An unserem letzten Tag in Mexiko schöpften wir noch mal aus dem Vollen und betätigten uns als Tourguides. Kevin, der Belgier, ein Klassenkamerad von Laura während ihres Spanischunterrichts in Tulum, reiste an diesem Tag an. Wir, als alte Hasen in San Cristobal, zeigten ihm die Stadt. Gestartet sind wir mit lokalen Köstlichkeiten, den Gehirn-, Wangen- und Augentacos. Gehirn schmeckt eigentlich gut, wäre da nicht diese komische breiige Konsistenz. Die Wange schmeckt hervorragend und Augen schmecken wie grobe Bratwurst, soviel dazu. Weiter ging es von Bar zu Bar. Wir probierten die Empfehlung anderer Reisenden aus – den „Astronaut Shot“. Ein Mezqual mit einer Limette, wobei die Limette von einer Seite in Zucker und von der anderen Seite in Kaffeepulver getaucht wird. Also runter mit dem Schnaps und in die Limette beißen. Es schmeckt wirklich gut, genau das Richtige nach den ganzen exotischen Leckereien.

Die Housesitting-Gang, San Cristobal | wat-erleben

Die Housesitting-Gang, San Cristobal | wat-erleben

Eine normale Speisekarte, San-Cristobal | wat-erleben

Eine normale Speisekarte, San-Cristobal | wat-erleben

Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

 

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Am nächsten Morgen sollte der Wecker um 6:00 Uhr klingeln. Wir waren bereits um 5:00 Uhr wach, anscheinend vertrugen wir beide die Kombination aus mexikanischem Essen und den Getränken nicht allzu gut. An Schlafen war nicht mehr zu denken, geschweige denn an eine 8-stündige Fahrt im Minivan. Erst eine gut platzierte Vomex brachte den Durchbruch – bei Laura. Ihre Augenlider wurden schwer, dafür verschwand die Übelkeit. Zwei Stunden später waren wir bereit für unsere Reise nach Guatemala. Um 7:55 Uhr stand ich an der Straße um den Shuttle, der für 8:00 Uhr bestellt war, abzufangen. Wir waren wohl ein wenig verwöhnt von den mexikanischen Bussen, die auch nach einer 15-stündigen Fahrt auf die Minute pünktlich ankommen. Unser Shuttle erreichte uns um 9:00 Uhr. Dafür waren wir auch die Letzten die einstiegen, natürlich mit den besten Sitzplätzen. Es passen tatsächlich 15 Personen in einen Toyota-Kleintransporter. Laura saß etwas benommen vorne, ich eingequetscht in der letzten Reihe. Was sind schon 8 Stunden Autofahrt? Habe ich euch schon von den Geschwindigkeitsbegrenzern auf der Straße erzählt? Alle 200 m ein kleiner Buckel, der das Auto nach oben katapultiert. Ich erinnerte mich an das Rodeo in Kanada und dachte die ganze Zeit an: „let op! drempels“.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Grenzübergang. Auf der mexikanischen Seite mussten wir uns im Immigration Office einen Ausreisestempel besorgen. Wenn man nach „Grenzübergang Mexiko“ googelt, landet man schnell in allen möglichen Foren, wo darauf hingewiesen wird, dass sich die Grenzbeamten gerne etwas dazuverdienen. Wir, besser gesagt Laura, waren also vorbereitet. Wer mit dem Flugzeug in Mexiko einreist, der hat die mexikanische Touristensteuer bereits bezahlt, da die Airline diese im Flugticket bepreist. Wer über Land einreist, bezahlt diese, nach mehr als sieben Tagen Aufenthalt, bei einer Bank seiner Wahl. Niemals aber direkt an der Grenze. Traut der Staat etwa seinen eigenen Beamten nicht? Wir warteten bis wir an der Reihe sind und Runde 1 wurde eingeläutet. Wir übergaben unsere Pässe, unsere Touristenkarte und einen Ausdruck der Airline mit der Abrechnung der bezahlten Steuer. Ohne unseren Dokumenten einen Blick zu würdigen, verlangte der Beamte 500 Pesos pro Person, umgerechnet sind dies 25 EUR. Laura sagte ihm, dass wir dies nicht zahlen müssen. Er erklärte uns, dass wir dieses sehr wohl zu zahlen haben. Wir wurden weggeschickt. Nachdem die anderen Reisenden ihre Stempel bekamen, wurden wir wieder herbeigewinkt – auf zur Runde 2. Der Grenzbeamte dachte wohl uns Einschüchtern zu können, da wir nun die Letzten waren. Bei mir hat es gewirkt, bei Laura hat es puren Zorn hervorgerufen. Damit hat auch wohl der Grenzbeamte nicht gerechnet. Sie machte es ihm mehr als deutlich klar, dass wir diese Gebühr auf keinen Fall bezahlen werden. Ich wollte nicht in der Haut des Beamten stecken. Das Angebot, ob Laura seinen Job übernehmen wolle, da sie ihm anscheinend die Regeln erklären kann, ließen wir unbeantwortet. Er ging sichtlich verärgert K.O. und hämmerte unsere Stempel in die Reisepässe.

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Weiter ging es für uns auf die guatemaltekische Seite. Jetzt ratet mal, wofür die Grenzbeamten dort bekannt sind? Mit einem Lächeln wird nach erfolgtem Einreisestempel eine Gebühr von 25 Pesos erhoben. Dies sei hier so üblich und jeder müsse diese Gebühr bezahlen. Schaut man auf die offiziellen Einreisebestimmungen, so erfährt man, dass deutsche Reisenden nichts bezahlen müssen. Das erklärte Laura wiederum dem Beamten und auf die Nachfrage wofür diese Gebühr sei, sagte er verschmitzt: „Für uns“. Wir nahmen unsere Pässe und ohne zu bezahlen.

