Mehr oder weniger ausgeschlafen hieß es Sonntagmorgen Auckland Richtung Süden. Der erste Zwischenstopp fand in Te Kauwhata statt. Nein, dies ist natürlich kein Reisetipp. Wir trafen uns mit meinem ehemaligen Arbeitskollegen Jens, seiner Frau und Nachwuchs auf einen Kaffee – ich glaube im einzigen Cafe des Dorfes.

Danach fuhren wir nach Matamata. Das kennt man nur, wenn man weiß, dass sich dort das „Hobbiton“ (das Filmset des Auenlands von Herr der Ringe) befindet. Für knapp 90 Dollar war uns das zu teuer, stattdessen musste das Touristen-Informationszentrum im Hobbit-Stil reichen.

Bernd ist zu groß für einen Hobbit, Visitor Information Matamata, Neuseeland | wat-erleben

Bernd ist zu groß für einen Hobbit, Visitor Information Matamata, Neuseeland | wat-erleben

Ich geh durch als Hobbit, Matamata, Neuseeland | wat-erleben

Ich geh durch als Hobbit, Matamata, Neuseeland | wat-erleben

So sah es an vielen Stellen auf der Nordinsel aus, hier müssen überall Hobbits wohnen, Neuseeland | wat-erleben

So sah es an vielen Stellen auf der Nordinsel aus, hier müssen überall Hobbits wohnen, Neuseeland | wat-erleben

Weiter ging es auf den Geothermal Highway. Direkt kamen Erinnerungen von Island in uns hoch, an vielen Stellen qualmte es  am Highway. Um nah heranzukommen bezahlte man, statt in Island, jedoch in den meisten Fällen Eintritt. Dennoch faszinierend … und stinkig.

Wai-O-Tapu und viel Gestank, Neuseeland | wat-erleben

Wai-O-Tapu und viel Gestank, Neuseeland | wat-erleben

Wai-O-Tapu , der Champagner-Pool, Neuseeland | wat-erleben

Wai-O-Tapu , der Champagner-Pool, Neuseeland | wat-erleben

Die bunten Farben entstehen übrigens aufgrund der Oxidation mit verschiedenen Mineralien, Wai-O-Tapu, Neuseeland | wat-erleben

Die bunten Farben entstehen übrigens aufgrund der Oxidation mit verschiedenen Mineralien, Wai-O-Tapu, Neuseeland | wat-erleben

Es blubbert, also lieber nicht Baden, Wai-O-Tapu, Neuseeland | wat-erleben

Es blubbert, also lieber nicht Baden, Wai-O-Tapu, Neuseeland | wat-erleben

Im Anschluss schlenderten wir durch den Stadtpark. Irgendwie irreal, dass es blubbert und qualmt, direkt neben der Hauptverkehrsstraße, mitten in der Stadt.

Der Stadtpark von Rotorua, Neuseeland | wat-erleben

Der Stadtpark von Rotorua, die Ampel befindet sich im Hintergrund, Neuseeland | wat-erleben

Genug hatten wir vom Schwefelgeruch anscheinend noch nicht, am folgenden Tag fuhren wir zum „Craters of the Moon“. Ein geothermales Gebiet ähnlich einer Mondlandschaft, mit ein wenig Gras.

Der Kaffee bleibt warm, Craters of the Moon, Neuseeland | wat-erleben

Der Kaffee bleibt warm, Craters of the Moon, Neuseeland | wat-erleben

Craters of the Moon, Neuseeland | wat-erleben

Craters of the Moon, Neuseeland | wat-erleben

Bernd lassen die tollen Posen nicht mehr los, Craters of the Moon, Neuseeland | wat-erleben

Bernd lassen die tollen Posen nicht mehr los, Craters of the Moon, Neuseeland | wat-erleben

Danach stand eine weite Fahrt bis zum Tongariro-Nationalpark, beziehungsweise bis zu unserer Holzhütte an. Für den nächsten Morgen war nämlich der erste Shuttle-Bus gebucht. Also früh ins Bett, da der Wecker um halb 4 klingelte. Warm eingepackt hieß es für uns das Tongariro Alpine-Crossing zu „bezwingen“. Eine siebenstündige Wanderung, knappe 20 Kilometer. Bezwingen sage ich nur aus dem Grund, weil wir vorher explizit darauf hingewiesen wurden, welche Ausrüstung nicht  in unseren Wanderrucksäcken fehlen darf – und das dies vom Busfahrer kontrolliert wird.

Es war alles halb so wild, nach der Kletterpartie auf dem Cradle Mountain in Tasmanien und der Vulkanbesteigung in Guatemala schockt uns wohl nichts mehr so schnell. Insgesamt war es eine sehr schöne Wanderung. Erst im Dunkeln mit Stirnlampe gewandert, später bei Sonnenaufgang durch Kraterlandschaften und als absolutes Highlight beim höchsten Punkt der Wanderung die leuchtend-grünen Emerald Seen bestaunt. Hinterher teilte Bernd mir erst mit, dass der Vulkan, an dem wir die ganze Zeit vorbei liefen, der Herr der Ringe-Schicksalsberg ist (Mordor und so).

Der Weg runter war anstrengender als hoch, besonders für unsere alten Knie. Wir werden nicht jünger.

Tongariro Alpine Crossing, kurz nach 5, Minus Grade, Neuseeland | wat-erleben

Tongariro Alpine Crossing, kurz nach 5, Minus Grade, Neuseeland | wat-erleben

Tongariro Alpine Crossing, Stirnlampe aus, Sonne an, Neuseeland | wat-erleben

Tongariro Alpine Crossing, Stirnlampe aus, Sonne an, Neuseeland | wat-erleben

Tongariro Alpine Crossing, kurz vorm höchsten Punkt, Neuseeland | wat-erleben

Tongariro Alpine Crossing, kurz vorm höchsten Punkt, Neuseeland | wat-erleben

Emerald Lakes, Tongariro Alpine Crossing, Neuseeland | wat-erleben

Emerald Lakes, Tongariro Alpine Crossing, Neuseeland | wat-erleben

Einer der Emerald Lakes, Tongariro Alpine Crossing, Neuseeland | wat-erleben

Einer der Emerald Lakes, Tongariro Alpine Crossing, Neuseeland | wat-erleben

Da rechts ist übrigens dieser ominöse Schicksalsberg, Tongariro Alpine Crossing, Neuseeland | wat-erleben

Da rechts ist übrigens dieser ominöse Schicksalsberg, Tongariro Alpine Crossing, Neuseeland | wat-erleben

Der Rückweg beim Tongariro, Neuseeland | wat-erleben

Der Rückweg beim Tongariro, Neuseeland | wat-erleben

Mittwoch gingen wir es ruhiger an, einige Autostunden entfernt nächtigten wir in einem Airbnb mit Blick auf den Taranaki-Berg – zumindest sagte uns dies unsere Gastgeberin. Der Berg wurde komplett von Wolken verdeckt. Eigentlich planten wir früh aufzustehen und uns den Blick von einem See aus anzuschauen. Stattdessen genossen wir lieber den Blick aus dem warmen Esszimmer, mit Kaffee.

