Freitag verließen wir das eher fragwürdige „Partyhostel“ in San Pedro am Lago Atitlan und machten uns mit einem Shuttle auf nach Antigua. Die Kleinstadt mit ca. 35.000 Einwohnern liegt im Hochland Guatemalas (auf ca. 1500 Meter) und war früher für einige Zeit die Hauptstadt spanischer Kolonien. Außerdem liegen einige Vulkane in Sichtweite. Insgesamt hat Guatemala laut meiner Spanischlehrerin 37 Vulkane. Das mussten wir an unseren letzten Tagen in Guatemala ausnutzen. Für Samstag bis Sonntag buchten wir eine Tour über das Tropicana Hostel auf den Acatenango-Vulkan, welches uns einen Guide, Verpflegung und bereits aufgebaute Zelte am Basecamp versprach.

Daher ging es für uns am Samstag Morgen zum Hostel, wo wir uns Handschuhe, Mütze und eine warme Jacke ausliehen und schließlich erfuhren, dass zwei andere Personen, die die Tour ebenfalls gebucht hatten, nicht mitkommen würden. Somit saßen wir alleine im Minivan, der uns zu einem ca. eine Stunde entfernten Ausgangspunkt der Wanderung fuhr. Dort angekommen lernten wir Oswaldo, unseren Guide, kennen, der aus dem Nachbarort kam und so gut wie kein Englisch sprach. Super also, um Spanisch zu üben, der Rest wurde in Zeichensprache gelöst. Während der Wanderung erfuhren wir u.a. dass er 32 Jahre alt ist, eine Frau und zwei Kinder hat und sie unterstützt, in dem er bereits seit drei Jahren stolze vier Mal die Woche den Berg hoch und runter läuft, um uns Touristen glücklich zu machen. Dazu muss man sagen, dass wir auch wirklich viel Zeit zum Reden hatten. Es kostete uns 4 1/2 Stunden, um 1.500 Höhenmeter zu überwältigen und im Basecamp, welches auf 3.750 Meter liegt, anzukommen. Unser Guide war kaum verschwitzt, was wohl nicht an seiner Wanderausrüstung lag. Lediglich mit Minirucksack, Jeans, Slippern und Müllbeutel als Regenschutz ausgestattet, sahen wir dagegen mit regensicherer Jacke und Wanderschuhen professionell aus, ohne es zu sein.

Der Ausblick zu Beginn unserer Wanderung, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Der Ausblick zu Beginn unserer Wanderung, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Auf der Wanderung gab es je nach Höhe unterschiedliche Vegetationen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Auf der Wanderung gab es je nach Höhe unterschiedliche Vegetationen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Schwarze Asche und ein bisschen Regen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Schwarze Asche und ein bisschen Regen, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Das Gefühl, oben anzukommen, war unbeschreiblich. Anfangs noch mit vielen Wolken bedeckt, klarte es plötzlich auf und wir hatten den direkten Blick auf den noch aktiven Vulkan Fuego. Der letzte schwere Ausbruch war am 03. Juni 2018, bei dem über 100 Personen starben, viele Gebäude zerstört und Menschen evakuiert werden mussten, da die Lava in die Dörfer floss. Eine traurige Geschichte, zugleich fasziniert der Vulkan. Erst hörten wir nur Zischen und Knallen und sahen Rauchwolken. Als es dunkel wurde und die Wolken es immer noch gut mit uns meinten, saßen wir nicht nur das erste Mal auf einem Vulkan, sondern hatten auch eine direkte Aussicht auf den ausbrechenden Fuego mit Lava und allem drum und dran. Wenn der Vulkan ausbricht, hört man erst ein Fauchen, was sich ein bisschen nach kämpfenden Katzen anhört und dann kommt ein Geräusch, was nach einem Flugzeug klingt, welches direkt über einen herfliegt. Mal blubbert es da oben nur, mal läuft die Lava den Vulkan herunter. Leider wurde die Stimmung etwas getrübt, da Bernd wieder mal Magenprobleme hatte und mir ging es auch nicht super gut. Ob es am Essen, an der Höhe oder der Anstrengung lag, wissen wir nicht. Die Nacht über konnten wir nur wenig Schlaf im Zelt finden, Bernd musste schließlich noch die Plastiktüte seiner Schuhe zweckentfremden und dann war es vorbei mit der Nacht. Eigentlich war um 4 Uhr morgens geplant, mit unserem Guide Oswaldo noch einmal 200 Meter höher zu laufen, um einen Sonnenaufgang von der Spitze des Acatenangos beobachten zu können. Die Hälfte des Weges schafften wir, dann gaben wir auf. Mit Schweißausbrüchen und Atemproblemen ging nichts mehr, es ging zurück zum Basecamp. Dort fühlten wir uns schlagartig besser. Es sollte wohl einfach nicht sein und wir hatten schon Glück genug mit unserer Aussicht. Denn Oswaldo erzählte uns, dass die vorherigen Gruppen die gesamte letzte Woche nichts außer Wolken sahen.