Das letzte Stück der Anreise nach Xela verlief unspektakulär. Wir haben ein Airbnb im Zentrum, falls man dies so nennen kann. Die Unterkunft gehört der Inhaberin der Sprachschule, die Laura besucht. Über uns wohnt ein frisch verliebtes Pärchen, welches die Willkommensbroschüre nicht gelesen hat. Sonst hätten sie nämlich erfahren, dass das Haus über 100 Jahre alt ist und größtenteils aus Holz besteht, was sich wiederum auf die Akustik auswirkt. Ihr kennt bestimmt noch Tim Taylor, den Heimwerkerkönig? So heißt es auch für uns: „Hör mal, wer da hämmert“.

Unser Innenhof - üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Unser Innenhof – üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Über die letzten vier Tage in Xela gibt es wenig zu berichten. Laura geht fünf Stunden pro Tag zum Unterricht. Ich bin für die Einkäufe und das Essen zuständig. Abwechslung bringen zum Glück die Aktivitäten der Spanischschule.

Geplant Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

Geplante Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

Der Titel unseres Blogbeitrags beschreibt es bereits gut, was wir die letzte Woche „spannendes“ erlebt haben – nicht viel… aber das muss wohl auch mal sein. So haben wir die Zeit genutzt, um z.B. das Café mit dem besten Kaffee der Stadt zu ermitteln oder unfreiwillig „exotische“ Tapas zu probieren. Das kam so: wir suchten nach einer möglichst günstigen, einheimischen Taqueria und wurden schnell fündig. Auf der Karte standen fünf verschiedene Sorten Tacos und trotz vorhandener Spanischkenntnisse hatte ich absolut keine Ahnung, was die einzelnen Zutaten bedeuteten. Auch der offline verfügbare Google Translate konnte uns nicht wirklich weiterhelfen. Absurde Begriffe wie Gehirn, Euter und Zunge sind bei diesem tollen Übersetzer ja keine Seltenheit, also einfach mal drauflos bestellt. Es war wirklich lecker, obwohl wir zuhause feststellten, dass Google ausnahmsweise doch Recht hatte. Eingeweide und sonstige Bestandteile des Tieres hatte ich in meinem Sprachkurs noch nicht gelernt. Das ist natürlich nicht alleine der Grund, warum ich ab nächste Woche einen erneuten Spanischkurs belegen werde…

Da Bernd in den folgenden Tagen etwas angeschlagen war (nein, das lag nicht an den Tacos, glaube ich…) blieb uns nicht viel übrig, außer auf der Couch zu sitzen und über unsere zukünftigen Reisepläne nachzudenken. Einziges Highlight war für mich das tägliche Treppenhoch- und runterlaufen der auf einem Berg gelegenen Kirche, um wenigstens etwas Bewegung zu erhalten. Joggen gehen kann man hier leider überhaupt nicht gut. Die Bürgersteige sind schmal und uneben, die Straßen von zu vielen Autos belegt und Parks gibt es hier nicht.

Die Treppen der Iglesia de Guadalupe, San Cristobal | wat-erleben

Die Treppen der Iglesia de Guadalupe, San Cristobal | wat-erleben

Vorgestern haben wir es noch einmal mit der Free Walking Tour versucht und dieses Mal fand sie statt, oder wir standen am richtigen Ort, oder wie auch immer. Sie hat sich auf jeden Fall gelohnt und nach drei Stunden gab es als Abschluss in einem Café eine Verkostung von „Pox“. Das ist ein Schnaps, ähnlich zu Tequila, wird aber aus Mais und in der Region hergestellt, in der wir uns gerade befinden, in Chiapas. Schon auf dem Hinweg zur Verkostung machte uns unser Guide auf eine kleine holländische Pommesbude aufmerksam und wie hätte es anders sein sollen, Bernd und ich mussten diese auf dem Rückweg einfach austesten. Das Essen in den letzten vier Monaten war zum Großteil köstlich, das kann man nicht anders sagen. Die pure Freude, die einen aber überkommt, wenn man eine holländische Pommes mit viel Joppie- und Currysauce in den Händen hält, ist einfach unbeschreiblich und vor allem lecker!

Sonnenuntergang bei der Free Walking Tour in San Cristobal | wat-erleben

Sonnenuntergang bei der Free Walking Tour in San Cristobal | wat-erleben

Pox-Tasting in San Cristobal | wat-erleben

Pox-Tasting in San Cristobal | wat-erleben

Eine Imbissbude in San Cristobal | wat-erleben

Eine Imbissbude in San Cristobal | wat-erleben

Gestern haben wir übrigens unseren Transfer gebucht, denn wir verabschieden uns Samstag von Mexiko. Nach über einem Monat ziehen wir weiter, es geht mit dem Bus ins rund 7 Stunden entfernte Guatemala, erster Stop Xela.

