Wir befanden uns am vorletzten Tag des Roadtrips, an dem gleichen Ort wie am zweiten Tag, in der Wineglass Bay. Es hat uns hier so gut gefallen, dass wir noch mal den Blick über die Bucht genießen wollten. Dieses Mal direkt unten am Strand und nicht in 450 Meter Höhe, oben auf den Felsen. Den Aussichtspunkt auf halber Strecke ließen wir aus, das Gegröle einer Schulklasse beim Gruppenfoto machen schreckte uns zu sehr ab.  Den Weg zum Strand meisterten wir überraschend einfach, waren es doch 1.000 Stufen die runter führten. Unten angekommen realisierte ich erst, dass wir den kompletten Weg ja wieder zurück mussten. Nicht jeder Ausblick entschädigt für die Mühen.

Es wird schwierig diesen Strand zu toppen, Wineglass Bay, Australien | wat-erleben

Es wird schwierig diesen Strand zu toppen, Wineglass Bay, Australien | wat-erleben

Während der zweiten Tageshälfte fuhren wir zurück in die Hauptstadt Hobart und glücklicherweise durften wir unseren Campervan für die Nacht bei unserer ehemaligen Helpx-Gastgeberin parken. Sie hat uns direkt zum Abendessen eingeladen, welches ihre beiden neuen Helfer, ebenfalls aus Deutschland, für uns zubereiteten. Wir steuerten einen Topf Allerlei aus den übrig gebliebenen Lebensmitteln bei.

Am nächsten Morgen polierten wir den Camper auf Hochglanz und machten ihn bereit für die Rückgabe. Die zurückgelegten 1600 km auf den Straßen Tasmaniens hinterließen ordentlich Dreck. In der Waschstraße kratzten wir die letzten Fliegen von der Motorhaube. Alle Sorgen um den Zustand des Autos waren umsonst, denn bei der Rückgabe des Autos wurde dieses nur halbherzig von der Mitarbeiterin auf Schäden überprüft. Am Anfang der Reise jagte man uns eine Riesenangst bei möglichen kleinen Kratzern ein. Wir verneinten die Frage, ob wir einen Unfall gebaut hätten und damit war die Sache erledigt. Nachdem wir das Fotoprotokoll unterzeichneten, liefen wir zum Flughafen. Das Angebot der Mitarbeiterin, dass sie für uns unterzeichnen würde, damit wir schneller zum Flughafen gelangen, lehnten wir irritiert ab. Genauso irritiert nahmen wir aber das Angebot eines Uber-Fahrers an. Auf halben Weg gabelte er uns auf und bot uns eine frei Fahrt an, da er seine nächsten Gäste abholen müsse. Ungläubig fragten wir dreimal nach, ob er wirklich kein Geld verlange. Wir fragten uns später, warum wir von Grund auf misstrauisch sind?

Tasmanien Roadtrip-Route | wat-erleben

Tasmanien Roadtrip-Route | wat-erleben

Der Flug nach Melbourne verlief unspektakulär, mit 45 Minuten Verspätung. In Melbourne verbrachten wir eh nur eine Nacht in Flughafennähe. Beim Verlassen des Flugzeuges bekamen wir einen Vorgeschmack auf die nächsten drei Tage. Es war brüllend warm, ein Hitzerekord jagt den Nächsten. Unser Zimmer im Apartment besaß lediglich einen Ventilator. Dafür hatte es Nordlage, also Sonnenseite in Down Under, sowie Einfachverglasung. Die versprochene Klimaanlage befand sich im Wohnzimmer, sowas nannte unser Mitbewohner „bending the truth“.

Die gleiche Hitze empfing uns am nächsten Morgen am Ayers Rock. Bei 42 Grad fühlt sich die Luft an, als wenn ich die Tür der Erdsauna öffne. Auf der anderen Seite bekommen wir vom Schwitzen nicht soviel mit, da der Schweiß direkt verdampft. Das nasse Handtuch wird kurz ausgeschüttelt und kann wenig später wieder zusammengefaltet weggelegt werden. Wenigstens bleibt der Kaffee hier warm.

Der Ayers Rock begrüßte uns mit 41 Grad, Uluru | wat-erleben

Der Ayers Rock begrüßte uns mit 41 Grad, Uluru | wat-erleben

Aufgrund der Temperaturen legten wir unsere Ausflüge in die Morgen- und Abendstunden, endlich klingelte der Wecker wieder um 4:15 Uhr.

Den ersten Sonnenaufgang teilten wir uns mit 100 weiteren Personen, Uluru | wat-erleben

Den ersten Sonnenaufgang teilten wir uns mit 100 weiteren Personen, Uluru | wat-erleben

Kurz nach Sonnenaufgang sind alle Reisebusse bereits wieder verschwunden, Uluru | wat-erleben

Kurz nach Sonnenaufgang sind alle Reisebusse bereits wieder verschwunden, Uluru | wat-erleben

Wie gebannt starrten wir auf den Ayers Rock, der Blick nach hinten war aber auch ganz nett, Uluru | wat-erleben

Wie gebannt starrten wir auf den Ayers Rock, der Blick nach hinten war aber auch ganz nett, Uluru | wat-erleben

Schaut ein wenig nach Fototapete aus, Uluru | wat-erleben

Schaut ein wenig nach Fototapete aus, Uluru | wat-erleben

Die ganzen Mühen lohnen sich jedoch wirklich. Es ist schwer in Worte zu fassen wie das Gefühl beim Anblick des Ayers Rock ist. Die komplette Landschaft ist ziemlich karg, flach und überall ist roter Sand. Dann plötzlich steht da dieser riesige Fels. Unfassbar. Besonders Morgens und Abends sieht er unwirklich aus, wenn die Sonne ihn rot färbt. Deswegen besuchten wir ihn zu Sonnenauf- und untergang, mehrmals.

Es führt nur eine Straße zum Ayers Rock, Uluru | wat-erleben

Es führt nur eine Straße zum Ayers Rock, Uluru | wat-erleben

So würde der Fels von Deutschland aus betrachtet ausschauen, Uluru | wat-erleben

So würde der Fels von Deutschland aus betrachtet ausschauen, Uluru | wat-erleben

Der erste von drei Sonnenuntergängen, Uluru | wat-erleben

Der erste von drei Sonnenuntergängen, Uluru | wat-erleben

Während die Sonne untergeht, wechselt die Farbe ins Tiefrot, Uluru | wat-erleben

Während die Sonne untergeht, wechselt die Farbe ins Tiefrot, Uluru | wat-erleben

Eine weitere Felsformation, die Olgas, erkennt man bereits auf der Straße zum Ayers Rock, in weiter Ferne. Die 50 Kilometer Entfernung nahmen wir gar nicht wahr. Erst 45 Minuten auf der eintönigen Straße, lassen einen die Abmessungen erkennen. Die Olgas sind fast genauso schön wie der Ayers Rock, nur nicht so bekannt.

Behind the Scenes, Kata Tutja | wat-erleben

Behind the Scenes, Kata Tutja | wat-erleben

Die Kata Tjutas von der Seite, Uluru | wat-erleben

Die Kata Tjutas von der Seite, Uluru | wat-erleben

Überall nur roter Sand, Uluru | wat-erleben

Überall nur roter Sand, Uluru | wat-erleben

Beim dritten Fotoversuch befand sich der Ayers Rock in der Mitte, Uluru | wat-erleben

Beim dritten Fotoversuch befand sich der Ayers Rock in der Mitte, Uluru | wat-erleben

So anziehend der rote Fels für uns ist, so anziehend sind wir für die vielen kleinen Fliegen. Aufgrund warnender Worte bei Erwähnung des Ayers Rock, deckten wir uns bereits in Tasmanien mit Fliegennetzen für den Kopf ein. Nicht besonders schick, aber äußerst effektiv. Nie waren wir so froh über diese investierten Dollar. Wobei, glücklicher geht schon. Im Mietwagen fanden wir in der Seitentür etwas Kleingeld. Um genau zu sein 5,20 AUD und rein zufällig war die Packung Magnum-Eis im Supermarkt reduziert, sodass wir uns diese gönnten. Da vier Eis zu viel auf einmal waren, bekam unser Garten-und Heilkräuter-Guide eins ab. Das andere wanderte später in unseren Eiskaffee. Unser indischer Uber-Fahrer würde jetzt sagen: „What happens, happens!“.