Glücklich am Basecamp angekommen, zusammen mit unserem Guide Oswaldo, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Glücklich am Basecamp angekommen, zusammen mit unserem Guide Oswaldo, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Unser Basecamp, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Unser Basecamp, Vulkan Acatenango | wat-erleben

Anfangs war die Sicht auf den Vulkan Fuego noch schlecht, aber immerhin schon sichtbar | wat-erleben

Anfangs war die Sicht auf den Vulkan Fuego noch schlecht, aber immerhin schon sichtbar | wat-erleben

Tagsüber konnten wir die Eruption nur hören und anhand des Rauchs erkennen | wat-erleben

Tagsüber konnten wir die Eruption nur hören und anhand des Rauchs erkennen | wat-erleben

Blick vom Vulkan Acatenango auf den Fuego, unsere Anziehsachen stanken nach dem Lagerfeuer erbärmlich :O | wat-erleben

Blick vom Vulkan Acatenango auf den Fuego, unsere Anziehsachen stanken nach dem Lagerfeuer erbärmlich :O | wat-erleben

Der Vulkan Fuego nach Sonnenuntergang | wat-erleben

Der Vulkan Fuego nach Sonnenuntergang | wat-erleben

Wir saßen die restliche Nacht vor dem Lagerfeuer und beobachteten den Himmel dabei, langsam hell zu werden. Schließlich hatten wir eine Wahnsinnsaussicht auf alle umliegenden Dörfer und konnten nicht nur den knapp 45 km entfernten Lago Atitlan sehen, sondern auch die Küstenlinie, die rund 62 km entfernt liegt. Nach einem magenschonenenden Kamillentee traten wir zu dritt den Rückweg an, den wir knapp zwei Stunden schneller bewältigten, als den Hinweg. Allerdings war er sehr sehr steil und da wurde uns noch einmal bewusst, dass wir wirklich stolz auf uns sein können. Einen Tag vorher waren wir schließlich den gleichen Weg hochgestiegen. Unten angekommen zauberten eine große Verabschiedungs-Umarmung und Trinkgeld ein Riesen-Lachen auf Oswaldos Gesicht und wir machten uns mit unserem Fahrer auf den Rückweg.

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen2 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen1 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen3 | wat-erleben

Der Vulkan Fuego am frühen Morgen2 | wat-erleben

Natürlich durfte auch Minka bei der Wanderung des Acatenangos nicht fehlen | wat-erleben

Natürlich durfte auch die hässliche Katze Minka bei der Wanderung des Acatenangos nicht fehlen | wat-erleben