Nach einer kurzen, dreistündigen Fahrt von Tulum, sind wir in Bacalar angekommen. Die Hauptattraktion dieses verschlafenen Dorfes ist ein schmaler See, der eine genauso blaue Farbe hat wie das Meer. Die Farbe des Sees verändert sich je weiter man hinausfährt. Die beworbenen sieben unterschiedlichen Blautöne haben wir jedoch nicht gezählt. Unser Hostel lag direkt am See und besitzt daher einen eigenen Uferabschnitt. So kam es auch, dass wir das Hostel nicht wirklich verließen. Das Anstrengendste an den zwei Tagen war definitiv unsere Kayak-Tour quer über den See und zurück. Wir kämpften mit unserem Paddelstil, mangelnder Ausdauer und dem Gegenwind. Nach einer Stunde auf dem Wasser und totaler Erschöpfung kamen wir rechtzeitig wieder am Ufer des Hostels an, um vom Burger & Beer Day Gebrauch zu machen. Das angebotene Unterhaltungsprogramm, bestehend aus diversen Trinkspielen, lehnten wir allerdings ab. Am nächsten Morgen konnten wir sehen, welche Gäste das Abendprogramm nicht ausgeschlagen hatten. Den ganzen Tag lagen wir im Schatten und guckten auf das Wasser. Ich habe, mal wieder, die Erfahrung gemacht, dass ich auch ohne direkte Sonneneinstrahlung einen rötlichen Teint bekomme. Nach rot kommt wieder weiß und gut, dass Laura so rücksichtsvoll ist und mich damit nicht aufzieht. Da das Internet ausgefallen war und wir uns irgendwie beschäftigen mussten, kamen wir nicht drum herum Margaritas zu trinken. Mit dieser Idee standen wir nicht alleine da, so bildete sich ein kleines Grüppchen Reisender. Ausgeartet ist es zum Glück nicht, wir mussten schließlich den Nachtbus nach Palenque erwischen.

Unser Nachmittag im Hostel, Bacalar | wat-erleben

Unser Nachmittag im Hostel, Bacalar | wat-erleben

Die Lagune der sieben Farben, Bacalar | wat-erleben

Die Lagune der sieben Farben, Bacalar | wat-erleben

Unser nächstes Reiseziel liegt acht Stunden von Bacalar entfernt und unser Busfahrer verstand es blendend, die Schlaglöcher nicht zu umfahren. Früh morgens in Palenque angekommen, durften wir bereits um 05.30 Uhr in unser Hotel einchecken. Nach zwei Stunden Schlaf machten wir uns auf den Weg, die Maya Ruinen im Dschungel zu erkunden. Diese sind weitaus interessanter als die weltbekannten Ruinen Chichen Itza und längst nicht so überlaufen. Am Eingang bat uns ein offizieller Guide seine Dienste an. Wir hätten ihn auch fast für die Führung gebucht, wenn ich nicht zu wenig Geld eingepackt hätte. Der Guide dachte wahrscheinlich, dass wir sehr hart verhandeln. Der Preis fiel von 1.300 auf 800 und dann auf 500 Pesos inkl. Eintritt. Erst als ich ihm mein Portemonnaie mit lausigen 200 Pesos zeigte, verstand er, dass wir wirklich nicht genügend Geld für ihn dabei hatten. Wir erkundeten den Dschungel auf eigene Faust, waren aber nicht ganz alleine unterwegs. Auf dem Gelände trafen wir zufällig unsere beiden Mitreisenden wieder. Can und Jasper, zwei Freunde aus Deutschland, die für vier Wochen in Mexiko unterwegs sind. In Bacalar teilten wir uns das Zimmer und gemeinsam sind wir nach Palenque gereist. Nachdem wir unzählige Tempelstufen erklommen hatten, war es Zeit für das zweite Ziel des Tages – die Wasserfälle von Roberto Barrios. Dies war ein Tipp einer Reisenden, die wir im Hostel kennenlernten. Ab und zu braucht man also keinen Reiseführer, die besten Tipps erhält man im Hostel. Nach einer abenteuerlichen Anreise auf der Ladefläche eines Pick-ups / Colectivos, sprangen wir direkt ins hellblaue Nass. Die Wasserfälle spülten auf ihrem Weg ins Tal verschiedene Pools in den Stein, sodass wir es hier sehr gut aushalten konnten. Für den Rückweg mussten wir etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Transport kostete das Doppelte des Hinweges. Unser Fahrer erklärte es so, dass je später es wird, desto teurer werden die Preise. Auf eine Verhandlung ließ er sich nicht ein. Warum auch, er sitzt am längeren Hebel. Wir waren mit die letzten Gäste und er das letzte Colectivo. Es schien auch nicht so, als wenn er es besonders eilig hätte.

Wir mussten jeden Tempel erklimmen, Palenque | wat-erleben

Wir mussten jeden Tempel erklimmen, Palenque | wat-erleben

Die Ruinen von Palenque | wat-erleben

Die Ruinen von Palenque | wat-erleben

Laura kann es nicht fassen, dass Can gleich den Wasserfall hinunterspringt, Palenque | wat-erleben

Laura kann es nicht fassen, dass Can gleich den Wasserfall hinunterspringt, Palenque | wat-erleben