Yoga bei Sonnenaufgang hielt uns fit, man spürt förmlich die Energie des Felsens, Uluru | wat-erleben

Yoga bei Sonnenaufgang hielt uns fit, man spürt förmlich die Energie des Felsens, Uluru | wat-erleben

Check - Test bestanden, Uluru | wat-erleben

Check – Test bestanden, Uluru | wat-erleben

Bei einer geführten Tour durch den Busch erfuhren wir, dass die Bäume erst auseinander gehen, wenn sie auf Wasser stoßen, diese bohren seit 30 Jahren nach Wasser, Uluru | wat-erleben

Bei einer geführten Tour durch den Busch erfuhren wir, dass die Bäume erst auseinander gehen, wenn sie auf Wasser stoßen, diese bohren seit 30 Jahren nach Wasser, Uluru | wat-erleben

Am letzten Tag in der Wüste schliefen wir aus. Um 07:30 Uhr klingelte der Wecker und wir flogen zurück nach Melbourne. Weitere acht Stunden später ging es nach Christchurch. Völlig übermüdet, trafen wir um 7:00 Uhr morgens bei unserem Airbnb ein, wir durften direkt einchecken. Uns empfing das wohl bequemste Bett der gesamten Reise. Der „Topper“ bestand aus weichen Bambusfasern.

Ausgeruht trafen wir am Nachmittag Chris aus Deutschland. Er hatte uns auf Instagram angeschrieben, ob wir nicht Lust auf Kaffee und Kuchen hätten – da sind wir sofort dabei. Seit zwei Jahren reist er mit seiner Freundin um die Welt und füllt derzeit die Reisekasse in Christchurch auf. Die Zeit verging rasend schnell, was auch daran lag, dass die Geschichten von seinem Leben hinter der Hotelrezeption unfassbar und lustig sind.

Unfassbar ist es auch, dass wir in zwei Tagen unseren nächsten Campervan abholen und für zwei Wochen die Südinsel von Neuseeland erkunden. Mal schauen, welche Geschichten wir danach erzählen können.

Heute muss Donnerstag sein – woher ich das weiß? Das Handy von Laura erinnert mich an den nächsten Blogbeitrag. Ansonsten haben wir jegliches Zeitgefühl verloren. So fand zum Beispiel unser Bacon und Rührei-Sonntagsfrühstück bereits am Samstag statt. Der „wir müssen heute nicht arbeiten“-Montagstanz wurde am Mittwoch nachgeholt. Während des Roadtrips entwickeln wir wohl einen anderen Tagesrhythmus. „Puh, heute sind wir aber spät im Bett“ war meine Aussage, als ich um 21.00 Uhr auf die Uhr guckte. Vielleicht liegt es an den vielen Dingen, die wir unterwegs erleben.

Nachdem wir unseren Traumstellplatz am Jeanneret Beach verließen, um weiter Richtung Norden zu fahren, hielten wir kurz an der örtlichen Bücherei in St. Helen. Das Free Wifi-Schild lockte uns an. Wie sich herausstellte, ist diese Bücherei im Besitz des wohl schnellsten Internetzugangs in der südlichen Hemisphere. Mit 3,5 MB die Sekunde konnten wir das Bildmaterial des letzten Monats innerhalb von 20 Minuten in der Dropbox sichern. Normalerweise bleibt der Laptop hierfür die komplette Nacht über angeschaltet. Zum Zeitvertreib hielt uns ein Hund namens Eddie bei Laune. Immer wieder legte er uns sein Stöckchen vor die Füße und wartete darauf, es wiederholen zu dürfen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir ihn heute, genau eine Woche später, wieder sehen würden.

Die Strecke von St. Helen nach Launceston erwies sich als sehr kurvenreich, uns wurde sie als besonders schön und idyllisch verkauft. Laufend dachten wir, dass das Tempolimit auf den Schildern als Scherz gemeint ist. 100 km/h wo ich mir maximal 45 km/h zutraute. Idyllisch waren die Dörfer, die aus bis zu 10 Häusern bestehen, schon, sowie der kleine Bauernjunge in 70er-Schlaghose auf dem Möhrenfeld.

In Launceston, der zweitgrößten Stadt Tasmaniens, angekommen, reparierten wir als erstes meine Brille. Besser gesagt, der Optiker gab sein allerbestes, um aus dem geplätteten Fragezeichen wieder etwas tragbares zu machen. Irgendwer, Laura, hat die Brille auf den Rasen gelegt und irgendeiner, ich, hat nicht zugehört und drauf getreten. Dank des handwerklichen Geschicks unseres Optikers bin ich mit einem Schrecken davon gekommen.

Für Launceston planten wir nicht viel, lediglich eine „bekannte“ Schlucht wollten wir uns anschauen. Unverhofft befand sich an dieser ein öffentliches Schwimmbad direkt am Fluss. Da wir uns nicht mehr am Meer befanden und die Hitze unerträglich schwül war, kam diese Abkühlung zur richtigen Zeit. Nur der Weg zurück zum Auto, um unsere Badesachen zu holen, war mühsam. Aber hey, was nimmt man nicht alles in Kauf, für ungefähr 2 $ ersparte Parkgebühren und dafür etwas weiter außerhalb zu parken. So erfrischt ging es weiter ins Tamar Valley, bekannt für seinen Weinanbau. Laura probierte fünf verschiedene Weine bei Marions Vineyard, dem ältesten Tasmaniens, und heraus kam eine Flasche Rosé, die wir mitnahmen. Unseren Stellplatz für die Nacht fanden wir zufällig, weil wir zum Wein auch Käse brauchten. Auf dem Weg zum lokalen Supermarkt sahen wir einen kleinen Parkplatz am Wasser mit einer Wiese. Am nächsten Morgen staunten wir nicht schlecht. Auf der Wiese befanden sich plötzlich 20 Marktstände und fast wären wir durch die Musikkapelle geweckt worden. Es war Australia Day, der Tag an dem die Briten das Land für sich beanspruchten.

Da ist ja noch ein Schwimmbad und der Fluss ist gar nicht türkis, Launceston, Tasmanien | wat-erleben

Da ist ja noch ein Schwimmbad und der Fluss ist gar nicht türkis, Launceston, Tasmanien | wat-erleben

Der Weinberg von Marion lädt zum Tasting ein, Tamar Valley, Tasmanien | wat-erleben

Der Weinberg von Marion lädt zum Tasting ein, Tamar Valley, Tasmanien | wat-erleben

Unser Stellplatz am Gravely Beach, die Beule war schon da, Tasmanien | wat-erleben

Unser Stellplatz am Gravely Beach, die Beule war schon da, Tasmanien | wat-erleben

Und so sind wir aufgewacht, Gravely Beach, Tasmanien | wat-erleben

Und so sind wir aufgewacht, Gravely Beach, Tasmanien | wat-erleben

Wir feierten nicht mit, für uns stand der Weg zum Cradle Mountain National Park an. Unterwegs wollten wir die angeblich zweitschönsten Wasserfälle von Australien bestaunen. Das ging leider nicht, die Straße war wegen eines Waldbrandes gesperrt. Die Alumn Cliffs, die wir etwas später erreichten, sind dafür ganz nett. Zu unrecht werden die Klippen im Reiseführer lediglich in einem Nebensatz erwähnt.

So schön waren die Liffey Falls, Tasmanien | wat-erleben

So schön waren die Liffey Falls, Tasmanien | wat-erleben

Die Alumn Cliffs, Tasmanien | wat-erleben

Die Alumn Cliffs, Tasmanien | wat-erleben

Im Besucherzentrum von Cradle Mountain erfuhren wir, dass wir den Startpunkt unserer Wanderung nur mit dem Shuttlebus erreichen. Die Strecke ist für Campervans und größere Wohnmobile gesperrt. Der erste Bus fährt um 08.15 Uhr los. Man konnte mir die Enttäuschung richtig ansehen, anstelle von 05.00 Uhr konnten wir erst um 07.00 Uhr aufstehen. Die von uns zurückgelegte Wanderstrecke betrug rund 13 km mit einem kurzen Abstecher auf den Gipfel des Cradle Mountains. Die letzten 100 Meter auf die Spitze des Berges glichen eher einer Kletterroute wie beim Bouldern, nur halt etwas länger und ohne Matte. Alle Anstrengungen vergisst man ganz schnell bei der gebotenen Aussicht, selbst das Fluchen viel auf dem Rückweg geringer aus. Wir kamen zum richtigen Zeitpunkt, beim Abstieg zogen sich die Wolken zu und innerhalb von fünf Minuten war die Sicht gleich Null. Zweieinhalb Stunden später erreichten wir den Parkplatz, wo uns der Shuttlebus aufgabelte. Anscheinend sah man uns die gewanderte Strecke an. Der Busfahrer fragte wie denn der Gipfel heute so sei. 

