Nach dem nächtlichen Besuch unseres Doktors, schienen die verabreichten Medikamente zu wirken, wir waren wieder reisefähig, für unsere vorletzte Unterkunft. Wir frühstückten ein letztes Mal mit Romy & Co. und verabschiedeten uns von den dreien. Im Anschluss wurden wir von einem Fahrer nach Ubud gebracht, Hochburg des Yogas, Heimat und Zufluchtsort für alle Arten spirituell angehauchter Menschen. Wie wir vorher bereits in Erfahrung brachten, wäre das Zentrum von Ubud wahrscheinlich nicht unser Ding, zu viel Trubel. Daher lag unsere Unterkunft außerhalb des Dorfes. Dort muss man für die Aussicht und das fotografieren der Reisfelder nämlich kein Geld bezahlen. Die Reisfelder werden tatsächlich landwirtschaftlich genutzt und nicht für Instagram schön gehalten. In diesem Zusammenhang meine liebste Hotelkritik: „Vor unserem Zimmer war das Reisfeld braun und man sah nur eine Wasserpfütze“ – oh, hat da etwa wer geerntet, um seine Familie zu ernähren? So was Unverschämtes. Ich glaube, über Hotelkritiken könnte ich einen eigenen Blogbeitrag schreiben.

Der perfekte Ort um wieder Gesund zu werden, Ubud, Indonesien | wat-erleben

Der perfekte Ort um wieder Gesund zu werden, Ubud, Indonesien | wat-erleben

So sehen Reisfelder kurz vorm einpflanzen aus, Ubud, Indonesien | wat-erleben

So sehen Reisfelder kurz vorm einpflanzen aus, Ubud, Indonesien | wat-erleben

Immer noch etwas angeschlagen von der kurzen Nacht erholten wir uns pendelnd zwischen Bett und Pool. Der zweite Tag sah ähnlich aus, nur dass wir Mittags von unserem Gastgeber zum Essen eingeladen wurden. Das passiert dir nicht in einem „normalen“ Hotel.

Gebratene Nudeln zum Frühstück, is ok, Ubud, Indonesien | wat-erleben

Gebratene Nudeln zum Frühstück, is ok, Ubud, Indonesien | wat-erleben

Wie ein Hotelbunker funktioniert, durften wir während der letzten zwei Nächte erfahren. Diese verbrachten wir in Flughafennähe, in dem Ort Nusa Dua. Es fing damit an, dass unser Auto am Eingang der Hotelzone durchsucht wurde. Touristen und Einheimische, die einen touristischen Auftrag haben, dürfen den abgesperrten Bereich betreten. Wo sind wir gelandet? Wir hätten auch in einer Siedlung in Florida sein können, die Gärten akkurat geschnitten und hier und da mal ein Springbrunnen.

Hinter dem Eingang zur Hotelzone befindet sich der Sicherheitscheck, Nusa Dua, Indonesien | wat-erleben

Hinter dem Eingang zur Hotelzone befindet sich der Sicherheitscheck, Nusa Dua, Indonesien | wat-erleben

Die Dame an der Rezeption bestand auf die vorgeschriebene Check-In Zeit von 14.00 Uhr. Das allererste Mal auf unserer Reise mussten wir tatsächlich auf ein Zimmer warten. Dafür verwickelte uns der junge Gepäckträger in ein nettes Gespräch, was er so in der Art wahrscheinlich zehnmal am Tag führt. Unser Zimmer ist für ein vier Sterne Hotel nichts besonderes, jetzt machte die vorwurfsvolle Frage der Rezeptionistin mehr Sinn: „Sie haben also das STANDARD-Doppelzimmer OHNE Frühstück gebucht?“.

Aus den beworbenen drei Minuten zum Strand wurden realistische zehn Minuten. Der Gang dorthin lohnte sich, handelte es sich doch um den schönsten Strandabschnitt, den wir bis jetzt auf Bali sahen. Was vielleicht daran lag, dass jedes Hotel einen privaten Abschnitt führt und diesen sauber hält. Leider können sie den Müll nicht so schnell wegräumen wie er angespült wird.

Traum- oder Alptraumstrand, den Müll sieht man leider nicht gut, Nusa Dua, Indonesien | wat-erleben

Traum- oder Alptraumstrand, den Müll sieht man leider nicht gut, Nusa Dua, Indonesien | wat-erleben

Ahhh, letzter Abend am Strand, Nusa Dua, Indonesien | wat-erleben

Ahhh, letzter Abend am Strand, Nusa Dua, Indonesien | wat-erleben

Mangels Alternativen aßen wir im hoteleigenen Restaurant. Der erste Blick in die Speisekarte verwirrte uns direkt. Pizza, Pasta, Cordon Bleu und Banana Split zum Nachtisch? Wo ist denn die indonesische Küche abgeblieben, die wir auf dem Aushang im Zimmer sahen? Wie sich herausstellte, gab es zwei grundsätzlich verschiedene Karten im Restaurant. Irritiert händigte uns die Bedienung die zweite Karte aus. Wir freuten uns, als wir Mie Goreng und Saté bestellten, wir hatten vorher bereits eher unschöne Erfahrungen mit dem westlichen Essen sammeln dürfen. Dennoch wird es wohl seinen Grund haben, warum man Cordon Bleu und Spaghetti Carbonara auf der Speisekarte wieder findet. Jeder hat schließlich andere Ansprüche an seinen Urlaub. Wir zum Beispiel waren ganz enttäuscht, als wir keinen Gecko an der Zimmerdecke fanden. Dieser gehört normalerweise zur Ausstattung eines STANDARDZIMMERS in Asien. Zum Glück bekamen wir am Ende unserer Reise die Bestätigung, dass wir die komplette Zeit nicht vollkommen verkehrt gereist sind. Hotel ist nicht so unser.