Die Panoramasicht am frühen Morgen vom Vulkan Acatenango | wat-erleben

Die Panoramasicht am frühen Morgen vom Vulkan Acatenango | wat-erleben

Frühstücken bei Sonnenaufgang auf dem Acatenango | wat-erleben

Frühstücken bei Sonnenaufgang auf dem Acatenango | wat-erleben

Völlig fertig, aber glücklich beim Zieleinlauf | wat-erleben

Völlig fertig, aber glücklich beim Zieleinlauf | wat-erleben

Abends gingen wir früh ins Bett, denn Montag gab es wieder einen straffen Zeitplan. Erst besuchten wir die Kaffeefarm Finca Filadelfia, die seit 140 Jahren privat betrieben wird und eine sehr große Fläche ihr Eigen nennt. Wie nach knapp drei Jahren aus einer kleinen Kaffeebohne ein Strauch wird, der die roten „Kaffeebeeren“ trägt, die dann per Hand gepflückt werden, ist faszinierend. Anschließend kommen Maschinen zum Einsatz, die die Bohne aus der Beere quetschen, wässern und nach einem längeren Trocknungsprozess schließlich rösten. In dem Gebäude roch es natürlich am Besten. Nach einem schnellen Schluck Espresso, von dem mir noch einige Stunden später die Hand zitterte, ging es schnell weiter zu einer Tankstelle im Nachbardorf. Dies war der Treffpunkt für unser ResiRest-Essen bei einer guatemaltekischen Familie.

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze zu Anfang aus | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze zu Anfang aus | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze nach drei Jahren aus, Erntezeit fängt im November an | wat-erleben

Die Kaffeefarm Finca Filadelfia in Antigua, so sieht die Kaffeepflanze nach drei Jahren aus, Erntezeit fängt im November an | wat-erleben

Von der Plattform ResiRest, die aus den Niederlanden stammt, erfuhren wir nur durch Zufall, denn über Google landeten wir, auf der Suche nach lokalem Essen, auf der Website. Dabei sollen Locals und Touristen über das Essen miteinander verbunden werden, dafür zahlt man einen Betrag per Kreditkarte an die Plattform (in unserem Fall 6,50€ pro Person), der der Familie zu Gute kommen soll. Wie viel die Familien von der bezahlten Summe genau erhalten, wissen wir jedoch nicht. So funktioniert das Ganze: Ihr downloaded die App und könnt dort das Land (zurzeit 27), den Ort, das Datum (Mittags oder Abends) und die Anzahl der Gäste angeben. Danach wählt ihr die Familie aus (ihr erfahrt auch einige Infos zur Familie), wir waren bei Carolina in Antigua und zum Abschluss habt ihr noch die Qual der Wahl, aus verschiedenen Gerichten eins auszuwählen. Praktisch ist, dass die Inhaltsstoffe immer mit aufgelistet sind, Bernd verträgt ja keine Chilischoten.

Wir wurden also am Treffpunkt von Iris und ihrem Bruder, den Kindern von Carolina, abgeholt und zu ihrem Haus gebracht. Die Familie lebt für unsere Verhältnisse eher einfach, jedoch glücklich und mit einem Garten, der die komplette Familie sowohl mit Gemüse und Obst als auch mit Fleisch versorgt. Als Gericht suchten wir uns im Vorhinein Pacaya Envueltas en Huevo aus (Papaya Palme in einem frititerten Teigmantel mit Tomatensauce), so dass wir direkt in der Küche Platz nehmen durften und uns das Essen serviert wurde. Wir konnten so leider nicht sehen wie das Essen zubereitet wurde, dafür sprachen wir über die Zubereitung und aßen mit der ganzen Familie zusammen. Es war ein super Erlebnis und natürlich ein super leckeres. Das, was ResiRest verspricht, wurde bestätigt. Wir bekamen nicht nur ein lokales Essen vorgesetzt, sondern sprachen mit der Familie über Kultur, Essen und spielten sogar noch ein paar Spiele zusammen. Im Anschluss zeigten uns Carolina und Iris noch den Stolz der Familie, den Garten. Von Avocado-Bäumen, über Kräuter bis hin zu exotischen Früchten war alles dabei. Schließlich verabschiedeten wir uns nach guten zwei Stunden von der Familie und machten uns zu Fuß auf den Rückweg zum Hostel, wo wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten von Antigua anschauten. Wir werden die Plattform definitiv wieder ausprobieren. Leider gibt es bei unserem nächsten Stopp Argentinien noch keine Familien, aber wir besuchen ja noch weitere Länder ;).