Auf dem Forgotten Highway gibt es den Ort Whangamomona, in der Kneipe gibt es eigens einen Reisestempel, da der Ort 1989 bei einer Schnapsidee eine unabhängige Republik werden wollte, Neuseeland | wat-erleben

Auf dem Forgotten Highway gibt es den Ort Whangamomona, in der Kneipe gibt es eigens einen Reisestempel, da der Ort 1989 bei einer Schnapsidee eine unabhängige Republik werden wollte, Neuseeland | wat-erleben

Mount Taranaki aus dem Küchenfenster, Neuseeland | wat-erleben

Mount Taranaki aus dem Küchenfenster, Neuseeland | wat-erleben

So lässt sich die Aussicht aushalten, Mount Taranaki, Neuseeland | wat-erleben

So lässt sich die Aussicht aushalten, Mount Taranaki, Neuseeland | wat-erleben

Unser Airbnb war auch abseits der Bergaussicht ein nettes Plätzchen, Neuseeland | wat-erleben

Unser Airbnb war auch abseits der Bergaussicht ein nettes Plätzchen, Neuseeland | wat-erleben

Ein paar weitere Eindrücke der Reise:

Marokopa-Falls, einer der schönsten Wasserfälle von Neuseeland (von denen, die wir gesehen haben) | wat-erleben

Marokopa-Falls, einer der schönsten Wasserfälle von Neuseeland (von denen, die wir gesehen haben) | wat-erleben

Ocean Beach, hier soll man sich im warmen Sand einbuddeln können. Er war lauwarm. | wat-erleben

Ocean Beach, hier soll man sich im warmen Sand einbuddeln können. Er war lauwarm. | wat-erleben

Weitere Highlights unseres Roadtrips waren Glühwürmer (nicht mit den Leuchtkäfern aus Deutschland zu verwechseln; es handelt sich hierbei um Langhornmücken bzw. um Larven die Biolumineszenz erzeugen). Auf Tipp unserer Gastgeberin hin, besuchten wir die Abbey Caves in Whangarei. Nach einem kurzen Spaziergang über Kuhwiesen kletterten wir in die „Middle Cave“ und plötzlich war es stockfinster und kurze Zeit später nass an den Füßen. Also Schuhe aus und Lampen an, bis wir ein geeignetes Plätzchen fanden. Dann Licht aus. Unsere Augen brauchten einige Zeit, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Plötzlich Glühwürmer überall an den Wänden und besonders an den Decken. Falls die Vorstellungskraft fehlt: Erinnert an eine grüne Lichterkette im Ruhrpottschick.

Der Eingang zur Höhle war schon ein wenig abenteuerlich, Abbey Caves, Neuseeland | wat-erleben

Der Eingang zur Höhle war schon ein wenig abenteuerlich, Abbey Caves, Neuseeland | wat-erleben

Die Abbey-Caves, Middle Cave und Glühwürmer, Neuseeland | wat-erleben

Die Abbey-Caves, Middle Cave und Glühwürmer, Neuseeland | wat-erleben

Alleine in der Höhle und umsonst, so lässt es sich am besten mit Glühwürmern genießen, Neuseeland | wat-erleben

Alleine in der Höhle und umsonst, so lässt es sich am besten mit Glühwürmern genießen, Neuseeland | wat-erleben

Wir dachten, dass es nicht besser kommen könne, aber am Cape Reinga wurden wir eines besseren belehrt. Beim Cape, ganz Im Norden der Nordinsel, trifft die Tasmanische See auf den Südpazifik. Das war wirklich schön mit anzusehen.

Wie praktisch, dass wir genau hier Pipi mussten, die Toiletten von Hundertwasser in Kawakawa, Neuseeland | wat-erleben

Wie praktisch, dass wir genau hier Pipi mussten, die Toiletten von Hundertwasser in Kawakawa, Richtung Cape Reinga, Neuseeland | wat-erleben

Cape Reinga, wenn man genau schaut, sieht man wie die zwei Meere zusammenlaufen, Neuseeland | wat-erleben

Cape Reinga, wenn man genau schaut, sieht man wie die zwei Meere zusammenlaufen, Neuseeland | wat-erleben

Unser nächstes Ziel am Cape Reinga, nur 9000 Kilometer entfernt, Neuseeland | wat-erleben

Unser nächstes Ziel am Cape Reinga, nur 9000 Kilometer entfernt, Neuseeland | wat-erleben

Getoppt wurde dies noch, als wir einige Kilometer zurück fuhren und den Te Paki-Sanddünen einen Besuch abstatteten. Dort sollte es die Möglichkeit geben, mit Body-Boards die Dünen herunter zu rauschen. Nennt sich „Sandboarding“ und wow, was war das ein Highlight. Wir würden glatt behaupten, eins der Highlights unserer ganzen Reise. Mit gerade einmal 15 Dollar ein dazu günstiges und zudem simples. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: gerade rechtzeitig die letzten Boards mieten (der Leihstand schließt um 17 Uhr) und die Dünen, die mittlerweile fast leer von Touristenmassen sind, hochlaufen. Dies ist übrigens der anstrengendste Schritt, weicher Sand kennt kein Erbarmen. Oben angekommen bäuchlings aufs Brett und mit etwas Schwung und riesem Tempo, die Düne hinunter. Besonders beim ersten Versuch konnte ich mir das Schreien nicht verkneifen. Der Wind und Sand fegt durchs Gesicht und im Anschluss fühlt man sich wie ein kleines Kind – Spaß pur!