Stets unterhaltsam - Can und Jasper, Palenque | wat-erleben

Stets unterhaltsam – Can und Jasper, Palenque | wat-erleben

Am nächsten Morgen ging es für uns direkt weiter mit dem Bus Richtung San Cristobal de las Casas. Eine kleine Kolonialstadt, hoch oben in den Bergen von Chiapas. Hier passen wir für zehn Tage auf drei Hunde auf. Die Anreise dauerte elf Stunden, davon waren die letzten zwei Stunden ziemlich kurvenreich. Unsere Fahrt war immerhin noch bequemer als die von Can und Jasper, die das gleiche Ziel hatten wie wir. Sie haben die direkte Route gewählt und eine Tour mit zwei Stopps an weiteren Wasserfällen gebucht. Die Stopps erwiesen sich als totaler Reinfall und die Fahrt im viel zu kleinen Minibus als Horror. Mit ordentlich Verspätung trafen sie um 1 Uhr Nachts ein. Um die beiden Fahrten zu verarbeiten, haben wir uns vorgestern zum Essen verabredet. Aus dem Essen wurde dann ein Vorglühen im Hostel und Ausgehen in San Cristobal. Laura konnte endlich tanzen. Hierfür fanden sich auch schnell ein paar hüftschwingende Mexikaner, sodass ich talentfrei an der Bar stehend, sinnfrei mit Can oder Jasper reden konnte. Ich hätte fast vergessen wie sich ein Kater anfühlt, aber zu meinem Glück wird hier Mezcal ausgeschenkt. Der Mezcal, verwandt mit Tequila, wird handwarm und ohne Salz und Zitrone getrunken. Gestern wollten wir an einer Free-Walking-Tour teilnehmen. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber nirgends war ein Regenschirm-Guide zu sehen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die Stadt selbst zur erkunden.

Auf dem Weg nach San Cristobal - über den Wolken | wat-erleben

Auf dem Weg nach San Cristobal – über den Wolken | wat-erleben

Unsere Walking Tour durch San Cristobal | wat-erleben

Unsere Walking Tour durch San Cristobal | wat-erleben

Straße bei uns um die Ecke, San Cristobal | wat-erleben

Straße bei uns um die Ecke, San Cristobal | wat-erleben

In den kommenden Tagen haben wir Zeit, uns über unser nächstes Reiseziel Gedanken zu machen, aber jetzt mache ich erst einmal den Kamin an. Es kann in Mexiko auch echt kalt werden, zumindest in den Bergen.

Die vorherige Woche verging mal wieder wie im Flug. Letzten Donnerstag fuhren wir mit dem Bus von Valladolid bis nach Playa del Carmen, dann weiter mit der Fähre nach Cozumel (eine vorgelagerte Insel der Halbinsel Yucatan und seit den 1960ern besonders fürs Tauchen bekannt). Direkt am Meer gelegen, bedeutet jedoch nicht, dass wir die gesamte Zeit am Strand verbracht haben. Offen gesagt, haben wir überhaupt nichts von Cozumel gesehen, auch nicht den Strand. Wir sind Freitag und Samstag mit den Fahrrädern unseres Airbnb nur bis zum Hafen gekommen. Von dort aus startete das Boot unserer Tauchschule „Dive with Martin“, die wir definitiv empfehlen können. Die zwei Tage waren einfach der Wahnsinn und sind kaum in Worte zu fassen. Als wir das erste Mal mit dem Boot irgendwo mitten auf dem offenen Meer hielten, war die Sicht VOM Boot schon unglaublich klar, man hatte das Gefühl, bis auf den Grund gucken zu können. Nach dem Sprung ins Wasser, war das Gefühl  „ok, deutlich wärmer als in Kanada“ und als es 20 Meter runter ging und wir direkt ein Riff und unzählige Fische sahen, waren wir völlig hin und weg. Insgesamt hatten wir an diesem Tag vier Tauchgänge, wobei nur zwei geplant waren. Da wir aber ein sehr nettes Paar aus den USA kennenlernten, die zwei weitere Tauchgänge am Nachmittag machen wollten, sagten wir zu einem weiteren Tauchgang nicht nein. Wir sollten die Entscheidung nicht bereuen, denn die Tauchgänge am Nachmittag waren noch atemberaubender. Wir sind nicht nur an riesigen Korallenriffen vorbei- sondern auch durchgetaucht. Insgesamt haben wir in den zwei Tagen neben bunten, leuchtenden Fischen Unterwasser-Bekanntschaften mit riesigen Schildkröten, Ammenhaien, Muränen, Zackenbarschen, Baracudas und Rochen gemacht (um nur mal so ein paar aufzuzählen…) ;).

Auf dem Weg zu einem der besten Tauchspots Cozumel | wat-erleben

Auf dem Weg zu einem der besten Tauchspots Cozumel | wat-erleben

Barrakuda in Cozumel | wat-erleben

Barrakuda in Cozumel | wat-erleben

Bunte Fische auf Cozumel | wat-erleben

Bunte Fische auf Cozumel | wat-erleben

Languste beim Tauchen auf Cozumel | wat-erleben

Languste beim Tauchen auf Cozumel | wat-erleben

Mitten im Riff,Tauchen Cozumel, Photocredit und mehr Fotos:Kahuna Scuba: | wat-erleben

Mitten im Riff,Tauchen Cozumel, Photocredit und mehr Fotos:Kahuna Scuba: | wat-erleben