Essen bei der Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Essen bei der Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Familie von Carolina in Antigua mit ResiRest | wat-erleben

Die Innenstadt von Antigua,Arco de Santa Catalina | wat-erleben

Die Innenstadt von Antigua,Arco de Santa Catalina | wat-erleben

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im Hostel, denn Abends um 19 Uhr sollte uns unser Shuttle nach Guatemala Stadt zum Flughafen abholen. Dank unserer Dorm-Mitbewohnerin, die uns  kurz vor Abfahrt des Shuttles fragte, ob der Flughafen denn auch 24 Stunden auf sei, mussten wir nicht draußen schlafen. Eigentlich war geplant, dass wir die Nacht im Flughafen schlafen, um uns ein Hotelzimmer zu sparen. Die Cafes im Flughafen sind zwar durchgehend geöffnet, allerdings verlassen die Angestellten das Gebäude, die Security ebenfalls. Das war uns dann doch etwas zu heikel, so dass wir Last-Minute ein Hotelzimmer in Flughafennähe buchten. Nach einer kurzen Nacht mussten wir dann um 3 Uhr morgens per SMS erfahren, dass unser Flug sich lediglich sieben Stunden verspäten wird, da das Flugzeug gewartet wird. Zum Flughafen mussten wir trotzdem, denn wir buchten einen Flug mit Zwischenstopp in Houston, Texas. Da der Anschlussflug nach New York zwei Stunden später angesetzt war, konnten wir das aufgrund der Verspätung auf keinen Fall schaffen. Nach guten 1 1/2 Stunden Wartezeit am Flughafen wurde unser Anschlussflug auf 18 Uhr verschoben und wir versuchten den Tag am Flughafen umzubekommen. Insgesamt waren es schließlich acht Stunden, als wir endlich von Guatemala aus abhoben und nach Houston flogen. Dort angekommen, ließen wir uns extra etwas Zeit, da uns klar war, den Flug nicht mehr zu schaffen und wir auch keine Lust hatten, mitten in der Nacht in NYC anzukommen. Denn wir wollten eigentlich direkt zu meinen Gasteltern, aber um diese Uhrzeit fährt kein Bus mehr. Nachdem wir unser Gepäck abholten und die Immigration keine Probleme machte, liefen wir schließlich zum Schalter der United Airlines. Dort teilte uns die freundliche Frau zuerst mit, dass es auch noch einen Flug um 19 Uhr gäbe, was bedeutet hätte, das wir noch später Nachts in NYC angekommen wären. Ich schlug als Alternative den ersten Flug morgens vor. Das wäre kein Problem, meinte die Dame hinter dem Schalter. Als ich dann jedoch nach einer kostenlosen Übernachtung in Houston fragte, musste sie erst einmal ihre Kollegin fragen. Von der kam direkt die Antwort: „They are still smiling, give them whatever they want“. Somit bekamen wir auch fast alles, was möglich war: Vouchers in Höhe von 60 USD, mit dem wir einen Riesen Ribeye-Steak im hoteleigenen Restaurant aßen und ein Hotelzimmer mit einem gemütlichen Bett, einer richtigen Bettdecke und einer Dusche, die sogar trotz Warmwasser noch genügend Druck erzeugt.

Nach acht Stunden Verspätung gab es im Hotel in Houston, Texas erst einmal ein Rib Eye Steak | wat-erleben

Nach acht Stunden Verspätung gab es im Hotel in Houston, Texas erst einmal ein Rib Eye Steak | wat-erleben

Halbwegs ausgeschlafen ging es dann am nächsten Morgen um 5 Uhr mit dem Shuttle zum Flughafen. Dieses Mal war unser Flug pünktlich und so waren wir gegen Mittag in NYC und am Nachmittag bei meiner Gastfamilie angekommen.

Willkommen in New York, we are back | wat-erleben| wat-erleben

Willkommen in New York, we are back | wat-erleben| wat-erleben

Wir bekamen gar nicht mit, dass es plötzlich Herbst geworden ist. Die Bäume haben wunderschöne Farben, die Luft ist zwar kalt, aber fühlt sich endlich wieder sauber an und das Wetter begrüßt uns mit blauem Himmel und Sonnenschein. Ich fühle mich, als ob ich nach über 4 1/2 Monaten Reise wieder Zuhause bin. Jetzt entspannen wir erst mal in frisch gewaschenen Sachen (der Geruch ist der Hammer!), genießen die warme Dusche, den Luxus, alles zu verstehen und Essen, an das unser Magen gewöhnt ist. Außerdem werden wir die nächsten Tage unseren Argentinientrip planen. Am Sonntag Abend geht es nämlich von NYC nach Buenos Aires.

Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, Indian Summer in New City, NY : wat-erleben

Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, Indian Summer in New City, NY : wat-erleben

Ich übernehme heute ausnahmsweise den Blogbeitrag, um Laura etwas Arbeit abzunehmen. Da Laura die komplette Woche bis zum Hals im Spanischunterricht steckte, kam sie nicht dazu ihr Buch weiter zu lesen. Dieses Wissens-Buch schleppt sie schon seit unserem Reisebeginn im Mai mit sich rum. Immerhin stolze 1 kg. Es soll nun endlich durchgelesen werden und dann kommt es in irgendeine Tauschbörse des Hostels. Als wenn Spanisch lernen nicht aufregend genug wäre, fing sie sich auch einen Parasiten ein, welcher die Kontrolle über ihren Magen-Darm-Trakt übernahm. Wir machten also die Bekanntschaft mit einer guatemaltekischen Ärztin, die zum Glück genau gegenüber wohnte und ein wenig Englisch sprach. Nach einer kurzen Diagnose bekamen wir zwei Pillen aus der Apotheke und einen Tag später war alles wieder in Ordnung. Sie warnte uns vor den Essensständen am Straßenrand. So vorgewarnt konnten wir den ganzen Ständen in „Chichi“ (Chichicastenango) widerstehen, als wir den größten Wochenmarkt Mittelamerikas besuchten. Alle möglichen Händler bieten hier ihre Waren an. Etwas komisch sieht es schon aus, wenn man an den „Frischetheken“ vorbei läuft. Die Wärmekette wird hier auf jeden Fall eingehalten.

Alte Schulbusse aus den USA mit LKW Motor - Chicken Bus in Chichi | wat-erleben

Alte Schulbusse aus den USA mit LKW Motor – Chicken Bus in Chichi | wat-erleben

Mercado Chichi | wat-erleben

Mercado Chichi | wat-erleben

Die Friedhofsgräber von Xela | wat-erleben

Die Friedhofsgräber von Xela | wat-erleben

Am Dienstag durften wir uns von Xela verabschieden. Außer gutem Spanischunterricht bietet die Stadt keine Abwechslung. Umso mehr waren wir auf den See Atitlan gespannt. Jeder, den wir vorher fragten, was man in Guatemala gesehen haben muss, hat von diesem See geredet. Uns wurde nicht zu viel versprochen. Der See liegt eingebettet zwischen Vulkanen. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir in Santa Cruz, einem sehr ruhigen Ort. Unser Hostel war auch gleichzeitig der Ausgangspunkt für unsere beiden Tauchgänge.Wir nutzten natürlich die Chance, in einem der höchsten Bergseen zu tauchen. Die Sicht hielt sich zwar in Grenzen, dafür konnten wir unter anderem die Terrasse eines Hotels betauchen. Die Eigentümer rechneten wohl nicht damit, dass der See gerne mal seinen Wasserstand ändert. So liegt also die gesamte Terrasse samt Poolbar unter dem Wasser. Das zweite Highlight waren die warmen Steinwände des Vulkankraters, welche den See erwärmen. Dass die Erde hier noch brodelt, konnten wir im wahrsten Sinne fühlen. Zum Glück hatten wir keine Schwierigkeiten mit dem Tauchen bei dieser Höhe (1.562 m über dem Meeresspiegel).