Spaß Pur beim Sandboarding, Te Paki Dünen, Neuseeland | wat-erleben

Spaß Pur beim Sandboarding, Te Paki Dünen, Neuseeland | wat-erleben

Wir haben auch Videos...Ab gehts die Düne runter, Te Paki, Neuseeland | wat-erleben

Wir haben auch Videos…Ab gehts die Düne runter, Te Paki, Neuseeland | wat-erleben

Da unten bin ich schließlich gelandet, Te Paki Dünen, Neuseeland | wat-erleben

Da unten bin ich schließlich gelandet, Te Paki Dünen, Neuseeland | wat-erleben

 

Auf dem Rückweg Richtung Auckland:

Gestern hielten wir vor der Rückfahrt am Ninety Mile Beach an, dunkler Sand soweit das Auge reicht, Neuseeland | wat-erleben

Gestern hielten wir vor der Rückfahrt am Ninety Mile Beach an, dunkler Sand soweit das Auge reicht, Neuseeland | wat-erleben

Wir probieren das mit unserem kleinen Mietwagen wohl lieber nicht aus, Ninety Mile Beach, Neuseeland | wat-erleben

Wir probieren das mit unserem kleinen Mietwagen wohl lieber nicht aus, Ninety Mile Beach, Neuseeland | wat-erleben

Heute ist der Tag unserer Abreise gekommen. Nach einem kurzen Abstecher in die City von Auckland heißt es nicht nur Tschüss Nordinsel (2200 km), sondern auch Tschüss Neuseeland. Wir sitzen im Flughafen und wer es noch nicht mitbekommen hat: Wir tauschen Lamm gegen Sushi.

PS: Unbegründet ist es übrigens wirklich, dass die Nordinsel im Schatten der Südinsel steht. Unserer Meinung nach genießt man Neuseeland am besten im Doppelpack, beide Inseln haben es verdient.

Nordinsel Neuseeland, Roadtrip-Route | wat-erleben

Nordinsel Neuseeland, Roadtrip-Route | wat-erleben

Wir sind tatsächlich aus einem Flugzeug gesprungen. Glauben kann ich es immer noch nicht. Pläne für den weiteren Tagesverlauf hatten wir keine. Bei der Touristeninfo ließen wir uns über mögliche Tageswanderungen beraten und buchten letztendlich ein Wassertaxi für den nächsten Morgen, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung im Abel Tasman Nationalpark. Im Anschluss statteten wir dem nahegelegen Strand einen Besuch ab, vor allem wegen den öffentlichen Duschen. Nicht, dass wir es nötig hätten, aber wenn sich die Gelegenheit bietet, sollte man sie auch nutzen.

Auf unserem Stellplatz findet jeden Sonntag ein kleiner Markt statt, deswegen durften wir bereits gegen 6:00 Uhr den Parkplatz verlassen. Dies fiel uns nicht schwer, denn neben uns baute überfrüh der deutsche Bratwurst-Stand sein Lager auf. Vielleicht tat er dies etwas lauter als nötig, um die anderen Camper zu wecken. Wirklich wach wurden wir erst am Strand bei Sonnenaufgang und nach einem starkem Kaffee. Vor uns lagen 17 km durch den Abel Tasman Nationalpark. Den Startpunkt unserer Wanderung erreicht man nur mit einem Boot. Das Boot wiederum wartete am Parkplatz auf uns. Bei der ersten Tour des Tages wird dieses Wassertaxi mit dem Trecker, samt Passagiere, zum Bootsanleger gefahren und zu Wasser gelassen. Unser Kapitän hielt am Wahrzeichen des Parks, dem Split Apple Rock, sowie an der örtlichen Robbenkolonie. Die Jungtiere, gerade mal acht Wochen alt, sind so süüüüüß.

Taxi? - alle Mann an Bord, Abel Tasman, Neuseeland | wat-erleben

Taxi? – alle Mann an Bord, Abel Tasman, Neuseeland | wat-erleben

Wie vom Blitz getroffen, Split Apple Rock, Abel Tasman NP, Neuseeland | wat-erleben

Wie vom Blitz getroffen, Split Apple Rock, Abel Tasman NP, Neuseeland | wat-erleben

Am Strand der Tauranga Bay gingen wir von Bord. Verlaufen konnten wir uns nicht, das Wasser immer zur linken Seite und alles ist gut. Der Weg verlangte uns nicht wirklich viel ab, er war nur lang. Das erste Mal, wo wir wirklich ins Schwitzen kamen, war, nachdem wir uns dazu entschieden, dass die Bucht unter uns ein schöner Ort zum Mittagessen sei. Der Wegweiser verriet einem nicht, dass die 500 Meter steil bergab gingen. Runter ist okay, der Weg zurück ist nicht ganz okay. Umso schöner war da die Abkühlung im türkis blauen Wasser, von dem es hier jede Menge gibt. Insgesamt brauchten wir fünf Stunden, die Füße qualmten zu Recht.

Sieht aus wie Südsee – hat die Temperatur der Nordsee, Abel Tasman, Neuseeland | wat-erleben

Sieht aus wie Südsee – hat die Temperatur der Nordsee, Abel Tasman, Neuseeland | wat-erleben

Auf halber Strecke mussten wir uns Abkühlen, Abel Tasman, Neuseeland | wat-erleben

Auf halber Strecke mussten wir uns Abkühlen, Abel Tasman, Neuseeland | wat-erleben

Nach dieser erbrachten Leistung reichte unser Standard-Camper-Essen nicht mehr aus. Wir besuchten ein thailändisches Restaurant und hatten tatsächlich das erste Mal seit langem wieder so eine Art Sättigungsgefühl, was an unserem reichhaltigen Drei-Gang-Menü lag.

Die Nacht verbrachten wir wieder am gleichen Parkplatz und durften früh raus, dieses Mal erst gegen 7:00 Uhr. Gefrühstückt wurde am Meer. Uns fiel auf, dass die Bewohner von Motueka wohl Morgenmuffel sind oder Vorurteile gegen unseren Van haben. Auf jeden Fall grüßte uns keiner zurück. Bei einer war ich mir nicht ganz sicher, deswegen fragte ich bei Laura nach, ob sie zurückgrüßte oder mit ihrem Hund sprach. Sie unterhielt sich mit ihrem Hund.

Die Tagesetappe hieß Nelson und ist eine kleine Stadt, rund 50 km entfernt. Wir ließen es ruhig angehen und sicherten uns einen der vier Campingspots am Hafengelände. Zur Innenstadt waren es nur eineinhalb Kilometer. Hier machten wir es uns in der Fußgängerzone gemütlich und nutzten das freie WLAN für die weitere Routenplanung. Wir staunten nicht schlecht, als wir am Ende des Tages einen Flug auf die Nordinsel samt 10-tägiger Rundreise buchten, sowie einen Weiterflug nach Tokio. Ja, richtig. Ganz glauben kann ich es nicht, aber unser nächstes Reiseland Japan ist fix.