Kollege Ameisenbär ist stets schwer beschäftigt, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Kollege Ameisenbär ist stets schwer beschäftigt, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Der Start des 80 km langen Overland Tracks, wir sind nur einen Bruchteil davon gewandert, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Der Start des 80 km langen Overland Tracks, wir sind nur einen Bruchteil davon gewandert, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Leider sahen nur die ersten 10 Minuten vom Wanderweg so entspannt aus, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Leider sahen nur die ersten 10 Minuten vom Wanderweg so entspannt aus, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Das Ziel in weiter Ferne, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Das Ziel in weiter Ferne, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

So kann ein Wanderweg also auch aussehen, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

So kann ein Wanderweg also auch aussehen, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Mit Beweisfoto, wir sind tatsächlich oben angekommen, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Mit Beweisfoto, wir sind tatsächlich oben angekommen, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Es ging hoch hinaus, teilweise sogar mit Kette zum festhalten, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Es ging hoch hinaus, teilweise sogar mit Kette zum festhalten, Cradle Mountain, Tasmanien | wat-erleben

Aufgrund des Tipps einer deutschen Toilettenbekanntschaft von Laura, fuhren wir über Burnie nach Boat Harbor, hoch oben in den Norden. Hier sahen wir zum ersten Mal die Mohnfelder, von denen wir bereits gelesen haben.  Tasmanien produziert 50 Prozent des weltweiten Bedarfs an legalem Opium.

Eigentlich sollte der Stellplatz am Harbor Beach der „Beste“ auf der ganzen Insel sein. Für uns war er überlaufen und zu touristisch. Da wir sehr flexibel sind, fuhren wir zurück in die andere Richtung, zum Narawntapu Nationalpark – der Serengeti Tasmaniens.

Es war wohl Schicksal, dass wir hier gelandet sind. In der Nacht sahen wir den schönsten Sternenhimmel, den man sich denken kann. Es gab mehr Sternschnuppen als Wünsche vorhanden waren. Wunschlos glücklich sozusagen.

Anscheinend wurde hier schon mal für den Eigenbedarf geerntet, Burnie, Tasmanien | wat-erleben

Anscheinend wurde hier schon mal für den Eigenbedarf geerntet, Burnie, Tasmanien | wat-erleben

Wir teilen gerne unseren Campingplatz, Narawntapu NP, Tasmanien | wat-erleben

Wir teilen gerne unseren Campingplatz, Narawntapu NP, Tasmanien | wat-erleben

Die Milchstraße kann man nicht übersehen, den kleinen Wagen fanden wir auch, Narawntapu, Tasmanien | wat-erleben

Die Milchstraße kann man nicht übersehen, den kleinen Wagen fanden wir auch, Narawntapu, Tasmanien | wat-erleben

Am nächsten Morgen machten wir uns bereits um 06.00 Uhr auf und wanderten zum Aussichtspunkt Archers Knob. Gegen 07.00 Uhr bewunderten wir die aufgehende Sonne. Zurück ging es am Strand entlang, begleitet von unzähligen Fliegen, die uns zum Fressen gern hatten.

Der Narawntapu National Park von oben, Tasmanien | wat-erleben

Der Narawntapu National Park von oben, Tasmanien | wat-erleben

Der weitere Tagesablauf stand nicht fest. Normalerweise wären wir die komplette Westküste runtergefahren. Derzeit leidet vor allem der Westen und Süden unter heftigen Waldbränden. Viele Straßen sind gesperrt und Einwohner müssen evakuiert werden. Uns blieb nur der Weg zurück an die Ostküste. Glücklicherweise hat jedes dieser idyllischen Dörfer eine Versammlungshalle, die freies Wlan zur Verfügung stellt. An der Tankstelle samt Tankwart, der mit seiner Latzhose, dem zotteligem Bart und Truckermütze auch in einem Horrorfilm mitspielen könnte, mussten wir somit nicht anhalten, um die neue Route zu planen. Spontan buchten wir eine Surfstunde bei Gary, Inhaber der 42 South Surf School – der einzigen Schule an der Küste. Etliche kurvenreiche Kilometer später, befanden wir uns im Meer und bezwangen mal mehr und mal weniger erfolgreich die Wellen. Wenn ich den Tag zusammenfasse, kommen wir auf 8 km wandern, 220 km Autofahrt und 2 Stunden Wellenreiten. Kein Wunder, dass wir so gut schlafen konnten.

Gelernt ist gelernt, Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Gelernt ist gelernt, Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Laura sieht lässiger aus und hatte weniger bis gar keinen Muskelkater, Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Laura sieht lässiger aus und hatte weniger bis gar keinen Muskelkater, Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Zurück in St. Helen besuchten wir die Sehenswürdigkeiten, für die wir anfangs keine Zeit einplanten. Die Touristen-Info empfahl uns die Columba-Falls, die Käserei und einen Pub. Diese drei profitieren von den Waldbränden, so viele Besucher waren vermutlich noch nie zuvor da. Vor allem die Käserei hat uns überrascht. Neben gutem Käse probierten wir das selbstgemachte Eis. Es gab Limette-Myrte und Leatherwood-Honig, beides hervorragend. Übernachtet wurde wieder am Jeanneret Beach.

Fast so gut wie der Old Amsterdam, Pyengana, Tasmanien | wat-erleben

Fast so gut wie der Old Amsterdam, Pyengana, Tasmanien | wat-erleben

Heute morgen saßen wir vor der Bücherei und nutzten das schnelle Internet, buchten einen Campervan für Neuseeland und planten die verbleibenden zwei Tage.  Hier trafen wir Eddie wieder und natürlich hatte er seinen Stock dabei. Haben wir schon erwähnt, dass es in einer Woche nach Neuseeland geht?

Insgesamt verbrachten wir 10 Tage auf Bruny Island und ich erinnere mich an mehr „deutsches“ Essen, als in der Heimat. Unsere Gastgeber gaben in der Küche einfach alles. Von Bratwürsten, über Sauerkraut, bis hin zur Stelze/Schweinshaxe – Kaffee wurde aus dem Wiener Sacher Hotel-Tassen serviert. Außerdem konnte Bernd, abseits vom selbstgebackenem Brot, mit Buchweizen-Pfannekuchen und Herrencreme einen raus hauen.

Kurz vor unserer Abfahrt hieß es, dass wir deutschen Helfer ziemlich gefährlich wären. Soviel Essen gäbe es für die beiden alleine nie, so sagten sie und wenn wir fahren, gäbe es erst einmal eine wochenlange Diät, um sich von den vielen Leckereien zu erholen.

Neben viel Essen und arbeitsreichen Tagen mit Unkraut jäten und Holz hacken, genossen wir zwei freie Tage. Am ersten Tag ging es mit dem Zweitwagen, einem verbeulten, aber dennoch sehr verlässlichem, Toyota Landcruiser zur Cloudy Bay und zum Leuchtturm. An der unteren Spitze von Bruny Island gelegen, kommt danach nur noch die Antarktis.

Wie unser Helpx-Gastgeber sagen würde- Holz schlichten - Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Wie unser Helpx-Gastgeber sagen würde- Holz schlichten – Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Bei der Arbeit, ja nicht den Tannenbaum vergessen, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Bei der Arbeit, ja nicht den Tannenbaum vergessen, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Cloudy Bay am Leuchtturm, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Cloudy Bay am Leuchtturm, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Am darauffolgenden Tag liefen wir, auf Tipp unseres Gastgebers, einen Berg neben dem Grundstück hoch. Die menschenleere Aussicht war toll, auch wenn die andauernden Waldbrände einen negativen Beigeschmack geben, natürlich nicht nur was die etwas nebelige Aussicht betrifft.

