Insgesamt verbrachten wir 10 Tage auf Bruny Island und ich erinnere mich an mehr „deutsches“ Essen, als in der Heimat. Unsere Gastgeber gaben in der Küche einfach alles. Von Bratwürsten, über Sauerkraut, bis hin zur Stelze/Schweinshaxe – Kaffee wurde aus dem Wiener Sacher Hotel-Tassen serviert. Außerdem konnte Bernd, abseits vom selbstgebackenem Brot, mit Buchweizen-Pfannekuchen und Herrencreme einen raus hauen.

Kurz vor unserer Abfahrt hieß es, dass wir deutschen Helfer ziemlich gefährlich wären. Soviel Essen gäbe es für die beiden alleine nie, so sagten sie und wenn wir fahren, gäbe es erst einmal eine wochenlange Diät, um sich von den vielen Leckereien zu erholen.

Neben viel Essen und arbeitsreichen Tagen mit Unkraut jäten und Holz hacken, genossen wir zwei freie Tage. Am ersten Tag ging es mit dem Zweitwagen, einem verbeulten, aber dennoch sehr verlässlichem, Toyota Landcruiser zur Cloudy Bay und zum Leuchtturm. An der unteren Spitze von Bruny Island gelegen, kommt danach nur noch die Antarktis.

Wie unser Helpx-Gastgeber sagen würde- Holz schlichten - Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Wie unser Helpx-Gastgeber sagen würde- Holz schlichten – Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Bei der Arbeit, ja nicht den Tannenbaum vergessen, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Bei der Arbeit, ja nicht den Tannenbaum vergessen, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Cloudy Bay am Leuchtturm, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Cloudy Bay am Leuchtturm, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Am darauffolgenden Tag liefen wir, auf Tipp unseres Gastgebers, einen Berg neben dem Grundstück hoch. Die menschenleere Aussicht war toll, auch wenn die andauernden Waldbrände einen negativen Beigeschmack geben, natürlich nicht nur was die etwas nebelige Aussicht betrifft.

Ein Bett im Kornfeld...Laufen im Nirgendwo, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Ein Bett im Kornfeld…Laufen im Nirgendwo, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Kurz vor Ende unseres Helpx, wurden wir mit auf einen Geburtstag eines schweizer Freundes genommen – „Wir bringen dann aber Laura und Bernd mit“. Der Freund lebt bereits Jahre auf der Insel und besitzt zudem eine Blaubeer-Farm. Mit vier großen Tupperdosen voller frischgepflückter, leuchtend blauer und vor allem süßer Beeren, fuhren wir zu seinem eigentlichem Grundstück, direkt am Meer. Das war vor allem praktisch, weil wir noch Austern holen wollten. Holen wollten im Sinne von: mit dem Kleinwagen (kein 4W!) einen Weg durch den Busch geschlagen und anschließend die Austern am Meer von den Felswänden mit Hammer und Meißel abgeklopft. Am Folgetag hieß es essen – Mittags Roh mit Zitrone (nicht so ganz mein Geschmack, schmeckt eher nur nach Salzwasser), Abends frittiert (super!).

So fängt man Austern, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

So fängt man Austern, Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Montag hieß es Abschied nehmen, oder wie unser österreichischer Gastgeber sagte „Baba“. Zum Abschluss gab es ein verdammt nettes Andenken, ein von ihm selbstgewerkeltes Holzschneidebrett, mit der Form eines Wallabys.

How to survive a roadtrip (siehe Buch), Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

How to survive a roadtrip (siehe Buch), Bruny Island, Tasmanien | wat-erleben

Zurück in Hobart verbrachten wir die Nacht vor Start unseres Roadtrips bei unserem ersten Helpx-Gastgeber im Airbnb-Zimmer.

Kakadu auf dem Balkon in Hobart, Tasmanien | wat-erleben

Kakadu auf dem Balkon in Hobart, Tasmanien | wat-erleben

Am nächsten Morgen brachte uns ihr Sohn, der praktischerweise in der Nähe vom Flughafen lebt, zu unserem Autovermieter. Den eigentlichen Start unseres Roadtrips würde ich jedoch nicht beim Apollo-Verleih ansehen. Der war später, als die gute Laune zurück war. Bei Apollo verstehen die Mitarbeiter etwas davon, ihren Kunden Angst und ein schlechtes Gewissen vor der Abfahrt zu machen. Nun ja, vielleicht fühlte es sich für uns nur so an, schließt man eine andere Versicherung, abseits der angepriesenen „super duper nur unsere Versicherung erspart ihnen Kosten von 10.000 und mehr“ ab, hat man verloren. Insgesamt verbrachten wir knapp 1,5 Stunden dort, bis auch jeder kleinste Flecken auf einem weißen Campervan dokumentiert wurde, Genauigkeit muss sein? Bei Jucy hatten wir einen besseren Eindruck, hoffen wir mal, dass alles gut wird.