Den folgenden Tag nahmen wir uns Zeit für die Reise zum nächsten Highlight. Die Route führte uns tief in die Marlborough Sounds. Wir wussten bereits, dass je abgelegener ein Ort ist, desto anstrengender wird die Straße. So war es auch diesmal, jede Menge Kurven und zum Ende hin 20 Kilometer Schotterpiste. Das Auto bedeckte eine Millimeter dicke Staubschicht. Den Campingplatz teilten wir uns mit Kühen und Schafen. Die Wahl des Stellplatzes war alles andere als ein Glücksgriff. Nachmittags versprachen die Bäume Schatten, gegen Abend wurde es jedoch windiger und kleine Beeren fielen ununterbrochen auf das Dach. An Schlaf war nicht zu denken, sodass ich nachts das Auto drei Meter weiter nach vorne fuhr.

Die Marlborough Sounds warteten auf uns, Neuseeland | wat-erleben

Die Marlborough Sounds warteten auf uns, Neuseeland | wat-erleben

Von oben einmalig, wir mussten noch komplett runter fahren – auch einmalig, Titirangi Bay, Neuseeland | wat-erleben

Von oben einmalig, wir mussten noch komplett runter fahren – auch einmalig, Titirangi Bay, Neuseeland | wat-erleben

Schöne Kulisse zum Übernachten – viel wichtiger, ich kühle die Bisse der Sandfliegen, Titirangi Bay, Neuseeland | wat-erleben

Schöne Kulisse zum Übernachten – viel wichtiger, ich kühle die Bisse der Sandfliegen, Titirangi Bay, Neuseeland | wat-erleben

Selbst auf unserem Stellplatz befanden sich Schafe, Titirangi Bay, Neuseeland | wat-erleben

Selbst auf unserem Stellplatz befanden sich Schafe, Titirangi Bay, Neuseeland | wat-erleben

Jetzt zum eigentlichen Höhepunkt der Reise – die Mikhail Lermontov. Ein 148 Meter langes Kreuzfahrtschiff, gesunken 1986 vor der Küste Neuseelands. Keiner weiß, warum der ortskundige Lotse zwischen den Felsen des Leuchtturms und der Küstenlinie fahren wollte. Bei diesem Manöver riss er ein Loch in die Außenwand des Schiffes. Fünf Stunden später befand sich das Schiff in Seitenlage, auf dem Meeresboden, in 30 Meter Tiefe. Während unserer beiden Tauchgänge schafften wir nur einen Bruchteil des Schiffes zu erkunden. Unwirklich kam es uns vor, wenn zum Beispiel die Wand neben einem normalerweise zum Fußboden des Sonnendecks gehörte. Durch die Panoramafenster sahen wir das ehemalige Kino, den Friseursalon oder die Offiziersbar, zumindest das, was davon übrig ist. Laura goss uns einen Meerwasser-Kaffee aus dem alten Schiffsporzellan ein. Eine wahrlich einmalige Gelegenheit. Vielen Dank an den Lotsen, der dies erst ermöglichte.

Früher Top Holiday - heute Top Diving, Port Gore, Neuseeland | wat-erleben

Früher Top Holiday – heute Top Diving, Port Gore, Neuseeland | wat-erleben

Die neuen Bewohner des Schiffes, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Die neuen Bewohner des Schiffes, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Immer dem Panoramadeck entlang – rechts der Fußboden, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Immer dem Panoramadeck entlang – rechts der Fußboden, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Es gab frische Muscheln zur Vorspeise, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Es gab frische Muscheln zur Vorspeise, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Dieser Fisch war fasziniert von Lauras Augen, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Dieser Fisch war fasziniert von Lauras Augen, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Irgendwie fanden die Fische Laura interessanter, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Irgendwie fanden die Fische Laura interessanter, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Zur Nachspeise ein Schluck Kaffee, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Zur Nachspeise ein Schluck Kaffee, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Das Innenleben betauchen wir ein anderes Mal, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Das Innenleben betauchen wir ein anderes Mal, Lermontov Wreck, Neuseeland | wat-erleben

Die Mikhail Lermontov, Port Gore, Neuseeland | wat-erleben

Die Mikhail Lermontov, Port Gore, Neuseeland | wat-erleben

Wir erkundeten die oberen beiden Decks der Lermontov, Port Gore, Neuseeland | wat-erleben

Wir erkundeten die oberen beiden Decks der Lermontov, Port Gore, Neuseeland | wat-erleben

Die Tauchbasis durften wir erst drei Stunden später verlassen, da wir auf dem Weg zurück in die Zivilisation rund 700 Höhenmeter überwinden müssen. Die Höhe verträgt sich nicht so gut mit dem vom Tauchen angereicherten Stickstoff in unserem Blut. Es würde ausperlen und womöglich Adern verstopfen, oder durch die Haut an die Oberfläche dringen, dies nennt man dann Taucherflöhe. Wir warteten also bis wir den Stickstoff vollständig abatmeten.

An diesem Tag brachten wir lediglich die 20 Kilometer Schotterstraße hinter uns und hielten an einem Campingplatz direkt am Wasser. Selbst hier, wirklich weit weg von allem, konnten wir mit der Kreditkarte bezahlen. Da hinkt Deutschland ein wenig hinterher, an der Technik liegt es nicht.

Das Gefühl, wenn die Schotterpiste zu Asphalt wechselt, ist fast so schön wie dieser Sonnenuntergang, Marlborough Sounds, Neuseeland | wat-erleben

Das Gefühl, wenn die Schotterpiste zu Asphalt wechselt, ist fast so schön wie dieser Sonnenuntergang, Marlborough Sounds, Neuseeland | wat-erleben

Gut erholt und ausgeschlafen gaben wir uns die restlichen, kurvigen 50 Kilometer. Das Weingebiet rund um Blenheim stand auf unserer Liste. Nachdem wir die angebotenen Touren und Empfehlungen im Besucherzentrum studierten, entschlossen wir uns dazu, die Weintour zu streichen und lieber direkt in zwei Flaschen Wein zu investieren. Das Geld ist hier auf jeden Fall besser angelegt. Wir schafften lediglich eine der beiden Flaschen, ohne Kühlung macht es nur halb soviel Spaß.

Sonnenuntergänge an unseren Stellplätzen haben es uns vermutlich angetan, Blenheim, Neuseeland | wat-erleben

Sonnenuntergänge an unseren Stellplätzen haben es uns vermutlich angetan, Blenheim, Neuseeland | wat-erleben

Der letzte Tag stand bevor. Wir mussten zurück nach Christchurch, beziehungsweise wollten wir für die letzte Nacht so nah ran fahren wie möglich. Die Strecke führte immer an der Küste entlang. Links unzählige Seelöwen-Kolonien. Rechts genau so viele  Baustellen. Vor zwei Jahren hat ein Erdbeben den kompletten Highway durcheinander gewürfelt. An jeder Baustelle stehen Arbeiter, dessen Aufgabe es ist, den Verkehr zu regeln. Wobei die eigentliche Hauptaufgabe darin besteht, jedem einzelnen Auto (zurück) zu winken.

