naja nun aber genug gemeckert, immerhin war die Fahrt günstig und irgendwann war es dann soweit – wir kamen an der kanadischen Grenze an. Dort hieß es dann noch einmal Sitzfleisch beweisen, denn vor uns waren 4 Reisebusse, die ebenfalls über die Grenze wollten. Für die, die das Vorgehen nicht kennen: Jeder muss samt seines ganzen Gepäcks raus aus dem Bus rein in die Grenzkontrolle, seinen Reisepass vorlegen und ein paar Fragen beantworten…es kann also dauern! Nach ca. 2 Stunden war dann endlich unser Bus an der Reihe, alle raus und alle wieder rein…Fast! Bernd und ich nicht. Wir wurden in einen anderen Raum weiter gewunken, weil wir ein Working Holiday Visum beantragt hatten und anscheinend ist die Ausstellung hingegen der Erfahrungen aus diversen Foren wohl doch nicht so einfach. Da saßen wir also mit ca. 30 anderen Personen, von denen keiner aus unserem Bus war. Unser Busfahrer kam nach kurzer Zeit in das Büro marschiert und schaute sich hektisch um, fand uns dann und wunderte sich ein wenig, warum ausgerechnet die zwei mit dem deutschen Pass Probleme machen (er wusste nichts von unserem Visum und dachte höchstwahrscheinlich, dass wir nur Urlaub in Kanada machen wollten. Wir ließen ihn dann auch lieber in dem Glauben, da wir Stress vermeiden wollten). Er erklärte dann aber kurz und etwas mürrisch dem Grenzbeamten, dass die zwei deutschen in seinem Bus sitzen und er einen straffen Zeitplan hat. Das half anscheinend zumindest ein wenig, so dass der gesamte Bus nur ca. eine halbe Stunde auf uns warten musste. Mit eingetackertem Visum im Reisepass und einer Belehrung, dass wir damit nicht in Strip Clubs arbeiten dürfen, stiegen wir zurück in unseren Bus. Nach weiteren 3 Stunden sind wir dann endlich in Toronto angekommen.

Im Vorhinein waren wir noch begeistert von der Idee, über Nacht zu fahren und somit die Übernachtungskosten zu sparen und den vollen nächsten Tag genießen zu können. Der Tipp wurde auch in diversen Weltreiseblogs beschrieben, um Geld und Zeit zu sparen. Vielleicht liegt es daran, dass wir nicht mehr superjung sind, oder daran dass wir zu verwöhnt sind, oder woran auch immer. Ich sage euch, wir hatten zwar einen vollen ganzen Tag vor uns, der aber voll fürn Arsch war, weil wir total im Arsch waren. Wir sind, nachdem wir unsere Rucksäcke im Airbnb-Apartment abgestellt hatten, noch ein wenig am Kensington Market entlang gelaufen, aber viel los war mit uns nicht mehr. Gegen 17 Uhr haben wir aufgegeben und sind zurück zum Airbnb gelaufen und direkt tot ins Bett gefallen. Die völlige Erschöpfung hat dann auch noch bis zum nächsten Morgen um 10 Uhr angehalten. Dann ging es, bis auf anhaltende Rückenschmerzen, so langsam bergauf und wir konnten Toronto endlich genießen. Gestern ging es zu Fuß von Downtown Toronto über die Harbourfront und dem Lawrence Market zum Destillery District und schließlich bis zum City Centre. Heute sind wir mit der Fähre zu den Toronto Islands gefahren und bekamen Meeres-Feeling und eine super Skyline bei traumhaften Wetter für umsonst 🙂

Morgen war es das dann schon wieder mit Toronto. Es geht mit dem Mietwagen nach Little Britain (ca. 90 Minuten von Toronto entfernt) zu unserem ersten Housesit.

 

Aufgepasst, hier kommt mein Blogbeitrag Nr. 2. So langsam werde ich warm mit diesem „Schreiben“, manchmal benötigt es auch nur einen kleinen Stoß von Laura in die richtige Richtung. Ich sitze hier also auf der Terrasse der Brenner`s, die Sonne scheint und Denver, ein 9-Monate alter Boxer, kaut mir am Ohr. Ideale Vorraussetzungen, um die letzten sieben Tage zusammenzufassen. Zwei davon waren unsere letzten Tage in New York. Hier wurden schwere kulturelle Geschütze aufgefahren. Es galt das MOMA zu erkunden. Das Museum der modernen Kunst. Das Beste was die Kunstwelt derzeit zu bieten hat, nicht nur in New York, sondern weltweit. So die Worte unseres AirBnB-Vormieters Carol, Fotograf und Lebenskünstler. Natürlich mussten wir uns davon selber überzeugen. Ich sag mal so, zum Glück war der Eintritt an dem Freitag kostenlos…für manche Sachen braucht man anscheinend einfach etwas länger. Etwas verstört und auf der Suche nach Alkohol hat es uns dann ins Rumhouse verschlagen. Eine feine Bar mit Livemusik, endlosen Reihen von Rum und Cocktails. Der perfekte Abschluss für das Kapitel New York.

Am Samstag nahmen wir uns einen Mietwagen und sind nach Philadelphia gefahren. Die Sehenswürdigkeiten waren schnell abgehakt (City Hall, Liberty Bell, Reading Terminal Market) und aufgegessen (Philly Cheesesteak). Wir waren schließlich nur aus einem Grund hier: Justin Timberlake! Ein echt gutes Konzert mit einer fetten Bühnenshow. Der Frauenanteil lag so bei um die 95%. Würde Laura jetzt diesen Beitrag schreiben, dann würde die Beschreibung noch etwas euphorischer und detailreicher ausfallen. Aber wie war das nochmal mit dem höchsten Lob des Westfalen: Ja, war OK.

Mit dem Zug ging es am Sonntag raus aus der Stadt und ab zu den Brenners, Lauras ehemalige Gastfamilie aus Aupair-Zeiten. Wir trafen sie an ihrem Verkaufsstand auf dem Straßenmarkt von Nanuet. Die Brenners stellen eigene Chilli- und Grillsoßen her. Sehr zu empfehlen, ich habe direkt mal die Sorte TKO (technical knock-out) probiert. Doof, dass man den Namen ernst nehmen sollte. Meine Zunge brennt immer noch und war stellenweise etwas taub. Wir haben die Brenners das letzte Mal 2010 besucht, wie die Zeit vergeht. Die Kleinen werden ja so schnell groß…aber gefühlt waren wir nur kurz für einen Monat weg.

Hier, in New City, geht es ruhiger zu als in New York. So haben wir Zeit für Basketball, Joggen mit den Hunden, „nur gucken“ in der Mall und Rad fahren. Die Amerikaner sind übrigens berühmt für ihre gut ausgebauten Radwege und Bürgersteige, nicht. Laura wird im nächsten Beitrag noch etwas mehr berichten. Ich würde ja jetzt gerne noch weiter schreiben, aber ich muss den Smoker beobachten, es gibt ein typisches amerikanisches Barbecue morgen. Und die 14 Kilo Rinderbrust brauchen halt ihre Zeit im Smoker, die ganze Nacht…