Ein Bett im Kornfeld...Laufen im Nirgendwo, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Ein Bett im Kornfeld…Laufen im Nirgendwo, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Kurz vor Ende unseres Helpx, wurden wir mit auf einen Geburtstag eines schweizer Freundes genommen – „Wir bringen dann aber Laura und Bernd mit“. Der Freund lebt bereits Jahre auf der Insel und besitzt zudem eine Blaubeer-Farm. Mit vier großen Tupperdosen voller frischgepflückter, leuchtend blauer und vor allem süßer Beeren, fuhren wir zu seinem eigentlichem Grundstück, direkt am Meer. Das war vor allem praktisch, weil wir noch Austern holen wollten. Holen wollten im Sinne von: mit dem Kleinwagen (kein 4W!) einen Weg durch den Busch geschlagen und anschließend die Austern am Meer von den Felswänden mit Hammer und Meißel abgeklopft. Am Folgetag hieß es essen – Mittags Roh mit Zitrone (nicht so ganz mein Geschmack, schmeckt eher nur nach Salzwasser), Abends frittiert (super!).

So fängt man Austern, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

So fängt man Austern, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Montag hieß es Abschied nehmen, oder wie unser österreichischer Gastgeber sagte „Baba“. Zum Abschluss gab es ein verdammt nettes Andenken, ein von ihm selbstgewerkeltes Holzschneidebrett, mit der Form eines Wallabys.

How to survive a roadtrip (siehe Buch), Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

How to survive a roadtrip (siehe Buch), Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Zurück in Hobart verbrachten wir die Nacht vor Start unseres Roadtrips bei unserem ersten Helpx-Gastgeber im Airbnb-Zimmer.

Kakadu auf dem Balkon in Hobart, Tasmanien | wat-erleben

Kakadu auf dem Balkon in Hobart, Tasmanien | wat-erleben

Am nächsten Morgen brachte uns ihr Sohn, der praktischerweise in der Nähe vom Flughafen lebt, zu unserem Autovermieter. Den eigentlichen Start unseres Roadtrips würde ich jedoch nicht beim Apollo-Verleih ansehen. Der war später, als die gute Laune zurück war. Bei Apollo verstehen die Mitarbeiter etwas davon, ihren Kunden Angst und ein schlechtes Gewissen vor der Abfahrt zu machen. Nun ja, vielleicht fühlte es sich für uns nur so an, schließt man eine andere Versicherung, abseits der angepriesenen „super duper nur unsere Versicherung erspart ihnen Kosten von 10.000 und mehr“ ab, hat man verloren. Insgesamt verbrachten wir knapp 1,5 Stunden dort, bis auch jeder kleinste Flecken auf einem weißen Campervan dokumentiert wurde, Genauigkeit muss sein? Bei Jucy hatten wir einen besseren Eindruck, hoffen wir mal, dass alles gut wird.

Mit etwas komischem Gefühl im Bauch und einem großen Einkauf später, ging es los. Erster Stopp war die Lavendel-Farm in Port Arthur. Neben zahlreichen Lavendel-Sträuchern und ein wenig Geschichte, gönnten wir uns ein Lavendel-Eis und zogen weiter.

Lavendel-Farm in Port Arthur, Tasmanien | wat-erleben

Lavendel-Farm in Port Arthur, Tasmanien | wat-erleben

Ein gestelltes Instagram-Food-Porn-Bild darf auch mal sein, Lavendel-Eis, Port Arthur,Tasmanien | wat-erleben

Ein gestelltes Instagram-Food-Porn-Bild darf auch mal sein, Lavendel-Eis, Port Arthur,Tasmanien | wat-erleben

Tasman Arch, Devils Kitchen und Tessellated Pavement waren danach zu bestaunen. Vor Sonnenuntergang änderten wir spontan unseren Plan für den Stellplatz der Nacht und fuhren zur Tauschschule, bei der wir tauchen wollten. Tatsächlich gab es gegen wenig Geld einen Stellplatz mit Strom, Duschen und Küche – sehr gut.

Tessellated Pavement, was die Natur alles drauf hat, Tasmanien | wat-erleben

Tessellated Pavement, was die Natur alles drauf hat, Tasmanien | wat-erleben

Tasman Arch, Tasman Peninsula, Tasmanien | wat-erleben

Tasman Arch, Tasman Peninsula, Tasmanien | wat-erleben

Am nächsten Tag wurden wir mit dem Boot rausgefahren, zwei Tauchgänge mit Guide waren gebucht. Komisch war es schon, wieder einen 7mm Neopren zu tragen, der einen an die Zeiten in Deutschland erinnerte. Zum Glück war die Sicht besser! Zu sehen gab es bei weitem nicht so viel wie in Mexiko oder Hawaii, dafür waren absolute Highlights Robben, ein australischer Schwellhai und ein Höhlentauchgang.

Hai beim Tauchgang im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Hai beim Tauchgang im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Unser Tauch-Guide spielt mit der Robbe, Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Unser Tauch-Guide spielt mit der Robbe, Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Höhlentauchen im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Höhlentauchen im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Als wir am Nachmittag zurück kamen, fuhren Bernd und ich mit dem Auto immer der Ostküste entlang. Spät am Zielpunkt angekommen, hatte der im Internet angepriesene und kostenlose Friendly Beach keinen Stellplatz mehr.  Zum Glück schafften wir es gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit (in Australien sollte man dann aufgrund der vielen Wildtiere lieber nicht mehr fahren) zu einem anderen kleinen Stellplatz.

Heute klingelte der Wecker pünktlich vor Sonnenaufgang, denn wir wollten wandern und das möglichst ohne australische Mittagssonne und vielen Leuten. Es sollte sich auszahlen. Pünktlich gegen 9 Uhr waren wir auf dem Mount Amos, alleine. Ein Berg im Freycinet Nationalpark, der eine 360 Grad Panoramasicht auf u.a. die Wineglass Bay und Coles Bay bietet. Die Kletterpartie beim Auf- und Abstieg war es definitiv wert, einfach traumhaft.

Wanderung auf den Mount Amos, da gings hoch, Tasmanien | wat-erleben

Wanderung auf den Mount Amos, da gings hoch, Tasmanien | wat-erleben

Mount Amos mit Händen und Füßen, Tasmanien | wat-erleben

Mount Amos mit Händen und Füßen, Tasmanien | wat-erleben

Endlich mal ein Nichtgestelltes Bild, die Aussicht auf dem Mount Amos, Tasmanien | wat-erleben

Endlich mal ein Nichtgestelltes Bild, die Aussicht auf dem Mount Amos, Tasmanien | wat-erleben

Jetzt sitze ich hier gerade in meinem Campingstuhl und schreibe den Blogbeitrag vor, mit der Hoffnung morgen beim Livenehmen irgendwo Internet zu haben. Wir sind nach der Wanderung des Mount Amos über Bicheno bis zur Binalong Bay, Bay of Fire gefahren (ganz oben im Nordosten) und genießen, mal wieder, einen kostenlosen Standplatz direkt am Meer.

Traumhafter Strand mit Lagunen in Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Traumhafter Strand mit Lagunen in Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Ausblick vom Stellplatz, könnte schlechter sein, Jeanneret Beach, Tasmanien | wat-erleben

Ausblick vom Stellplatz, könnte schlechter sein, Jeanneret Beach, Tasmanien | wat-erleben

Heute vor einer Woche wohnten wir noch in Hobart und schafften es mal bis an den Strand runter. Was uns da empfing, erinnerte uns an den Strand von Melbourne. Ein Schild, welches vor verunreinigtem Wasser warnt. Erst kürzlich, an Silvester, ist den örtlichen Wasserwerken aufgefallen, dass ihr Klärwerk für drei Tage nicht beaufsichtigt war und Abwasser in der Größenordnung von vier Schwimmbädern ins Meer gelangte. So macht das Schwimmen doch gleich viel mehr Spaß. Wir begnügten uns damit, dass Lilly, der Haushund, uns mit auf einen Spaziergang durch ihr Revier nahm.

Ein hoch auf die internationale Wasserqualität, Hobart | wat-erleben

Ein hoch auf die internationale Wasserqualität, Hobart | wat-erleben

Unterwegs mit Lilly, Hobart | wat-erleben

Unterwegs mit Lilly, Hobart | wat-erleben

Das Revier unserer Gastgeberin war die Küche, wir konnten Sie dennoch mit einigen deutschen Rezepten beeindrucken. Endlich durfte ich Brot backen. Unter Brot verstehen die Australier übrigens ein normales Toastbrot. Erst wenn das Toastbrot wirklich getoastet wird, dann spricht man von einer Scheibe Toast, soviel zur Brotkultur.