Schildkröten sind so süß, Cozumel | wat-erleben

Schildkröten sind so süß, Cozumel | wat-erleben

Tauchen zwischen den Riffs | wat-erleben

Tauchen zwischen den Riffs | wat-erleben

Unser Guide war anscheinend auch Surfprofi | wat-erleben

Unser Guide war anscheinend auch Surfprofi | wat-erleben

Wer findet die Muräne? | wat-erleben

Wer findet die Muräne? | wat-erleben

Mit unzähligen Eindrücken ging es am Sonntag zurück auf das Festland, wo wir einen Bus bis nach Tulum (immer noch an der Karibikküste von Yucatan gelegen, ca.130 Kilometer südlich von Cancun) nahmen. Das Sprichwort: „der Weg ist das Ziel“, traf in diesem Fall nicht ganz zu. Wir hatten uns für die zweite Klasse mit Mayab, statt den ADO-Bus, entschieden. Bei Mayab ist es so, dass man Glück, oder Pech haben kann. Besser gesagt, entweder sitzt man in einem leeren Bus mit Klimaanlage, oder in einem vollen Bus ohne Klimaanlage. Wir fuhren mit zweiterem, Sitzplätze hatten wir zwar auf unserem Ticket stehen, wir wollten im überfüllten Bus dann aber doch nicht typisch deutsch auf unseren Sitzplatz bestehen. Also gab es nur noch zwei Möglichkeiten: zu stehen, oder den Sitzplatz in der ersten Reihe zu nutzen. Dieser war eigentlich mit einem Koffer und Rucksack von wem auch immer belegt. Wir quetschten uns also irgendwie zwischen dem herrenlosen Gepäck und beschäftigten uns die nächsten zwei Stunden mit Schwitzen, eingequetschten Beinen und lauter mexikanischer Technomusik des Busfahrers.

So sieht man (Bernd) bei einer Fahrt im Mayab-Bus aus | wat-erleben

So sieht man (Bernd) bei einer Fahrt im Mayab-Bus aus | wat-erleben

Tulum hatten wir übrigens nicht aus irgend einem Grund gewählt. Da unser Plan ist, noch länger in Zentral- und Südamerika unterwegs zu sein, wollte ich unbedingt meine Spanischkenntnisse erweitern. Da der Kurs, zumindest für mexikanische Verhältnisse, relativ teuer war, hatten Bernd und ich ein Abkommen. Ich mache von Montag bis Freitag einen Spanischkurs und halte uns so bei unserer weiteren Reise am Leben. Bernd dagegen kocht dafür jeden Tag und achja…schaut Netflix.

Montag war ich aufgeregt wie an meinem ersten Schultag und hatte wirklich Lust, mal wieder unter Leute (neben Bernd) zu kommen. Das klingt jetzt schlimmer als es ist, aber nach 4 Monaten 24 Stunden täglich, ist es doch mal eine nette Abwechslung. Die Spanischschule heißt Meztli, befand sich mit dem Fahrrad nur fünf Minuten weit entfernt und besteht aus nicht viel, außer Bast/Palmdächern, Tischen und Stühlen. Neben dem Sprachunterricht wurde außerdem jeden Morgen Yoga angeboten und Nachmittags gab es ebenfalls Programm. Am besten war definitiv der Salsakurs und mexikanisches Kochen, was beides, neben dem Spanischunterricht natürlich, richtig viel Spaß gemacht hat. Gestern gab es zum Abschluss sogar ein Zertifikat, Tacos und wir sangen „La Bamba“. Anschließend ging es, zur Feier des Tages, mit unseren Nachbarn aus Kanada und Irland zu einer Cenote (beide sprechen lustigerweise etwas Deutsch, da sie für einige Zeit in Deutschland gearbeitet haben).

Ich stelle vor: meine Spanischschule Meztli, Tulum | wat-erleben

Ich stelle vor: meine Spanischschule Meztli, Tulum | wat-erleben

Gran Cenote Tulum | wat-erleben

Gran Cenote Tulum1 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum3 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum2 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum3 | wat-erleben

Gran Cenote Tulum3 | wat-erleben

Mit einem merkwürdigen Mix aus Spanisch, Englisch und Deutsch in meinem Kopf, geht unsere Fahrt gerade von Tulum nach Bacalar. Dort soll sich eine Lagune befinden, die angeblich aus sieben verschiedenen Blautönen besteht.

Wir waren auf der Isla Holbox, eine kleine Insel ganz im Norden von Yucatan und drei Busstunden von unserer vorherigen Insel entfernt. Es ist egal, wen wir gefragt haben. Jeder, der auf der Insel Holbox war, wollte nur ein paar Tage verweilen und ist dann doch länger geblieben als geplant. Auch wir haben eine Nacht dran gehängt. Nicht, weil wir soviel zu entdecken hatten, sondern eher, weil wir rein gar nichts machen mussten. Das fällt mir ja besonders schwer. Wir haben zwei volle Tage damit verbracht, am Strand herzulaufen und während der Pausen mussten wir ein Bier in der Hängematte trinken.

Unser Strandspaziergang, ja, mit UV Shirt, Isla Holbox | wat-erleben

Unser Strandspaziergang, ja, mit UV Shirt, Isla Holbox | wat-erleben

Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Der Osten von Holbox am Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Der Osten von Holbox am Punta Coco, Isla Holbox | wat-erleben

Der Sonnenuntergang wird jeden Abend gefeiert, Isla Holbox | wat-erleben

Der Sonnenuntergang wird jeden Abend gefeiert, Isla Holbox | wat-erleben

Und wem das nicht genug Inselfeeling ist, der schaut sich die beflügelten Besenstiele an, manche nennen sie Flamingos. Dies liest und schreibt sich so einfach, aber um die Tiere zu sehen, haben wir einen richtigen Marathonlauf am Strand absolviert. Angeführt von Laura mit dem eisernen Willen einen Flamingo zu sichten und gefolgt von mir, etwas nörgelnd, dass die Muscheln am Strand nicht so optimal zum spazieren gehen sind. Laura hat rosa Flamingos im Kopf, ich habe das Bild am Eingang des Naturschutzgebietes im Kopf, welches die besonders geschützten Tierarten erläutert. Krokodile und große Schlangen. Zum Glück stehen wir nicht auf deren Speisekarte. Falls aber jemand von einem Krokodil attackiert wird, soll er seine Finger in deren Nase stecken, das mögen sie nicht und lassen los, ein hoch auf unser Tauchmagazin aus Kanada. Laura hat auf jeden Fall ihr Flamingo-Foto bekommen, hierfür hat sie sich Bear-Grylls-mäßig im Wasser angepirscht.