Eine kühle Nacht später, die wirklich erste kalte Nacht in Neuseeland, gaben wir unseren „lieb gewonnenen“ Camper zurück. Wir mussten feststellen, dass es Fahrzeuge von Wicked gibt, die komplett neutral aussehen. Schwarz, weiß, silber. Es war ja klar, dass wir den buntesten erwischten. Und nochmal: „You get, what you pay for“!

Südinsel Neuseeland, Roadtrip-Route | wat-erleben

Südinsel Neuseeland, Roadtrip-Route | wat-erleben

Zwei Stunden später befanden wir uns am Flughafen. Weitere zwei Stunden später im Flieger und 80 Minuten später in Auckland. Von hier aus wollen wir der Nordinsel eine Chance geben, um zu zeigen, was sie so kann. Vor allem wollen wir mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Südinsel die Bessere sowie Schönere seien soll. Dieses Mal steht uns ein kleiner Mietwagen zur Verfügung, die Nächte verbringen wir in Airbnb´s. Das Camper-Leben hat uns einiges an Komfort und Hygiene abverlangt, sodass dies nun purer Luxus sein wird.

Nachdem wir uns am Abend vor Abfahrt unseres Roadtrips in Christchurch endlich mit dem Roadtrip an sich und unserem Campervan genauer auseinandersetzten, konnten wir die Fehler in den AGBs von Wicked Camper aufdecken. Glücklicherweise war die Regelung nach 17 Uhr und nicht vor 8 Uhr Auto zu fahren schon längst veraltet. Außerdem buchten wir spontan eine „Self Contained“-Option dazu, denn so dürfen wir in Neuseeland an fast allen Stellen kostenlos übernachten. Das sollte uns später des öfteren zu Gute kommen.

Vor dem Roadtrip schauten wir uns Christchurch an. Der Stadt ist auch 8 Jahre später das Erdbeben noch anzusehen | wat-erleben

Vor dem Roadtrip schauten wir uns Christchurch an. Der Stadt ist auch 8 Jahre später das Erdbeben noch anzusehen | wat-erleben

Der Wagen ist übrigens eine echte Schönheit, als wir ihn am nächsten Morgen bestaunten und abholten. Naja gut wie die Neuseeländer sagen würden: „You get, what you pay for“. Es hätte mit den Graffiti-Sprüchen noch schlechter laufen können.

Unser Wagen...you get, what you pay for. Unter Wicked-Fahrern grüßt man sich übrigens. Roadtrip Südinsel, Neuseeland | wat-erleben

Unser Wagen…you get, what you pay for. Unter Wicked-Fahrern grüßt man sich übrigens. Roadtrip Südinsel, Neuseeland | wat-erleben

Die ersten Tage legten wir ein ordentliches Tempo vor:

1. Tag: Von Christchurch bis zu den Moeraki Boulders – kugelförmige Steine, die bereits im Fels geformt und im Laufe der Zeit freigelegt wurden.

Moeraki Boulders, Neuseeland | wat-erleben

Moeraki Boulders, Neuseeland | wat-erleben

Es ist wirklich interessant, Leute beim Fotomachen zu beobachten, Moeraki Boulders, Neuseeland | wat-erleben

Es ist wirklich interessant, Leute beim Fotomachen zu beobachten, Moeraki Boulders, Neuseeland | wat-erleben

Sieht bei Bernd mindestens genau so gut aus, Moeraki Boulders, Neuseeland | wat-erleben

Sieht bei Bernd mindestens genau so gut aus, Moeraki Boulders, Neuseeland | wat-erleben

2. Tag: Nugget Point Leuchtturm, Mc Lean Falls, Curio Bay, bis in den Süden zum Slow-Point, wo es, laut der Bäume nach zu urteilen, windig werden kann und schließlich auf die Milford-Road bis nach Te Anau.

Nugget Point Lighthouse, Neuseeland | wat-erleben

Nugget Point Lighthouse, Neuseeland | wat-erleben

So sieht mal eine schöne Kaffeepause aus | wat-erleben

So sieht mal eine schöne Kaffeepause aus | wat-erleben

Mc Lean Falls, Neuseeland | wat-erleben

Mc Lean Falls, Neuseeland | wat-erleben

Curio Bay, Neuseeland | wat-erleben

Curio Bay, Neuseeland | wat-erleben

Leichter Schiefstand am Slow Point, Neuseeland | wat-erleben

Leichter Schiefstand am Slow Point, Neuseeland | wat-erleben

Die Milford Sound-Straße, Neuseeland | wat-erleben

Die Milford Sound-Straße, Neuseeland | wat-erleben

Mirror Lakes bei Milford Sound, Neuseeland | wat-erleben

Mirror Lakes bei Milford Sound, Neuseeland | wat-erleben

3. Tag:

Da wir am Vorabend gegen 20 Uhr im Bett waren, konnte es diesen Morgen früh losgehen. Wir wollten zum Lake Marian im Fiordland Nationalpark. Also ging es gegen halb 6 morgens mit Stirnlampe los, vorbei an Flüssen und Wasserfällen – im Dunkeln etwas gruselig. Nach 1,5 Stunden wurden wir belohnt. Eine wunderbare Aussicht mit einem Berg, der sich im leuchtenden Gletschersee spiegelte und absolute Stille. So früh morgens wollte anscheinend niemand anderes wandern, oder zumindest nicht hierhin.

Endlich geht die Sonne auf und wir brauchen keine Stirnlampe mehr, Wanderung zum Lake Marian, Neuseeland | wat-erleben

Endlich geht die Sonne auf und wir brauchen keine Stirnlampe mehr, Wanderung zum Lake Marian, Neuseeland | wat-erleben

Lake Marian, Neuseeland | wat-erleben

Lake Marian, Neuseeland | wat-erleben

Nach unserer Wanderung sollte es mit dem Auto weiter auf der, laut Schildern, „legendären“ Milford Sound-Straße ins“ wundervolle“ Milford Sound gehen. Wir fragten uns, ob wir mittlerweile etwas abgestumpft sind, oder ob wir uns mehr versprochen hätten. Es war ganz nett, aber das wars. Wir merkten mal wieder, dass Geschmäcker halt verschieden sind.