Hauptberuflich ist unsere Gastgeberin so eine Art Heilerin. Zumindest würde ich sie so nennen, bei den Geschichten, die wir hörten. Der Arzt in der Stadt schickt seine Patienten zu ihr, wenn er nicht mehr weiter weiß. In vielen Fällen kann sie weiterhelfen. Wir, zum Beispiel, haben an meiner Angst vor Nadeln gearbeitet. Meine negativen Gedanken und Erinnerungen an eine Spritze wurden durch Gute ersetzt. Mein Gehirn wird Nadeln zukünftig als OK betrachten. Ob es wirklich hilft, werde ich wohl erst bei meinem nächsten Arztbesuch rausfinden. Hoffentlich müssen meine Eltern mich nicht wieder abholen, weil der Arzt findet, dass meine Gesichtsfarbe sowie mein Kreislauf nicht fahrtauglich sind.

Beim Besuch des örtlichen Tierheims holten wir wen ganz anderes ab. Ein Kätzchen namens Tuk-Tuk erweitert ab sofort den Kreis der Gastfamilie. Es gibt ein komplettes Tierheim nur für Katzen und derzeit ist Hochsaison für kleine Kittys. Eine Katze kostet hier 245 Dollar, in Heiden kommen die Kätzchen mit meinem Bruder nach Hause, die ihm bei der Arbeit als Schornsteinfeger zugesteckt werden.

Zwischen 20 Kätzchen konnte gewählt werden, am nächsten Tag waren alle vergeben, Hobart | wat-erleben

Zwischen 20 Kätzchen konnte gewählt werden, am nächsten Tag waren alle vergeben, Hobart | wat-erleben

Den vorletzten Tag in Hobart verbrachten wir mit etwas Kultur, Weinkultur um genau zu sein. Kurz hinter Hobart gibt es einen kleinen Weinberg, das Weingut Morrilla, welches direkt neben dem Mona-Museum liegt. Da uns die moderne Kunst, seit unserem Besuch im Moma New York, nicht allzu sehr zusagt, lag der Fokus eher beim Wein. Wir schlossen uns einer Führung an und verköstigten acht verschiedene Spezialitäten. Laura und ich hatten auf dem Heimweg gut einen sitzen, die Busfahrt war umso ernüchternder.

Wir durften den Weinberg trotzdem besichtigen, Moorilla Estate-Hobart | wat-erleben

Wir durften den Weinberg trotzdem besichtigen, Moorilla Estate-Hobart | wat-erleben

Im Weinkeller angekommen und Halbzeit beim Tasting, Moorilla - Hobart | wat-erleben

Im Weinkeller angekommen und Halbzeit beim Tasting, Moorilla – Hobart | wat-erleben

Stylischer kann ein Tisch nicht sein, Moorilla - Hobart | wat-erleben

Stylischer kann ein Tisch nicht sein, Moorilla – Hobart | wat-erleben

Mittlerweile, seit Freitag, sind wir auf Bruny Island. Eine kleine Insel vor Tasmanien, die mit einer 20-minütigen Fährüberfahrt zu erreichen ist. Südlicher geht es nicht mehr, danach kommt nur noch die Antarktis. Ich dachte ja, dass wir in Wetaskiwin, bei unserem Housesit in Kanada, am Arsch der Welt waren, aber diesmal konnten wir das noch toppen. Es gibt eine Hauptstraße auf Bruny Island, die vielleicht drei Abzweigungen hat. Die erste Abbiegung, nach 30 km, führt zu unserem neuen Gastgeber beim helpx. Ein ehemaliger Österreicher, der seine Theater- und Schauspielkarriere vor 30 Jahren an den Nagel hängte und sich hier niederließ. Die Grundstückspreise für eine riesige Fläche Buschland waren damals unverschämt günstig. Für umgerechnet 16.000,- EUR konnte er sich einen Berg kaufen. Zur heutigen Zeit ist dies unvorstellbar, dafür bekommt man in Heiden nicht mal eine Garage. Da es hier soviel Wald gibt, liegt es Nahe, dass die komplette Wohnanlage aus Holz besteht und alles selber angefertigt wird. Ein bisschen fühlen wir uns wie auf der Alm oder bei Meister Eder von Pumuckl. Neben einem kleinen Sägewerk haben wir eine voll funktionsfähige Tischlerwerkstatt, die sogar die umfangreiche Ausstattung von meinem Papa in den Schatten stellt (@Papa: dafür fehlt hier ganz klar ein Weidemann).

Unser Apartment wie auf der Alm, Bruny Island | wat-erleben

Unser Apartment wie auf der Alm, Bruny Island | wat-erleben

Unsere Bucht, die Adventure Bay, Bruny Island | wat-erleben

Unsere Bucht, die Adventure Bay, Bruny Island | wat-erleben

Unsere Tage gehen erstaunlich schnell rum, abgeschnitten von der Außenwelt und ohne Internet. Von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr wird gearbeitet, danach haben wir frei und können die Insel erkunden. Wir versuchen das Grundstück von überwucherndem Farn zu befreien, beackern den großen Garten oder üben uns im Holz spalten.

Das Meer ist in Sichtweite und trotzdem brauchen wir 10 Minuten mit dem Auto bis zum Strand, was aber wohl an der Straße liegt. Ich würde eher von aneinander gereihten Schlaglöchern mit etwas Straße dazwischen sprechen.

An meinem Geburtstag kletterten wir die höchsten Klippen ganz Australiens hoch, direkt vor unserer Haustür gelegen und mit einer grandiosen Aussicht versehen. Alle 10 Minuten kam ein: „Ich glaube wir sind gleich oben, es müsste sofort bergab gehen“. Zwei Stunden später ging es abwärts.

Zur Feier des Tages erstanden wir eine Flasche Sekt. Diese kauft man hier im Bowls Club. Nachdem wir uns offiziell ins Gästebuch eintrugen, durften wir zur Theke laufen und zwischen zwei Flaschen Sekt wählen. Die Auswahl macht es einem ziemlich leicht, geschmeckt hat es umso besser. Noch besser war allerdings meine Geburtstagsüberraschung. Der Sohn unseres Gastgebers fing ein paar Hummer aus dem Meer als Vorspeise. Da der erhoffte Thunfisch nicht angebissen hat, gab es im Anschluss fangfrischen Lachs. Zum Dessert bekam ich einen Geburtstagskuchen samt Ständchen und Kerzen.

Die nächsten Tage können von mir aus genauso weitergehen. Arbeiten, Insel erkunden und Abends gutes Essen, aus dem eigenen Anbau. Unsere Gartenpflanzliste für Zuhause wird immer länger.

Die kleine Franziska, Tochter unserer Gastgeber, hat mitgefeiert, Bruny Island | wat-erleben

Die kleine Franziska, Tochter unserer Gastgeber, hat mitgefeiert, Bruny Island | wat-erleben

Dahinten kommt nur noch die Antarktis, Bruny Island | wat-erleben

Dahinten kommt nur noch die Antarktis, Bruny Island | wat-erleben

Daaaa sind wir hochgewandert, The Neck - Bruny Island | wat-erleben

Daaaa sind wir hochgewandert, The Neck – Bruny Island | wat-erleben

Fast wie in der Karibik, nur 15 Grad weniger, The Neck - Bruny Island | wat-erleben

Fast wie in der Karibik, nur 15 Grad weniger, The Neck – Bruny Island | wat-erleben

Links die tasmanische See, rechts sozusagen das Wattenmeer, Bruny Island | wat-erleben

Links die tasmanische See, rechts sozusagen das Wattenmeer, Bruny Island | wat-erleben

Ein riesiger Strand - menschenleer, Cloudy Bay | wat-erleben

Ein riesiger Strand – menschenleer, Cloudy Bay | wat-erleben

Auf unserer Müssen-wir-noch-sehen-Liste konnten wir einen weiteren Punkt abhaken. Die Zeitung berichtete davon, dass die Algen zurückgekehrt sind, die leuchten, wenn sie in Bewegung kommen. Das gleiche Phänomen wollten wir bereits damals in Mexiko beobachten, hatten aber leider kein Glück. Hier sollte es anders werden. Nachmittags am Strand sahen wir schon einen pinken Schleier auf dem Wasser, ziemlich verdächtig. Davon habe ich mir eine Flasche abgefüllt und mitgenommen. Abends schüttelten wir an der Flasche und tatsächlich, die Flasche leuchtet blau. Eine Stunde später um 23.00 Uhr, so gar nicht unsere Zeit, normalerweise sind wir mit Sonnenuntergang im Bett, sind wir runter zum Strand gefahren. Es war stockfinster, die erste Welle, die wir sahen durchzuckte ein blauer Blitz – unglaublich. Wir plantschten wie die kleinen Kinder durchs Wasser und trampelten auf dem Sand herum. Überall waren diese kleinen blau leuchtenden Punkte – immer noch unglaublich.