Mit etwas komischem Gefühl im Bauch und einem großen Einkauf später, ging es los. Erster Stopp war die Lavendel-Farm in Port Arthur. Neben zahlreichen Lavendel-Sträuchern und ein wenig Geschichte, gönnten wir uns ein Lavendel-Eis und zogen weiter.

Lavendel-Farm in Port Arthur, Tasmanien | wat-erleben

Lavendel-Farm in Port Arthur, Tasmanien | wat-erleben

Ein gestelltes Instagram-Food-Porn-Bild darf auch mal sein, Lavendel-Eis, Port Arthur,Tasmanien | wat-erleben

Ein gestelltes Instagram-Food-Porn-Bild darf auch mal sein, Lavendel-Eis, Port Arthur,Tasmanien | wat-erleben

Tasman Arch, Devils Kitchen und Tessellated Pavement waren danach zu bestaunen. Vor Sonnenuntergang änderten wir spontan unseren Plan für den Stellplatz der Nacht und fuhren zur Tauschschule, bei der wir tauchen wollten. Tatsächlich gab es gegen wenig Geld einen Stellplatz mit Strom, Duschen und Küche – sehr gut.

Tessellated Pavement, was die Natur alles drauf hat, Tasmanien | wat-erleben

Tessellated Pavement, was die Natur alles drauf hat, Tasmanien | wat-erleben

Tasman Arch, Tasman Peninsula, Tasmanien | wat-erleben

Tasman Arch, Tasman Peninsula, Tasmanien | wat-erleben

Am nächsten Tag wurden wir mit dem Boot rausgefahren, zwei Tauchgänge mit Guide waren gebucht. Komisch war es schon, wieder einen 7mm Neopren zu tragen, der einen an die Zeiten in Deutschland erinnerte. Zum Glück war die Sicht besser! Zu sehen gab es bei weitem nicht so viel wie in Mexiko oder Hawaii, dafür waren absolute Highlights Robben, ein australischer Schwellhai und ein Höhlentauchgang.

Hai beim Tauchgang im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Hai beim Tauchgang im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Unser Tauch-Guide spielt mit der Robbe, Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Unser Tauch-Guide spielt mit der Robbe, Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Höhlentauchen im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Höhlentauchen im Eagle Hawk Neck, Tasmanien | wat-erleben

Als wir am Nachmittag zurück kamen, fuhren Bernd und ich mit dem Auto immer der Ostküste entlang. Spät am Zielpunkt angekommen, hatte der im Internet angepriesene und kostenlose Friendly Beach keinen Stellplatz mehr.  Zum Glück schafften wir es gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit (in Australien sollte man dann aufgrund der vielen Wildtiere lieber nicht mehr fahren) zu einem anderen kleinen Stellplatz.

Heute klingelte der Wecker pünktlich vor Sonnenaufgang, denn wir wollten wandern und das möglichst ohne australische Mittagssonne und vielen Leuten. Es sollte sich auszahlen. Pünktlich gegen 9 Uhr waren wir auf dem Mount Amos, alleine. Ein Berg im Freycinet Nationalpark, der eine 360 Grad Panoramasicht auf u.a. die Wineglass Bay und Coles Bay bietet. Die Kletterpartie beim Auf- und Abstieg war es definitiv wert, einfach traumhaft.

Wanderung auf den Mount Amos, da gings hoch, Tasmanien | wat-erleben

Wanderung auf den Mount Amos, da gings hoch, Tasmanien | wat-erleben

Mount Amos mit Händen und Füßen, Tasmanien | wat-erleben

Mount Amos mit Händen und Füßen, Tasmanien | wat-erleben

Endlich mal ein Nichtgestelltes Bild, die Aussicht auf dem Mount Amos, Tasmanien | wat-erleben

Endlich mal ein Nichtgestelltes Bild, die Aussicht auf dem Mount Amos, Tasmanien | wat-erleben

Jetzt sitze ich hier gerade in meinem Campingstuhl und schreibe den Blogbeitrag vor, mit der Hoffnung morgen beim Livenehmen irgendwo Internet zu haben. Wir sind nach der Wanderung des Mount Amos über Bicheno bis zur Binalong Bay, Bay of Fire gefahren (ganz oben im Nordosten) und genießen, mal wieder, einen kostenlosen Standplatz direkt am Meer.

Traumhafter Strand mit Lagunen in Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Traumhafter Strand mit Lagunen in Scamander, Tasmanien | wat-erleben

Ausblick vom Stellplatz, könnte schlechter sein, Jeanneret Beach, Tasmanien | wat-erleben

Ausblick vom Stellplatz, könnte schlechter sein, Jeanneret Beach, Tasmanien | wat-erleben

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