Unser Rückflug kam immer näher und unsere Sorgen, ob wir den zwölfstündigen Flug mit einer Billigfluggesellschaft überstehen werden, waren vollkommen unbegründet. Bei der Gepäckaufgabe fragte man uns, ob es OK sei, wenn wir am Notausgang sitzen würden. Puuuh, schwierige Entscheidung, hatten wir doch vorher ernsthaft überlegt, ob uns mehr Beinfreiheit die zusätzlichen 80 Euro je Sitzreservierung Wert seien. Laura schaltete am schnellsten und fragte direkt, ob wir nicht nur für den Flug von Bali nach Singapur, sondern auch für den Anschlussflug von Singapur nach Berlin am Notausgang sitzen dürften. Dies sei kein Problem sagte man uns, das Grinsen bekamen wir nicht mehr aus dem Gesicht.

Das Grinsen wurde noch größer, als wir am Flughafen in Singapur wieder im Foodcourt aßen. Wir futterten uns quer durch die Essensstände, so lecker war es lange nicht mehr. Im Anschluss ignorierten wir gekonnt den Satz: „mit vollem Bauch schwimmt man nicht“. Wann hat man schon die Möglichkeit, in einem Flughafen ein paar Bahnen zu ziehen und vom Whirlpool aus die landenden Flugzeuge zu beobachten? Das gibt es selbstverständlich in Singapur, wo sonst?

Es gibt einfach zuviele Fotos auf denen ich zufrieden grinse, weil es endlich Essen gibt, Singapur | wat-erleben

Es gibt einfach zuviele Fotos auf denen ich zufrieden grinse, weil es endlich Essen gibt, Singapur | wat-erleben

Ein Whirlpool mit Blick auf die Landebahn, gibt es so nur in Singapur | wat-erleben

Ein Whirlpool mit Blick auf die Landebahn, gibt es so nur in Singapur | wat-erleben

Im Flugzeug selbst freuten wir uns immer noch über unsere Sitzplätze. Der Flug wäre daher ziemlich unspektakulär gewesen, wenn nicht vor unseren Augen eine ältere Dame regelmäßig in Ohnmacht gefallen wäre. Nachdem das komplette Flugzeug aus dem Schlaf gerissen wurde und sich eine Ärztin fand, stellte sich zum Glück heraus, dass die Dame nur zu wenig gegessen und getrunken hatte. Für einen kurzen Moment sahen wir uns auf einem sibirischen Flughafen notlanden.

Es trennen uns zwölf Stunden Flug von Deutschland, Singapur | wat-erleben

Es trennen uns zwölf Stunden Flug von Deutschland, Singapur | wat-erleben

Die Landung in Berlin war zweifelsfrei ein Schock. Uns empfingen fünf Grad, definitiv 25 Grad zu wenig. Die Stewardessen wussten wohl bereits vorab von den Temperaturen in Deutschland und bereiteten uns mit der viel zu kalt eingestellten Klimaanlage im Flugzeug darauf vor. Sie wunderten sich, warum ich keine lange Hose an hatte. Wir hingegen waren schlecht vorbereitet, mangels Winterklamotten zogen wir fünf T-Shirts übereinander an. Übrigens, das Gefühl wieder in Deutschland zu sein, fühlt sich an, als wenn wir einfach nur im nächsten Reiseland angekommen wären.

Glücklicherweise fiel der erwartete Jetlag geringer aus als gedacht, denn wir erkundeten den ganzen Tag die Stadt zu Fuß an der frischen Luft. Der erste Rechtsverkehr seit sechs Monaten erforderte unsere volle Aufmerksamkeit. Es wäre ja zu lustig, wenn jetzt was passiert, nachdem wir die Straßen von Thailand und Indonesien unversehrt überstanden. Wir nutzten die Zeit, um uns zu akklimatisieren. Am besten funktioniert dies mit einem Besuch beim Bäcker, einer Curry-Pommes-Mayo oder Hamburgern. Auch die Menschen empfingen uns stets freundlich. So fragte Laura den Imbissbesitzer, ob er die BBQ-Soße selbst herstellen würde.  Seine Antwort in berlinerisch geschrien: „Näää, machst du die etwa selbst? Weißt du überhaupt wie lange det dauert? Zehn Stunden“. Äh, ja gut, war nur ne Frage. Herzlicher hingegen waren da unsere Besuche bei den Neffen von Laura, bei unserem alten Schulkollegen Hendrik sowie das Treffen mit meinem Cousin.

Unsere Reise endet, wie sie angefangen hat, Berlin | wat-erleben

Unsere Ankunft in Berlin nach 365 Tagen Reisen | wat-erleben

Erstmal schön das Touriprogramm ablaufen, Berlin | wat-erleben

Erstmal schön das Touriprogramm ablaufen, Berlin | wat-erleben

Ein Jahr ohne Currywurst, machbar aber schwierig, Berlin | wat-erleben

Ein Jahr ohne Currywurst, machbar aber schwierig, Berlin | wat-erleben

Die Kleinen sind ja soooo groß geworden, Berlin | wat-erleben

Die Kleinen sind ja soooo groß geworden, Berlin | wat-erleben

Hendrik, das wandelnde Lexikon, Berlin | wat-erleben

Hendrik, das wandelnde Lexikon, Berlin | wat-erleben

Kein Wunder also, dass die Zeit so schnell rum ging und wir uns plötzlich im Zug nach Bad Bentheim wiederfanden. Überraschenderweise war die Bahn auf die Minute pünktlich. Am Bahnsteig wartete bereits unsere Familie auf uns (Taxi Mama funktioniert immer noch). Hatten wir vorher keine bis gemischte Gefühle, überkam es uns doch sehr schnell, als wir alle in die Arme schlossen und fester als fest drückten. Die Nerven beruhigten wir mit einem Glas Sekt, bevor es mit Erdbeerkuchen und Gegrilltem weiterging.