Man kann nur erahnen wie cool es war, Bruny Island | wat-erleben

Man kann nur erahnen wie cool es war, Bruny Island | wat-erleben

Auf dem Heimweg befand sich das Glück weiterhin auf unserer Seite, ein weißes Wallaby stand am Straßenrand und schaute in unsere Scheinwerfer. Schnell ein Foto gemacht und nach weiteren schlaglochreichen zwei Kilometern wieder Zuhause angekommen.

Soll angeblich Glück bringen, Bruny Island | wat-erleben

Soll angeblich Glück bringen, Bruny Island | wat-erleben

Die restlichen Tage von 2018 verbrachten wir entspannt beim Housesit. Einmal machten wir noch, zusammen mit Elisa aus Italien und ihrem Freund, einen Ausflug zum Brighton Beach mit den bekannten, bunten Strandhütten. Vor einiger Zeit sahen wir einen Bericht – der Preis liegt bei rund 100.000€ für so ein Häuschen.

Brighton Beach, Beach Boxes in Melbourne | wat-erleben

Brighton Beach, Beach Boxes in Melbourne | wat-erleben

Den Silvesterabend verbrachten wir im Albert Park, direkt am Wasser und mit Blick auf die Skyline. Der mega Aussichtspunkt wurde von Sara und Marco vorgeschlagen – die beiden Glücklichen sind hauptberuflich Reiseblogger. Sie luden uns ein, mit ihnen und ein paar anderen Leuten zusammen Silvester zu verbringen. Es war ein schöner und entspannter Abend mit Quatschen, Wein und Popcorn. Um Mitternacht gab es dann eine 1A Aussicht auf das Feuerwerk.

Selfie-Time an Silvester; Photocredit by loveandcompass | wat-erleben

Selfie-Time an Silvester 🙂 Photocredit by loveandcompass | wat-erleben

Silvester-Feuerwerk in Melbourne, Albert Park; ein besseres Foto kommt noch | wat-erleben

Silvester-Feuerwerk in Melbourne, Albert Park; ein besseres Foto kommt noch | wat-erleben

Im neuen Jahr 2019 hieß es früh aufstehen, putzen, von den Katzen verabschieden und ab zum Flughafen. Kurz noch Frohes Neues ins verspätete Deutschland geschickt und in den Flieger nach Hobart, der Hauptstadt von Australiens Inselstaat Tasmanien, gestiegen.

Merkwürdiges Vorgehen auf Flughafentoiletten? Melbourne | wat-erleben

Merkwürdiges Vorgehen auf Flughafentoiletten? Melbourne | wat-erleben

Willkommen in Tasmanien | wat-erleben

Willkommen in Tasmanien | wat-erleben

Nach einer angenehm kurzen Flugzeit von 50 Minuten holte uns unsere Gastgeberin aus der Stadt ab und fuhr mit uns zu ihrem Haus. Dort sind wir nun seit vier Tagen und genießen die Aussicht vom Balkon, mit direktem Blick aufs Meer. Nebenbei arbeiten wir natürlich, vor allem Gartenarbeit; Hecken schneiden, Kompost pflegen und was sonst so anfällt.

Gestern Abend gab es bereits einen ersten Vorgeschmack auf das traumhafte Essen in Tasmanien. Bei dem Food Festival, welches einmal im Jahr direkt am Hafen für eine Woche stattfindet, probierten wir tollen Wein, gutes Fleisch und tasmanisches Macadamia-Eis. Gleich gibt es eine weitere Köstlichkeit, australisches Lammfleisch…ach ja und selbstgemachten, deutschen Kartoffelsalat.

The Taste of Tasmania Festival, Hobart Tasmanien | wat-erleben

The Taste of Tasmania Festival, Hobart Tasmanien | wat-erleben

Blick von unserem aktuellen Helpx aus, leider aktuell mit Buschfeuer-Himmel | wat-erleben

Blick vom Balkon beim Helpx , leider aktuell mit Buschfeuer-Himmel | wat-erleben

Melbourne empfängt uns jeden Morgen, seit einer Woche, mit strahlend blauem Himmel. Die Temperaturen schwanken zwischen 21 und 36 Grad. Umso schwieriger war es also in Weihnachtsstimmung zu kommen. Lediglich meine weihnachtliche, rote Hautfarbe lässt daran erinnern und an die extreme UV-Strahlung in Australien. Einen Weihnachtsbaum hatten wir dennoch, bestehend aus einem Palmenzweig vom Strand und unserem NYC-Taxi-Anhänger.

Weihnachtsbaum steht, Melbourne | wat-erleben

Weihnachtsbaum steht, Melbourne | wat-erleben

Die ersten beiden Tage in Melbourne verbrachten wir in einem AirBnB. Perfekt, um die Stadt zu erkunden und unsere vier Tage ohne Internet nachzuholen. Wie schon in Sydney, schlossen wir uns der Free Walking Tour an, wobei „Free“ immer mit einem Trinkgeld entlohnt wird. In drei Stunden ging es kreuz und quer durch die Stadt und unser Guide gab uns den ein oder anderen Tipp. So war unser Restaurant am Abend eine gute Empfehlung. Wir aßen in Chinatown, irgendwie brauchten wir etwas komplett anderes als Nudeln mit Pesto bzw. Nudeln mit Tomatensauce bzw. Nudelsuppe mit Rindergeschmack.

Die Skyline von Melbourne | wat-erleben

Die Skyline von Melbourne | wat-erleben

An Heiligabend konnten wir endlich zu unserem Housesit umziehen. Vorher ging es zum Metzger und zu Aldi. Vollgepackt mit den ganzen Weihnachtseinkäufen und unseren Rucksäcken liefen wir die restlichen zwei Kilometer zu unserem Apartment. Die beste Idee seit langem. Man muss sich das so vorstellen: Ich trage meinen Rucksack, Tagesrucksack, zwei Einkaufstaschen und drei Flaschen Wein. Laura trägt ihre Rucksäcke und eine Flasche. Fairerweise -– ich bin schließlich doppelt so groß und doppelt so schwer wie Laura…aber wenn es ums Essen oder Trinken geht, dann zählt das mit dem doppelt soviel nicht mehr.

Ich weiß nicht mehr warum, aber ich war felsenfest davon überzeugt, dass wir Apartment Nr. 104 aufpassen. Wir klingelten dort, keiner antwortete. Mhh, vielleicht sind unsere Gastgeber bereits auf ihrem Weg zum Flughafen und wir haben uns knapp verpasst. Der Briefkasten zu Nr. 104 stand einen spaltweit offen, innen drin lag ein Wohnungsschlüssel, passend zu unserer These. Wir öffneten die Wohnungstür und auf dem Fußboden lag ein Reisekoffer sowie verstreute Kleidung. Ok, dann sind unsere Gastgeber wohl kurz unterwegs und kommen gleich wieder. Irgendwie komisch, auf den Fotos sah die Wohnung ganz anders aus, viel gemütlicher und aufgeräumter. So langsam kam uns der Gedanke, dass hier irgend etwas verkehrt sein muss. Wenn wir im Badezimmer keine drei Katzen finden würden, dann sind wir definitiv an der falschen Adresse. Und so war es auch. Zusätzlich bestätigte der russische Reisepass auf dem Tisch, dass wir uns geirrt hatten. Fluchtartig verließen wir die Wohnung und ich schaute noch mal auf die Wohnungsdetails – Nr. 107, is klar. Wir klopften direkt gegenüber und als uns geöffnet wurde, kamen uns die Gesichter bekannter vor. Bis zum 1ten Januar passen wir auf drei Katzen auf und haben genug Zeit die Umgebung rundum den Vorort St. Kilda zu erkunden.

