Wir befanden uns am vorletzten Tag des Roadtrips, an dem gleichen Ort wie am zweiten Tag, in der Wineglass Bay. Es hat uns hier so gut gefallen, dass wir noch mal den Blick über die Bucht genießen wollten. Dieses Mal direkt unten am Strand und nicht in 450 Meter Höhe, oben auf den Felsen. Den Aussichtspunkt auf halber Strecke ließen wir aus, das Gegröle einer Schulklasse beim Gruppenfoto machen schreckte uns zu sehr ab.  Den Weg zum Strand meisterten wir überraschend einfach, waren es doch 1.000 Stufen die runter führten. Unten angekommen realisierte ich erst, dass wir den kompletten Weg ja wieder zurück mussten. Nicht jeder Ausblick entschädigt für die Mühen.

Es wird schwierig diesen Strand zu toppen, Wineglass Bay, Australien | wat-erleben

Es wird schwierig diesen Strand zu toppen, Wineglass Bay, Australien | wat-erleben

Während der zweiten Tageshälfte fuhren wir zurück in die Hauptstadt Hobart und glücklicherweise durften wir unseren Campervan für die Nacht bei unserer ehemaligen Helpx-Gastgeberin parken. Sie hat uns direkt zum Abendessen eingeladen, welches ihre beiden neuen Helfer, ebenfalls aus Deutschland, für uns zubereiteten. Wir steuerten einen Topf Allerlei aus den übrig gebliebenen Lebensmitteln bei.

Am nächsten Morgen polierten wir den Camper auf Hochglanz und machten ihn bereit für die Rückgabe. Die zurückgelegten 1600 km auf den Straßen Tasmaniens hinterließen ordentlich Dreck. In der Waschstraße kratzten wir die letzten Fliegen von der Motorhaube. Alle Sorgen um den Zustand des Autos waren umsonst, denn bei der Rückgabe des Autos wurde dieses nur halbherzig von der Mitarbeiterin auf Schäden überprüft. Am Anfang der Reise jagte man uns eine Riesenangst bei möglichen kleinen Kratzern ein. Wir verneinten die Frage, ob wir einen Unfall gebaut hätten und damit war die Sache erledigt. Nachdem wir das Fotoprotokoll unterzeichneten, liefen wir zum Flughafen. Das Angebot der Mitarbeiterin, dass sie für uns unterzeichnen würde, damit wir schneller zum Flughafen gelangen, lehnten wir irritiert ab. Genauso irritiert nahmen wir aber das Angebot eines Uber-Fahrers an. Auf halben Weg gabelte er uns auf und bot uns eine frei Fahrt an, da er seine nächsten Gäste abholen müsse. Ungläubig fragten wir dreimal nach, ob er wirklich kein Geld verlange. Wir fragten uns später, warum wir von Grund auf misstrauisch sind?

Tasmanien Roadtrip-Route | wat-erleben

Tasmanien Roadtrip-Route | wat-erleben

Der Flug nach Melbourne verlief unspektakulär, mit 45 Minuten Verspätung. In Melbourne verbrachten wir eh nur eine Nacht in Flughafennähe. Beim Verlassen des Flugzeuges bekamen wir einen Vorgeschmack auf die nächsten drei Tage. Es war brüllend warm, ein Hitzerekord jagt den Nächsten. Unser Zimmer im Apartment besaß lediglich einen Ventilator. Dafür hatte es Nordlage, also Sonnenseite in Down Under, sowie Einfachverglasung. Die versprochene Klimaanlage befand sich im Wohnzimmer, sowas nannte unser Mitbewohner „bending the truth“.

Die gleiche Hitze empfing uns am nächsten Morgen am Ayers Rock. Bei 42 Grad fühlt sich die Luft an, als wenn ich die Tür der Erdsauna öffne. Auf der anderen Seite bekommen wir vom Schwitzen nicht soviel mit, da der Schweiß direkt verdampft. Das nasse Handtuch wird kurz ausgeschüttelt und kann wenig später wieder zusammengefaltet weggelegt werden. Wenigstens bleibt der Kaffee hier warm.

Der Ayers Rock begrüßte uns mit 41 Grad, Uluru | wat-erleben

Der Ayers Rock begrüßte uns mit 41 Grad, Uluru | wat-erleben

Aufgrund der Temperaturen legten wir unsere Ausflüge in die Morgen- und Abendstunden, endlich klingelte der Wecker wieder um 4:15 Uhr.

Den ersten Sonnenaufgang teilten wir uns mit 100 weiteren Personen, Uluru | wat-erleben

Den ersten Sonnenaufgang teilten wir uns mit 100 weiteren Personen, Uluru | wat-erleben

Kurz nach Sonnenaufgang sind alle Reisebusse bereits wieder verschwunden, Uluru | wat-erleben

Kurz nach Sonnenaufgang sind alle Reisebusse bereits wieder verschwunden, Uluru | wat-erleben

Wie gebannt starrten wir auf den Ayers Rock, der Blick nach hinten war aber auch ganz nett, Uluru | wat-erleben

Wie gebannt starrten wir auf den Ayers Rock, der Blick nach hinten war aber auch ganz nett, Uluru | wat-erleben

Schaut ein wenig nach Fototapete aus, Uluru | wat-erleben

Schaut ein wenig nach Fototapete aus, Uluru | wat-erleben

Die ganzen Mühen lohnen sich jedoch wirklich. Es ist schwer in Worte zu fassen wie das Gefühl beim Anblick des Ayers Rock ist. Die komplette Landschaft ist ziemlich karg, flach und überall ist roter Sand. Dann plötzlich steht da dieser riesige Fels. Unfassbar. Besonders Morgens und Abends sieht er unwirklich aus, wenn die Sonne ihn rot färbt. Deswegen besuchten wir ihn zu Sonnenauf- und untergang, mehrmals.