Wir sind wieder da, Bad-Bentheim | wat-erleben

Wir sind wieder da, Bad-Bentheim | wat-erleben

Unser Empfangskomitee am Bahnsteig, Bad-Bentheim | wat-erleben

Unser Empfangskomitee am Bahnsteig, Bad-Bentheim | wat-erleben

 

Selfietime, der kleine Nils hat das Foto gemacht, Heiden | wat-erleben

Selfietime, Heiden | wat-erleben

Unser Zuhause für die nächsten Wochen, Heiden | wat-erleben

Unser Zuhause für die nächsten Wochen, Heiden | wat-erleben

Am nächsten Tag wurde nichts aus unserem geplanten Entspannungstag. Mittags gab es eine kleine Überraschungsparty, stand doch mein Stammtisch samt Anhang vor der Haustür, im Handgepäck Bier und Würstchen und wir im edelsten Gammellook. Zum Glück hatten wir bereits unsere Zähne geputzt, ansonsten wären die Umarmungen nicht so großzügig ausgefallen.

Wer steht denn da vor der Tür, Heiden | wat-erleben

Wer steht denn da vor der Tür, Heiden | wat-erleben

Die Überraschung ist gelungen, Heiden | wat-erleben

Die Überraschung ist gelungen, Heiden | wat-erleben

Wie es die nächste Zeit mit uns weitergeht, wissen wir noch nicht. Für uns heißt es erst einmal ankommen und die Reise sowie das letzte Jahr verarbeiten.

Bernd beendete den letzten Blogbeitrag mit dem kleinen Örtchen Sidemen – einer unserer schönsten Tage hier auf Bali. Ja, denn so müssen wir leider zugeben, sind wir nicht richtig mit Bali warm geworden. Woran es genau liegt, können wir nicht sagen, eigentlich auch egal. Die Erlebnisse mit tollen Menschen hauen alles wieder raus. Zum einen sind da Henning, Lara und Romy, mit denen wir zwar nicht in Sidemen, aber davor und danach viel Zeit verbrachten. Zum anderen schlossen wir nette Menschen in Sidemen in unser Herz. Da wäre Mr. Windu, Angestellter bei unserem Homestay, Frühstücksbeauftragter, Reinigungskraft und unser persönlicher Kochlehrer für den nächsten Morgen. Als wir tags zuvor von einem Kochkurs erfuhren, mussten wir direkt zuschlagen.

Gestartet wurde bereits um 06.30 Uhr. Als erstes ging es mit einem Fahrer zum Wochenmarkt, da fing das Abenteuer an. Im Jeep, ohne Fenster und Seitenspiegel, fuhren wir steile Berge hoch und runter. Bei einem Berg schaffte es sogar der Jeep nicht beim ersten Anlauf. Der Fahrer behielt die Ruhe, Bernd und ich waren bereits schweißgebadet, denn beim Rückwärtsrollen gab es nicht mehr viel Spielraum, außer einen tiefen Abgrund. Wir kamen dennoch wohlbehalten am Markt an, der wohl lokalste Markt, an dem wir während unserer Reise waren. Außer uns gar kein anderer Tourist, nur neugierige Blicke von den Einheimischen. Nachdem wir, oder besser gesagt der Fahrer, alle Einkäufe erledigte, fuhren wir mit kleinem Umweg und Blick auf den Vulkan Agung zurück zum Homestay.

Der Blick über Sidemen am frühen Morgen, wie eine Fototapete und herrlich kühl; Bali | wat-erleben

Der Blick über Sidemen am frühen Morgen; wie eine Fototapete und herrlich kühl; Bali | wat-erleben

Lokaler wirds nicht; der Wochenmarkt von Sidemen, Bali | wat-erleben

Lokaler wirds nicht; der Wochenmarkt von Sidemen, Bali | wat-erleben

Bernds Handbewegung für sin lala= nicht scharf; auf dem Wochenmarkt, Sidemen, Bali | wat-erleben

Bernds Handbewegung für sin lala= nicht scharf; auf dem Wochenmarkt, Sidemen, Bali | wat-erleben

Der Vulkan Gunung Agung, für die Einheimischen war der Ausbruch übrigens nicht so schwerwiegend wie von den deutschen Medien dargestellt, Sidemen, Bali | wat-erleben

Der Vulkan Gunung Agung, für die Einheimischen war der Ausbruch übrigens nicht so schwerwiegend wie von den deutschen Medien dargestellt, Sidemen, Bali | wat-erleben

Dort erwartete uns schon Mr. Windu mit einem leckeren Frühstück, frischen Kaffee und Banana Pancakes. Im Anschluss stattete er uns mit einem typischen „Reishut“ aus und ab ging’s, fast zwei Stunden lang, durch sämtliche Gemüse- und Reisefelder. Zwischendurch pflückte Mr. Windu immer mal wieder einige Pflanzen fürs spätere Essen (wir wissen bis heute nicht genau, was es war) und zeigte uns wie Papayas, Bananen, Kakao und Kaffee wachsen. Als wir bereits den Rückweg antraten, sagte unser Kochlehrer nur im Vorbeigehen, dass es hier Schlangen gäbe. Bernd kommentierte: „die sind nicht giftig, oder?“, woraufhin ein „some“ kam. Hey, gut zu wissen, wenn man nur mit kurzer Hose und Flip Flops ausgestattet ist, der Guide dagegen lange Sachen trägt.

Banana Pancakes und Kaffee mit Aussicht, Sidemen, Bali | wat-erleben

Banana Pancakes und Kaffee mit Aussicht, Sidemen, Bali | wat-erleben

Wanderung durch die Felder mit Mr. Windu, Sidemen, Bali | wat-erleben

Wanderung durch die Felder mit Mr. Windu, Sidemen, Bali | wat-erleben

Der Hut steht uns, oder? Sidemen, Bali | wat-erleben

Der Hut steht uns, oder? Sidemen, Bali | wat-erleben

So sieht noch nicht geernteter Reis aus, er braucht ca. 4-6 Monate, Sidemen, Bali | wat-erleben

So sieht noch nicht geernteter Reis aus, er braucht ca. 4-6 Monate, Sidemen, Bali | wat-erleben

So sieht ein Papaya-Baum aus; die Papayas schmecken hier übrigens einfach nur köstlich; Sidemen, Bali | wat-erleben

So sieht ein Papaya-Baum aus; die Papayas schmecken hier übrigens einfach nur köstlich; Sidemen, Bali | wat-erleben

Der Bananen-Baum, Sidemen, Bali | wat-erleben

Der Bananen-Baum, Sidemen, Bali | wat-erleben

Selfie-Time während der Wanderung in den Feldern von Sidemen mit Mr. Windu, Bali | wat-erleben

Selfie-Time während der Wanderung in den Feldern von Sidemen mit Mr. Windu, Bali | wat-erleben

Mit schweißnassem Haar (so ein Hut ist ganz schön schwer) liefen wir zurück zur Unterkunft. Eine kurze Erfrischung im Pool später, gab es von Mr. Windu eine Kokosnuss und wir fingen mit dem eigentlichen Kochkurs an. Gekocht wurde „Urap“, übersetzt bedeutet es angeblich balinesisches Allerlei und das war es – und sehr lecker!

