Letzten Dienstag sind wir in Nanaimo angekommen, der zweitgrößten Stadt an der Ostküste von Vancouver Island. Was hat uns hier hinverschlagen? Mal wieder ein Housesit, der mittlerweile dritte. Dieses Mal mit einem Hund, Bentley, ein 11 Jahre alter Labrador-Opa, Moki und Bagheere (zwei Katzen, wobei die eine sehr viel miaut und die andere so schüchtern ist, dass wir nur Teile von ihr gesehen haben, wenn sie vor uns geflüchtet ist).

Wat erleben beschränkte sich in den letzten Tagen hauptsächlich auf Spaziergänge mit Bentley, ein wenig Fahrradfahren (bei den Steigungen eher schwierig) und in sehr bequemen Stühlen mit einem Kaffee und zusammen mit Bentley die Aussicht aufs Meer zu genießen.

Bentley will Spazieren gehen | wat-erleben

Bentley will Spazieren gehen | wat-erleben

In den letzten zwei Monaten haben wir unglaublich viele Seen gesehen und besonders die Bergseen in den Rockies mit ihren Spiegelungen waren atemberaubend schön. Was nicht ganz so schön war, waren die Mücken. In Nanaimo haben wir bisher noch keine sehen können, hier können wir sogar Abends nach Sonnenuntergang und frisch parfümiert spazieren gehen, ohne uns komplett mit Off-Mückenspray einzunebeln und danach wieder das Gefühl zu haben, duschen zu müssen.

Ehm, ok ich schweife ab, zurück zum Thema Meer. Abseits der nicht vorhanden Mücken erinnert mich das Meer an Urlaube und macht mich einfach super glücklich. Genau das hatten wir für eine Woche fast direkt vor unserer Haustür. Ok, etwas gelogen. Wollten wir nicht nur den Ausblick genießen, sondern direkt zum Meer mussten wir einige Höhenmeter mit dem Fahrrad überwinden. Nanaimo ist, zumindest für münsterländische Verhältnisse, sehr bergig. Vom Meer aus können wir die Berge sehen, auf denen teilweise sogar noch Schnee liegt – wunderschön. An unserem letzten Tag, diesen Montag, hatte Bernd noch eine Laufstrecke entdeckt, die um eine kleine Insel und direkt am Wasser vorbei führt. Danach haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, noch schnell ins Wasser zu springen. Deutlich wärmer als die Bergseen und bei einer Außentemperatur von mittlerweile fast 30 Grad  sehr erfrischend (in Deutschland scheint das Klima ja auf der Tagesordnung zu stehen).

Dienstagmorgen hat uns unsere Gastgeberin zur Fähre gebracht, wo unser Bus nach Campbell River wartete. Dort sind wir jetzt seit drei Tagen und machen ein so genanntes Help Exchange. Arbeiten gegen Unterkunft und Essen. Das ganze war allerdings eher eine spontane Aktion. Den Housesit in Nanaimo haben wir insgesamt für 2 Wochen, aber mit einer Woche Unterbrechung. Ohne viel Geld auszugeben und ohne weit wegzureisen gab es daher nur eingeschränkte Möglichkeiten. Diese Möglichkeit erwies sich jedoch als super Chance, Kanadier besser kennenzulernen. Bei den Housesits leben wir alleine und überschneiden uns, wenn alles gut läuft, mit dem Gastgeber, so dass wir diese noch für eine sehr kurze Zeit kennenlernen können. Beim aktuellen Help Exchange leben wir dagegen mit unserer Gastgeberin und ihrer Tochter unter einem Dach zusammen. Ihr Haus liegt direkt am Campbell River, was bereits am ersten Abend dazu führte, dass wir mit dem Auto und dem Schlauchboot und Wasserschlappen bewaffnet zu einem Einstieg gefahren sind. Dort angekommen ließen wir uns dann Flussabwärts im Boot treiben. Allerdings ein komisches Gefühl, denn kurz vorher hatten wir bei einer organisierten Raftingtour noch einen Guide dafür bezahlt, uns sicher und mit umgehen der ganzen Felsen ans Ziel zu bringen. Jetzt waren wir auf uns alleine gestelllt, was bis auf einige Äste und Felsen, die unseren Weg kreuzten, ganz gut funktionierte. Am Ziel = das Grundstück unserer Gastgeberin angekommen, ging es dann 107 Stufen aufwärts bis in ihren Garten. Wir habens überlebt!

Blick von der Terrasse in Campbell River | wat-erleben

Blick von der Terrasse in Campbell River | wat-erleben

Rafting im Campbell River | wat-erleben

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Gestern haben wir den ganzen Tag gearbeitet, Bernd hat mit diversen Rosenbüschen gekämpft (zumindest sieht er jetzt so aus) und ich habe hauptsächlich versucht, Struktur in Tausenden Kleidungsstücken für einen anstehenden „Garagesale“ zu bekommen.

Gerade liegen wir am Strand und ich schreibe den aktuellen Blogbeitrag. Unsere Gastgeberin und ihre Tochter sind beim Arzt, der ärgerlicherweise direkt am Meer liegt und sie haben uns daher hier abgesetzt.