Der Weg zu Milford Sound, Neuseeland | wat-erleben

Der Weg zu Milford Sound, Neuseeland | wat-erleben

Das ist es, Milford Sound. Auf dem Foto sieht es unserer Meinung nach spektakulärer aus | wat-erleben

Das ist es, Milford Sound. Auf dem Foto sieht es unserer Meinung nach spektakulärer aus | wat-erleben

4. Tag: Queenstown im Vorbeifahren als zu voll wahrgenommen, also schnell weiter. Über kurvige Straßen und dem „Bra Fence“ bis zum Lake Wanaka gefahren. Eh..das einzig einsame am Lake Wanaka ist der Baum im Wasser.

Der Weg nach Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

Der Weg nach Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

Der Weg nach Wanaka hat uns super gut gefallen, Neuseeland | wat-erleben

Der Weg nach Wanaka hat uns super gut gefallen, Neuseeland | wat-erleben

Ständig wechselnde Landschaft Richtung Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

Ständig wechselnde Landschaft Richtung Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

Der BH-Zaun; Bra-Fence, wer auch immer auf diese Idee gekommen ist, Neuseeland | wat-erleben

Der BH-Zaun; Bra-Fence, wer auch immer auf diese Idee gekommen ist, Neuseeland | wat-erleben

Lake Wanaka, so sieht es aus, wenn man das Gesamtbild fotografiert | wat-erleben

Lake Wanaka, so sieht es aus, wenn man das Gesamtbild fotografiert | wat-erleben

So dann vor dem Baum, Lake Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

So dann vor dem Baum, Lake Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

So idyllisch dann, wenn man den Rest weglässt | wat-erleben

So idyllisch dann, wenn man den Rest weglässt | wat-erleben

Nach einer kleinen Wanderung zum Diamond Lake schließlich den Hammer-Stellplatz überhaupt am Lake Hawea gefunden. Mit muhenden Kühen und einem legendären Ausblick aus dem Kofferraum, hätte es uns weit aus schlimmer treffen können. Lediglich den Trampelfahrt, den das Auto irgendwie überlebt hat, war ein Abenteuer. Ins kalte Wasser gehüpft, das war die Dusche für den Tag…Van-Life eben, oder so ähnlich. Zudem begrüßte uns ein Sternenhimmel, der zwar aufgrund des zunehmenden Mondes nicht mehr ganz an den Himmel im Narawntapu-Nationalpark in Tasmanien herankam, jedoch sehr nahe.

Diamond Lake in Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

Diamond Lake in Wanaka, Neuseeland | wat-erleben

Der Weg zum Lake Hawea, Neuseeland | wat-erleben

Der Weg zum Lake Hawea, Neuseeland | wat-erleben

Lake Hawea, der beste Stellplatz überhaupt, Chefkoch inklusive | wat-erleben

Lake Hawea, der beste Stellplatz überhaupt, Chefkoch inklusive | wat-erleben

Sternenhimmel und Milchstraße, Lake Hawea, Neuseeland | wat-erleben

Sternenhimmel und Milchstraße, Lake Hawea, Neuseeland | wat-erleben

5. Tag:

Thundercreek Wasserfall, Neuseeland | wat-erleben

Thundercreek Wasserfall, Neuseeland | wat-erleben

Tolle Ausblicke Richtung Norden | wat-erleben

Tolle Ausblicke Richtung Norden | wat-erleben

Immer dem Meer entlang | wat-erleben

Immer dem Meer entlang | wat-erleben

Ziel des Tages: Lake Matheson am Fox-Gletscher, hier sollte die Spiegelung im See bei Windstille phänomenal sein. Wir hatten weder Windstille, noch einen klaren Himmel. Außer Wolken sah man einfach nichts!

Auch am Franz Josef Gletscher konnten wir die Gletscherzunge nur durch eine dicke Wolkendecke erahnen.

Regenwald auf dem Weg zum Lake Matheson, Neuseeland | wat-erleben

Regenwald auf dem Weg zum Lake Matheson, Neuseeland | wat-erleben

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts, Lake Matheson, Neuseeland | wat-erleben

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts, Lake Matheson, Neuseeland | wat-erleben

Minimal konnten wir die Gletscherzunge erahnen, Franz Josef Gletscher, Neuseeland | wat-erleben

Minimal konnten wir die Gletscherzunge erahnen, Franz Josef Gletscher, Neuseeland | wat-erleben

6. Tag: Berge wurden von der rauen See abgelöst, Pancake Rocks und der Truman Track.

Da fangen die kurvigen Straßen wieder an | wat-erleben

Da fangen die kurvigen Straßen wieder an | wat-erleben

Strand auf dem Weg zu den Pancake Rocks, Neuseeland | wat-erleben

Strand auf dem Weg zu den Pancake Rocks, Neuseeland | wat-erleben

Raue See, auf dem Weg zu den Pancake Rocks, Neuseeland | wat-erleben

Raue See, auf dem Weg zu den Pancake Rocks, Neuseeland | wat-erleben

Die Pancake Rocks in Neuseeland, vor Millionen von Jahren sind übereinander geschichtete "Pfannkuchen" entstanden | wat-erleben

Die Pancake Rocks in Neuseeland, vor Millionen von Jahren sind übereinander geschichtete „Pfannkuchen“ entstanden | wat-erleben

An dem Abend machten wir auf dem Parkplatz am Strand das erste Mal so richtig Bekanntschaft mit den Sandfliegen. Also ab in den Van und besser ersticken, als zu Tode gestochen zu werden.

7. Tag:

Ihr habt nichts verpasst. Viel viel Auto gefahren, bis nach Motueka.

8. Tag:

Eigentlich feiern wir Valentinstag nicht. Allerdings fanden wir genau an diesem Tag bei Groupon einen Gutschein fürs Skydiving. Es blieb uns also nichts anderes übrig als zu buchen – Neuseeland ist schließlich bekannt für seine Adrenalin-Aktivitäten. Heute war es soweit: Um 9 Uhr morgens ging es nach ein wenig Papierkram, Video-Einführung, Abwiegen und Ausrüstung anziehen los. Insgesamt waren wir zu acht in einer Propeller-Maschine. Vier Neulinge, darunter Bernd und ich, und vier, hoffentlich sehr erfahrene, Skydive-Guides. Die Aussicht IM Flugzeug war schon der Wahnsinn – so konnte es weiter gehen. Dann wurde es Ernst, Bernd und ich bekamen Sauerstoffmasken – das andere Pärchen machte dies ein wenig nervöser. Sie bekamen nämlich keine. Das lag jedoch daran, dass sie als erstes springen mussten, denn sie buchten 13.000 Feet, wir 16.500 Feet. Wenn schon, denn schon. Ach ja und springen ist irgendwie das falsche Wort. Man springt nicht, man wird gesprungen. Festgeschnallt an seinen Guide gibts keine andere Wahl. Das erste mulmige Gefühl hatte ich, als ich den ziemlich verängstigten Mann sah, der im ersten Moment am Eingang des Flugzeugs saß und plötzlich einfach verschwunden war. Als seine Freundin an der Reihe war, wollte ich mir das ganze nicht noch einmal anschauen. Mein Kopf dachte sich: „Was soll das? Warum sitzen die am Rand und springen?“. Als wir den Ballast abgelassen hatten, ging es für Bernd und ich mich ein Stück höher, insgesamt waren es knapp 5 Kilometer.