Bernd ist sich noch unschlüssig, ob sein Bauch die Chilis übersteht, Kochkurs Sidemen, Bali | wat-erleben

Bernd ist sich noch unschlüssig, ob sein Bauch die Chilis übersteht, Kochkurs Sidemen, Bali | wat-erleben

Kochkurs mit Mr. Windu, Sidemen, Bali | wat-erleben

Kochkurs mit Mr. Windu, Sidemen, Bali | wat-erleben

Das fertige Werk, Urap; Zutaten u.a. Tofu, Erdnuss, Bohnen, Knoblauch, Kokos..., Kochkurs Sidemen, Bali | wat-erleben

Das fertige Werk, Urap; Zutaten u.a. Tofu, Erdnuss, Bohnen, Knoblauch, Kokos…, Kochkurs Sidemen, Bali | wat-erleben

Nach dem Kochkurs zogen wir in die neue Unterkunft, die, die wir eigentlich gebucht hatten. Am Tag zuvor wohnten wir mit der Familie unter einem Dach, weil es in dem anderen Zimmer angeblich ein Wasserproblem gab. Vielleicht war es auch eine Überbuchung, so vermuteten wir ;). Mit zwei Mopeds wurden Bernd und ich, jeweils beladen mit unseren Rucksäcken, zu der ca. fünfminütig entfernten Wohnung gefahren. Das war dann an einem Tag schon mein zweiter Angst-Moment. Jede Sekunde dachte ich, mein Gepäck würde mich hinten vom Roller ziehen und bei den riesigen Schlaglöchern kann man nur froh sein, dass die Locals wahrscheinlich schon Roller fahren, seit dem sie Laufen können. Mr. Windu erzählte uns, auf Nachfrage von Bernd, dass Rollerfahren ab 17 Jahren erlaubt ist. Gerade in diesem Moment fuhr natürlich wie der Zufall es so will, ein kleines Mädchen, um die 12 Jahre alt, mit ihrem Roller an uns vorbei. „Eh, die ist aber noch keine 17“, sagte Bernd. „Jaaaa,naja, ohne Polizei auf dem Dorf ok“ kam von Mr. Windu.

Wir dachten schon in der ersten Nacht, dass wir am Arsch der Welt wären, in der zweiten Nacht zogen wir in diese Unterkunft (siehe Haus) um, Sidemen, Bali | wat-erleben

Wir dachten schon in der ersten Nacht, dass wir am Arsch der Welt wären, in der zweiten Nacht zogen wir in diese Unterkunft (siehe Haus) um, Sidemen, Bali | wat-erleben

Übrigens werden wir von jedem aus dem Dorf gegrüßt, Kinder kommen teilweise aus den Häusern gerannt und wollen Hallo sagen, freuen sich wie ein Schneekönig, wenn wir winken und fragen, wohin man will und woher man kommt. Irgendwie ein komisches Gefühl, plötzlich ein „Exot“ zu sein, wo kommt das schon noch vor. Wir Touristen haben schließlich schon fast jedes Land und jede Stadt für uns eingenommen, in Bali fällt es besonders auf. Manchmal haben wir das Gefühl, uns für diejenigen Touristen entschuldigen zu wollen, die nur wenig Respekt gegenüber den Einheimischen, der Natur oder der Kultur aufbringen. Wir haben aber die Hoffnung, dass die Locals nicht denken, dass wir alle gleich sind. Viele Regionen Balis sind vom Tourismus unserer Meinung nach ziemlich überrannt worden. So sehr sich Wira, der Besitzer des Homestays in Sidemen, auch freut, endlich mehr Touristen zu bekommen, hoffen wir, dass der kleine Ort seinen Charme behalten darf. Laut ihm ist es für seine Kinder und für seine Familie sehr wichtig, etwas von den „rich tourists“ zu lernen (rich mag komisch klingen, aber jeder, der die finanziellen Möglichkeiten hat, zu reisen, ist eben reich auf eine gewisse Art und Weise, zumindest für die Einheimischen). Wenn man plötzlich hört, dass man reich sei, regt das schon zum Nachdenken an. Wir als Touristen haben den Luxus, uns andere Länder anzuschauen, Urlaub nehmen zu können und nicht nur das. Wir können in vielen Fällen einen Job wählen, der uns Spaß macht. Im Gegensatz zu den Reisbauern z.B., die in der Nachbarschaft arbeiteten, einen Hungerlohn verdienen, nur damit wir günstig unseren Reis kaufen können. Wie wir außerdem erfuhren besitzt 60% des Dorfes keine Toilette,  Dusche oder gar Warmwasser, geschweige denn einen Herd. Wir leben in Deutschland, in den meisten Fällen, im Luxus, das sollten wir nicht vergessen. Wira bietet übrigens mittlerweile jeden Sonntag allen Kindern im Dorf einen Englischkurs an und seine Tochter ist bereits ein Pro.