Es führt nur eine Straße zum Ayers Rock, Uluru | wat-erleben

Es führt nur eine Straße zum Ayers Rock, Uluru | wat-erleben

So würde der Fels von Deutschland aus betrachtet ausschauen, Uluru | wat-erleben

So würde der Fels von Deutschland aus betrachtet ausschauen, Uluru | wat-erleben

Der erste von drei Sonnenuntergängen, Uluru | wat-erleben

Der erste von drei Sonnenuntergängen, Uluru | wat-erleben

Während die Sonne untergeht, wechselt die Farbe ins Tiefrot, Uluru | wat-erleben

Während die Sonne untergeht, wechselt die Farbe ins Tiefrot, Uluru | wat-erleben

Eine weitere Felsformation, die Olgas, erkennt man bereits auf der Straße zum Ayers Rock, in weiter Ferne. Die 50 Kilometer Entfernung nahmen wir gar nicht wahr. Erst 45 Minuten auf der eintönigen Straße, lassen einen die Abmessungen erkennen. Die Olgas sind fast genauso schön wie der Ayers Rock, nur nicht so bekannt.

Behind the Scenes, Kata Tutja | wat-erleben

Behind the Scenes, Kata Tutja | wat-erleben

Die Kata Tjutas von der Seite, Uluru | wat-erleben

Die Kata Tjutas von der Seite, Uluru | wat-erleben

Überall nur roter Sand, Uluru | wat-erleben

Überall nur roter Sand, Uluru | wat-erleben

Beim dritten Fotoversuch befand sich der Ayers Rock in der Mitte, Uluru | wat-erleben

Beim dritten Fotoversuch befand sich der Ayers Rock in der Mitte, Uluru | wat-erleben

So anziehend der rote Fels für uns ist, so anziehend sind wir für die vielen kleinen Fliegen. Aufgrund warnender Worte bei Erwähnung des Ayers Rock, deckten wir uns bereits in Tasmanien mit Fliegennetzen für den Kopf ein. Nicht besonders schick, aber äußerst effektiv. Nie waren wir so froh über diese investierten Dollar. Wobei, glücklicher geht schon. Im Mietwagen fanden wir in der Seitentür etwas Kleingeld. Um genau zu sein 5,20 AUD und rein zufällig war die Packung Magnum-Eis im Supermarkt reduziert, sodass wir uns diese gönnten. Da vier Eis zu viel auf einmal waren, bekam unser Garten-und Heilkräuter-Guide eins ab. Das andere wanderte später in unseren Eiskaffee. Unser indischer Uber-Fahrer würde jetzt sagen: „What happens, happens!“.

Yoga bei Sonnenaufgang hielt uns fit, man spürt förmlich die Energie des Felsens, Uluru | wat-erleben

Yoga bei Sonnenaufgang hielt uns fit, man spürt förmlich die Energie des Felsens, Uluru | wat-erleben

Check - Test bestanden, Uluru | wat-erleben

Check – Test bestanden, Uluru | wat-erleben

Bei einer geführten Tour durch den Busch erfuhren wir, dass die Bäume erst auseinander gehen, wenn sie auf Wasser stoßen, diese bohren seit 30 Jahren nach Wasser, Uluru | wat-erleben

Bei einer geführten Tour durch den Busch erfuhren wir, dass die Bäume erst auseinander gehen, wenn sie auf Wasser stoßen, diese bohren seit 30 Jahren nach Wasser, Uluru | wat-erleben

Am letzten Tag in der Wüste schliefen wir aus. Um 07:30 Uhr klingelte der Wecker und wir flogen zurück nach Melbourne. Weitere acht Stunden später ging es nach Christchurch. Völlig übermüdet, trafen wir um 7:00 Uhr morgens bei unserem Airbnb ein, wir durften direkt einchecken. Uns empfing das wohl bequemste Bett der gesamten Reise. Der „Topper“ bestand aus weichen Bambusfasern.

Ausgeruht trafen wir am Nachmittag Chris aus Deutschland. Er hatte uns auf Instagram angeschrieben, ob wir nicht Lust auf Kaffee und Kuchen hätten – da sind wir sofort dabei. Seit zwei Jahren reist er mit seiner Freundin um die Welt und füllt derzeit die Reisekasse in Christchurch auf. Die Zeit verging rasend schnell, was auch daran lag, dass die Geschichten von seinem Leben hinter der Hotelrezeption unfassbar und lustig sind.

Unfassbar ist es auch, dass wir in zwei Tagen unseren nächsten Campervan abholen und für zwei Wochen die Südinsel von Neuseeland erkunden. Mal schauen, welche Geschichten wir danach erzählen können.

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