Strand in Campbell River | wat-erleben

Strand in Campbell River | wat-erleben

Heute Abend bringt ein Freund unserer Gastgeberin selbstgefangenen Lachs mit, Campbell River ist nämlich bekannt als „salmon capital of the world“. Wir sind gespannt 🙂

Wir haben vor einer Woche das Flachland gegen die Berge getauscht. Ich finde, dies ist ein durchaus guter Tausch gewesen. Neben unzähligen Seen und Wasserfällen, haben wir uns die Top-Highlights der drei Nationalparks Jasper, Banff und Yoho angeschaut. Unsere Route führte uns immer entlang des Icefields Parkway, der einzigen Straße durch die […]

Donnerstag, 6 Uhr morgens: Wir verabschieden uns von Debbie, der Gastgeberin unseres Housesits, die am Abend zuvor aus dem Urlaub zurück gekommen war. Die 2 1/2 Wochen vergingen trotz ziemlich ländlicher Atmosphäre schnell. Es ist ein komisches Gefühl sich zu verabschieden. Wir haben uns, ohne es wirklich zu merken, sehr an den Housesit und den Tagesablauf gewöhnt. Es war für die Zeit „unser Zuhause“ und als wir dann am Vortag den Hausputz erledigt hatten und all unsere persönlichen Sachen wieder in die Taschen packten, kam wie schon beim letzten Housesit bei mir ein wehmütiges Gefühl auf. Der Kopf denkt: „Boah, gerade habe ich mich eingelebt und schon wieder geht es weiter“. Sobald wir im Auto sitzen und zum Flughafen Edmonton fahren, um unseren Mietwagen gegen einen anderen Mietwagen auszutauschen, sind Aufregung und Vorfreude auf etwas Neues aber ganz schnell wieder da. Am Flughafen angekommen, dürfen wir dann unsere Rucksäcke und einen riesigen Karton, prall gefühlt mit diversen Chinafertigzeug-Leckereien, (die nächsten 6 Nächte gibt es keine Küche in unseren Unterkünften) von einem mickrigen Hyundai in einen Ford SUV transportieren (kostenloses Upgrade weil der Avis-Mitarbeiter einen guten Tag hat und unsere Wagenklasse nicht verfügbar ist).

Vom Flughafen aus geht es dann innerhalb von 4 Stunden bis in den Jasper Nationalpark und das bei einem Verkehrsaufkommen, bei dem es im Gegensatz zur A3 richtig Spaß macht, Auto zu fahren. Direkt am ersten Tag suchen wir uns eine mit „Advanced“ gekennzeichnete Wanderstrecke aus, die an den Miette Hot Springs beginnt und endet. Anfangs noch extrem motiviert, dass wir schon die Hälfte der Strecke in passabler Zeit gemeistert hatten, müssen wir jedoch kurz danach feststellen, dass das Schlimmste noch vor uns liegt. Insgesamt 700 Höhenmeter bis zum Ziel (welches auf 2200 Meter liegt), wo wir dann von Bergziegen und mit einer großartigen Aussicht begrüßt werden. Nachdem wir wieder am Parkplatz angekommen sind und noch für einen kurzen Abstecher in den Hot Springs baden, geht es dann zur Unterkunft nach Jasper.

Sulphur Skyline Trail | wat-erleben

Sulphur Skyline Trail | wat-erleben

 

Gestern, noch völlig fertig vom Vortag und mit zu wenig Schlaf geht der Roadtrip zuerst zum Maligne Canyon. Um 7 Uhr morgens ist dort noch kein Tourist zu sehen und so haben wir die spektakuläre Schlucht ganz für uns alleine.

Maligne Canyon | wat-erleben

Maligne Canyon | wat-erleben

 

Im Anschluss weiter zum Medicine Lake und zum Maligne Lake und danach noch die Athabasca- und Sunwapta- Fälle.

Maligne Lake | wat-erleben

Maligne Lake | wat-erleben

 

Athabasca Falls | wat.erleben

Athabasca Falls | wat.erleben

Athabasca River |wat-erleben

Athabasca River |wat-erleben

Nachmittags fallen wir dann erstmal für einen etwas zu langen Powernap ins Bett bis es Abends wieder los geht. Pyramid Lake und Patricia Lake stehen auf dem Programm. Überwältigt sind wir besonders vom Patricia Lake. Nicht nur, dass die Aussicht super schön ist, aber dann tauchen auch noch Wapitis auf. Ein kleiner Fluch, dass ich kein super Teleobjektiv habe, wird ziemlich schnell zunichte gemacht, da ein Wapiti plötzlich fast direkt neben uns her läuft und seine Herde ruft, die er wohl verloren hatte. Getoppt wird das ganze wenig später noch von einem Bären, den wir von der Straße aus in weiter Ferne beobachten. Hier im Park läuft das folgendermaßen ab: halten plötzlich ganz viele Autos an der Seite, meist mit Warnblinkanlage, bedeutet das, dass irgend ein Tier in der Nähe ist. In diesem Fall ein Schwarzbär, schon das zweite Mal, dass wir so ein Glück haben. Am ersten Tag haben wir auch schon einen gesehen. Da verfallen wir jedoch so in Schockstarre, dass wir an den parkenden Autos vorbei fahren und den Bären nur im Vorbeigehen sehen.