Letzte Woche Dienstag stand für Bernd und mich etwas sehr Aufregendes bevor. Putra, den wir als Barista in unserem Hotel in Canggu kennenlernten, lud uns in sein Dorf ein, welches nur 10 km von der Unterkunft in Sidemen entfernt lag. Er nahm sich für diesen Tag extra frei, denn es fand eine besondere Zeremonie in dem Tempel seines Viertels statt. Wir verabredeten uns für 13 Uhr, wenn da nicht der Fahrer gewesen wäre, der eher ein balinesisches Zeitverständnis hatte. Nachdem dieser uns um kurz vor zwei abholte, telefonierten wir gerade mit Putra, ob es bereits zu spät sei, vorbeizukommen. Wir wissen nicht, was genau Putra dem Fahrer am Handy mitteilte, aber die Fahrt war wie eine Verfolgungsjagd und bereits das dritte Mal in kurzer Folge, in der ich ein klein wenig mit der Angst kämpfte. Mit gefühlten 100 Stundenkilometern fuhr er hupend (damit kein Fußgänger, Huhn oder Hund dran glauben muss) durch die Gassen und Bernd und ich schauten schon gar nicht mehr auf die Straße, sondern nur in unseren Schoß und hofften, wir würden es lebend zu Putra schaffen. War natürlich kein Problem, statt in einer knappen Stunde (übrigens nur für 10km, die Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand und vor allem kurvig), brauchte unser Fahrer nur 18 Minuten. Wir bedankten uns für seine Fahrkünste und Putra führte uns zu dem Haus seiner Familie. Als erstes begrüßte uns sein 98 Jahre alter Uhropa, der zwar kein Englisch, dafür aber ein riesengroßes Lächeln parat hatte. Im Anschluss wurden wir von Putra mit traditioneller Kleidung ausgestattet. Bernd bekam zwei spezielle Sarongs und einen Turban, ich einen Sarong und ein weißes Shirt. Zusammen mit seinem kleinen Cousin ging es direkt weiter zum Tempel, wir waren bereits spät dran und wollten nicht zu spät für die Tanzaufführungen sein.

Am Tempel angekommen, war Putras gesamtes Dorf bereits vertreten. Wir versuchten, möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen und setzten uns in ein schattiges Eckchen. Dort verfolgten wir drei unterschiedliche Tänze. Zuerst waren Frauen, dann Mädchen und im Anschluss die Jungs dran. Zwischendurch wurden wir immer wieder von den umliegenden Menschen begutachtet, angelächelt und Putras Mama brachte Tee und balinesische Süßspeisen.

Bernds traditionelle Kleidung für die balinesische Zeremonie, Redang, Bali | wat-erleben

Bernds traditionelle Kleidung für die balinesische Zeremonie, Redang, Bali | wat-erleben

Die Frauen tragen Schalen oder Kisten mit Lebensmitteln zum Tempel, um diese segnen zu lassen; Redang, Bali | wat-erleben

Die Frauen tragen Schalen oder Kisten mit Lebensmitteln zum Tempel, um diese segnen zu lassen; Redang, Bali | wat-erleben

Gesegnet schmeckt es hinterher doch bestimmt doppelt so gut; Redang, Bali | wat-erleben

Gesegnet schmeckt es hinterher doch bestimmt doppelt so gut; Redang, Bali | wat-erleben

Fürs Tanzen benötigt man eine spezielle Ausbildung, ansonsten sitzt man wie die anderen Dorfbewohner und wir auf dem Boden und schaut zu; Redang, Bali | wat-erleben

Fürs Tanzen benötigt man eine spezielle Ausbildung, ansonsten sitzt man wie die anderen Dorfbewohner und wir auf dem Boden und schaut zu; Redang, Bali | wat-erleben

Einer der traditionellen Tänze im Tempel; Redang, Bali | wat-erleben

Einer der traditionellen Tänze im Tempel; Redang, Bali | wat-erleben

Traditioneller Tanz bei einer Tempel-Zeremonie; Redang, Bali | wat-erleben

Traditioneller Tanz bei einer Tempel-Zeremonie; Redang, Bali | wat-erleben

Als die traditionellen Tänze beendet waren, nahm Putra uns mit zu einer Art Altar, wo zwei Männer mit einem Gästebuch saßen. Bernd und ich gaben eine Geldspende und wurden im Gegenzug mit „Bernd&Laura from Germany“ ins Buch eingetragen und erhielten zwei orangefarbene Glücksbänder. Putra erzählte hinterher, dass noch nie ein Tourist an dieser Zeremonie teilnahm, oder gar im Gästebuch stehen würde.

Einige Zeit später folgte ein traditionelles Gebet, bei dem wir Blumen auf unseren Kopf legten und im Wechsel Wasser tranken, es ins Gesicht und auf den Kopf verteilten. Als Abschluss gab es eine Segnung und es wurde Reis auf die Stirn gedrückt. Nicht nur das war spannend, sondern auch die vielen Unterhaltungen und Essens-Angebote, die wir danach von der gesamten Nachbarschaft erhielten. Mädchen wollten Fotos mit uns machen und winkten uns immer wieder zu. Komischerweise kamen wir uns nicht völlig fehl am Platz vor. Ok, irgendwie schon, aber alle waren sehr herzlich und nett, so dass wir uns einfach nur wohlfühlen konnten. Später am Tag zeigte uns Putra das Zuhause seiner Familie genauer, lief mit uns zu den Nachbarn und bestand darauf, dass wir (noch) mehr essen müssen ;).

Putra stattete uns mit traditioneller Kleidung für die Tempel-Zeremonie aus; Redang, Bali | wat-erleben

Putra stattete uns mit traditioneller Kleidung für die Tempel-Zeremonie aus; Redang, Bali | wat-erleben

Ein Foto mit der Mädels-Tanzgruppe und Putras Cousin; Redang, Bali | wat-erleben

Ein Foto mit der Mädels-Tanzgruppe und Putras Cousin; Redang, Bali | wat-erleben

Die Frauen im Dorf tragen die schweren Körbe natürlich, ohne ihre Hände zu benutzen, Respekt; Redang, Bali | wat-erleben

Die Frauen im Dorf tragen die schweren Körbe natürlich, ohne ihre Hände zu benutzen, Respekt; Redang, Bali | wat-erleben

Als wir schließlich am Abend von unserem Fahrer abgeholt wurden, sahen Bernd und ich uns an, völlig platt, und waren uns beide einig: was ein toller Tag! Einen tieferen Einblick würden wir so schnell wohl nie wieder bekommen. Wir sind Putra unendlich dankbar dafür, uns wie selbstverständlich und herzlich für einen Tag in seinem Dorf aufzunehmen.

