Die letzte Woche war für mich ein Gefühlschaos. Meine Gastkinder und Gasteltern nach so einer langen Zeit wiederzusehen, war super schön und ich hatte dann doch etwas weiche Knie, als ich Jordan auf dem Straßenmarkt von weitem gesehen habe und gar nicht glauben konnte wie groß und erwachsen er geworden ist. Die Begrüßung war anders als erwartet sehr herzlich für einen Teenager 😉 und ich hatte doch das Gefühl, dass er mich wiedererkannt hat (er ist mittlerweile 14 und war damals 3 1/2). Kaili kam kurze Zeit später dann auch noch dazu (sie war damals 1) 🙂 Leider hatten die beiden die Woche über jeden Tag bis 16 Uhr Schule und im Gegensatz zu uns auch sonst noch so einiges vor. Es war trotzdem schön, etwas Zeit mit ihnen verbringen zu können.

Die 9 Tage vergingen einfach wie im Flug und schwups, war schon der Tag gekommen, nachdem es von New City über NYC nach Toronto gehen sollte. Mit einem kleinen Schockmoment ist die Reise gestartet, da der Bus nach NYC einfach nicht kommen wollte und mein Gastvater uns dann noch schnell zu einem anderen Bahnhof fahren musste und wir stattdessen den Zug genommen haben. Es ist dann aber alles gut ausgegangen, wir waren rechtzeitig am Bus-Terminal und konnten uns dann geschmeidige 11 Stunden lang zurücklehnen. Na ok, so war es nicht wirklich, das war nur der Werbetext des Greyhound-Reisebus und unsere naive Vorstellung. Die Wirklichkeit bestand aus andauernden Zwischenstopps, (nein nicht für Pipi-Stopps, sondern um mehr Personen einsteigen zu lassen) und Würgegeräuschen aus der Bustoilette. Außerdem tat unser Rücken schon nach kurzer Zeit weh (wir sind wohl einfach keine 18 mehr…). Naja nun aber genug gemeckert, immerhin war die Fahrt günstig und irgendwann war es dann soweit – wir kamen an der kanadischen Grenze an. Dort hieß es dann noch einmal Sitzfleisch beweisen, denn vor uns waren 4 Reisebusse, die ebenfalls über die Grenze wollten. Für die, die das Vorgehen nicht kennen: Jeder muss samt seines ganzen Gepäcks raus aus dem Bus rein in die Grenzkontrolle, seinen Reisepass vorlegen und ein paar Fragen beantworten…es kann also dauern! Nach ca. 2 Stunden war dann endlich unser Bus an der Reihe, alle raus und alle wieder rein…Fast! Bernd und ich nicht. Wir wurden in einen anderen Raum weiter gewunken, weil wir ein Working Holiday Visum beantragt hatten und anscheinend ist die Ausstellung hingegen der Erfahrungen aus diversen Foren wohl doch nicht so einfach. Da saßen wir also mit ca. 30 anderen Personen, von denen keiner aus unserem Bus war. Unser Busfahrer kam nach kurzer Zeit in das Büro marschiert und schaute sich hektisch um, fand uns dann und wunderte sich ein wenig, warum ausgerechnet die zwei mit dem deutschen Pass Probleme machen (er wusste nichts von unserem Visum und dachte höchstwahrscheinlich, dass wir nur Urlaub in Kanada machen wollten. Wir ließen ihn dann auch lieber in dem Glauben, da wir Stress vermeiden wollten). Er erklärte dann aber kurz und etwas mürrisch dem Grenzbeamten, dass die zwei deutschen in seinem Bus sitzen und er einen straffen Zeitplan hat. Das half anscheinend zumindest ein wenig, so dass der gesamte Bus nur ca. eine halbe Stunde auf uns warten musste. Mit eingetackertem Visum im Reisepass und einer Belehrung, dass wir damit nicht in Strip Clubs arbeiten dürfen, stiegen wir zurück in unseren Bus. Nach weiteren 3 Stunden sind wir dann endlich in Toronto angekommen.

Im Vorhinein waren wir noch begeistert von der Idee, über Nacht zu fahren und somit die Übernachtungskosten zu sparen und den vollen nächsten Tag genießen zu können. Der Tipp wurde auch in diversen Weltreiseblogs beschrieben, um Geld und Zeit zu sparen. Vielleicht liegt es daran, dass wir nicht mehr superjung sind, oder daran dass wir zu verwöhnt sind, oder woran auch immer. Ich sage euch, wir hatten zwar einen vollen ganzen Tag vor uns, der aber voll fürn Arsch war, weil wir total im Arsch waren. Wir sind, nachdem wir unsere Rucksäcke im Airbnb-Apartment abgestellt hatten, noch ein wenig am Kensington Market entlang gelaufen, aber viel los war mit uns nicht mehr. Gegen 17 Uhr haben wir aufgegeben und sind zurück zum Airbnb gelaufen und direkt tot ins Bett gefallen. Die völlige Erschöpfung hat dann auch noch bis zum nächsten Morgen um 10 Uhr angehalten. Dann ging es, bis auf anhaltende Rückenschmerzen, so langsam bergauf und wir konnten Toronto endlich genießen. Gestern ging es zu Fuß von Downtown Toronto über die Harbourfront und dem Lawrence Market zum Destillery District und schließlich bis zum City Centre. Heute sind wir mit der Fähre zu den Toronto Islands gefahren und bekamen Meeres-Feeling und eine super Skyline bei traumhaften Wetter für umsonst 🙂

Morgen war es das dann schon wieder mit Toronto. Es geht mit dem Mietwagen nach Little Britain (ca. 90 Minuten von Toronto entfernt) zu unserem ersten Housesit.

 

6 Kommentare
  1. Klaus Klippert
    Klaus Klippert sagte:

    Hallo Ihr zwei,

    im Strip Club und Bernd an der Stange, laßt uns ein Foto davon zukommen!!!

    Weiterhin viel Spaß Euch beiden
    Klaus

    Antworten

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