Pyramid Lake | wat-erleben

Pyramid Lake | wat-erleben

Heute hatten wir eigentlich aufgrund einiger Erfahrungsberichte von Reiseblogs den Plan, den Whistlers Summit Trail zu wandern. Wir haben uns dann spontan dagegen und für einen Tipp entschieden, den uns unsere Gastgeberin hier in Jasper gab. Also machen wir uns pünktlich zum Sonnenaufgang mit dem Auto auf den Weg zum Kinney Lake Trail – 15 km mit gemütlichen 175 Höhenmetern. Das frühe Aufstehen wird tatsächlich belohnt. Anfangs noch mit Nebel überzogen liegen der Kinney Lake und Mount Robson wenig später mit Bilderbuch-Spiegelung vor uns – völlige Fassungslosigkeit! Die türkisfarbene Farbe des Sees ist einfach der Knaller und lässt sich leider überhaupt nicht richtig auf einem Foto festhalten. Die Wanderung hat sich definitiv gelohnt.

Robson River | wat-erleben

Robson River | wat-erleben

Mount Robson | wat-erleben

Mount Robson | wat-erleben

Brücke zum Kinney Lake | wat-erleben

Brücke zum Kinney Lake | wat-erleben

Kinney Lake I | wat-erleben

Kinney Lake I | wat-erleben

Kinney Lake II| wat-erleben

Kinney Lake II| wat-erleben

Kinney Lake III | wat-erleben

Kinney Lake III | wat-erleben

Seit einer Woche befinden wir uns mitten im Herzen von Alberta. Allein dieser Bundesstaat ist doppelt so groß wie Deutschland. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir sehr ländlich leben. Ich dachte ja schon, dass ich in Heiden-Leblich sehr ländlich leben würde und dass der Weg über die Brücke ins Dorf schon weit wäre. Wenn ein Kanadier dir aber sagt, dass irgendetwas „just-around-the-corner“ ist, dann scheinen die Ecken hier wohl etwas größer zu sein, so 4 bis 5 Stunden groß. Wenn ich jemanden frage, wo er herkommt und ich als Antwort erhalte: „Nicht weit von hier“ – und sich dann herausstellt, dass er 6 Stunden weiter Richtung Norden wohnt, dann ist das schon ein anderer Maßstab. Hier kann es also schnell passieren, dass der einzige soziale Kontakt zur Außenwelt die Kassiererin im Supermarkt ist. In unserem Fall die Heike, vor 9 Jahren von Deutschland ausgewandert und vermutlich auch der Grund für den Grafschafter Goldsaft-Zuckerrübensirup im Sortiment.

Unser zweiter Housesitt | wat-erleben

Unser zweiter Housesitt | wat-erleben

So schlimm wie es sich anhört, ist es dann aber doch nicht. Wir haben genügend Zeit, um uns über die bevorstehende Reise durch die Rocky Mountains und über Vancouver Island zu informieren. Laura entdeckt alle paar Minuten eine neue Funktion an unserer Kamera, bringt unseren Blog auf Vordermann oder mäht den Rasen. Rasen mähen war übrigens mein Highlight heute, neben den Spareribs, die sind mir auch ganz gut gelungen. Die Kanadier können einfach gutes Fleisch produzieren.

Wie kriege ich jetzt den Übergang vom köstlichen Fleisch zur Pferderennbahn hin ohne das Wort Frikandel zu benutzen? Auf jeden Fall waren wir am Sonntag beim Ponoka Stampede zum Rodeo und Chuckwagon-Rennen. Auf die Idee hat uns unsere Gastgeberin gebracht, dessen zwei Cousins als Chuckwagon-Fahrer teilnehmen. Der Kontakt war schnell hergestellt und wir hatten die einmalige Gelegenheit hinter die Kulissen zu schauen. Die Familie bzw. das Team, welches wir kennen gelernt haben, besteht aus acht Leuten, die mit 18 Pferden für drei Monate von Rennen zu Rennen fahren. Neben dem Chuckwagon-Rennen am Abend waren am Nachmittag die Cowboys dran. Bullenreiten, „Stier-Wrestling“, Kälber mit dem Lasso jagen oder wilde Pferde einfangen standen auf dem Programm. Beim Zuschauen kommt uns öfters der Gedanke, dass die Teilnehmer alle etwas verrückt sein müssen, aber hier scheint es normal zu sein, sich im vollen Galopp auf einen Stier zu schmeißen, um ihn zu Boden zu werfen…

Tie Down Roping beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Tie Down Roping beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Bareback Riding beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Bareback Riding beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Team 23 beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Team 23 beim Ponoka Stampede | wat-erleben

Der Rennwagen beim Panoka Stampede | wat-erleben

Der Rennwagen beim Panoka Stampede | wat-erleben

Hinter den Kulissen Ponoka Stampede | wat-erleben

Hinter den Kulissen Ponoka Stampede | wat-erleben

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