Casa del Mundo II, Lake Atitlan | wat-erleben

Casa del Mundo II, Lake Atitlan | wat-erleben

Casa del Mundo, Lake Atitlan | wat-erleben

Casa del Mundo, Lake Atitlan | wat-erleben

Das versunkene Hotel, Lake Atitlan | wat-erleben

Das versunkene Hotel, Lake Atitlan | wat-erleben

Tauchen im Vulkankrater, Lake Atitlan | wat-erleben

Tauchen im Vulkankrater, Lake Atitlan | wat-erleben

Unsere nächsten Reiseziele sind auch konkreter geworden. Wir fliegen nach Buenos Aires, Argentinien. Halt Stopp, bevor wir dorthin fliegen, sind wir noch fünf Nächte in New York. Warum New York? Schließlich verbrachten wir hier schon die ersten drei Wochen unserer Reise. Ganz einfach, die Flüge waren wesentlich günstiger, als wenn man direkt nach Südamerika fliegen würde. Verrückt, aber da müssen wir jetzt durch, sowas blödes.
Heute sind wir mit dem Boot nach San Pedro gefahren, hier geht es etwas touristischer zu. Wie es hier war und wie es uns bei der Vulkanbesteigung in Antigua ergangen ist (diesen Samstag-Sonntag), wird Laura nächste Woche schreiben. Jetzt muss ich mein Talent beim Billardturnier unter Beweis stellen. Wir haben uns ein „Partyhostel“ ausgesucht und heute steht Billard auf dem Programm.

Blick vom Hostel La Iguana Perpida, Lake Atitlan | wat-erleben

Blick vom Hostel La Iguana Perpida – wo wir die letzten drei Tage verbracht haben, Lake Atitlan | wat-erleben

Nachtrag: Ich bin schon wieder vom Poolbillard zurück, bevor der Beitrag online geht. Warum keiner gegen Ernesto spielen wollte und warum er Schweißperlen auf der Stirne hatte als es knapp wurde, kam mir erst nach meiner Niederlage in den Sinn. Er möchte den vierten Turniersieg in Folge holen, ich habe ihn vergeblich, wenn auch knapp, daran hindern können.

An unserem letzten Tag in Mexiko schöpften wir noch mal aus dem Vollen und betätigten uns als Tourguides. Kevin, der Belgier, ein Klassenkamerad von Laura während ihres Spanischunterrichts in Tulum, reiste an diesem Tag an. Wir, als alte Hasen in San Cristobal, zeigten ihm die Stadt. Gestartet sind wir mit lokalen Köstlichkeiten, den Gehirn-, Wangen- und Augentacos. Gehirn schmeckt eigentlich gut, wäre da nicht diese komische breiige Konsistenz. Die Wange schmeckt hervorragend und Augen schmecken wie grobe Bratwurst, soviel dazu. Weiter ging es von Bar zu Bar. Wir probierten die Empfehlung anderer Reisenden aus – den „Astronaut Shot“. Ein Mezqual mit einer Limette, wobei die Limette von einer Seite in Zucker und von der anderen Seite in Kaffeepulver getaucht wird. Also runter mit dem Schnaps und in die Limette beißen. Es schmeckt wirklich gut, genau das Richtige nach den ganzen exotischen Leckereien.

Die Housesitting-Gang, San Cristobal | wat-erleben

Die Housesitting-Gang, San Cristobal | wat-erleben

Eine normale Speisekarte, San-Cristobal | wat-erleben

Eine normale Speisekarte, San-Cristobal | wat-erleben

Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

Diese Tasse macht wach – Kaffee aus Chiapas, San-Cristobal | wat-erleben

 

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Von Kneipe zu Kneipe, San Cristobal | wat-erleben