Was ein toller Tag, den wir dank Putra erleben durften; Redang, Bali | wat-erleben

Was ein toller Tag, den wir dank Putra erleben durften; Redang, Bali | wat-erleben

Nach insgesamt fünf Tagen in Sidemen hieß es der Familie des Homestays und den Mitarbeitern Tschüss zu sagen. Nach einer großen Umarmung von Wira, dem Eigentümer, fuhren wir von Osten nach Südwesten, nach Uluwatu. Dort trafen wir wieder auf Henning samt Familie und übernachteten für drei Nächte in der gleichen Unterkunft.

Ein Abend am Strand in Uluwatu mit Henning und Familie, Photocredit by Lara, Bali | wat-erleben

Ein Abend am Strand in Uluwatu mit Henning und Familie, Photocredit by Lara, Bali | wat-erleben

Die Jungs haben spontan mal mit angepackt, Strand in Uluwatu, Photocredit by Lara, Bali | wat-erleben

Die Jungs haben spontan mal mit angepackt, Strand in Uluwatu, Photocredit by Lara, Bali | wat-erleben

Im Anschluss fuhren Bernd und ich weiter nach Sanur, im Südosten von Bali gelegen.

Hier auf Bali ist Surfen so angesagt, dass es eigene Vorrichtungen fürs Moped gibt. Einheimische erkennt man übrigens daran, dass sie was anhaben, im Gegensatz zu vielen Touristen, Bali | wat-erleben

Hier auf Bali ist Surfen so angesagt, dass es eigene Vorrichtungen fürs Moped gibt. Einheimische erkennt man übrigens daran, dass sie was anhaben, im Gegensatz zu vielen Touristen, Bali | wat-erleben

Endlich mal wieder Kochen, auch wenns nur Nudeln mit Soße war, Airbnb in Sanur, Bali | wat-erleben

Endlich mal wieder Kochen, auch wenns nur Nudeln mit Soße war, Airbnb in Sanur, Bali | wat-erleben

Nach Kanada, Guatemala und Japan, wollte Bernd auch den balinesischen Friseur austesten, man achte auf die gruselige Puppe im Hintergrund; Sanur, Bali | wat-erleben

Nach Kanada, Guatemala und Japan, wollte Bernd auch den balinesischen Friseur austesten, man achte auf die gruselige Puppe im Hintergrund; Sanur, Bali | wat-erleben

Endlich mal wieder ein Nachtmarkt, Sanur, Bali | wat-erleben

Endlich mal wieder ein Nachtmarkt, Sanur, Bali | wat-erleben

Wirklich viel mit uns anzufangen war die letzten Tage leider nicht. Gut, dass wir immerhin ab und zu die Unterkünfte wechselten, so sahen wir wenigstens etwas von den unterschiedlichen Regionen. Bernd bekam nämlich das, womit ich bereits in Canggu kämpfte, heftige Bauchschmerzen und viele Klogänge. Dazu hatten wir beide Kreislauf und fühlten uns einfach nur nach Rumliegen im Hotelzimmer und zwischendurch mal kurz in den Pool. Eigentlich nicht unsere Art des Urlaubs, aber für was anderes reichte die Kraft nicht. Bleiche Haut, Kreislaufprobleme, viel Schlaf, wenig Essen – so wollten wir die letzten Tage nicht in Erinnerung behalten. Eigentlich ging es seit gestern Bergauf, aber wie war das noch? Lieber nicht zu viel darüber reden? Wir durften gestern Nacht Bekanntschaft mit dem durchaus sehr netten Hotelarzt machen. Balis Götter mögen uns einfach nicht, als Abschiedsgeschenk gibt’s meine erste Blasenentzündung und einen andauernden Darminfekt für Bernd, herrlich!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Singapur haut einen einfach um. Bereits vor dem Flug hat uns diese Stadt Rätsel aufgegeben. Kaugummis dürfen nicht eingeführt werden, vor Ort bekommt man sie lediglich mit einem ärztlichen Attest. Verstöße können mit bis zu 5.500 Dollar Strafe oder einem Jahr Gefängnis geahndet werden. Typischer Fall von Kaugummi-Schmuggel halt. Da wir keine besagte Schmuggelware mitführten, kamen wir problemlos durch die Einwanderungsbehörde und den Zoll. Es empfing uns der wohl modernste und größte Flughafen unserer bisherigen Reise. Zu dem, was wir hier alles entdeckten, komme ich später.

Beim Landeanflug lässt sich erahnen, dass Singapur eine große, logistische Bedeutung als Warenumschlagsplatz hat | wat-erleben

Beim Landeanflug lässt sich erahnen, dass Singapur eine große, logistische Bedeutung als Warenumschlagsplatz hat | wat-erleben

Der erste Eindruck vom Flughafen, hübsch und nochmal hübsch, Singapur | wat-erleben

Der erste Eindruck vom Flughafen, hübsch und nochmal hübsch, Singapur | wat-erleben

Erstmal hieß es nämlich für uns, ab zum Hotel, weiter zum Foodcourt und endlich Henning samt Familie treffen. Henning, ehemaliger Heidener / Stammtischkollege / Wahlberliner, reist während seiner dreimonatigen Elternzeit mit Freundin Lara und der kleinen Romy durch Südostasien. Besser kann man diese Zeit wohl nicht nutzen. Wie wir feststellten, reist es sich anders mit einem Baby im Schlepptau, aber definitiv nicht weniger schön.