Das ist Bambam - einen Monat alt, St. Kilda | wat-erleben

Das ist Bambam – einen Monat alt, St. Kilda | wat-erleben

Zur Umgebung von St. Kilda gehört ein beliebter Strandabschnitt, den wir Nachmittags besuchten. Warum der Strand so gut besucht ist, wissen wir nicht. An der Wasserqualität kann es nicht liegen, diese wurde mit mangelhaft ausgewiesen, schwimmen solle man vermeiden. Dafür fanden wir noch ein ruhiges Plätzchen und konnten Heiligabend mit unserer Weihnachtsmütze am Strand einläuten. Den Abend ließen wir bei Wein und australischem Rinderfilet auf dem Balkon, sowie Skype-Telefonaten mit der Heimat ausklingen.

Frohe Weihnachten, St. Kilda | wat-erleben

Frohe Weihnachten, St. Kilda | wat-erleben

Über die Plattform Couchsurfing fand Laura eine Gruppe, die für diejenigen, die Weihnachten fern der Heimat sind, gegründet wurde. So fanden wir uns am ersten Weihnachtstag am Strand wieder und verbrachten den Nachmittag beim Barbecue mit 20 anderen Leuten aus der ganzen Welt.

Weihnachten unter Palmen, St. Kilda | wat-erleben

Weihnachten unter Palmen, St. Kilda | wat-erleben

Den zweiten Weihnachtstag blieben wir lieber im Schatten und nutzten die Zeit zum planen. Spontan buchten wir einen Mietwagen für den nächsten Tag, es galt die Great Ocean Road zu entdecken. Unterwegs holten wir Elisa ab, die wir Weihnachten kennen lernten. Insgesamt fuhren wir 550 km, davon größtenteils direkt an der Küste entlang, das Meer auf der linken Seite. Die Strecke hat mehr Kurven als ein Ski Alpin Slalom und spätestens nach einer halben Stunde, freut man sich über 100 Meter, die schnurgerade verlaufen. Nachdem wir unzählige Strände sahen, kamen wir zum ersten Highlight des Tages – Koalas. Diese putzigen Tiere chillen den ganzen Tag im Eukalyptusbaum und posieren für Fotos. Ich könnte mir gut ein Leben als Koala vorstellen, 20 Stunden schlafen und vier Stunden essen.

Und los gehts, Great Ocean Road | wat-erleben

Und los gehts, Great Ocean Road | wat-erleben

Hinter jeder Kurve eine weitere grandiose Aussicht, Great Ocean Road | wat-erleben

Hinter jeder Kurve eine weitere grandiose Aussicht, Great Ocean Road | wat-erleben

Immer der Küste entlang, Great Ocean Road | wat-erleben

Immer der Küste entlang, Great Ocean Road | wat-erleben

100 kurvige Kilometer weiter, kam der letzte Halt, die zwölf Apostel. Von ehemals zwölf Kalksäulen sind nur acht übrig geblieben, die aus dem Wasser ragen. Die Apostel gehören zur Great Ocean Road wie der Eiffelturm zu Paris oder die Teufelsteine zu Heiden. Dieses macht sich im Touristenandrang bemerkbar. Die Anzahl der Touristen wird durch die zahlreichen anwesenden Fliegen getoppt, die einem unentwegt auf die Nerven gehen.

Die zwölf Apostel, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel2, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel2, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel sind ziemlich beliebt, Great Ocean Road | wat-erleben

Die zwölf Apostel sind ziemlich beliebt, Great Ocean Road | wat-erleben

Zurück in Melbourne machten wir einen kurzen Abstecher zum St. Kilda Pier. Dieser beheimatet eine kleine Pinguin-Kolonie. Tagsüber sind die Pinguine draußen auf hoher See, aber Nachts kommen sie heim. Wir waren rechtzeitig da, um sie zu sehen. Gut, dass die Pinguine in unserer Nachbarschaft leben, sonst hätten wir einen weiteren Tagesausflug machen müssen.

Die Pinguine am St. Kilda Pier, im Rotlicht, da sie vom Blitzlicht blind werden | wat-erleben

Die Pinguine am St. Kilda Pier, im Rotlicht, da sie vom Blitzlicht blind werden | wat-erleben

Der nächste Ausflug geht übrigens nach Tasmanien, Australien – der Flug ist für den 1. Januar gebucht.

Australien macht es uns seit unserer Anreise vor einer knappen Woche sehr einfach – einfach, im Sinne von uns wohlzufühlen. Ohne Sprachbarrieren, mit tollem Wetter und gelassener Stimmung hat uns Freitag Abend Ortszeit, Sydney begrüßt. Mit dem Uber (wirklich super praktisch!) ging es im Linksverkehr zu unserem Airbnb, etwas außerhalb der Stadt gelegen. Ich wollte Bernd erst noch fragen, warum er auf der Fahrerseite einsteigen wollte. Naja, alles wohl Gewöhnungssache.

Zwei Tage später fuhren wir das erste Mal mit dem Zug ins Zentrum von Sydney. Dort nahmen wir an der Free Walking Tour teil, die dreimal täglich vom Town Hall Square startet – mittendrin also. Innerhalb von drei Stunden zeigte uns unser Guide Aida die Hauptattraktionen und, wie sollte es anders sein, beendete die Tour am Opera House. Die Oper wirkte für uns jedoch kleiner, als wir sie aus dem Fernsehen in Erinnerung hatten. Dennoch sehr eindrucksvoll und das Gefühl, jetzt wirklich in Australien angekommen zu sein. Im Anschluss fuhren Bernd und ich mit der Fähre nach Manly Beach. Eigentlich nur, weil Aida uns erklärte, dass man Sonntags nie mehr als 2,75 AUD insgesamt für öffentliche Verkehrsmittel zahlen muss. Sehr sympathisch, auch der Ort und das Surfer-Feeling, welches einen direkt überkam.

Weihnachtsstimmung in Sydney am Queen Victoria Building | wat-erleben

Weihnachtsstimmung in Sydney am Queen Victoria Building | wat-erleben

Die Harbour Bridge in Sydney | wat-erleben

Die Harbour Bridge in Sydney | wat-erleben

Das Opera House in Sydney und viele Leute | wat-erleben

Das Opera House in Sydney und viele Leute | wat-erleben

Blick auf Sydney, Fähre nach Manly Beach | wat-erleben

Blick auf Sydney, Fähre nach Manly Beach | wat-erleben

Montag hieß es früh raus, wir fuhren mit dem Zug ins knapp zwei Stunden entfernte Wentworth Falls und erkundeten die Blue Mountains-Region. Der Ausblick unserer Wanderung lohnte sich definitiv, auch wenn unsere geplante Route des National Pass und Undercliff Path Trails abgekürzt werden musste, da diese beide zurzeit aufgrund von Felsstürzen gesperrt sind.

Wanderung zu den Blue Mountains, Sydney | wat-erleben

Wanderung zu den Blue Mountains, Sydney | wat-erleben

Die Blue Mountains, Sydney | wat-erleben

Die Blue Mountains, Sydney | wat-erleben

Abends, wieder zurück im Airbnb, versuchten wir uns an einem Plan für die folgenden Tage. Dies wurde so langsam Zeit, Mittwoch mussten wir aus dem Zimmer raus. Anfragen bei Help Exchange und Housesitting blieben entweder unbeantwortet, oder waren schon vergeben.

Dienstag, schon kurz vorm Verzweifeln, kam plötzlich eins zum anderen. Zuerst fand Bernd eine Campervan-Rückführung von Sydney nach Melbourne auf der Jucy-Website. Jucy ist ein Autovermieter und dem Angebot, ohne Mietkosten und einer Tankfüllung gratis, konnten wir einfach nicht widerstehen. Ok, wir haben lieber noch eine Versicherung abgeschlossen, 3.000 AUD als Eigenbeteiligung war etwas viel und insgesamt benötigten wir drei Tankfüllungen bis zum Ziel. Eigentlich war der Van für vier Personen ausgelegt, so dass wir mehr als genug Platz hatten. Wir können diesen auch für zwei Personen empfehlen, denn im Wagen selbst kann es eng werden. Selbst ich mit meinen 1,67 musste meine Füße einziehen. Oben auf dem Dach befindet sich zusätzlich ein aufklappbares Zelt, viel mehr Platz als im Van selbst.

Neben dem Glücksgriff mit dem Auto, bekamen wir am selben Abend eine Antwort und Zusage von einem Housesit in Melbourne, den wir vom 24ten Dezember bis zum 1ten Januar machen werden. Somit konnten wir uns Mittwochmorgen beruhigt auf den Weg machen.