Am nächsten Morgen sollte der Wecker um 6:00 Uhr klingeln. Wir waren bereits um 5:00 Uhr wach, anscheinend vertrugen wir beide die Kombination aus mexikanischem Essen und den Getränken nicht allzu gut. An Schlafen war nicht mehr zu denken, geschweige denn an eine 8-stündige Fahrt im Minivan. Erst eine gut platzierte Vomex brachte den Durchbruch – bei Laura. Ihre Augenlider wurden schwer, dafür verschwand die Übelkeit. Zwei Stunden später waren wir bereit für unsere Reise nach Guatemala. Um 7:55 Uhr stand ich an der Straße um den Shuttle, der für 8:00 Uhr bestellt war, abzufangen. Wir waren wohl ein wenig verwöhnt von den mexikanischen Bussen, die auch nach einer 15-stündigen Fahrt auf die Minute pünktlich ankommen. Unser Shuttle erreichte uns um 9:00 Uhr. Dafür waren wir auch die Letzten die einstiegen, natürlich mit den besten Sitzplätzen. Es passen tatsächlich 15 Personen in einen Toyota-Kleintransporter. Laura saß etwas benommen vorne, ich eingequetscht in der letzten Reihe. Was sind schon 8 Stunden Autofahrt? Habe ich euch schon von den Geschwindigkeitsbegrenzern auf der Straße erzählt? Alle 200 m ein kleiner Buckel, der das Auto nach oben katapultiert. Ich erinnerte mich an das Rodeo in Kanada und dachte die ganze Zeit an: „let op! drempels“.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Grenzübergang. Auf der mexikanischen Seite mussten wir uns im Immigration Office einen Ausreisestempel besorgen. Wenn man nach „Grenzübergang Mexiko“ googelt, landet man schnell in allen möglichen Foren, wo darauf hingewiesen wird, dass sich die Grenzbeamten gerne etwas dazuverdienen. Wir, besser gesagt Laura, waren also vorbereitet. Wer mit dem Flugzeug in Mexiko einreist, der hat die mexikanische Touristensteuer bereits bezahlt, da die Airline diese im Flugticket bepreist. Wer über Land einreist, bezahlt diese, nach mehr als sieben Tagen Aufenthalt, bei einer Bank seiner Wahl. Niemals aber direkt an der Grenze. Traut der Staat etwa seinen eigenen Beamten nicht? Wir warteten bis wir an der Reihe sind und Runde 1 wurde eingeläutet. Wir übergaben unsere Pässe, unsere Touristenkarte und einen Ausdruck der Airline mit der Abrechnung der bezahlten Steuer. Ohne unseren Dokumenten einen Blick zu würdigen, verlangte der Beamte 500 Pesos pro Person, umgerechnet sind dies 25 EUR. Laura sagte ihm, dass wir dies nicht zahlen müssen. Er erklärte uns, dass wir dieses sehr wohl zu zahlen haben. Wir wurden weggeschickt. Nachdem die anderen Reisenden ihre Stempel bekamen, wurden wir wieder herbeigewinkt – auf zur Runde 2. Der Grenzbeamte dachte wohl uns Einschüchtern zu können, da wir nun die Letzten waren. Bei mir hat es gewirkt, bei Laura hat es puren Zorn hervorgerufen. Damit hat auch wohl der Grenzbeamte nicht gerechnet. Sie machte es ihm mehr als deutlich klar, dass wir diese Gebühr auf keinen Fall bezahlen werden. Ich wollte nicht in der Haut des Beamten stecken. Das Angebot, ob Laura seinen Job übernehmen wolle, da sie ihm anscheinend die Regeln erklären kann, ließen wir unbeantwortet. Er ging sichtlich verärgert K.O. und hämmerte unsere Stempel in die Reisepässe.

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Grenzübergang nach Guatemala | wat-erleben

Weiter ging es für uns auf die guatemaltekische Seite. Jetzt ratet mal, wofür die Grenzbeamten dort bekannt sind? Mit einem Lächeln wird nach erfolgtem Einreisestempel eine Gebühr von 25 Pesos erhoben. Dies sei hier so üblich und jeder müsse diese Gebühr bezahlen. Schaut man auf die offiziellen Einreisebestimmungen, so erfährt man, dass deutsche Reisenden nichts bezahlen müssen. Das erklärte Laura wiederum dem Beamten und auf die Nachfrage wofür diese Gebühr sei, sagte er verschmitzt: „Für uns“. Wir nahmen unsere Pässe und ohne zu bezahlen.

Das letzte Stück der Anreise nach Xela verlief unspektakulär. Wir haben ein Airbnb im Zentrum, falls man dies so nennen kann. Die Unterkunft gehört der Inhaberin der Sprachschule, die Laura besucht. Über uns wohnt ein frisch verliebtes Pärchen, welches die Willkommensbroschüre nicht gelesen hat. Sonst hätten sie nämlich erfahren, dass das Haus über 100 Jahre alt ist und größtenteils aus Holz besteht, was sich wiederum auf die Akustik auswirkt. Ihr kennt bestimmt noch Tim Taylor, den Heimwerkerkönig? So heißt es auch für uns: „Hör mal, wer da hämmert“.