Mittlerweile kann ich Essen in jeder Sprache bestellen, Singapur | wat-erleben

Mittlerweile kann ich Essen in jeder Sprache bestellen, Singapur | wat-erleben

Die drei trafen wir unter den riesigen, künstlichen Bäumen des „Gardens by the Bay“ und zwar passend zur allabendlichen Lichtshow. Eher gesagt, nach der Show, da wir uns in der Menschenmenge nicht fanden. Nachdem die Bäume 15 Minuten zur Musik der 70er blinkten, gingen wir weiter zum nächsten Spektakel. Einmal quer durch das Marina-Sands-Bay Hotel, das Ding mit dem Schiff und Infinity-Pool auf dem Dach, empfing uns auf der anderen Seite die Spectra-Licht- und Wassershow. Diese ist mindestens genauso abgefahren wie die Partybäume vorher. Es scheint, als wenn alles in Singapur größer, schöner und glänzender sein muss. Es erinnert ein wenig an eine große Expo-Weltausstellung.

Gardens by the Bay, gleich geht die Show los, Singapur | wat-erleben

Gardens by the Bay, gleich geht die Show los, Singapur | wat-erleben

Es blinkt überall, Singapur | wat-erleben

Es blinkt überall, Singapur | wat-erleben

Auch die Skyline an der Marina Bay blinkt und funkelt, Singapur | wat-erleben

Auch die Skyline an der Marina Bay blinkt und funkelt, Singapur | wat-erleben

Ein Wassernebel dient hier als Leinwand, Singapur | wat-erleben

Ein Wassernebel dient hier als Leinwand, Singapur | wat-erleben

Romy hat sich als Spieluhr verkleidet, zur Unterhaltung einfach am Band ziehen, Singapur | wat-erleben

Romy hat sich als Spieluhr verkleidet, zur Unterhaltung einfach am Band ziehen, Singapur | wat-erleben

Sieht nicht jedes Theater so normal aus, Singapur | wat-erleben

Sieht nicht jedes Theater so normal aus, Singapur | wat-erleben

Beim Anblick der Helix-Brücke fängt man von alleine an sich zu drehen, Singapur | wat-erleben

Beim Anblick der Helix-Brücke fängt man von alleine an sich zu drehen, Singapur | wat-erleben

Erst als wir die Viertel Little India und Chinatown besuchten, waren wir erleichtert, dass es nicht überall so steril aussieht. Wobei, wenn wir an Bangkok zurückdenken, sieht es hier immer noch super geordnet und akkurat aus. Die Essenstände in den sogenannten Hawker-Centers werden regelmäßig überprüft und bekommen Schulnoten für ihre Hygiene, welche sie gut sichtbar aushängen müssen. Wir fragten uns, ob manche Restaurants, bei denen wir in der Vergangenheit essen waren, überhaupt eine Note bekommen hätten. Gute Noten können wir auf jeden Fall für das Essen vergeben. Wir aßen uns in den drei Tagen durch sämtliche Delikatessen Singapurs. Dafür schafften wir es nicht, alle Shopping-Malls der Stadt zu besuchen. Es gibt schlichtweg zu viele. Allein an einer Straße liegen 22 Stück. Gefühlt findet man an jeder Ecke ein Einkaufsparadies. Selbst wenn es regnet wird man nicht nass, da alle unterirdisch verbunden sind.

Ähnlich groß sind da die Terminals des Flughafens, wo wir die letzte Nacht verbrachten. Unser Flieger startete bereits um 05.00 Uhr morgens und so sparten wir uns das Geld für eine weitere Hotelübernachtung. Der Flughafen an sich ist eine Reise wert, der konzentrierte Singapur-Wahnsinn. Uns empfing ein 40 Meter hoher Wasserfall, der sich in der Mitte eines riesigen Gewächshauses befindet. Drum herum, wie könnte es anders sein, unzählige Geschäfte. Der Fußweg zwischen den Terminals kann gut und gerne mal mehr als 20 Minuten dauern. In den einzelnen Terminals warten die nächsten Überraschungen. Wir besuchten einen Orchideengarten, den Schmetterlingsgarten, einen günstigen Foodcourt, einen der beiden (kostenlosen) Kinosäle sowie sämtliche Unterhaltungsmöglichkeiten während unserer Runde. Beim nächsten Besuch steht der Swimmingpool mit Blick auf die Start- und Landebahn ganz oben auf der Liste.

Mit dem Rucksack wären wir nicht durch die Menschenmassen hin zum Wasserfall gekommen, Singapur | wat-erleben

Mit dem Rucksack wären wir nicht durch die Menschenmassen hin zum Wasserfall gekommen, Singapur | wat-erleben

40 Meter und natürlich mit Lichtshow, Singapur | wat-erleben

40 Meter und natürlich mit Lichtshow, Singapur | wat-erleben

Die Tränen sehen noch cooler in Bewegung aus, Singapur | wat-erleben

Die Tränen sehen noch cooler in Bewegung aus, Singapur | wat-erleben

Laura und der Robotdance, Singapur | wat-erleben

Laura und der Robotdance, Singapur | wat-erleben

Solange Rolltreppen und kein Ende in Sicht, Singapur | wat-erleben

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Da mussten wir tatsächlich die paar Meter zwischen den Laufbändern selber gehen, Singapur | wat-erleben

Da mussten wir tatsächlich die paar Meter zwischen den Laufbändern selber gehen, Singapur | wat-erleben

Einer von vielen Gärten im Flughafen, Singapur | wat-erleben

Einer von vielen Gärten im Flughafen, Singapur | wat-erleben

Filme rund um die Uhr - Unser war jetzt nicht ganz so toll, deswegen hielten wir es nur 30 Minuten aus, Singapur | wat-erleben

Filme rund um die Uhr – Unser war jetzt nicht ganz so toll, deswegen hielten wir es nur 30 Minuten aus, Singapur | wat-erleben