Ich entschuldige mich für die miese Qualität - ich wollte nämlich nur mein Handy mitnehmen, Isla Holbox | wat-erleben

Ich entschuldige mich für die miese Qualität – ich wollte nämlich nur mein Handy mitnehmen, Isla Holbox | wat-erleben

Da vorne rechts sind die Instagram-fähigen Hängematten, Isla Holbox | wat-erleben

Da vorne rechts sind die Instagram-fähigen Hängematten, Isla Holbox | wat-erleben

Dies ist kein heimischer Flamingo, Isla Holbox | wat-erleben

Dies ist kein heimischer Flamingo, Isla Holbox | wat-erleben

Die Straßen auf der Insel sind etwas Besonderes. Nur Sand, kein Asphalt. Nicht mehr so idyllisch sehen sie aus wenn es regnet, dann vergleicht man sie eher mit Venedig. Sie erinnern mich an meinen Stammtischkollegen, ein leidenschaftlicher Straßenbaumeister wie er laut fluchend durch die Straßen laufen würde.

Die sandigen Straßen auf der Insel, Isla Holbox | wat-erleben

Die sandigen Straßen auf der Insel, Isla Holbox | wat-erleben

Zurück auf dem Festland sind wir mit dem Bus nach Valladolid gereist. Eine kleine Stadt, die sich als perfekter Ausgangspunkt für die vielen Highlights in der Umgebung eignet. Es gibt 3000 Cenoten auf der Yucatan Halbinsel. Wir haben drei besucht und ich muss sagen, diese Wasserlöcher sind echt beeindruckend. Jede Cenote hat ihren eigenen Charme. Wir konnten uns mit einem Seil ins Wasser schwingen, zwischen Tropfsteinen schwimmen oder fast nichts sehen. Manche Cenoten sind gruselig ruhig, andere sind touristisch sehr gut erschlossen. Nein, wir wollen kein Foto mit einem Papagei machen. „You don´t have to buy“, ja klar.

In der Cenote Oxman haben wir einen auf Tarzan gemacht, Valladolid | wat-erleben

In der Cenote Oxman haben wir einen auf Tarzan gemacht, Valladolid | wat-erleben

Zur Mittagszeit scheint die Sonne fast senkrecht in die Cenote Xkeken, Valladolid | wat-erleben

Zur Mittagszeit scheint die Sonne fast senkrecht in die Cenote Xkeken, Valladolid | wat-erleben

Die mexikanische Variante der Atta Höhle, Valladolid | wat-erleben

Die mexikanische Variante der Atta Höhle, Valladolid | wat-erleben

Touristisch gut erschlossen ist auch die Mayaruine Chichen Itza. Wenn eines der sieben neuen Weltwunder vor deiner Haustür liegt, dann solltest du es auch besuchen. Das denken sich auch tausend andere Besucher, aber zu unserem Glück nicht um 8 Uhr morgens. Wir teilten uns die Ruinenstätte dafür mit hunderten Souvenirhändlern, die ihre Stände entlang der Wege aufbauten. Schade, dass das eigentliche Highlight hierdurch in den Hintergrund gerückt wird. Das Gelände ist weitläufig, wir haben rund zwei Stunden gebraucht um alles zu sehen. Wenn eine Reisegruppe vor der Pyramide steht, dann klatscht diese in die Hände, nicht weil sie sich so freut die Händler hinter sich gelassen zu haben, sondern weil die Pyramide antwortet. Wer sich nun fragt, wie sich so eine jahrhundertealte Pyramide anhört? Wie Donald Duck im Stimmbruch.

Die Pyramide des Kukulcan am frühen Morgen, Chichen Itza | wat-erleben

Die Pyramide des Kukulcan am frühen Morgen, Chichen Itza | wat-erleben

Das Wetter in Mexiko ist im Übrigen sehr berechenbar. Es regnet, wenn wir von der Fähre zum Bus laufen. Wenn wir im Bus sitzen scheint die Sonne. Wenn wir vom Busbahnhof zum Hostel laufen, regnet es. Wenn wir mit dem Fahrrad von A nach Cenote fahren, regnet es. Wenn wir in der überdachten Cenote schwimmen, scheint die Sonne. Wenn wir zurück zum Hostel fahren, regnet es. Während ich auf dem Balkon sitze und diese Zeilen schreibe, scheint die Sonne. Wenn wir danach noch eine Runde spazieren gehen…

Ruhige weil verregnete Straßen, Valladolid | wat-erleben

Ruhige weil verregnete Straßen, Valladolid | wat-erleben

Heute sind wir nach Cozumel gefahren, es stehen zwei regenunabhängige Tauchtage an. Am Montag beginnt Lauras Spanischunterricht in Tulum. Hier darf es ruhig regnen, ich werde das komplette Netflix durchgucken.

Die Entscheidung, Kanada zu verlassen, fiel uns wirklich nicht leicht. Zu groß ist das Land, um alles gesehen zu haben und spannende Jahreszeiten wie der kanadische Herbst und Winter stehen noch bevor. Wir hatten uns gerade so richtig eingelebt und ja, wir müssen zugeben, es war auch irgendwie bequem. Alles war sauber, wir hatten eine ordentliche Toilette, bequeme Betten und stets eine große Küche zum Kochen. Einen Kulturschock bekommt man bei so einem „Luxus“ natürlich nicht. Irgendwie kam dann eins zum anderen, auch, dass Kanada den Geldbeutel nicht wirklich schont und wir noch ein paar andere Länder auf unserer Reise sehen möchten. Daher sagten wir unserer Gastgeberin Cindy letzten Samstag Goodbye (zum zweiten und dieses Mal wirklich letztem Mal). 