Ich war als erstes dran, an meinem Guide angeschnallt und völlig ausgeliefert, versuchte ich auf dem Po bis zur Schiebetür zu rutschen. Anschließend ließ ich, wie vorher besprochen, bei rauschendem Wind die Füße aus dem Flieger baumeln und legte den Kopf in den Nacken. Mehr weiß ich nicht, nur dass der Guide wahrscheinlich rausgerutscht ist, ich hätte das freiwillig nicht so schnell gemacht. Die ersten paar Sekunden fühlten sich wie eine Achterbahnfahrt an. Der Magen rutschte bis in die Füße und ich dachte: „Warum kommt jetzt kein Aufprall?“. Danach extremer Wind, so dass ich das Gefühl hatte, die vorher recht einschneidende Mütze könnte wegfliegen. Irgendwann, wahrscheinlich nach weiteren 5 Sekunden, klopfte mein Guide mir auf die Schulter. Ich durfte mich aus der Schockstarre befreien und die Arme ausbreiten. Das Gefühl von Fliegen – insgesamt eine Minute freier Fall. Der Wahnsinn! Und diese Aussicht. Gletscher, Berge, Seen, das Meer. Wenig später ging der Fallschirm auf, jetzt hieß es völlig entspannen und die Aussicht genießen. Und dann war alles ganz schnell zu Ende. Bernd begrüßte mich bereits freudestrahlend, sein Guide hatte wohl etwas mehr Gas gegeben. „Wie wars denn so?“ wurden wir unten angekommen gefragt. „Das war so geil – wir wollen nochmal!“

Mit tollen Fotos und Videos können wir nicht dienen. Das war uns teuer. Die Erinnerung muss reichen...und natürlich ein Vorher und Nachher Foto. Vor dem Sprung, und im Hintergrund schon mal eine Landung | wat-erleben

Mit tollen Fotos und Videos können wir nicht dienen. Das hätte preislich den Rahmen gesprengt. Die Erinnerung muss reichen…und natürlich ein Vorher und Nachher Foto. Das Foto ist vor dem Sprung entstanden, und im Hintergrund schon mal eine Landung | wat-erleben

Nach unserem Sprung haben wir das Lachen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen | wat-erleben

Nach unserem Sprung haben wir das Lachen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen | wat-erleben

Wir befanden uns am vorletzten Tag des Roadtrips, an dem gleichen Ort wie am zweiten Tag, in der Wineglass Bay. Es hat uns hier so gut gefallen, dass wir noch mal den Blick über die Bucht genießen wollten. Dieses Mal direkt unten am Strand und nicht in 450 Meter Höhe, oben auf den Felsen. Den Aussichtspunkt auf halber Strecke ließen wir aus, das Gegröle einer Schulklasse beim Gruppenfoto machen schreckte uns zu sehr ab.  Den Weg zum Strand meisterten wir überraschend einfach, waren es doch 1.000 Stufen die runter führten. Unten angekommen realisierte ich erst, dass wir den kompletten Weg ja wieder zurück mussten. Nicht jeder Ausblick entschädigt für die Mühen.

Es wird schwierig diesen Strand zu toppen, Wineglass Bay, Australien | wat-erleben

Es wird schwierig diesen Strand zu toppen, Wineglass Bay, Australien | wat-erleben

Während der zweiten Tageshälfte fuhren wir zurück in die Hauptstadt Hobart und glücklicherweise durften wir unseren Campervan für die Nacht bei unserer ehemaligen Helpx-Gastgeberin parken. Sie hat uns direkt zum Abendessen eingeladen, welches ihre beiden neuen Helfer, ebenfalls aus Deutschland, für uns zubereiteten. Wir steuerten einen Topf Allerlei aus den übrig gebliebenen Lebensmitteln bei.

Am nächsten Morgen polierten wir den Camper auf Hochglanz und machten ihn bereit für die Rückgabe. Die zurückgelegten 1600 km auf den Straßen Tasmaniens hinterließen ordentlich Dreck. In der Waschstraße kratzten wir die letzten Fliegen von der Motorhaube. Alle Sorgen um den Zustand des Autos waren umsonst, denn bei der Rückgabe des Autos wurde dieses nur halbherzig von der Mitarbeiterin auf Schäden überprüft. Am Anfang der Reise jagte man uns eine Riesenangst bei möglichen kleinen Kratzern ein. Wir verneinten die Frage, ob wir einen Unfall gebaut hätten und damit war die Sache erledigt. Nachdem wir das Fotoprotokoll unterzeichneten, liefen wir zum Flughafen. Das Angebot der Mitarbeiterin, dass sie für uns unterzeichnen würde, damit wir schneller zum Flughafen gelangen, lehnten wir irritiert ab. Genauso irritiert nahmen wir aber das Angebot eines Uber-Fahrers an. Auf halben Weg gabelte er uns auf und bot uns eine frei Fahrt an, da er seine nächsten Gäste abholen müsse. Ungläubig fragten wir dreimal nach, ob er wirklich kein Geld verlange. Wir fragten uns später, warum wir von Grund auf misstrauisch sind?

Tasmanien Roadtrip-Route | wat-erleben

Tasmanien Roadtrip-Route | wat-erleben

Der Flug nach Melbourne verlief unspektakulär, mit 45 Minuten Verspätung. In Melbourne verbrachten wir eh nur eine Nacht in Flughafennähe. Beim Verlassen des Flugzeuges bekamen wir einen Vorgeschmack auf die nächsten drei Tage. Es war brüllend warm, ein Hitzerekord jagt den Nächsten. Unser Zimmer im Apartment besaß lediglich einen Ventilator. Dafür hatte es Nordlage, also Sonnenseite in Down Under, sowie Einfachverglasung. Die versprochene Klimaanlage befand sich im Wohnzimmer, sowas nannte unser Mitbewohner „bending the truth“.