Erkennt jemand Laura auf diesem Bild, Singapur | wat-erleben

Erkennt jemand Laura auf diesem Bild, Singapur | wat-erleben

Nach einer viel zu kurzen Nacht landeten wir auf Bali. Für jeden Passagier stehen gefühlte 50 Taxifahrer zur Verfügung. Wir bahnten uns einen Weg durch die Meute und liefen zum nationalen Terminal. Dort sollten wir einen Grabfahrer bestellen können. Zum einen ist Grab wesentlich günstiger, zum anderen muss man nicht über den Preis verhandeln und der Fahrer wird per Google Maps zum Zielort navigiert. Nachdem ich ein öffentliches WLAN fand, konnte ich einen Fahrer bestellen und wir mussten ihn nur treffen. Leichter gesagt, als getan. Auf dem Weg bot jeder seine Dienste an und das zum gleichen Preis wie Grab. Woher wussten die, das wir mit Grab unterwegs sind? Einige gaben sich als unser Fahrer aus, ein kurzer Abgleich mit dem Profilfoto und Kennzeichen des Autos ließen das Geschäft jedoch platzen. Ein besonders hartnäckiger Fahrer ließ uns wissen, dass wir zwei Kilometer für Grab laufen müssten. Es gebe hier keinen Treffpunkt. Gerne würde er uns zu unserem Hotel bringen. Fast wären wir auf ihn reingefallen, in letzter Minute schrie aber unser richtiger Fahrer meinen Namen über den gesamten Parkplatz: „ Bääääähhhnd Bääääääks“. Wir waren froh, ihn endlich gefunden zu haben, bzw. er uns. Während der Fahrt lernten wir die ersten Brocken Balinesisch (Dankeschön und Guten Tag) sowie die Landschaft kennen. Auf den ersten Blick sieht es komplett anders aus, als ich es mir vorstellte. Unser Hotel liegt in Canggu fast am Strand, auf dem Weg dorthin sieht man nicht viel von der Natur. Die Straßen sind links und rechts zugebaut.

Uns begrüßten auch alle Taxifahrer persönlich, Bali | wat-erleben

Uns begrüßten auch alle Taxifahrer persönlich, Bali | wat-erleben

Innerhalb der letzten Jahre gab es einen ordentlichen Tourismusboom. Dort, wo sich vor fünf Jahren nur ein Café samt Surfshop befand, sind jetzt mehr als 300 Restaurants, Shops und Hotels. Ich glaube, dass das Publikum überwiegend aus Hipstern besteht. Die Muskeln der Typen haben mehr Luft, als die Chipstüten im Supermarkt. Alles, was du bekommst ist „Instaperfect“. Angefangen beim Essen, vorzugsweise Vegetarisch, lieber noch Vegan. Bohnen und Linsen (roh, bzw. „raw“) gehören ja eh zu meinen Lieblingsspeisen. Es gibt keinen normalen Orangensaft, wenn dann bestellst du dir einen „Slow Cold Pressed Orange Juice“, der wahrscheinlich im Mondschein hergestellt wurde. Die Bademode tut wenigstens was für die Umwelt und spart an möglichst viel Stoff, der Hüftausschnitt endet somit auf der Schulter. Läden suchst du vergebens, man findet nur Boutiquen. Abgesehen von den ganzen „beautiful people“ gibt es jede Menge schöne Seiten. Die Wellen am Strand sind jeden Tag der Wahnsinn, sogar ich schaffte es ein paar zu surfen (und zwar die besten meiner kurzen Surfkarriere). Fährt man mit dem Rad (bei dem Verkehr nur bedingt zu empfehlen) weiter raus, befindet man sich direkt in grünen Reisfeldern.Die Einheimischen sind super nett und freundlich. Besonders wenn wir mit Romy „Romstar“ unterwegs sind, hören wir aus jeder Ecke ein „oooooooohhhhh cuuuuuuuute“. Ich musste mich damit abfinden, dass sie damit ausschließlich Romy meinen. Irgendwann zählte ich nicht mehr wie oft Romy in die Backe gekniffen wird oder man sie auf den Arm nimmt.

Abseits vom Trubel, Canggu, Bali | wat-erleben

Abseits vom Trubel, Canggu, Bali | wat-erleben

Reisfeldselfie, yihaaa, Canggu, Bali | wat-erleben

Reisfeldselfie, yihaaa, Canggu, Bali | wat-erleben

Henning links, ich rechts, niiiiiicht, Echo Beach, Bali | wat-erleben

Henning links, ich rechts, niiiiiicht, Echo Beach, Bali | wat-erleben

Läuft bei uns, Canggu, Bali | wat-erleben

Läuft bei uns, Canggu, Bali | wat-erleben

Instagrammverdächtiger Foodporn, sieht besser aus, als es schmeckt, Canggu, Bali | wat-erleben

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Hauptsache mit Kokosnuss posen, Canggu, Bali | wat-erleben

Hauptsache mit Kokosnuss posen, Canggu, Bali | wat-erleben

Die letzten Tage ließen wir es ziemlich gemütlich angehen. Erst Strand, dann Pool, Mittagessen und Käffchen bevor es zum Surfen geht, anschließend Abendessen gefolgt von einem Cocktail auf der Dachterrasse. Das ist sozusagen unser Urlaubsprogramm während des Reisens.

Der Kaffeegott hat gesprochen, Canggu, Bali | wat-erleben

Der Kaffeegott hat gesprochen, Canggu, Bali | wat-erleben

Noch mehr abschalten können wir wahrscheinlich in unserer neuen Unterkunft, etwa zwei Stunden von Canggu entfernt. Wir verließen Henning und Co. gestern und tauschten unser Hotel gegen einen Homestay ein. Dieser liegt mitten in den Reisfeldern und wird von einer lokalen Familie geführt. Der erste Eindruck ist bereits atemberaubend. Wahrscheinlich sah Canggu vor fünf Jahren mal ähnlich aus.

Die Skyline von Sidemen, Bali | wat-erleben

Die Skyline von Sidemen, Bali | wat-erleben

Was soll ich schreiben, leider geil, Sidemen, Bali | wat-erleben

Was soll ich schreiben, leider geil, Sidemen, Bali | wat-erleben

Gestellt? Quatsch, Sidemen, Bali | wat-erleben

Gestellt? Quatsch, Sidemen, Bali | wat-erleben