Als Abschiedsgeschenk durfte Bernd am Vortag noch gefühlte 20 Rotlachse filetieren, denn genau an dem Tag bekam unsere Gastgeberin eine Lieferung für ihre komplette Verwandtschaft. Positiv war natürlich, dass wir so Abends in den Genuss kamen und den Lachs probieren konnten. Dazu gab es Mais aus der Region, denn British Columbia nennt man auch „Corn Country“. Die Einheimischen sehen das ein wenig anders, aber nun gut: Lecker war es!

Sockeye Salmon in Campbell River | wat-erleben

Sockeye Salmon in Campbell River | wat-erleben

Mit dem Bus sind wir von Campbell River bis nach Nanaimo gefahren und haben von dort aus die Fähre nach Vancouver genommen. Nach langer Zeit mal wieder eine Großstadt. Ich mag große Städte wirklich gerne, aber nach einer gefühlten Ewigkeit in ländlicher Atmosphäre, war mir eher nach: „Joah, ist halt eine Stadt“. Kulturell wollten wir zum Ende noch einmal alles geben und Tim Hortons (eine kanadische Schnellrestaurantkette, die es an jeder Ecke gibt) einen Besuch abstatten. Beim ersten Mal war uns damals in Toronto nach den Sandwiches so schlecht, dass wir „Timmy“ nur noch für kostenloses WLAN nutzten. Dieses Mal sollte es passend zum herbstlichen September einen Pumpkin Frappuccino geben. War auch ganz ok, jedoch war kein Topping mehr da (das Beste: Schlagsahne und Schokosauce). Na toll – Timmy, wir werden dich nicht vermissen!

Neben dem Fastfood-Besuch haben wir uns in Vancouver die typischen Touristenattraktionen angeschaut: Granville Island, Yaletown, Gastown, Innenstadt, Canada Place….Gegen Mitternacht ging es mit der Bahn zum Flughafen, wo wir vier Stunden überbrücken mussten. Gesagt, getan: Einen Schlafplatz gesucht, die Wohlfühlhose angezogen, Kissen aufgepustet, Decke ausgepackt und ab ins Bett/auf den Teppich. Schon ein komisches Gefühl, aber die Müdigkeit siegte.

Tschüss, Vancouver Island. Es war schön mit dir | wat-erleben

Tschüss, Vancouver Island. Es war schön mit dir | wat-erleben

Blick auf Vancouver von der Brücke Richtung Granville Island | wat-erleben

Blick auf Vancouver von der Brücke Richtung Granville Island | wat-erleben

Eine Nacht am Vancouver Flughafen | wat-erleben

Eine Nacht am Vancouver Flughafen | wat-erleben

Um vier Uhr konnten wir endlich unser Gepäck einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Noch einmal zwei Stunden später ging unser Flieger Richtung Cancun. Dort angekommen mussten wir uns bei der Grenzkontrolle einreihen –  statt Fragen, Fingerabdrücke, Fotos usw. wie in die USA,  nur ein kurzer Blick in den Ausweis und schon waren die Stempel drin. Unser Ziel war jedoch nicht Cancun, sondern die Insel Isla Mujeres (Die Fraueninsel, liegt östlich von Cancun, mitten im karibischen Meer). Dazu mussten wir den ADO-Bus vom Flughafen zum Fähranleger Cancun Downtown nehmen (von Bernd in feinster Vorarbeit geplant). Es kam dann etwas anders. Am Schalter verstand die Dame Bernds nuschelndes „Cancuuuuun“ anscheinend als „Tuluuuuuum“ (Tulum liegt im Gegensatz zum Fähranleger 3 Stunden von Cancun entfernt). Den viel zu hohen Preis hatte Bernd nicht verwundert. Als er mir die Tickets in die Hand drückte, las ich eher zufällig Tulum….ehhh,ahhh! Ganz schnell zum Schalter zurück und die Tickets umgetauscht und einiges an Geld wiederbekommen. Beim nächsten Mal hilft es Bernd wahrscheinlich, wenn ich nicht doof in der Ecke rumstehe und mir, dass ich Bernd nicht die Schuld geben kann ;). Der Rest der Reise verlief reibungslos. Mit der Fähre waren wir innerhalb von 15 Minuten auf der Insel, nach weiteren 5 Minuten mit dem Taxi bei unserer Airbnb-Unterkunft. Busse gibt es hier übrigens keine, Autos bis auf Taxis nur wenige, dafür aber Unmengen an Golfcarts. Die werden vor allem von den vielen Amerikanern und Engländern genutzt, die hier auf der Insel sind. Das war bisher aber der einzige Kulturschock, wir wollen mit den kulturellen Unterschieden ja langsam anfangen ;). Zum Thema Komfortzone können wir bisher noch keine besonders exotischen Geschichten beitragen. Außer vielleicht, dass man hier beim Duschen nicht wirklich nass wird, da der Wasserdruck so gering ist und man daher das Toilettenpapier auch nicht in die Toilette werfen darf. Ok, genug Details!