Unser Innenhof - üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Unser Innenhof – üblicherweise verregnet, Xela | wat-erleben

Über die letzten vier Tage in Xela gibt es wenig zu berichten. Laura geht fünf Stunden pro Tag zum Unterricht. Ich bin für die Einkäufe und das Essen zuständig. Abwechslung bringen zum Glück die Aktivitäten der Spanischschule.

Geplant Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

Geplante Aktivitäten der nächsten Woche, Xela | wat-erleben

Der Titel unseres Blogbeitrags beschreibt es bereits gut, was wir die letzte Woche „spannendes“ erlebt haben – nicht viel… aber das muss wohl auch mal sein. So haben wir die Zeit genutzt, um z.B. das Café mit dem besten Kaffee der Stadt zu ermitteln oder unfreiwillig „exotische“ Tapas zu probieren. Das kam so: wir suchten nach einer möglichst günstigen, einheimischen Taqueria und wurden schnell fündig. Auf der Karte standen fünf verschiedene Sorten Tacos und trotz vorhandener Spanischkenntnisse hatte ich absolut keine Ahnung, was die einzelnen Zutaten bedeuteten. Auch der offline verfügbare Google Translate konnte uns nicht wirklich weiterhelfen. Absurde Begriffe wie Gehirn, Euter und Zunge sind bei diesem tollen Übersetzer ja keine Seltenheit, also einfach mal drauflos bestellt. Es war wirklich lecker, obwohl wir zuhause feststellten, dass Google ausnahmsweise doch Recht hatte. Eingeweide und sonstige Bestandteile des Tieres hatte ich in meinem Sprachkurs noch nicht gelernt. Das ist natürlich nicht alleine der Grund, warum ich ab nächste Woche einen erneuten Spanischkurs belegen werde…

Da Bernd in den folgenden Tagen etwas angeschlagen war (nein, das lag nicht an den Tacos, glaube ich…) blieb uns nicht viel übrig, außer auf der Couch zu sitzen und über unsere zukünftigen Reisepläne nachzudenken. Einziges Highlight war für mich das tägliche Treppenhoch- und runterlaufen der auf einem Berg gelegenen Kirche, um wenigstens etwas Bewegung zu erhalten. Joggen gehen kann man hier leider überhaupt nicht gut. Die Bürgersteige sind schmal und uneben, die Straßen von zu vielen Autos belegt und Parks gibt es hier nicht.

Die Treppen der Iglesia de Guadalupe, San Cristobal | wat-erleben

Die Treppen der Iglesia de Guadalupe, San Cristobal | wat-erleben

Vorgestern haben wir es noch einmal mit der Free Walking Tour versucht und dieses Mal fand sie statt, oder wir standen am richtigen Ort, oder wie auch immer. Sie hat sich auf jeden Fall gelohnt und nach drei Stunden gab es als Abschluss in einem Café eine Verkostung von „Pox“. Das ist ein Schnaps, ähnlich zu Tequila, wird aber aus Mais und in der Region hergestellt, in der wir uns gerade befinden, in Chiapas. Schon auf dem Hinweg zur Verkostung machte uns unser Guide auf eine kleine holländische Pommesbude aufmerksam und wie hätte es anders sein sollen, Bernd und ich mussten diese auf dem Rückweg einfach austesten. Das Essen in den letzten vier Monaten war zum Großteil köstlich, das kann man nicht anders sagen. Die pure Freude, die einen aber überkommt, wenn man eine holländische Pommes mit viel Joppie- und Currysauce in den Händen hält, ist einfach unbeschreiblich und vor allem lecker!

Sonnenuntergang bei der Free Walking Tour in San Cristobal | wat-erleben

Sonnenuntergang bei der Free Walking Tour in San Cristobal | wat-erleben

Pox-Tasting in San Cristobal | wat-erleben

Pox-Tasting in San Cristobal | wat-erleben

Eine Imbissbude in San Cristobal | wat-erleben

Eine Imbissbude in San Cristobal | wat-erleben

Gestern haben wir übrigens unseren Transfer gebucht, denn wir verabschieden uns Samstag von Mexiko. Nach über einem Monat ziehen wir weiter, es geht mit dem Bus ins rund 7 Stunden entfernte Guatemala, erster Stop Xela.