Die gleiche Hitze empfing uns am nächsten Morgen am Ayers Rock. Bei 42 Grad fühlt sich die Luft an, als wenn ich die Tür der Erdsauna öffne. Auf der anderen Seite bekommen wir vom Schwitzen nicht soviel mit, da der Schweiß direkt verdampft. Das nasse Handtuch wird kurz ausgeschüttelt und kann wenig später wieder zusammengefaltet weggelegt werden. Wenigstens bleibt der Kaffee hier warm.

Der Ayers Rock begrüßte uns mit 41 Grad, Uluru | wat-erleben

Der Ayers Rock begrüßte uns mit 41 Grad, Uluru | wat-erleben

Aufgrund der Temperaturen legten wir unsere Ausflüge in die Morgen- und Abendstunden, endlich klingelte der Wecker wieder um 4:15 Uhr.

Den ersten Sonnenaufgang teilten wir uns mit 100 weiteren Personen, Uluru | wat-erleben

Den ersten Sonnenaufgang teilten wir uns mit 100 weiteren Personen, Uluru | wat-erleben

Kurz nach Sonnenaufgang sind alle Reisebusse bereits wieder verschwunden, Uluru | wat-erleben

Kurz nach Sonnenaufgang sind alle Reisebusse bereits wieder verschwunden, Uluru | wat-erleben

Wie gebannt starrten wir auf den Ayers Rock, der Blick nach hinten war aber auch ganz nett, Uluru | wat-erleben

Wie gebannt starrten wir auf den Ayers Rock, der Blick nach hinten war aber auch ganz nett, Uluru | wat-erleben

Schaut ein wenig nach Fototapete aus, Uluru | wat-erleben

Schaut ein wenig nach Fototapete aus, Uluru | wat-erleben

Die ganzen Mühen lohnen sich jedoch wirklich. Es ist schwer in Worte zu fassen wie das Gefühl beim Anblick des Ayers Rock ist. Die komplette Landschaft ist ziemlich karg, flach und überall ist roter Sand. Dann plötzlich steht da dieser riesige Fels. Unfassbar. Besonders Morgens und Abends sieht er unwirklich aus, wenn die Sonne ihn rot färbt. Deswegen besuchten wir ihn zu Sonnenauf- und untergang, mehrmals.

Es führt nur eine Straße zum Ayers Rock, Uluru | wat-erleben

Es führt nur eine Straße zum Ayers Rock, Uluru | wat-erleben

So würde der Fels von Deutschland aus betrachtet ausschauen, Uluru | wat-erleben

So würde der Fels von Deutschland aus betrachtet ausschauen, Uluru | wat-erleben

Der erste von drei Sonnenuntergängen, Uluru | wat-erleben

Der erste von drei Sonnenuntergängen, Uluru | wat-erleben

Während die Sonne untergeht, wechselt die Farbe ins Tiefrot, Uluru | wat-erleben

Während die Sonne untergeht, wechselt die Farbe ins Tiefrot, Uluru | wat-erleben

Eine weitere Felsformation, die Olgas, erkennt man bereits auf der Straße zum Ayers Rock, in weiter Ferne. Die 50 Kilometer Entfernung nahmen wir gar nicht wahr. Erst 45 Minuten auf der eintönigen Straße, lassen einen die Abmessungen erkennen. Die Olgas sind fast genauso schön wie der Ayers Rock, nur nicht so bekannt.

Behind the Scenes, Kata Tutja | wat-erleben

Behind the Scenes, Kata Tutja | wat-erleben

Die Kata Tjutas von der Seite, Uluru | wat-erleben

Die Kata Tjutas von der Seite, Uluru | wat-erleben

Überall nur roter Sand, Uluru | wat-erleben

Überall nur roter Sand, Uluru | wat-erleben

Beim dritten Fotoversuch befand sich der Ayers Rock in der Mitte, Uluru | wat-erleben

Beim dritten Fotoversuch befand sich der Ayers Rock in der Mitte, Uluru | wat-erleben

So anziehend der rote Fels für uns ist, so anziehend sind wir für die vielen kleinen Fliegen. Aufgrund warnender Worte bei Erwähnung des Ayers Rock, deckten wir uns bereits in Tasmanien mit Fliegennetzen für den Kopf ein. Nicht besonders schick, aber äußerst effektiv. Nie waren wir so froh über diese investierten Dollar. Wobei, glücklicher geht schon. Im Mietwagen fanden wir in der Seitentür etwas Kleingeld. Um genau zu sein 5,20 AUD und rein zufällig war die Packung Magnum-Eis im Supermarkt reduziert, sodass wir uns diese gönnten. Da vier Eis zu viel auf einmal waren, bekam unser Garten-und Heilkräuter-Guide eins ab. Das andere wanderte später in unseren Eiskaffee. Unser indischer Uber-Fahrer würde jetzt sagen: „What happens, happens!“.

Yoga bei Sonnenaufgang hielt uns fit, man spürt förmlich die Energie des Felsens, Uluru | wat-erleben

Yoga bei Sonnenaufgang hielt uns fit, man spürt förmlich die Energie des Felsens, Uluru | wat-erleben

Check - Test bestanden, Uluru | wat-erleben

Check – Test bestanden, Uluru | wat-erleben

Bei einer geführten Tour durch den Busch erfuhren wir, dass die Bäume erst auseinander gehen, wenn sie auf Wasser stoßen, diese bohren seit 30 Jahren nach Wasser, Uluru | wat-erleben

Bei einer geführten Tour durch den Busch erfuhren wir, dass die Bäume erst auseinander gehen, wenn sie auf Wasser stoßen, diese bohren seit 30 Jahren nach Wasser, Uluru | wat-erleben

Am letzten Tag in der Wüste schliefen wir aus. Um 07:30 Uhr klingelte der Wecker und wir flogen zurück nach Melbourne. Weitere acht Stunden später ging es nach Christchurch. Völlig übermüdet, trafen wir um 7:00 Uhr morgens bei unserem Airbnb ein, wir durften direkt einchecken. Uns empfing das wohl bequemste Bett der gesamten Reise. Der „Topper“ bestand aus weichen Bambusfasern.

Ausgeruht trafen wir am Nachmittag Chris aus Deutschland. Er hatte uns auf Instagram angeschrieben, ob wir nicht Lust auf Kaffee und Kuchen hätten – da sind wir sofort dabei. Seit zwei Jahren reist er mit seiner Freundin um die Welt und füllt derzeit die Reisekasse in Christchurch auf. Die Zeit verging rasend schnell, was auch daran lag, dass die Geschichten von seinem Leben hinter der Hotelrezeption unfassbar und lustig sind.

Unfassbar ist es auch, dass wir in zwei Tagen unseren nächsten Campervan abholen und für zwei Wochen die Südinsel von Neuseeland erkunden. Mal schauen, welche Geschichten wir danach erzählen können.