Nachdem wir den Wagen und unser Gepäck abholten und Bernd sich mehr oder weniger an den Linksverkehr gewöhnte, ging es vorbei an der Küste bis zum ersten Aussichtspunkt. Das obligatorische Scheibenwischer statt Blinker benutzen, ist uns übrigens anfangs häufiger passiert!

Unser Jucy Campervan für drei Nächte von Sydney nach Melbourne Roadtrip | wat-erleben

Unser Jucy Campervan für drei Nächte von Sydney nach Melbourne Roadtrip | wat-erleben

Erster Stop des Roadtrips, Lookout kurz vor der Sea Cliff Bidge | wat-erleben

Erster Stop des Roadtrips, Lookout kurz vor der Sea Cliff Bidge | wat-erleben

Im Anschluss erst weiter an der Küste, dann immer mehr ins Grüne. Vorbei an Bergen bis hin zur Jervis Bay, genauer gesagt zum Hyams Beach. Laut Guiness Buch der Rekorde, der angeblich weißeste Sandstrand. Weiß war er definitiv, ein wenig spektakulärer hätten wir es uns aber vorgestellt – kann aber am bedeckten Himmel gelegen haben.

Überbelichtet, aber der weiße Sand sah so aus...Hyams Beach | wat-erleben

Überbelichtet, aber der weiße Sand sah so aus…Hyams Beach | wat-erleben

Bunte Vögel auf dem Weg zum Hyams Beach | wat-erleben

Bunte Vögel auf dem Weg zum Hyams Beach | wat-erleben

Kurz vor Ende unserer Route für diesen Tag, fuhren wir am Merry Beach Caravan Park vorbei – angeblich soll man dort Kängurus sehen. Unser Ausweichplan wäre Pebble Beach mit 8 AUD Eintrittsgebühr gewesen. Das Geld konnten wir uns definitiv sparen. Erst flippten wir völlig aus, ok ich, Bernd freute sich wie immer eher von Innen heraus, als wir nur ein Känguru sahen. Umso weiter wir fuhren, umso mehr Kängurus tauchten auf. Sie lagen nicht nur völlig relaxt in den Vorgärten, sondern ließen sich zudem gerne in großen Gruppen in der Nähe vom Strand zu einem Foto überzeugen. Einfach nur der Hammer, diese Tiere das erste Mal in der freien Wildbahn zu sehen. Leider war im angrenzenden Campingplatz kein Platz mehr frei. Wir übernachteten stattdessen woanders, dafür ebenfalls mit Strandzugang, nur ohne Kängurus.

Kängurus in der Nähe vom Merry Beach Caravan Park | wat-erleben

Kängurus in der Nähe vom Merry Beach Caravan Park | wat-erleben

Ich in Action bzw. beim Fotografieren der Kängurus am Merry Beach | wat-erleben

Ich in Action bzw. beim Fotografieren der Kängurus am Merry Beach | wat-erleben

Kängurus am Merry Beach Caravan Park | wat-erleben

Kängurus am Merry Beach Caravan Park | wat-erleben

Nach einer sehr erholsamen Nacht, in der wir deutlich besser, als erwartet im Campervan schliefen, ging es nach Toast und bestem Kaffee aus dem Espressokocher weiter. Der Weg war weniger spannend. Dafür legten wir eine Wanderpause am Genoa Peak ein und bestaunten die grandiose Aussicht. Eine Aussicht gab es auch auf dem Rastplatz für die Nacht, nämlich keine. Es war eben ein Autobahnparkplatz, dafür umsonst, mitten im Nirgendwo.

Gipsy Point, Genoa Peak, Aussicht auf den Croajingalong National Park | wat-erleben

Gipsy Point, Genoa Peak, Aussicht auf den Croajingalong National Park | wat-erleben

Das Schild stand an jeder Ecke | wat-erleben

Das Schild stand an jeder Ecke | wat-erleben

Die Landschaft änderte sich beim Roadtrip ständig, von Sydney nach Melbourne | wat-erleben

Die Landschaft änderte sich beim Roadtrip ständig, von Sydney nach Melbourne | wat-erleben

Kein Auto zu sehen, Roadtrip von Sydney nach Melbourne | wat-erleben

Kein Auto zu sehen, Roadtrip von Sydney nach Melbourne | wat-erleben

Frühstückspause bei den Gippsland Lakes, natürlich mit Tim Tams und Kaffee | wat-erleben

Frühstückspause bei den Gippsland Lakes, natürlich mit Tim Tams und Kaffee | wat-erleben

Ohne Worte und so wahr, nicht nur auf der Straße | wat-erleben

Ohne Worte und so wahr, nicht nur auf der Straße | wat-erleben

Bergige Landschaft, von Sydney nach Melbourne | wat-erleben

Bergige Landschaft, von Sydney nach Melbourne | wat-erleben

Toskana? Wieder wechselnde Landschaft | wat-erleben

Toskana? Wieder wechselnde Landschaft | wat-erleben

Unser Campingplatz für die zweite Nacht, Parkplatz mitten im Nirgendwo | wat-erleben

Unser Campingplatz für die zweite Nacht, Parkplatz mitten im Nirgendwo | wat-erleben

Freitagfrüh fuhren wir daher schnell weiter, ganz weit runter in den Süden. Dort gibt es den Wilsons Promontory National Park – ein Traum. Türkisfarbenes Wasser und unendlich lange Strände. Einer davon war ganz besonders. Am Squeaky Beach ist der Name Programm. Wenn man über den Sand läuft, quietscht es durch die Quarzsandkörner, die aneinander reiben und, zumindest las ich das mal, sind ein Indiz für einen besonders reinen und sauberen Sand. Wir dachten erst an eine Touristen-Falle und eine kleine Übertreibung, aber es ist wirklich verrückt, schaut hier (auf den rechten Pfeil beim Bild klicken, dann auf Play):

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Wir sind in Melbourne angekommen🚐. Die Highlights der letzten zwei Tage? Wombats, wieder Kängurus und der Squeaky Beach im Wilsons Promontory National Park (für Video nach links swipen, Ton an).😁Den Blogbeitrag gibt's übrigens morgen.||| We arrived in Melbourne.🚐 Highlights of the last 2 days? Wombats, kangaroos(again) and Squeaky Beach in Wilsons Promotory National Park (swipe left for the video and sound on).😁 The blog post will be online tomorrow. . . . . #watErleben #weltreise #worldtrip #australien #australia #reiseblog #travelblog #reiselust #globetrotter #worldtraveler #reisen #travel #worldtravel #instatravel #backpacking #roadtrip #vanlife #roadtripaustralia #jucyworld #wilsonspromontory

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Fast angekommen im Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Fast angekommen im Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Was für Farben am Norman Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Was für Farben am Norman Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Fast ein bisschen Kanada-Gefühl am Norman Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Fast ein bisschen Kanada-Gefühl am Norman Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Auf dem Weg zum Squeaky Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Auf dem Weg zum Squeaky Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Fast angekommen, am Squeaky Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Fast angekommen, am Squeaky Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Auf der Wanderung dorthin machten wir übrigens Bekanntschaft mit einem weiteren australischem Mitbewohner, dem Wombat. Wirklich süß und Abends sahen wir sogar noch einen, direkt neben unserem Stellplatz. Erst wunderte ich mich, warum so viele Kinder schrieen. Ungefähr 10 Kinderhände patschen den armen Wombat an, den das wiederum nicht wirklich interessierte und der genüsslich weiter mampfte. Naja, gut, ganz eventuell habe ich kurz mit einem Finger das Fell berührt, ganz schön borstig! Bernd meinte später, wenn die Kinder nicht vorgelaufen wären, hätten wir lieber beim Wombat Abstand gehalten…aber so konnte, zumindest uns, ja nichts passieren.

Unser erster Wombat auf dem Weg zum Squeaky Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Unser erster Wombat auf dem Weg zum Squeaky Beach, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Gestern, auf der letzten Etappe des Roadtrips nach Melbourne, hielten wir kurz an einem Wanderpfad an, der weitere Wildtiere von Australien versprach. Bis auf unzählige Kängurus sahen wir jedoch nichts. Das reichte uns jedoch!

Das obligatorische Selfie mit Kängurus, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Das obligatorische Selfie mit Kängurus, Wilsons Promontory National Park | wat-erleben

Sydney nach Melbourne, Roadtrip-Route | wat-erleben

Sydney nach Melbourne, Roadtrip-Route | wat-erleben

Jetzt sind wir in Melbourne, planen gerade unser Festessen für Weihnachten und werden später die Free Walking Tour von Melbourne mitnehmen.