Blick aus dem Flugzeug über Mexiko | wat-erleben

Blick aus dem Flugzeug über Mexiko | wat-erleben

Der Eingang zu unserem Airbnb auf Isla Mujeres | wat-erleben

Der Eingang zu unserem Airbnb auf Isla Mujeres | wat-erleben

Auf der Isla Mujeres einmal im Golfcart sitzen, dank unseres Guides | wat-erleben

Auf der Isla Mujeres einmal im Golfcart sitzen, dank unseres Guides | wat-erleben

Isla Mujeres ist eine ganz nette Insel, jedoch, wie wir im Vorhinein schon recherchiert hatten, sehr amerikanisch-touristisch und eben nicht wirklich mexikanisch. Von meinen unzureichenden Spanischkenntnissen musste ich daher bisher nur wenige Male Gebrauch machen. Unser Airbnb-Gastgeber Pablo war jedoch Mexikaner, so dass wir an einem Abend mit lokalem Bier aus seinem kleinen Supermarkt nebenan, zusammen mit seiner Frau draußen saßen und ein wenig auf Englisch und Spanisch plauderten. Die zwei machen sogar im März eine Europareise und besuchen u.a. auch Berlin. Ich hatte natürlich direkt eingeworfen, dass sie eine Currywurst probieren müssen (das Einzige, was ich bisher an Deutschland vermisse). 

Die letzten Tage auf der Insel waren sowohl entspannend als auch aufregend. Für Montag hatten wir eine Walhai-Tour gebucht. Den Tipp bekamen wir von der Besitzerin der Tauchschule in Kanada, die uns auch direkt einen passenden lokalen Guide empfahl. Wir wurden mit dem Boot ca. 45 Minuten rausgefahren und sahen plötzlich die ersten Walhaie. Zuerst etwas erschreckend wie groß diese Tiere sind. Dann ging es ins Wasser, immer nur 2 Personen+Guide aus einem Boot gleichzeitig, damit nicht zu viele Personen im Wasser sind. Bei unserem ersten Schnorchel-Versuch klappte das auch super. Bernd und ich konnten schon nach wenigen Sekunden den ersten Walhai von Nahem bestaunen – Wahnsinn und sehr beeindruckend. Kurze Zeit später sahen wir noch weitere und schließlich tauchten auch noch Mantarochen auf. Nach guten 15 Minuten mussten wir wieder zurück ins Boot, die nächsten waren an der Reihe. Als wir das zweite Mal ins Wasser durften, wurde es mit den um uns rumliegen Booten aber doch etwas viel. Waren es vorher noch eine Handvoll Boote und Personen im Wasser, so hatte sich die Menge nun mindestens verdreifacht. Eine freie Wildbahn für Walhaie fühlt sich irgendwie anders an. So ganz bewusst war uns das vorher nicht, welch ein Tourismus in diesem Bereich steckt und das manche Boote wahrscheinlich weit mehr als nur zwei Personen ins Wasser lassen. Unser Guide hat nach einiger Zeit abgebrochen. Zu stressig für die Tiere und wir machten uns daher auf den Rückweg (unser Boot war jedoch eines der wenigen, die den Rückweg antraten). Vor Ende der Tour hielt unser Boot noch am bekannten Nordstrand, an dem wir das warme und türkise Wasser (so eine krasse Farbe habe ich vorher noch nie gesehen) genießen konnten. Wir freuten uns übrigens riesig, im hüfthohen Wasser schon Fische zu entdecken und das sollte noch nicht alles sein. Dienstag fuhren wir mit Fahrrädern unseres Gastgebers und auf seinen Tipp hin zu einem Korallenriff, ganz in der Nähe. Dort kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ok, nicht aufgrund des Strandes, der eher mäßig schön war, aber sobald wir im Wasser waren. Denn dort tauchten tausende von Fischschwärmen auf. Einfach atemberaubend!

Walhai-Tour, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai-Tour, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Mantarochen und Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Mantarochen und Walhai, Isla Mujeres | wat-erleben

Glitzernde Mantarochen, Isla Mujeres | wat-erleben

Glitzernder Mantarochen, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Walhai und ein paar kleine Fische im Schlepptau, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Walhai und ein paar kleine Fische im Schlepptau, Isla Mujeres | wat-erleben

Der Mantarochen schwamm genau auf Bernd zu, faszinierend; Isla Mujeres | wat-erleben

Der Mantarochen schwamm genau auf Bernd zu, faszinierend; Isla Mujeres | wat-erleben

Rückfahrt-von-der-Walhai-Tour-traumhaftes-Wasser-und-Gewitterwolken | wat-erleben

Rückfahrt von der Walhai-Tour, traumhaftes Wasser und Gewitterwolken | wat-erleben

Schnorcheln am Korallenriff Garrafon auf Isla Mujeres mit Fischen im Hintergrund | wat-erleben

Schnorcheln am Korallenriff Garrafon auf Isla Mujeres mit Fischen im Hintergrund | wat-erleben

Zufällig einen Leguan beim Sonnetanken entdeckt; Isla Mujeres | wat-erleben

Zufällig einen Leguan beim Sonne tanken entdeckt; Isla Mujeres | wat-erleben

Gestern war dann auch schon unser letzter Abend angebrochen, wir verabschiedeten uns von Pablo und gönnten uns ein Essen im kleinen Restaurant nebenan. Nach fangfrischem Red Snapper und einem Mango Margarita fühl ich mich in Mexiko angekommen :D. 

Beim Schreiben dieses Beitrags sitzen wir übrigens im Bus, auf dem Weg zum Fährhafen. Eine weitere Insel steht auf dem Plan, dieses Mal die Isla Holbox (nördlich von Cancun). Angeblich noch paradiesischer und ruhiger – so viel zum Thema Komfortzone ;).Wir sind da flexibel, genauso wie mit der Weiterreise 😉